Mehr Bäume für Wien

Mehr CO2-Schlucker und Schattenspender: Wien pflanzt Bäume um 8 Millionen

Den Klimawandel spürt man besonders in stark bebauten Gegenden. In vielen Teilen Wiens steigt daher die Hitze im Sommer oft besonders stark. Die Wiener Stadtregierung reagiert mit einer Begrünungs-Offensive: 8 Millionen Euro werden investiert um neue Bäume zu Pflanzen. Das hilft nicht nur Wien, sondern auch dem globalen Klima.

Die extreme Hitze des Sommer ist in den letzten Jahren eine Belastung für viele geworden. Heute gibt es mehr Hitzetote als Verkehrstote in Österreich – Tendenz steigend. Besonders betroffen davon sind Städte. Durch die starke Bebauung kann die Hitze nicht entfliehen und so heizen sich Städte immer weiter auf. Besonders betroffen sind jene Menschen, die weder im Wochenendhaus noch am Meer eine Auszeit von der Hitze nehmen können.

Begrünungs-Offensive der Stadt Wien

Die Stadt Wien setzt daher 8 Millionen Euro für eines der wirksamsten Mittel gegen den Klimawandel ein: Das Pflanzen von schattenspendenden Bäumen. Aber nicht in den Wäldern und großen Parks Wiens, sondern dort, wo die Hitze am stärksten ist: In den stark bebauten Gebieten. Für Umweltstadträtin Ulli Sima sind die 8 Millionen Euro für neue Bäume dringend nötig:

Dank des Sonderbudgets können wir nun noch schneller und noch mehr Bäume pflanzen, eine der vielen Maßnahmen gegen die klimawandelbedingte Hitze, die vielen Menschen stark zu schaffen macht. – Ulli Sima, Umweltstadträtin (SPÖ)

Der Fokus der Begrünungs-Offensive liegt auf der sogenannten Hitzeinsel. Das sind Gebiete, die besonders stark von der sommerlichen Hitze betroffen sind. Ein Beispiel ist der Yppenplatz im 16. Wiener Gemeindebezirk. In den letzten Jahren hat sich der Yppenplatz mit dem angrenzenden Brunnenmarkt zu einem sozialen und kulturellen Hotspot entwickelt und wird dementsprechend stark besucht. Durch die dichte Bebauung um den Platz, klettern hier jedoch im Sommer die Temperaturen besonders hoch. Weil die Hitze nicht entweichen kann, kühlt es auch nachts nur wenig ab. Dort sollen jetzt Bäume gepflanzt werden, um das lokale Klima zu kühlen. Ähnliche Schwerpunkte sind das Volkertviertel in der Leopoldstadt und die Waldgasse in Favoriten.

Wien Bäume Pflanzen

Vor allem in stark bebauten Stadtgebieten entstehen Hitzeinseln. Da die heiße Luft nur schwer entweichen kann, heizen sich diese Bereiche immer weiter auf. Auch in der Nacht sinken die Temperaturen kaum.

Bäume pflanzen gegen den Klimawandel

Bäume sind nämlich wahre Klima-Helden: Sie kühlen nicht nur das Stadtklima, sondern binden auch CO2 und bieten Tieren einen Lebensraum. Eine Winterlinde zum Beispiel, kühlt die Luft in der Innenstadt so stark wie eine Klimaanlage einen 25 m² Raum. Das ist nicht nur wesentlich günstiger, sondern spart auch noch einiges an CO2. Für die gleiche Leistung wie eine Winterlinde, stößt eine Klimaanlage pro Jahr etwa 330 kg CO2 aus. Das ist entspricht etwa einer Autofahrt von Wien nach Moskau. Dazu kommt, dass Bäume Schadstoffe aufnehmen. Pro Jahr kann eine Linde, eine Buche oder ein ähnlicher Laubbaum etwa 12,5 kg CO2 aufnehmen.

Wien Bäume Pflanzen

Wien ist Europameister bei unversiegelten Flächen. 53% der Stadt ist Grünfläche. Dieser Wert wird trotz starken Wachstum beibehalten werden.

Wien ist grüne Musterstadt

Schon heute ist Wien ein internationales Vorbild was Grünflächen angeht. Etwa 53% des Wiener Stadtgebiets sind Grünfläche. Dieser Prozentsatz wird gehalten, trotz des starken Wachstums der Stadt. Betreffend Bodenversiegelung ist Wien sogar Europameister. Auf jede Wienerin und jeden Wiener fallen 70 m² versiegelte Fläche, ein Spitzenwert in ganz Europa. Der Großteil der unversiegelten Flächen entfallen auf die Wiener Wälder und die vielen Parks im Stadtgebiet. Auf diesen Grünflächen stehen heute bereits an die 500.000 Bäume und jedes Jahr sollen 4.500 neue Bäume dazukommen. Das ist Teil der Klima-Strategie Wiens, welche die Stadt möglichst rasch CO2-neutral machen soll.

Global denken, lokal handeln

Diese neuen Bäume kommen aber nicht nur Wien zu gute, sondern auch dem Weltklima. Und ohne massive Aufforstungs-Programme, wird die Klimakrise nicht bewältigbar sein. Eine Studie der Schweizer Universität ETH Zürich hat besagt, dass durch massive Aufforstung zwei Drittel der bislang von Menschen gemachten klimaschädlichen CO2-Emissionen aufgenommen werden können. Dadurch wäre es noch möglich, die Klima-Erwärmung unter dem kritischen Wert von 2 Grad Celsius zu halten. Im Unterschied zu Wien, wird diese Option im Großteil der Welt immer noch ignoriert. Weltweit wird 1.000 mal mehr Geld in Subventionen für fossile Brennstoffe investiert als in natürliche Lösungen der Klimakrise, wie etwa Aufforstung.


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