Weltweit Platz 1

Wien ist „grünste Stadt der Welt“

Wien ist auf Platz 1 der „World’s 10 Greenest Cities 2020“. Dahinter folgen München, Berlin und Madrid. Die Kriterien: Parks und öffentlichen Grünflächen, Nutzung erneuerbarer Energien, Luftqualität, öffentlicher Verkehr, fußgängerfreundliche Wege und Angebot an lokalen Märkten.

Schon bisher galt Wien als umweltfreundliche Stadt. Kaum eine europäische Hauptstadt hat so viele Grünfläche und unter den österreichischen Bundesländern hat Wien die geringsten CO2-Emissionen pro Kopf – mit Abstand. Der Stadtregierung ist das aber nicht genug: Wien soll jetzt  komplett CO2-neutral werden und Musterstadt in Sachen Umweltfreundlichkeit.

Der Bürgermeister Michael Ludwig freut sich über den Preis: „Die Parks und das viele Grün in der Stadt, das für alle Wienerinnen und Wiener zugänglich ist, macht die hohe Lebensqualität in der Stadt aus. Parks und der Wienerwald sind auch ein wichtiges Gut in Zeiten des Klimawandels“, betont er. Denn für den SPÖ-Politiker und ehemaligen Wohnbau-Stadtrat ihn hat der Klimawandel Top-Priorität:

„Der Klimawandel ist die größte Herausforderung, die wir als Menschheit jemals zu bewältigen hatten. Eine riesengroße Herausforderung, die wir nur gemeinsam in einer vereinten Kraftanstrengung meistern können.“

Die Wiener Stadtregierung will sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Dabei soll ein Klimaschutzprogramm mit 50 konkreten Maßnahmen helfen.

Klimaschutzprogramm: 100% erneuerbare Energie

Bis 2050 will Wien seine ganze Energie aus erneuerbaren Energiequellen beziehen. Um das zu erreichen, braucht es massive Investitionen in alternative Energieträger, aber auch eine effizientere Nutzung der Energie. Um die Energieeffizienz der Stadt zu steigern, investiert Wien nicht nur massiv in Gebäudesanierungen, sondern nutzt Energiequellen effizienter.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Hauptkläranlage der Stadt. Zur Reinigung der anfallenden Abwässer verbraucht die Anlange knapp 1 % des Wiener Gesamtstromverbrauchs. Durch die effiziente Nutzung der Energie, die im Klärschlamm enthaltenen ist, kann die Anlage ab dem Jahr 2020 die gesamte Energie selbst vor Ort herstellen.

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Sonnen-, Wasser- und Windenergie sollen massiv ausgebaut werden. Für Windenergie setzt das Klimaschutzpaket Wiens einen Anstieg von 50% an.

Zusätzlich steckt die Hauptstadt bis 2030 rund 1,2 Mrd. Euro in den Ausbau erneuerbarer Energielösungen wie Sonnen-, Wind- und Wasserkraft. Bis 2030 will Wien 50% mehr Energie aus Windkraft gewinnen und 60% mehr aus Wasserkraft. Den größten Anstieg wird es bei Solarenergie geben. In den nächsten zehn Jahren werden Photovoltaikanlagen mit einer Fläche von 600 Fußballfeldern gebaut werden. Das entspricht einer vielfachen Erhöhung des heutigen Wertes.

Ausbau und Modernisierung des öffentlichen Verkehrs senkt CO2 Emissionen

Wien besitzt einen großartiges Öffi-Netz, doch damit die Stadt CO2-neutral wird, muss auch hier noch einiges passieren. Das Prestigeprojekt ist hier der Bau der U-Bahnline U5, sowie die Anpassung der U2 Strecke. Allein das Linienkreuz U2xU5 bringt eine CO2-Reduktion, die der von Millionen Bäumen entspricht. Zusätzlich werden die Wiener Linien sowie der Fuhrpark der Hauptstadt Schritt für Schritt auf alternative Antriebe umgestellt. Das Gleiche gilt für die Wiener Taxis. Um auch Autofahrern den Umstieg auf alternative Antriebsformen zu erleichtern, werden im Großraum Wien 2.000 Ladestationen für E-Autos gebaut.

Wien Klimaschutzpaket CO2 Emissionen

Im Klimaschutzprogramm hat der Ausbau des öffentlichen Verkehrs einen zentralen Stellenwert. Allein durch das Streckenkreuz U2xU5 werden so viele CO2 Emissionen vermieden wie 5 bis 6 Millionen Bäume binden würden.

Auch im Pendler-Verkehr muss sich etwas ändern, damit Wien CO2-neutral wird. Denn, viele Pendler und Pendlerinnen sind immer noch auf das Auto angewiesen. In Kooperation mit Niederösterreich und dem Burgenland soll der Anteil der Pendler, die täglich mit ihrem PKW in die Hauptstadt kommen, bis 2030 halbiert werden. Um das zu erreichen, braucht es einen raschen Ausbau des Zug- und Busnetzes im Einzugsgebiet Wien. Zusätzlich soll es grenzüberschreitende Straßenbahnen nach Niederösterreich geben, um den Pendlerinnen den Verzicht auf das Auto zu erleichtern.

Abfallvermeidung und 100% Recycling

Ein weiterer Schwerpunkt im Wiener Klimapaket ist Müllvermeidung und Recycling. Hier setzt Wien als erstes bei den Menschen selbst an: Bewusstseinsbildung beginnt schon früh. Bereits in den Schulen sollen Wiens Kinder den Wert von Lebensmitteln und anderen Verbraucherprodukten lernen, sowie beigebracht bekommen, wie man richtig recycelt. Aber auch besonders in Zusammenarbeit mit Betrieben wird Bewusstseinsbildung zu Abfallvermeidung betrieben. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hier bei der Zusammenarbeit mit Großküchen. Durch ein Kooperationsangebot mit der Stadt Wien, konnten Großküchen ihre Abfallmenge um 22% reduzieren. Ziel ist es, den Lebensmittelabfall in der ganzen Stadt bis 2030 um 25 %, bis 2050 um 50 % zu senken.

Dazu kommt die Verwertung von Abfall. 100% dieses Abfalls will Wien wiederverwenden. Aus Gartenabfällen wird Kompost, aus Küchenabfällen Biomethan und aus Klärschlamm wird Phosphor als Düngemittel für die Landwirtschaft gewonnen.

Mehr Grünflächen für Wien

Besonders wichtig ist auch der Ausbau von Grünflächen. Die Hauptstadt hat bereits jetzt einen Grünflächenanteil von 53%. Wien will diesen Anteil noch weiter ausgebauen, trotz Bevölkerungswachstum. Aktuell sind 16 Hektar zusätzliche Parkflächen in Planung.

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Bäume binden nicht nur CO2 Emissionen, sondern kühlen auch ihr Umweld. Im Klimaschutzprogramm wurde deshalb viel Geld veranschlagt für das Setzen von neuen Bäumen.

Zusätzlich will die Stadt Wien tausende neuer Bäume setzen. Diese sollen sich aber nicht nur in den Wäldern und Parks der Stadt befinden, sondern auch in der Innenstadt. Dort binden sie CO2 Emissionen und kühlen die Stadtluft. Wenn die Stadt Wien eine Winterlinde in einem stark verbauten Gebiet pflanzt, erreicht sie einen Abkühlungseffekt von 2,3 kW. Das entspricht in etwa der Leistung einer Klimaanlage für einen 25 m2 großen Raum.

Wien: Ökologisch nachhaltig und sozial gerecht

Diese Maßnahmen sollen so umgesetzt werden, dass einkommensschwache Haushalt auf keinen Fall unter der Ökologisierung leiden. Abgaben müssen bei denen eingehoben werden, die es sich leisten können. Vor allem für Menschen, die auch im Sommer der Hitze der Stadt nicht entkommen können, muss Abhilfe geschaffen werden. Soziale Gerechtigkeit im Umweltschutz ist auch dem Wiener Bürgermeister ein Kernanliegen:

„Unser zentrales Anliegen ist soziale Gerechtigkeit auch beim Klimaschutz. Denn Faktum ist, dass sozial Schwächere, Ältere und Kranke besonders unter den Auswirkungen des Klimawandels leiden.“ – Michael Ludwig, Bürgermeister

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