Bundesgärten

ÖVP schließt die Bundesgärten in Wien – Widerstand von allen anderen Parteien

Die Bundesgärten in Wien sind seit dem 16. März gesperrt. Der Grund sei, dass die Wienerinnen und Wiener nicht den Sicherheitsabstand von einem Meter einhalten. Die Wiener Polizei widerspricht dem. Für die Wiener Bevölkerung ist das ein enormer Verlust an Lebensqualität in Zeiten von Corona. Alle Rathaus-Fraktionen fordern die Öffnung der Gärten, außer die ÖVP. Von der ist keine Stellungnahme zu haben.

Die Hälfte aller Parks sind in Wien geschlossen. Offen sind nur die stadteigenen Parks, während die Bundesgärten seit dem 16. März geschlossen sind. Anders als die stadteigenen Parks fallen die Bundesgärten nicht in den Verantwortungsbereich der Stadt sondern in die der Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger von der ÖVP. Zu den Wiener Bundesgärten gehören der Schlosspark Schönbrunn, der Augarten, der Burggarten, der Volksgarten sowie Belvederegarten. Durch die Schließung sind die Wienerinnen und Wiener einem Großteil ihrer Grünflächen beraubt.

Kaum private Gärten in Wien

Die Wiener Bevölkerung ist weit mehr von den öffentlichen Grünflächen abhängig als der Rest von Österreich. Im Vergleich zu den Bundesländern hat kaum jemand in Wien einen privaten Garten. Auch Balkone oder Terrassen sind Mangelware.

Wien

In der Bundeshauptstadt haben im Verhältnis kaum Wohnungen einen Balkon oder eine Terrasse, geschweige denn einen Garten. Deshalb ist die Schließung der Bundesgärten in Zeiten von Corona besonders hart für die Wiener Bevölkerung.

Durch die Schließung bleiben deshalb nicht mehr Menschen in ihren Wohnungen, sondern weichen aus auf die Stadtgärten, etwa den Grünen Prater. Dadurch sind dort mehr Menschen anzutreffen als gewöhnlich, was die Ansteckgefahr erhöht.

Vermeintliche Menschenmassen

Eine erhöhte Ansteckgefahr zu verhindern war jedoch genau das Ziel der Schließung der Bundesgärten. Gerd Koch, Institutsleiter für historische Gärten und Zuständiger für die Bundesgärten Wiens, äußerte Bedenken, dass der Sicherheitsabstand in den Bundesgärten nicht eingehalten werden könnte. Dem widerspricht jedoch die Wiener Polizei. Die Bevölkerung halte den Sicherheitsabstand von einem Meter ein, auch in den geöffneten Parks.

Auch das zweite Argument Kochs für die Schließung Bundesgärten ist unschlüssig. Gerade zu dieser Jahreszeit sei besonders viel in den Parks zu tun. Die Mitarbeiter müssen jedoch aufgrund von Corona zuhause bleiben. Was für die Bundesgärten anscheinend ein Problem darstellt, ist für die Parks der Stadt keins. Die Mitarbeiter der Stadtgärten sind sehr wohl im Einsatz, wenn auch mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen. Für die Öffnung der Stadtgärten hat das zuständige Magistrat, die MA 42 keine Bedenken. Koch war dazu für keine weitere Stellungnahme zu erreichen.

Alle für Öffnung außer ÖVP

Die zuständige Ministerin, Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger von der ÖVP, war wochenlang zu keiner Stellungnahme bereit. Gestern, am 31. April, meldete sie sich zum ersten Mal zu Wort. Köstinger verkündete, dass die Bundesgärten weiterhin geschlossen bleiben, und warf der Wiener SPÖ vor mit dem Thema nur politisches Kleingeld gewinnen zu wollen. Blöd nur, dass alle Wiener Parteien außer der ÖVP die Öffnung der Bundesgärten fordern, nicht nur die SPÖ. Selbst eine online Petition wurde von Wiener Bürgerinnen und Bürgern gestartet, um die Landwirtschaftsministerin zu bewegen die Gärten zu öffnen.

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rudolf
rudolf
3. April 2020 15:23

Es kann nicht der 31. Aprel gewesen sein!!
Alle für Öffnung außer ÖVP

Die zuständige Ministerin, Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger von der ÖVP, war wochenlang zu keiner Stellungnahme bereit. Gestern, am 31. April, meldete sie sich zum ersten Mal zu Wort.

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