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MAN-Übernahme: Der WOLF im Schafspelz?

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Schulden machen oder Bus-Intervalle streichen: Leere Gemeindekassen bedrohen die Lebensqualität

Foto: Vadzim Vinakur.

Leserbriefe Leserbriefe
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9. April 2021
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Der Fall MAN wurde zu einer nationalen Wirtschaftskrise. Die Mehrheit der Beschäftigten hat gestern gegen eine Übernahme durch Wolf, zu seinen Bedingungen, abgelehnt. Wolf, selbst ein ehemaliger Werkzeugmacher, der wissen müsste, was es heißt, mit weniger Lohn weiter arbeiten zu „dürfen“, ist heute durch seine hemdsärmelige Arbeitgeberpolitik in den verschiedenen Firmen und Funktionen zu einem Milliardär mutiert. Er kennt nicht mehr den Stallgeruch eines Hacklers. In Steyr will er einen Teil der Beschäftigten nicht länger haben und dem Rest der Belegschaft wird der Lohn gekürzt.

Ein kurzer Rückblick: Ein dramatisches Machtspiel sind die Vorgänge rund um das MAN-Werk in Steyr. Nach einem aggressiven Eröffnungszug seitens des MAN-Managements, nämlich der einseitigen Kündigung der Beschäftigungs- und Standortsicherungsverträge bis in die 30-er Jahre, kämpft der Betriebsrat um den Fortbestand des Werks und seiner Arbeitsplätze.

Dem Vernehmen nach fühlt er sich dabei von der Politik – insbesondere der Bundespolitik – im Stich gelassen. In der Tat war ein Aufschrei im Bund, anders als bei der drohenden Pleite der AUA, in Sachen MAN bis jetzt kaum wahrnehmbar. Der rote Betriebsrat im Werk wäre jedenfalls dringend auf Rückendeckung eines schwarz-türkisen Kanzlers und dessen Wirtschaftsministerin angewiesen. Keinesfalls dürfen parteipolitische Überlegungen hier über volkswirtschaftlichen Interessen und der Sicherung von Arbeitsplätzen stehen.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck soll „angeblich“ an einem Österreich-Konsortium zur Übernahme des Standorts „basteln“. Wie genau eine solche Lösung aussehen könnte, ob und wie viele Arbeitsplätze dadurch erhalten werden könnten – das ist alles unbekannt. Auch warum man seitens der Regierung bisher, zumindest in der Öffentlichkeit, nicht stärker gegen die einseitige Aufkündigung der Standortsicherungsverträge aufgetreten ist, bleibt unklar.

Die Frage ist auch, ob und wer welche juristische Handhabe in dieser Angelegenheit gegen MAN und den Mutterkonzern Traton, der zu Volkswagen gehört, hätte. Entsprechende Anfragen an das Bundeskanzleramt und das Wirtschaftsministerium zur Causa blieben leider unbeantwortet. Was hilft heute ein Bestandsvertrag, wenn er einseitig vorzeitig gekündigt wird? Und das alles ist das Ergebnis der grenzenlosen Gier von Konzernen, denen der Mensch egal ist, Hauptsache die Kasse und die Boni stimmen. Es wird Zeit, dass sich auch die Lohnabhängigen in Zeiten wie diesen solidarisieren, weil nur durch ihre Arbeitskraft und ihr Know-how wurden die Konzerne das, was sie heute sind! Ein Manager hat sich noch kaum die Hände dreckig gemacht!

F. Schramböck, Linz

Parlament Das Thema "MAN" im Parlament

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4 Comments
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rudolf
rudolf
12. April 2021 08:24

ichael Schmida begrüßt die Entscheidung von fast zwei Drittel der Belegschaft des MAN-Werks in Steyr gegen den Investor Siegfried Wolf. Der Investor wollte das Werk übernehmen, allerdings fast die Hälfte der Stellen streichen und Gehälter um 15 Prozent kürzen.

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rudolf
rudolf
Reply to  rudolf
12. April 2021 08:26

Das kann ihnen eine allein auf kurze Profite ausgerichtete Wirtschaft, egal ob das nun der dem Porsche-Piech-Clan gehörende MAN-Konzern oder ein anderer Investor ist, nicht bieten.

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rudolf
rudolf
Reply to  rudolf
12. April 2021 08:28

Gemeinsam mit der MAN-Belegschaft muss nun eine Lösung gefunden werden, die Sicherheit und Zuversicht für die Beschäftigten in einer im Wandel befindlichen Branche beinhaltet.

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ferdl
ferdl
9. April 2021 22:05

Hier könnte die Regierung mal Flagge zeigen und Arbeitsplätze retten. Wahrscheinlich geschieht wieder mal nix wie immer. Man müsste sich ja die Hände schmutzig machen und verhandeln, am Geld liegt es nicht das wirft man sowieso zum Fenster raus. ‚Für allen möglichen Blödsinn vor allem für die Kurz P

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Dale Spender war eine australische Autorin, Wissenschaftlerin und Feministin, die sich mit der Macht von Sprache beschäftigte. Bekannt wurde sie mit ihrem Buch „Man Made Language“, in dem sie zeigte, dass Sprache nicht neutral ist, sondern gesellschaftliche Machtverhältnisse mitprägt. Sie fragte danach, wessen Stimmen gehört werden – und wessen Erfahrungen in Geschichte, Literatur und Wissenschaft fehlen. Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit bestand deshalb darin, vergessene Autorinnen und Denkerinnen wieder sichtbar zu machen. Damit hat Spender eine Debatte angestoßen, die bis heute aktuell ist: darüber, wie Sprache bestimmt, wer gesehen, erinnert und ernst genommen wird. Zitat: Der Feminismus hat keine Kriege geführt, keine Gegner getötet und keine Grausamkeiten begangen. Seine Kämpfe galten der Bildung, dem Wahlrecht, besseren Arbeitsbedingungen, sozialer Absicherung und Reformen im Recht. Wenn jemand sagt: "Oh, ich bin kein Feminist." Dann frage ich nur: Warum? Dale Spender

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