Economist-Ranking

Wien ist die lebenswerteste Stadt der Welt – auch weil die ÖVP dort nichts zu sagen hat

Wien hat seine Spitzenposition als lebenswerteste Stadt der Welt beim Economist-Ranking verteidigt. Seit Jahren belegt Österreichs Hauptstadt in den Städte-Rankings den ersten Platz. Die Gründe dafür sind vielfältig: Leistbare Mieten, gute Infrastruktur, niedrige Kriminalität und viele Grünflächen. Dennoch versucht die ÖVP im Wahlkampf Wien schlecht zu machen. Dabei kritisiert sie genau jene Dinge, die Wien so lebenswert machen.

Wien hat seit 1945 einen roten Bürgermeister. Von der Wohnpolitik bis zur Bildungspolitik ist die Stadt von sozialdemokratischer Politik geprägt. Auffallend viele der lebenswertesten Städte der Welt haben linke Regierungen, und das ist kein Zufall: Denn viele soziale und wirtschaftliche Probleme treten mit großer Ungleichheit vermehrt auf.

In einem Ranking des Economists erzielt Wien in 40 Kategorien insgesamt 99,1 von 100 möglichen Punkten. Damit belegt Österreichs Hauptstadt wieder einmal den ersten Platz bei den lebenswertesten Städten der Welt. Besonders hervorgehoben werden die günstigen Mieten, die niedrige Kriminalität und die vielen Grünflächen. Viele der Projekte, die Wien heute so lebenswert machen, mussten gegen die ÖVP durchgesetzt werden. Und auch jetzt im Wahlkampf versucht die ÖVP, Stimmung gegen Wien zu machen. Das geht sogar so weit, dass Sebastian Kurz mittlerweile verheimlicht aus Meidling zu kommen – in den letzten TV Debatten behauptete der Ex-Kanzler immer, aus einer kleinen Gemeinde in Niederösterreich zu sein.

Sebastian Kurz verschweigt mittlerweile sogar aus Wien zu kommen - das führte auch zu Dikussionen auf Twitter, wie auf diesem Bild zu sehen ist. Das ist merkwürdig denn Wien ist laut Economist besonders lebenswert.

Gemeindebauwohnungen: Günstige Mieten sind ÖVP ein Dorn im Auge

Was Wien von anderen Metropolen unterscheidet, ist die gute soziale Durchmischung. Dadurch sinkt auch die Kriminalität, wie Studien zeigen. Grund dafür sind die zahlreichen Gemeindebauwohnungen. Im Unterschied zu anderen Ländern liegen diese nämlich nicht am Stadtrand, sondern sind durch alle Bezirke verteilt. So wird beispielsweise das ehemalige Sophienspital im 7. Bezirk in einen Gemeindebau umgewandelt. Das zeigt sich auch beim Economist-Ranking.

Insgesamt lebt jeder dritte Wiener im Gemeindebau, über 60 Prozent im geförderten Wohnbau inklusive Genossenschaftswohnungen. Die Stadt Wien ist der größte Immobilienbesitzer Europas. Das große öffentliche Wohnungsangebot ermöglicht es den Stadtbewohnern günstig zu wohnen. Auch die Preise am privaten Wohnungsmarkt werden dadurch nach unten gedrückt.

Genau das will die ÖVP verhindern. In der Vergangenheit sprach sie sich dafür aus, die Gemeindebauten zu privatisieren. Außerdem will sie, dass nur noch Menschen, die sehr schlecht verdienen einen Anspruch auf eine Gemeindewohnung haben. Dabei macht gerade die soziale Durchmischung die Lebensqualität im Gemeindebau aus.

Donauinsel – ÖVP war gegen Hochwasserschutz und Naherholung

Wien ist die europäische Hauptstadt mit den größten Grünflächen. Nicht einmal ein Drittel des Stadtgebietes ist durch Straßen oder Gebäude versiegelt. Das wurde beim Economist-Ranking ebenfalls als sehr positiv gesehen.

Die Donauinsel ist eine der vielen Grünflächen in Wien. Ein Grund, warum Wien laut Economist so lebenswert ist.

Donauinsel – eine vielseitig nutzbare Grünfläche in Wien

Diese Grünflächen liegen aber nicht nur brach, sondern sind auch für die Bevölkerung nutzbar. Das beste Beispiel dafür ist die Donauinsel. Sie wurde ursprünglich als Hochwasserschutzmaßnahme geplant. Doch die Donauinsel rettet Wien nicht nur wie 2013 vor Hochwassern, sie ist mittlerweile zum Kultort, Naherholungsgebiet und Location des größten gratis Open-Air-Festival Europas geworden.

Die Donauinsel musste gegen die ÖVP durchgesetzt werden. Die Volkspartei ließ aus Widerstand zu dem Projekt 1973 sogar ihre Koalition mit der SPÖ platzen.

Gratis Nachhilfe, dichtes Netz an Volkshochschulen

Wien wird im Economist-Ranking außerdem für sein gutes Bildungsangebot gelobt. In Wien ist der städtische Kindergarten sehr beliebt und kostenlos für alle Kinder. Dazu haben Wiens Kindergärten die besten Öffnungszeiten in ganz Österreich. In keinem ÖVP-Bundesland sind die Kindergärten für alle Kinder ganztags kostenlos.

In Wien ist auch die Nachhilfe für Schüler gratis – dank der Wiener Volkshochschulen. Als dieses Aktion 2014 eingeführt wurde, kam vor allem von einer Partei heftige Kritik – der ÖVP.

Mehr zum Thema

Wien ist die lebenswerteste Stadt der Welt – auch weil die ÖVP dort nichts zu sagen hat
Wir recherchieren und überprüfen die Inhalte und Fakten in unseren Beiträgen. Du hast trotzdem einen Fehler entdeckt? Oder Anregungen und Ergänzungen? Bitte schick uns eine Nachricht.
Wir recherchieren und überprüfen die Inhalte und Fakten in unseren Beiträgen. Du hast trotzdem einen Fehler entdeckt? Bitte schick uns eine Nachricht.
Kommentar hinzufügen

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
Einfach anmelden und keinen Artikel mehr verpassen.
Anmelden
Mit einem Klick auf "Anmelden" akzeptieren
Sie die Privacy Policy von Kontrast.
close-image

Send this to a friend

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können.