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US-Urteil: Glyphosat für Krebs mitverantwortlich – dennoch kein EU-Verbot

Unsplash/Nicolas Barbier Garreau
Alles zur Ibiza-Affäre

Zum dritten Mal in einem Jahr hat ein US-Gericht entschieden, dass das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat zur Krebserkrankung eines Menschen beigetragen hat. Dennoch hat die EU das potentiell krebserregende Pflanzengift im November 2017 für weitere 5 Jahre zugelassen. Auch FPÖ und ÖVP haben damals die Resolution für ein Glyphosat-Verbot nicht unterstützt. Und Umweltministerin Köstinger bemüht sich bis heute nicht um eine österreichische Lösung, obwohl Kärnten und 639 österreichische Gemeinden das gefährliche Pestizid verboten haben.

Glyphosat ist das weltweit meistgenutzte Unkrautvernichtungsmittel. Es wird seit Mitte der 70er Jahre in der Landwirtschaft, in der Industrie, im Gartenbau, aber auch in Privathaushalten eingesetzt. Monsanto vertreibt das Herbizid unter dem Namen „Roundup“ und hat damit seit den 70er Jahren Umsätze in Milliardenhöhe gemacht. Kein Wunder also, dass Monsanto-Lobbyisten behaupten, Glyphosat sei so ungefährlich, man könne es sogar gefahrlos trinken.

US-Gerichte sehen das anders: In drei verschiedenen Fällen haben sie geurteilt, dass das Glyphosat-Mittel Roundup der Bayer-Tochter Monsanto ein „erheblichen Faktor“ bei der Entstehung der Krebserkrankung sei. Laut jüngstem Urteil muss Monsanto 1,78 Mrd. Euro Schadensersatz an ein über 70-Jähriges Ehepaar zahlen, das an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist. Beide hatten jahrelang Glyphosat in ihrem Garten verwendet. Aktuell laufen 11.200 weitere Klagen gegen Monsanto.

Dennoch ist Glyphosat in der EU bis 2022 zugelassen: Eine mächtige Lobby aus Agrarindustrie und Agrarchemiekonzernen hat ein Verbot mit aller Kraft verhindert.

EU hat Glyphosat für weitere 5 Jahre zugelassen

Zur Erinnerung: Im Herbst 2017 wurde auf EU-Ebene über die Neuzulassung des Pflanzengifts verhandelt. Das Europaparlament hat im Oktober eine Resolution beschlossen, dass Glyphosat komplett vom Markt verschwinden muss. Der Ausstieg sollte sofort beginnen und binnen fünf Jahren abgeschlossen sein. Aus Österreich stimmten SPÖ und Grünen für das Aus. FPÖ und NEOS stimmten dagegen, die ÖVP hat sich enthalten. Umweltministerin Köstinger war damals noch EU-Abgeordnete und meinte, dass in der Glyphosat-Frage „nicht Politiker sondern Experten entscheiden“ sollten.

Europäische Chemikalienagentur eng mit Industrie verstrickt

Mit den Experten der EU ist das aber so eine Sache: Die europäische Chemikalienagentur Echa hält Glyphosat für nicht krebserregend. Echa hat sich in ihrer Einschätzung auf Studien von Glyphosat-Herstellern gestützt – vieles wurde sogar „wortwörtlich übernommen“, unabhängige Studien wurden als irrelevant verworfen, wie Greenpeace kritisiert. Die Umweltschutzorganisation stört auch, dass der Vorsitzende des Ausschusses neben der EU auch die Agrar-Industrie zur Risikobewertung von Substanzen berät. Zwei weitere Mitglieder hätten für Forschungsinstitute gearbeitet, die sich unter anderem durch Aufträge der Agrar-Industrie finanzieren.

Mehr als 1,3 Mio. Menschen teilen offenbar die Bedenken der Umweltschutzorganisation. So viele haben nämlich bereits das BürgerInnenbegehren „Glyphosat stoppen“ unterzeichnet.

Die EU-Kommission entschied sich, das Pestizid nur für weitere fünf Jahre, anstelle von eigentlich geplanten 10 Jahren zuzulassen. Nach dieser Frist soll Glyphosat ganz aus Europa verschwinden. Österreich setzte sich dafür ein, das Pflanzengift sofort zu verbieten. Grund dafür war ein Antrag im EU-Unterausschuss des Parlaments, der gegen die Stimmen von ÖVP und Neos beschlossen wurde: Der Antrag verpflichtete den Landwirtschaftsminister dazu, in der EU gegen Glyphosat zu stimmen.

SPÖ und Greenpeace wollen jetzt nationales Verbot in Österreich

Die Urteile der US-Gerichte, dass Glyphosat für die Krebserkrankung verantwortlich gemacht werden kann, lässt die Diskussion um die Glyphosat-Zulassung neu aufleben. So wird das Bundesland Kärnten die Anwendung von Glyphosat für Private verbieten. Laut Landeshauptmann Kaiser wird Kärnten damit die erste Region in der EU, die die Glyphosatverwendung „für klar definierte, breite Teile der Bevölkerung“ untersagt.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert ein sofortiges Verbot von Glyphosat in privaten Gärten und im öffentlichen Raum, etwa auf Spielplätzen für ganz Österreich. Unterstützung bekommen die Umweltschützer von der SPÖ. Diese will ein solches Verbot für ganz Österreich, Umweltministerin Köstinger zeigt bislang keine Initiative – derzeit lässt sie einen eventuellen Ausstieg in einer Arbeitsgruppe prüfen.

Mediathek-Tipp: Glyphosat – auf Kosten des Menschen

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39 Kommentare

39 Kommentare

  1. Würde den Verhin-

    20. Mai 2019 um 13:02

    derern täglich kiloweise Glyphosat-Futter rein stecken*. Einfach nur, weil sie mit dem Leben von tausenden bis dem von Abermillionen Bürgern spielen.

    * Sie sollten einfach kein anderes Essen erhalten beim Einkauf, beim Besuch eines Restaurants, in den vom geschädigten Bürger finanzierten Mensas und den Kantinen in denen diese Personen ihre Speisen auf der geschädigten Kosten einnehmen.

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  3. Stefan Dobecky

    9. Mai 2019 um 09:23

    Tabakrauch enthält nachweislich über 100 hochgradig krebserregende Substanzen. Deshalb der dringende Aufruf an SP und Grüne: Den Konsum von Tabakartikeln sofort verbieten!

  4. Stefan Dobecky

    9. Mai 2019 um 09:18

    Nikotin ist als Wirkstoff von Insektiziden seit den 1960- Jahren wegen der extremen Toxizität verboten.
    Deshalb bitte auch weltweit den Konsum von Tabak verbieten!!!

  5. Stefan Dobecky

    9. Mai 2019 um 09:12

    G5 ist um vieles gefährlicher!!!
    G5 gilt auch als potentiell krebserregend!!!

  6. Braunreiter

    23. April 2019 um 08:54

    Die Hysterie von SPÖ und Greenpeace ist lächerlich und reine Propaganda gegen die Landwirtschaft. Warum wird der Verkauf und Konsum von Tabakwaren nicht verboten bzw. abgeschafft? Das ist – im Unterschied zu Roundup – nachweislich gesundheitsschädlich!

    • Bernd

      25. April 2019 um 17:34

      Jetzt fehlt nur noch die Erklärung, WARUM die SPÖ oder Greenpeace Propaganda gegen die Landwirtschaft machen sollte.

      • hans kreimel

        1. Mai 2019 um 08:40

        weil sich feindbilder und sündenböcke politisch gut verkaufen lassen.

  7. biersauer

    12. April 2019 um 17:37

    Phosphorwasserstoff ist
    ein starkes Reduktionsmittel. Er hemmt u.a.
    die Cytochrom-c-oxidase, wodurch die Entstehung von Superoxidradikalen begünstigt wird.
    Die Radikale oxidieren Lipide in allen Zellmembranen, klinisch entwickelt sich ein Multiorganversagen.
    Leitsymptom einer Phosphorwasserstoffvergiftung ist eine Hypotonie, die auf Dopamin-Infusion nicht anspricht. Bei leicht bis mittelschwer
    vergifteten Patienten treten Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Doppeltsehen und
    Ataxie auf. Ein Antidot ist nicht bekannt.
    Die Vergiftungssymptome sind unspezifisch: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Schwindel,
    Tachypnoe, Oligurie. Tod durch zunehmende Hypotension. – und löst MCAS aus

    • hans kreimel

      1. Mai 2019 um 08:43

      in in österreich produzierten lebensmitteln ist seit 2013 (also seit dem sikkationsverbot) glyphosat in lebensmitteln de facto nicht mehr nachweisbar. die spö kämpft hier offenbar mit phantomschmerzen.

  8. H. Pribitzer

    12. April 2019 um 09:07

    es ist leider immer wieder das gleiche Spiel. Da verbeißen sich ein paar linke Weltverbesserer in eine Sache, und können nicht mehr zurück ohne ihr Gesicht zu verlieren.
    Was ja grundsätzlich nicht heißen soll, daß es schlecht wäre die Welt verbessern zu wollen. Und da gäbe es sooooo vieles das man ändern könnte.
    ich bin auch ein absoluter Befürworter von Umweltschutz, schließlich sollen unsere Enkel auch noch im grünen Gras spielen können. Da müßte man aber gleich mal beim Individualverkehr beginnen und diesen mittels Steuern und Abgaben drastisch einschränken. Macht keiner weil damit lassen sich keine Wahlen gewinnen.
    Mit Futterneid auf Chemiekonzerne geht das schon wesentlich leichter.
    Zum Glyphosat möchte ich nur soviel anmerken, daß ich es sehr bedenklich halte daß man damit Getreide tot spritzt um es dann ernten zu können. Da hast du unweigerlich das Zeug im Mehl drin weil Glyphosat geht in den Saftstrom der Pflanze. Das wird aber in Österreich bedingt durch ideales Klima eh nicht gemacht. Womit sich wieder die Frage stellt wo denn unsere Lebensmittel eigentlich her kommen (Siehe Hühner aus der Ukraine).
    Man weiß aber auch daß das Zeug sich im Boden rasch und gut abbaut, und in Wahrheit nicht wirklich ein Problem darstellt wenn man es zur Unkrautbekämpfung auf Gehwegen, auf Eisenbahndämmen, ….. und auch in der Landwirtschaft vor der Aussaat der nächsten Kultur verwendet.
    Was ich sagen will ist, das Thema ist eigentlich viel komplexer als es hier abgehandelt wird. Da hilft uns das schwarz-weiß denken nicht weiter.
    Wenn jetzt Glyphosat verboten wäre, was ist dann das nächste? Es wird ja nicht sein daß die die da heute laut das Verbot fordern dann plötzlich still sind.

  9. wahrHAFTig

    11. April 2019 um 07:58

    EU hat Glyphosat für weitere 5 Jahre?
    Bis dorthin sind die verantwortlich Unverantwortlichen längst im politischen Ausgedinge und genießen, krebsfrei, die Gagen der Versorgung.

    • hans kreimel

      1. Mai 2019 um 08:50

      die sachlage wird in täuschungsabsicht falsch dargestellt. theoretisch wurde glyphosat lange als nicht krebserregend eingestuft, weil es beim zugrundeliegenden test auch nicht krebserregend oder krebsverdächtig gewirkt hat. bei der iarc-studie wird glyphosat als möglicherweise krebsverdächtig eingestuft. was baer nichts aussagt. in kaffee finden sie mind. 25 krebsverdächtige und krebserregende substanzen. warum ist kaffee nicht schon längst verboten? das bfr bewertet die tatsächliche gefährdung für mensch und umwelt bei sachgerechter anwendung. das bfr kommt zum schluss, dass keine gefährdung bei sachgerechter anwendung vorliegt. es liegt auch keine gefährdung eines messers beis achgerechter anwendung vor. auch bei sachgerechter anwendung eines autos kommt idr. niemand zu schaden. will jemand messer oder autos verbieten?

  10. Erwin Ficzko

    3. April 2019 um 10:42

    Schanigarten: Schön wäre es zu wissen wieviel Blaue und wie hoch die Provisionen derzeit für dieses Giftmittel sind. Wie gesagt sie müssen sich ja beeilen um die Taschen zu füülen! Ein Trauerspiel – wer weiß mehr darüber?

    • hans kreimel

      1. Mai 2019 um 08:56

      glyphosat ist heute lizenzfrei von jeder chemiefabrik herstellbar. der wirkstoff ist ab 2 dollar pro liter so billig, dass sich keiner damit eine goldene nase verdient. die chemische industrie würde von einem glyphosat-verbot sogar profitieren, weil sie dann wesentlich teurere totalherbizide verkaufen kann.

  11. FPÖ und ÖVP

    24. März 2019 um 06:04

    einfach mit glyphosatbehandelten Lebensmitteln füttern, basta.
    Reines sollte man den Mitgliedern nicht mehr geben. Bald würde
    sich Änderung einstellen. Wetten?!

    • hans kreimel

      1. Mai 2019 um 08:51

      wo kriegen sie glyphosat-behandelte lebensmittel her? ich wüsste keine quelle dafür.

  12. Renate Rosol

    20. März 2019 um 13:24

    Doku ist leider nicht mehr vorhanden

    • wahrHAFTig

      11. April 2019 um 08:01

      Das hat System!

  13. Pingback: Immer noch Glyphosat in österreichischen Bieren +++ Die FPÖ gegen den „kleinen Mann“ +++ und weitere lesenswerte Links - Kontrast Blog

    • hans kreimel

      1. Mai 2019 um 08:53

      kann man in bier tatsächlich glyphosat nachweisen oder ampa? ampa kann viele quellen haben. sogar reinigungsmittel aus der biererzeugung kommen da in frage.

  14. Wilfried Hanser

    26. Mai 2017 um 12:10

    Was sagt die neue ÖVP-Generalsekretärin, Frau Elisabeth Köstinger dazu? Immerhin hat sie im EU-Parlament stets für die Agrarindustriellen argumentiert. Und ÖVP-Chef, Aussenminister Sebastian Kurz? Das fällt doch in sein Ressort!

  15. navy

    26. Mai 2017 um 05:35

    Fakt ist, das Glyphosat, bereits in toden Wildtieren, wie Fasane, Rehe gefunden wurde, ebenso in Muttermilch, Bier, Wein und das ist erschreckend. Viele kranke Hunde, Tiere, welche Gras an gespritzten Feldern frassen, sprechen für sich. Der gesunde Menschenverstand sagt Einem, das man diese Gift erheblich einschränken muss. Es gibt ja Videos von Bauernhöfen, wo man die toden, kranken Schweine, Kühe zeigt, ebenso Mißbildungen

    • H. Pribitzer

      12. April 2019 um 09:17

      das, daß man Glyphosat möglicherweise in Wildtieren findet kann ich mir grundsätzlich vorstellen. Wenn da das Unkraut gespritzt wird, und die Tiere fressen das ist das grundsätzlich vorstellbar.
      Aber da wären wir wieder bei der Diskussion womit unsere Nutztiere in den heutigen Tierfabriken gefüttert werden, und wir essen dann das Fleisch davon. Da könnte ich dazu einiges beitragen. Da wird dir schlecht. Vor allem in den riesigen Mastanlagen in so manchem EU Staat und den Oststaaten. aber das ist hier nicht das Thema.
      Was ich mir nicht ganz vorstellen kann sind die Videos von kranken Schweinen und Kühen wegen Glyphosat. Wobei ich oben schon geschrieben hab, daß das tot spritzen in den nördlichen Ländern Europas ja gelebte Praxis ist. Wie es dort aussieht kann ich nicht sagen. Da kann ich halt nur sagen „ihr wollt ja alle den freien Warenverkehr!“ – Wer A sagt muß da halt auch B sagen. Nix jetzt gegen Eu, aber es ist halt so. Österreich hatte einen sehr strengen Lebensmittelkodex – früher! Der ist von den Lobbyisten der Nahrungsmittelindustrie in Brüssel mittlerweile so weit ausgehöhlt, daß er nicht mehr existent ist. Da hilft uns die Glyphosat Diskussion aber leider auch nicht weiter.

      • hans kreimel

        1. Mai 2019 um 09:11

        diesen zusammenhang mit toten rindern und schweinen gibt es auch nicht. es wird nur irreführend so dargestellt. bei den toten rinden handelt es sich meist um probleme mit clostridium botulinum, in der regel haben die betriebe die futterhygiene nicht im griff. was sie teilweise auch nicht beeinflussen können, weil wie vermeiden sie, dass tote mäuse, vögel, hamster und dergleichen ins futter gelangen? die sind die häufigste ursache für botulismus. immerhin lassen sich damen dieses toxin auch unter die haut spritzen, um ihre lachfältchen zu kaschieren.

  16. Johann Schörkhuber

    23. Mai 2017 um 08:18

    Es ist eigentlich unwichtig über dieses Gift, welches auch für Insekten
    wie Bienen und Schmetterlinge tödlich ist überhaupt zu diskutieren.
    Ich erwarte mir von der Republik Österreich, sowohl in der EU-Kommission als
    auch im EU-Parlament von allen Politikern ein eindeutiges Nein.

    • hans kreimel

      1. Mai 2019 um 09:07

      in welcher form soll glyphosat für insekten, bienen und schmetterlinge tödlich sein? wenn sie das nachweisen können, sind sie nobelpreisverdächtig.

  17. Josef Sonderegger

    22. Mai 2017 um 11:17

    Alternativen werden hier von Global2000 aufgelistet: https://www.global2000.at/glyphosat-alternativen-landwirtschaft

    • hans kreimel

      1. Mai 2019 um 09:01

      erster absatz, erster blödsinn. in europa werden keine glyphosatresistente obst-, gemüse- und ackerkulturen kultiviert.

    • hans kreimel

      1. Mai 2019 um 09:06

      zweiter absatz: „oftmals kostenneutral“, der nächste unsinn. ich kenne keine alternative, die nur annähernd so geringe kosten verursacht wie eine glyphosatbehandlung. zb. bei der unkrautfreihaltung von weingärten. da geht ein vielfaches an zeit, maschinenaufwand und treibstoff drauf in vergleich zu einem totalherbizid. zudem finden sich in den totalherbizid-gepflegten weingärten 11 bis 20 mal so viele regenwürmer wie in den mechanisch freigehaltenen. sagt sogar der zaller in einer boku-studie.

  18. Roberta

    22. Mai 2017 um 00:55

    Alle wissenschaftlichen Studien, die nicht von Monsanto bezahlt oder in Auftrag gegeben wurden, belegen, dass Glyphosat Zell-, DNA-, Nieren-, Leber-, Hormone, das Autoimmunsystem und Darmbakterien schädigt sowie krebserregend ist, wie man in diesen 100 Studien nachlesen kann.

    http://www.umweltinstitut.org/images/gen/aktionen/Roundup/Studien-Glyphosat.pdf

    Auch die 250 Mediziner und Vertreter des 119. Deutschen Ärztetag haben sich 2016 in einem Schreiben an die Bundesregierung für ein Verbot von Glyphosat ausgesprochen hat, denn:

    „Glyphosat (…) DNA- und chromosomale Defekte in menschlichen Zellen verursacht“. Und „ Für gentoxische Effekte besteht nach derzeitiger wissenschaftlicher Meinung kein unschädlicher Schwellenwert.“ wie man in dieser Pressemeldung nachlesen kann

    http://www.presseportal.de/pm/9062/3337906

    Laborstudien haben gezeigt, dass bereits bei einer Glyphosatmenge von 4ng/kg Körpergewicht bei Ratten Leber- und Nierenschäden auftreten:

    http://www.ackergifte-nein-danke.de/news/179-toxikologin-diese-studie-duerfte-das-ende-von-glyphosat-besiegeln/view.html

    
Eine Studie mit 2000 Deutschen hatte ergeben, dass 75% der Bevölkerung bereits mindestens 0,5ng/ml im Urin haben. Vor allem Kinder unter 9 Jahre hatten mit bis zu 4,2ng das meiste Glyphosat im Urin.

    https://www.boell.de/de/2016/03/04/glyphosat-untersuchung-75-prozent-der-deutschen-deutlich-belastet

    
D.h. unsere Kinder haben schon 1000mal mehr Glyphosat im Körper als die Menge, die bei Ratten Nieren- und Leberschäden auslöst.
Dennoch behauptet das BfR weiterhin auf Basis der geheimen Studien von Monsanto, dass 3mg (also 3.000.000ng) Glyphosat pro kg Körpergewicht bei Kindern, Müttern, Rentnern, Kranken harmlos seien.


    Kein Wunder, denn in der Pestizid Kommission des BfR sitzen auch keine Mediziner oder Verbraucher- und Umweltschützer, sondern die hochrangigen Mitarbeiter der Glyphosathersteller Bayer und BASF, und begutachten dort die geheimen Glyphosatstudien von Monsanto.

    http://www.bfr.bund.de/de/mitglieder_der_bfr_kommission_fuer_pflanzenschutzmittel_und_ihre_rueckstaende-189320.html

    

Das ist so wissenschaftlich, als wenn die Ingenieure von PORSCHE und AUDI, den VW Abgasskandal untersuchen würden.

    Auch die Efsa wird schon seit Jahren von NGOs angeklagt, weil sie Interessenskonflikte mit der Industrie haben:


    https://www.lobbycontrol.de/2015/06/efsa-bfr-gefaehrden-unsere-gesundheit-zugunsten-der-industrie/

    
Zufälligerweise ist auch der Leiter der ECHA ein Berater der ansonsten für die Chemiekonzerne arbeitet. 


    https://blog.campact.de/2017/03/dieses-glyphosat-gutachten-gefaehrdet-unsere-gesundheit-experten-erklaeren-warum/



    Zudem wird Monsanto gerade in den USA von hunderten Bauern verklagt, weil die Landwirte wahrscheinlich durch die Nutzung von Roundup und Co an einem Non-Hodgkin-Lymphom, einer Tumorart, erkrankt sind.

    Im Rahmen dieses Prozesses belegen internen Emails, dass Monsanto die Glyphosatstudien selber erstellt hat, und dann vermeintlich unabhängige externe Wissenschaftler nur noch dafür bezahlt hat, dass sie die Studien unterschreiben, wie man hier in der Süddeutsche nachlesen:

    
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/umstrittene-chemikalie-wie-monsanto-hinter-den-kulissen-agiert-1.3445002

    In einer dieser Emails von 2009, die dem US Gericht vorliegen, schreibt die leitende Monsanto Toxikologin, Dr Donna Farmer, sogar, dass sie nicht weiß, ob Roundup krebserregend ist, da sie keine Studien zu Roundup erstellt haben.
    
Trotz dieser Masse an Beweisen, reden die Chemiekonzerne, Behörden, und Politiker noch davon, dass Glyphosat harmlos sei.

    Kein Wunder, denn Monsanto, BAYER, BASF, Syngenta, DuPont, Dow Chemical und Co verdienen auch jedes Jahr Milliarden mit Pestiziden, und nochmal hunderte Milliarden mit den Medikamenten, gegen die wissenschaftlich belegten gesundheitlichen Folgen von Glyphosat. Und welche Konzerne lassen sich schon so ein Geschäft einfach entgehen.

    Denn gesunde Lebensmittel und gesunde Menschen haben keine milliardenschwere Chemielobby.

    • … chromosale Defekte

      24. März 2019 um 06:08

      … verursacht auch Bluetooth & Wireless Lan.
      Trotzdem will man in Schulen das noch ärgere und schnellere G5-Netz zulassen. Deshalb werden meine Kinder im Ausland zur Schule gehen!

      • Bernd

        25. April 2019 um 17:40

        Allein: Was genau trägt der Kommentar jetzt zur Glyphosat-Diskussion bei?

    • hans kreimel

      1. Mai 2019 um 09:15

      wie haben wir das bloß überlebt, als glyphosat wirklich noch in vielen lebensmitteln in österreich nachweisbar war? wieso leben die amis immer noch, wo viele tatsächlich glyphosat-resistente kulturen bis zu 3 mal mit insgesamt 12 liter gespritzt werden. aber vielleicht sind die amis gegen glyphosat schon resistent geworden …

    • hans kreimel

      1. Mai 2019 um 09:17

      im übrigen, es ist normal, dass ein zulassungswerber den zulassungsantrag mit studienreihen, die er natürlich selbst in auftrag gibt, belegen muss. diese studien reihen müssen nach wissenschaftlichen kriterien verfasst werden, d.h. wo immer sie diesen studie wiederholen, muss sie zum selben ergebnis kommen.

    • Liebe Roberta, du un

      20. Mai 2019 um 13:05

      d diese Studien irren sich.
      Politiker kennen sich da besser aus als Physiker, Mediziner, Chemiker und Co.!

      Vorsicht: Ironie!

  19. Handl Wolfgang

    21. Mai 2017 um 17:33

    Die Frage ist, was spricht für eine Verlängerung? Welche Alternativen gibt? Das fehlt mir in diesem Bericht. Frage: warum wurde es nicht angesprochen?? Entweder ist etwas gesundheitsschädlich, dann muss es verboten werden, oder zumindest wir in Österreich müssen eine klare Haltung haben. Rupprechter muss sich klar deklarieren. Lavieren gilt in so einem Fall nicht!!

    • biersauer

      13. April 2019 um 07:14

      So blöd sind SchwarzBlau auch wieder nicht, dass sie diese Schädigung durch Glyphosphat nicht kennen, aber es ist Geschäftsinteresse dahinter, diese Gefahr zu übersehen.
      Organschäden treten erst lang verzögert auf und lassen keinen Rückschluss auf eine Gly-Kontamination zu – der Organismus stirbt eben langsam – durch Organversagen, wie das bei meinem Nachbarn, einem Anwender von Gly so ergangen ist, dass er dann an Gehirnschlag verstorben war.

      • hans kreimel

        1. Mai 2019 um 09:19

        wo gibt es eine konkrete schädigung durch glyphosat? wenn es sie gäbe, wäre die glyphosat-zulassung nicht verlängert worden.

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