Wer ist der größte Medienkonzern der Welt? Nicht Disney, nicht Netflix und auch kein Zeitungsverlag. An der Spitze stehen Alphabet mit Google und YouTube, Meta mit Facebook und Instagram sowie ByteDance mit TikTok. Das zeigt, wie stark sich Medienmacht verschoben hat. Heute entscheidet nicht nur, wer Nachrichten, Filme oder Musik produziert. Entscheidend ist auch, wer Suche, Feeds, App Stores, Geräte, Werbeauktionen und Netze kontrolliert.
Das folgende Ranking ordnet die 20 weltweit größten Medien- und Wissenskonzerne nach ihrem medienrelevanten Umsatz im Jahr 2024. Dazu kommen ihre wichtigsten Marken, Gewinne und Verflechtungen sowie politische Konflikte und Probleme durch Marktkonzentration.
Das Wichtigste zuerst: Medienmacht liegt heute in der Infrastruktur
Die Rangliste widerspricht dem alten Bild vom Medienkonzern als Sammlung von Zeitungen, Sendern und Filmstudios. Ein großer Teil der Macht liegt heute bei Unternehmen, die Aufmerksamkeit organisieren. Alphabet kontrolliert Google, YouTube und wichtige Teile der Werbung. Meta und ByteDance kontrollieren Feeds. Apple und Google bestimmen wichtige Zugänge zu Apps. Comcast und Charter besitzen Netze. Amazon und Microsoft verbinden Inhalte mit Cloud, Geräten und Plattformen.
Die vier größten Konzerne vereinen 50,8 Prozent des gesamten Medienumsatzes der Top 20. Die Top 10 kommen auf 82,3 Prozent. 13 der 20 Konzerne stammen aus den USA, vier aus China. Aus Europa schaffen es nur Bertelsmann und Spotify in die Top 20.
Für Medienvielfalt ist deshalb nicht nur entscheidend, wie viele Redaktionen oder Filmstudios es gibt. Wichtig ist auch, wer Inhalte verteilt, empfiehlt und finanziert. Ebenso entscheidend ist, welche Plattformen den Zugang zum Publikum kontrollieren.
Video: Wie Big-Tech-Konzerne neue Medienmacht schaffen
Google, Amazon, Meta und andere Digitalkonzerne kontrollieren heute wichtige Wege, über die Menschen Informationen erreichen. Die ZDFinfo-Dokumentation „Die gefährlichsten Firmen der Welt – Big Tech“ zeigt, wie Daten, Plattformen und digitale Infrastruktur zu neuen Machtzentren geworden sind.
Ranking: Die 20 größten Medienkonzerne der Welt
Medienumsatz nach dem Institut für Medien- und Kommunikationspolitik für 2024. Alle Beträge in Milliarden Euro. Der Medienumsatz 2024 bildet spätere Abspaltungen und Fusionen nicht rückwirkend ab.
| Rang | Konzern | Sitz | Medienumsatz | Bekannte Marken / Produkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Alphabet | USA | 323,37 | Google, YouTube, Android, Maps |
| 2 | Meta | USA | 151,98 | Facebook, Instagram, WhatsApp |
| 3 | ByteDance | China | 134,89 | TikTok, Douyin, CapCut, Toutiao |
| 4 | Comcast | USA | 114,31 | NBC, Universal, Peacock, Sky |
| 5 | Amazon | USA | 92,93 | Prime Video, MGM, Twitch, Audible |
| 6 | Apple | USA | 88,85 | App Store, Apple TV+, Music, News |
| 7 | Tencent | China | 84,79 | WeChat, QQ, Games, Tencent Music |
| 8 | Disney | USA | 84,41 | Disney+, ESPN, Marvel, Pixar |
| 9 | Charter | USA | 50,91 | Spectrum Internet, TV, News |
| 10 | Microsoft | USA | 46,61 | Windows, Xbox, LinkedIn, Activision |
| 11 | Sony | Japan | 45,04 | PlayStation, Sony Pictures, Sony Music |
| 12 | Warner Bros. Discovery | USA | 36,33 | HBO Max, Warner, CNN, DC |
| 13 | Netflix | USA | 36,03 | Netflix, Games, Werbe-Abo |
| 14 | Paramount Skydance | USA | 26,99 | CBS, Paramount+, MTV, Nickelodeon |
| 15 | News Corp / Fox | USA | 22,23 | Fox News, WSJ, Times, HarperCollins |
| 16 | Bertelsmann | Deutschland | 18,98 | RTL, Penguin Random House, BMG |
| 17 | SiriusXM / QVC Group | USA | 17,31 | SiriusXM, Pandora, QVC, HSN |
| 18 | Baidu | China | 17,09 | Baidu Search, iQIYI, Baike, ERNIE |
| 19 | Kuaishou | China | 16,30 | Kuaishou, Kwai, Kling AI |
| 20 | Spotify | Schweden | 15,67 | Musik, Podcasts, Hörbücher |
Die 20 größten Medienkonzerne im Überblick
1. Alphabet: Google kontrolliert Suche, YouTube und wichtige Werbetechnik
Bekannt durch: Google Search, YouTube, Android, Chrome, Google Play, Maps, Gmail und Google Ads. Wer etwas googelt oder ein YouTube-Video schaut, nutzt einen Dienst von Alphabet.
Alphabet steht nicht deshalb an der Spitze, weil der Konzern besonders viele Filme oder Serien produziert. Seine Macht liegt an einer anderen Stelle. Google kontrolliert mit der Suche, YouTube, Chrome, Android und seiner Werbetechnik gleich mehrere zentrale Bereiche des Internets.
Warum Googles Werbegeschäft problematisch ist
Online-Werbung wird häufig innerhalb von Sekundenbruchteilen versteigert. Betreiber von Websites und Apps bieten freie Werbeplätze an. Werbekunden geben automatisiert Gebote ab. Technische Systeme vermitteln zwischen beiden Seiten.
Google sitzt an mehreren Stellen dieses Geschäfts gleichzeitig. Der Konzern stellt Technik für Websites und Apps bereit, die Werbeplätze verkaufen. Zugleich betreibt Google eine wichtige Anzeigenbörse und bietet Systeme für Werbekunden an. Damit vermittelt der Konzern nicht nur zwischen den verschiedenen Seiten des Marktes, sondern ist selbst an mehreren davon beteiligt.
Ein US-Gericht stellte 2024 fest, dass Google seine Monopolstellung bei der Internetsuche rechtswidrig abgesichert hatte. 2025 urteilte ein weiteres Gericht, dass Google auch Teile des Marktes für digitale Werbetechnik rechtswidrig monopolisiert hatte. Im September 2026 ordnete das Gericht Maßnahmen an, die den Wettbewerb in diesem Bereich stärken sollen. Das US-Justizministerium fasst das Verfahren zusammen.
2. Meta: Facebook und Instagram bestimmen, was im Feed auftaucht
Bekannt durch: Facebook, Instagram, WhatsApp, Messenger und Threads. Ein Instagram-Reel oder eine Nachricht über WhatsApp läuft damit über Dienste desselben Konzerns.
Fast der gesamte Umsatz von Meta stammt aus personalisierter Werbung. Die Medienmacht des Konzerns funktioniert deshalb anders als bei einer Zeitung oder einem Fernsehsender. Meta produziert kaum eigene journalistische Inhalte. Stattdessen entscheidet der Konzern mit seinen Empfehlungsalgorithmen darüber, was Nutzer auf Facebook und Instagram sehen. Dazu kommen Regeln für Moderation und politische Werbung.
Meta steht wegen früherer Übernahmen, Datenschutzproblemen und schädlichen Inhalten in der Kritik. Die US-Wettbewerbsbehörde FTC verlor 2025 zunächst ihren Prozess gegen den Konzern. Im Januar 2026 legte sie Berufung ein. Der Streit um die Übernahmen von Instagram und WhatsApp läuft deshalb weiter.
Auch die EU ging gegen Meta vor. 2025 verhängte die Kommission eine Strafe von 200 Millionen Euro. Grund war das damalige Modell, bei dem Nutzer zwischen personalisierter Werbung und einer kostenpflichtigen Alternative wählen mussten.
3. ByteDance: TikToks Algorithmus als globale Medienmacht
Bekannt durch: TikTok, die chinesische Schwester-App Douyin, CapCut, Toutiao und Lark.
ByteDance verdient vor allem mit Werbung, Live-Commerce und digitalen Diensten. Seine besondere Macht liegt im Empfehlungssystem von TikTok. Ein Video braucht dort kein großes bestehendes Publikum. Der Algorithmus kann Musik, Nachrichten oder politische Botschaften innerhalb kurzer Zeit Millionen Nutzern zeigen.
TikTok steht unter anderem wegen Datenschutzfragen und möglichem Einfluss der chinesischen Regierung in der Kritik. ByteDance weist Vorwürfe einer politischen Steuerung zurück. Weil das Unternehmen keine geprüften Jahresabschlüsse wie ein börsennotierter Konzern veröffentlicht, bleibt der Nettogewinn im Ranking offen.
4. Comcast: Internetleitungen und Hollywood unter einem Dach
Bekannt durch: NBC, Telemundo, Universal Pictures, DreamWorks, Peacock und Sky. Auch die Minions aus „Ich – Einfach unverbesserlich“ kommen aus dem Universal-Umfeld.
Comcast verbindet zwei Bereiche, die sonst oft getrennt sind. Der Konzern verkauft Internetanschlüsse und besitzt zugleich Filmstudios, Fernsehsender und Streamingdienste. Damit kontrolliert Comcast sowohl Inhalte als auch einen Teil des Weges, über den diese Inhalte zum Publikum gelangen.
Diese Verbindung sorgt seit Jahren für Diskussionen. Dabei geht es unter anderem um Paketpreise, Netzneutralität und die Verhandlungsmacht gegenüber anderen Sendern und Streaminganbietern.
5. Amazon: Vom Versandhändler zu Prime Video, Twitch und MGM
Bekannt durch: Prime Video, Amazon MGM Studios, Twitch, Audible, Wondery, Amazon Music und Fire TV. Serien wie „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“ laufen exklusiv bei Prime Video.
Bei Amazon ist das Mediengeschäft eng mit anderen Teilen des Konzerns verbunden. Filme und Serien stärken das Prime-Abo. Fire TV bringt Inhalte auf den Fernseher. Amazon Web Services stellt die Cloud-Technik bereit. Dazu kommen Werbung und der Online-Handel.
Eine Produktion kann damit vom selben Konzern finanziert, über Prime Video verbreitet und technisch über die eigene Cloud betrieben werden. Genau diese Verbindung unterscheidet Amazon von klassischen Medienhäusern.
Die „Washington Post“ gehört übrigens nicht zum Amazon-Konzern. Jeff Bezos besitzt die Zeitung persönlich über seine private Firma Nash Holdings.
6. Apple: Medienmacht über iPhone und Apple TV+
Bekannt durch: iPhone, App Store, Apple TV+, Apple Music, Podcasts und Books. Eine bekannte Eigenproduktion ist die Serie „Ted Lasso“.
Mit Apple TV+ produziert Apple zwar auch eigene Filme und Serien. Für den Medienmarkt ist aber vor allem der App Store wichtig. Wer ein großes iPhone-Publikum erreichen will, muss sich an Apples Regeln halten. Das betrifft Streamingdienste genauso wie Nachrichtenangebote oder andere digitale Abos.
Die EU-Kommission verhängte 2025 eine Strafe von 500 Millionen Euro. Sie warf Apple vor, Entwickler daran gehindert zu haben, Nutzer ausreichend auf günstigere Angebote außerhalb des App Stores hinzuweisen. Die Entscheidung ist bei der EU-Kommission dokumentiert.
Bekannt durch: WeChat, QQ, Tencent Video, Tencent Music, Riot Games und Supercell. Über Riot Games gehört auch „League of Legends“ zum Konzern.
Für die Bedeutung von Tencent muss man vor allem WeChat verstehen. In China heißt der Dienst Weixin und ist weit mehr als ein Messenger. Die App verbindet Chats und soziale Netzwerke mit Bezahlen, Shopping, Nachrichten, Spielen und sogenannten Mini Programs. Darüber lassen sich zahlreiche Dienste verwenden, ohne dafür eine eigene App installieren zu müssen.
Weixin und die internationale Version WeChat kamen im Frühjahr 2026 zusammen auf mehr als 1,4 Milliarden monatlich aktive Nutzer. Tencent beschreibt Weixin selbst als Plattform für Kommunikation, Bezahlung und zahlreiche digitale Alltagsdienste.
Vereinfacht bündelt WeChat damit Funktionen, für die Nutzer in Europa WhatsApp, Instagram, PayPal und zahlreiche weitere Apps verwenden. Das macht die Plattform zu einem zentralen Teil der digitalen Infrastruktur Chinas.
Auch international reicht der Einfluss von Tencent weit. Der Konzern hält Beteiligungen an zahlreichen Spiele- und Medienunternehmen und ist unter anderem mit Spotify verbunden.
8. Disney: Von Donald Duck bis Star Wars
Bekannt durch: Donald Duck, Mickey Mouse, Pixar, Marvel, Star Wars, ESPN, National Geographic, Disney+ und Hulu.
Disney entspricht noch am ehesten dem klassischen Bild eines Medienkonzerns. Das Unternehmen besitzt einige der bekanntesten Figuren, Filmwelten und Sportrechte weltweit. Diese Marken lassen sich auf vielen Wegen gleichzeitig verwerten.
Ein Marvel-Film läuft zunächst im Kino und später bei Disney+. Dazu kommen Spielzeug, Computerspiele und Freizeitparks. Diese Größe verschafft Disney erhebliche Verhandlungsmacht gegenüber Kinos, Kabelnetzen, Werbekunden und Kreativen.
9. Charter Communications: Einer der großen Internetanbieter der USA
Bekannt durch: In Europa ist der Name kaum geläufig. In den USA betreibt Charter unter der Marke Spectrum große Kabel- und Breitbandnetze.
Die Bedeutung des Konzerns liegt deshalb weniger bei bekannten Filmen oder Serien als bei der Infrastruktur. Charter bringt in weiten Teilen der USA Internet, Fernsehen und Mobilfunk zu Millionen Kunden. Nach der Übernahme von Cox im August 2026 ist Spectrum in 45 US-Bundesstaaten vertreten.
Charter zählt nach eigenen Angaben mehr als 34 Millionen Internetkunden. Die Dienste können mehr als 70 Millionen Haushalte und Unternehmen erreichen.
Charter zeigt damit, dass Medienmacht nicht nur bei Filmen, Serien oder Nachrichten entsteht. Auch die Unternehmen, denen ein großer Teil der Leitungen und Netze zum Publikum gehört, besitzen erheblichen Einfluss auf den Markt.
10. Microsoft: Windows, Xbox, Call of Duty und LinkedIn
Bekannt durch: Windows, Xbox, Activision Blizzard, Call of Duty, Minecraft, LinkedIn, Bing und MSN.
Das Betriebssystem Windows läuft auf schätzungsweise über 1,7 Milliarden Rechnern weltweit. Im August 2026 kam Windows auf rund 63 Prozent des weltweiten Desktop-Markts.
Zusätzlich verdient Microsoft Milliarden mit Microsoft 365, zu dem Programme wie Word, Excel und Teams gehören. Allein im Geschäftsjahr 2025 machte Microsoft damit rund 88 Milliarden US-Dollar Umsatz.
Für das Mediengeschäft kommen mehrere weitere Bereiche hinzu. Microsoft besitzt mit LinkedIn eines der größten beruflichen Netzwerke, betreibt Bing und MSN und gehört seit der Übernahme von Activision Blizzard zu den größten Spielekonzernen der Welt. Mit der Xbox besitzt der Konzern zugleich eine eigene Spieleplattform.
Windows ist nicht allein der Grund, warum Microsoft in einem Medienranking auftaucht. Das Betriebssystem verstärkt aber die Bedeutung des Konzerns, weil Microsoft Inhalte, Plattformen, Software und technische Infrastruktur miteinander verbinden kann.
11. Sony: PlayStation, Musik, Hollywood und Anime
Bekannt durch: PlayStation, Sony Pictures, Columbia Pictures, Sony Music, Aniplex und Crunchyroll. Ein bekanntes Beispiel sind die „Spider-Man“-Filme aus dem Umfeld von Sony Pictures.
Sony verbindet mehrere große Medienmärkte. Zum Konzern gehören die PlayStation, ein Hollywoodstudio und mit Crunchyroll eine international bedeutende Anime-Plattform. Besonders wichtig ist aber auch das Musikgeschäft.
Sony gehört zu den größten Unternehmen der Welt für Musikaufnahmen und Musikrechte. Sony Music Publishing verwaltet einen riesigen Katalog erfolgreicher Songs. Auf seiner eigenen Website führt das Unternehmen neben Künstlern wie Beyoncé, Queen und Michael Jackson auch die Beatles als Teil seines Musikkatalogs.
Dazu gehören zahlreiche Kompositionen von John Lennon und Paul McCartney. Solche Musikrechte sind besonders wertvoll, weil sie über Jahrzehnte Einnahmen bringen können. Wird ein Song gestreamt, im Radio gespielt oder für einen Film, eine Serie oder Werbung lizenziert, entstehen immer wieder Lizenz- und Tantiemeneinnahmen.
Ein erfolgreicher Musikkatalog kann deshalb auch lange nach seiner Entstehung noch viel Geld einbringen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Sony sämtliche Rechte an allen Beatles-Aufnahmen besitzt. Bei Musik muss zwischen den Rechten an einer Komposition und den Rechten an einer konkreten Aufnahme unterschieden werden.
12. Warner Bros. Discovery: Harry Potter, HBO und CNN
Bekannt durch: Warner Bros., HBO Max, CNN, DC, Discovery, Cartoon Network, Eurosport und TLC. Zum Konzern gehören Filmwelten wie „Harry Potter“ und Figuren aus dem DC-Universum.
Warner Bros. Discovery entstand 2022 aus der Fusion von WarnerMedia und Discovery. Seitdem liegen Serien, Nachrichtensender, Sport, Reality-TV und eines der großen Hollywoodstudios unter einem Dach.
Nun will Paramount Skydance den Konzern übernehmen. Am 21. September 2026 einigte sich Paramount mit zwölf US-Bundesstaaten und der Writers Guild auf einen Vergleich. Damit fiel ein wichtiges rechtliches Hindernis weg. Vollzogen ist der Zusammenschluss aber noch nicht.
13. Netflix: Ein Streamingdienst mit globaler Reichweite
Bekannt durch: „Stranger Things“, „Squid Game“, „Bridgerton“ und zahlreiche internationale Eigenproduktionen.
Im Vergleich zu Tech-Konzernen wie Amazon oder Apple ist Netflix deutlich fokussierter. Fast das gesamte Geschäft dreht sich um Streaming, Werbung und die dazugehörigen Inhalte.
Die weltweite Reichweite kann Produktionen aus einzelnen Ländern innerhalb kurzer Zeit international bekannt machen. Gleichzeitig entscheidet Netflix über Aufträge, Nutzerdaten und Empfehlungen. Das gibt dem Konzern erheblichen Einfluss auf Film- und Serienproduktionen.
14. Paramount Global (heute Paramount Skydance): CBS, Paramount Pictures und Paramount+: SpongeBob, CBS und Paramount Pictures
Bekannt durch: CBS, CBS News, Paramount Pictures, Paramount+, Pluto TV, Showtime, MTV und Nickelodeon. Zu den bekanntesten Figuren gehört SpongeBob Schwammkopf.
Paramount gehört zu den traditionsreichsten Medienunternehmen Hollywoods. Der Konzern vereint ein großes US-Fernsehnetzwerk mit CBS, eines der ältesten Filmstudios der Welt mit Paramount Pictures und mehrere Streaming- und Kabelmarken.
Die Bedeutung von Paramount liegt vor allem in der Verbindung verschiedener Medienbereiche: Der Konzern produziert Filme und Serien, betreibt Fernsehsender und besitzt mit Paramount+ eine eigene Streamingplattform. Dadurch kontrolliert das Unternehmen sowohl Inhalte als auch wichtige Wege zu ihrem Publikum.
2025 geriet dabei auch die Unabhängigkeit von CBS News in den Mittelpunkt. Donald Trump hatte CBS wegen eines „60 Minutes“-Interviews mit seiner damaligen Wahlgegnerin Kamala Harris verklagt. Er warf dem Sender vor, ihre Antworten durch den Schnitt vorteilhafter dargestellt zu haben. CBS wies den Vorwurf zurück und erklärte, es habe sich um übliche redaktionelle Bearbeitung gehandelt.
Brisant war der Fall, weil Paramount gleichzeitig auf die Genehmigung der US-Regulierungsbehörde FCC für den Zusammenschluss mit Skydance wartete. Im Juli 2025 einigte sich Paramount mit Trump auf eine Zahlung von 16 Millionen Dollar. Der Konzern entschuldigte sich nicht und räumte kein Fehlverhalten ein. Die Associated Press berichtete über den Vergleich.
Der zeitliche Zusammenhang löste Kritik von Journalisten, Medienorganisationen und Politikern aus. Sie warfen die Frage auf, ob Paramount mit der Zahlung an Trump die Regierung zur Zustimmung im Fusionsprozess „Überzeugt“ habe. Ein Tauschgeschäft ist nicht nachgewiesen.
Am 24. Juli 2025 genehmigte die FCC den Zusammenschluss von Paramount und Skydance.
Mit der geplanten Übernahme von Warner Bros. Discovery würde der Konzern nochmals deutlich größer. Paramount und Warner, Paramount+ und HBO Max sowie CBS News und CNN würden dann zu einem gemeinsamen Unternehmen gehören.
15. News Corp und Fox: Das internationale Mediennetzwerk der Murdochs
Bekannt durch: Fox News, Fox Sports, The Wall Street Journal, New York Post, The Times, The Sun und HarperCollins.
News Corp und Fox sind rechtlich getrennte Unternehmen, bleiben aber eng mit der Murdoch-Familie verbunden. Lachlan Murdoch führt Fox und ist zugleich Vorsitzender von News Corp.
Besonders groß ist die Präsenz in Australien, wo Rupert Murdoch sein Medienimperium aufgebaut hat. Nach Angaben der australischen Medienbehörde ACMA umfasst die Unternehmensstruktur von News Corp Australia 114 Medienmarken. Dazu gehören große Zeitungen und Nachrichtenangebote wie „The Australian“, „Herald Sun“, „The Daily Telegraph“ und news.com.au. Die ACMA dokumentiert die starke Konzentration des australischen Medienmarkts.
Auch in den USA und Großbritannien spielen die Murdoch-Konzerne eine wichtige Rolle. Fox News ist politisch konservativ positioniert. Beim Wall Street Journal muss dagegen zwischen Nachrichtenteil und Kommentarseiten unterschieden werden. Die Kommentarseiten sind konservativ ausgerichtet. Die Nachrichtenredaktion arbeitet davon getrennt.
Ein prägender Fall war das Dominion-Verfahren. Fox zahlte 2023 787,5 Millionen Dollar, um den Rechtsstreit über falsche Behauptungen zu Wahlmaschinen nach der US-Wahl 2020 beizulegen.
16. Bertelsmann: RTL, Bücher und Musik aus Gütersloh
Bekannt durch: RTL Group, Fremantle, Penguin Random House, BMG und Arvato. Wer RTL schaut oder ein Buch von Penguin Random House kauft, hat mit einem Unternehmen aus dem Bertelsmann-Konzern zu tun.
Bertelsmann ist der größte klassische europäische Medienkonzern in diesem Ranking. Seine Geschäfte reichen von Fernsehen über Produktionsfirmen und Buchverlage bis zu Musikrechten.
Kritisiert werden unter anderem die starke Konzentration im Fernsehgeschäft und Sparprogramme bei einzelnen Medienmarken.
17. SiriusXM und QVC: Zwei Medienunternehmen im Wandel
Bekannt durch: SiriusXM, Pandora, QVC und HSN. SiriusXM ist einer der wichtigsten Anbieter von Satellitenradio in den USA. QVC gehört zu den bekanntesten Shopping-Sendern des Landes.
Die beiden Unternehmen gehören heute nicht mehr zusammen. Sie landen in diesem Ranking trotzdem gemeinsam auf einer Position, weil die zugrunde liegende Auswertung ihre Umsätze für 2024 noch zusammenfasst.
SiriusXM steht für ein klassisches Medienmodell. Der Dienst erreicht Millionen Menschen vor allem über Autoradios und bietet Musik, Sport, Nachrichten und Podcasts an.
QVC zeigt dagegen, wie eng Medien und Handel inzwischen verbunden sind. Der Sender verbindet Fernsehen mit direktem Verkauf. Dieses Geschäftsmodell gerät jedoch durch Online-Shopping und soziale Plattformen zunehmend unter Druck.
18. Baidu: Chinas Suchmaschine mit Streaming und KI
Bekannt durch: Baidu Search, Baidu Maps, Baike, Tieba, iQIYI und ERNIE. Baidu wird deshalb oft vereinfacht als chinesisches Gegenstück zu Google beschrieben.
Der Konzern verdient vor allem mit Suchwerbung. Mit iQIYI betreibt Baidu zusätzlich eine große Videoplattform und investiert stark in künstliche Intelligenz und Cloud-Dienste.
Kritisiert werden die staatlich verlangte Zensur und mögliche Interessenkonflikte zwischen Werbung und Suchergebnissen. Wie andere große chinesische Plattformen muss sich Baidu an umfangreiche staatliche Vorgaben halten.
19. Kuaishou: Kurzvideos, Livestreams und Shopping
Bekannt durch: Kuaishou, die internationale App Kwai, Live-Commerce und das KI-Videomodell Kling.
Kuaishou ist in China einer der wichtigsten Rivalen von Douyin, der chinesischen Version von TikTok. Besonders stark ist die Plattform bei Kurzvideos, Livestreaming und Online-Handel.
Geld verdient der Konzern mit Werbung, E-Commerce und virtuellen Geschenken in Livestreams. Besonders wichtig ist der Handel über Livestreams: Nutzer sehen Produkte in Videos oder Live-Sendungen und können sie direkt kaufen.
Kuaishou ist vor allem außerhalb der großen chinesischen Metropolen stark und erreicht dort viele Nutzergruppen, die von anderen Plattformen weniger angesprochen werden. Kritik gibt es unter anderem an Suchtmechanismen, Jugendschutz und Verkaufspraktiken.
20. Spotify: Wer in der Playlist landet, wird gehört
Bekannt durch: Spotify Premium, Musikstreaming, Podcasts, Hörbücher und Empfehlungslisten wie „Discover Weekly“.
Anders als Musikkonzerne wie Sony besitzt Spotify kaum eigene Musikrechte. Die Macht des Unternehmens liegt stattdessen in der Plattform selbst. Spotify kontrolliert die App, Empfehlungen und Playlists für hunderte Millionen Menschen.
Damit entscheidet der Konzern mit darüber, welche Musik sichtbar wird und welche nicht. Viele Künstler kritisieren zugleich die Verteilung der Einnahmen. Spotify verweist auf die Milliardenbeträge, die der Konzern an Rechteinhaber ausschüttet.
Wie die Medienkonzerne miteinander verflochten sind
Die 20 Namen wirken zunächst wie getrennte Blöcke. Tatsächlich sind viele der Konzerne über Beteiligungen, gemeinsame Geschäfte und technische Abhängigkeiten miteinander verbunden.
Tencent, Spotify und Universal Music: Tencent und Spotify sind über Beteiligungen miteinander verbunden. Gleichzeitig hält Tencent Beteiligungen im internationalen Musikgeschäft. Lizenzgeber und Plattformen sind damit zugleich Geschäftspartner und Konkurrenten.
Disney und Hearst: Disney besitzt ESPN nicht vollständig. Hearst hält ebenfalls einen Anteil am Sportsender. Die Struktur von ESPN wird unter anderem von Disney selbst ausgewiesen.
Die Murdoch-Konzerne: News Corp und Fox sind formal getrennt. Über die Murdoch-Familie und personelle Verbindungen bleiben die beiden Konzerne jedoch eng miteinander verbunden.
Das frühere Liberty-Netzwerk: John Malone prägte über verschiedene Liberty-Gesellschaften unter anderem Charter sowie SiriusXM und QVC. Mehrere direkte Verbindungen wurden inzwischen aufgelöst oder umgebaut.
Plattformen als Partner und Rivalen: Netflix, Disney und Spotify konkurrieren mit Apple, Amazon und Alphabet. Gleichzeitig brauchen sie deren App Stores, Geräte, Suchsysteme oder Cloud-Infrastruktur.
Paramount und Warner Bros. Discovery: Der geplante Zusammenschluss würde zwei Hollywoodstudios, zwei große Streamingangebote und mit CBS News und CNN zwei bedeutende Nachrichtenmarken verbinden. Der Deal ist noch nicht abgeschlossen.
Wo besonders viel Medienmacht zusammenkommt
| Markt | Zentrale Konzerne | Kernproblem |
|---|---|---|
| Suche und Online-Werbung | Alphabet | Google kontrolliert wichtige Zugänge zur Suche und mehrere Stufen der technischen Werbevermittlung. US-Gerichte stellten rechtswidrige Monopolmacht in der Suche und Teilen der Werbetechnik fest. Quelle: US-Justizministerium. |
| Soziale Feeds | Meta, ByteDance, Tencent | Wenige Empfehlungssysteme entscheiden mit darüber, welche journalistischen, politischen und kulturellen Inhalte Milliarden Menschen sehen. |
| Mobile App-Verteilung | Apple, Alphabet | App Store und Play Store legen Gebühren und Zugangsregeln für konkurrierende Medienangebote fest. |
| US-Breitband | Comcast, Charter | Der Aufbau eigener Netze ist teuer. Haushalte haben deshalb in vielen Regionen nur wenige Anbieter zur Auswahl. |
| Film und Streaming | Disney, Comcast, Warner Bros. Discovery, Paramount, Netflix, Amazon | Studios, Franchises, Sportrechte und Streamingplattformen konzentrieren sich bei wenigen Konzernen. |
| Musik und Audio | Sony, Tencent, Spotify, Bertelsmann | Rechteinhaber, Plattformen und Beteiligungsgesellschaften bilden ein enges Netz. Empfehlungen und Playlists beeinflussen die Sichtbarkeit. |
Kreuze maximal 4 Antworten an, die für dich am meisten zutreffen.



































