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Palästina und die Geschichte der Palästinenser:innen

Zwei Frauen mit palästinensischer Flagge. Foto: unsplash/tristan-sosteric

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Lena Wanner Lena Wanner
in Internationales
Lesezeit:4 Minuten
11. März 2026
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Die Palästinensischen Gebiete umfassen das Westjordanland (einschließlich Ostjerusalem) und den Gaza-Streifen. Ihre Gesamtfläche beträgt etwas mehr als 6.000 Quadratkilometer. Etwa 40 Prozent des Westjordanlands stehen unter palästinensischer zivilen Verwaltung, was der Fläche Vorarlbergs entspricht. Der restliche Teil des Gebiets ist unter israelischer Kontrolle. 2026 leben rund 5,5 Millionen Palästinenserinnen und Palästinenser in diesen Gebieten, wobei die Bevölkerungsdichte insbesondere im Gaza-Streifen sehr hoch ist. Die Mehrheit der Bevölkerung ist jung, palästinensisch-arabisch und muslimisch, wobei es auch kleinere christliche Minderheiten gibt. Die humanitäre Lage, insbesondere im Gaza-Streifen, ist nach den letzten militärischen Eskalationen mit Israel extrem angespannt. Die Frage nach einem unabhängigen palästinensischen Staat und einem dauerhaften Frieden mit Israel bleibt bis heute ungelöst.

Das frühe Palästina

Das Gebiet, das seit 135 n. Chr. „Palästina“ genannt wird, liegt im östlichen Mittelmeerraum. Palästinas besondere Stellung in der Geschichte hat ihren Ursprung in seiner religiösen Bedeutung für die drei großen monotheistischen Religionen – Judentum, Christentum und Islam.
Menschen bevölkern diesen Landstrich seit Tausenden von Jahren. Städte wie Gaza zählen zu den ältesten dauerhaft bewohnten Orten der Welt. Über Jahrhunderte wurde das Land von verschiedenen Reichen beherrscht, darunter die Römer, arabische Herrscher und später das Osmanische Reich.

Nach dem Ersten Weltkrieg zerfiel das Osmanische Reich. 1917 übernahm Großbritannien die Kontrolle über Palästina. In dieser Phase begann sich unter der arabischen Bevölkerung allmählich ein palästinensisches Nationalbewusstsein herauszubilden – vor allem als Reaktion auf koloniale Herrschaft.
Im selben Jahr versprach Großbritannien mit der Balfour-Erklärung, ein „nationales Heim für das jüdische Volk“ zu unterstützen, obwohl Traditionen, Sitten und Sprache der arabischen Palästinenser die vorherrschende Kultur bildeten und Juden weniger als ein Zehntel der Bevölkerung ausmachten.

Einige Juden, ausgehend vom Zionistischen Weltkongress 1897, begründeten ihren Anspruch auf das Land mit ihrer religiösen und historischen Verbindung zu ihm sowie mit der langen Geschichte von Verfolgung, insbesondere in Europa. Das britische Versprechen in der Balfour-Erklärung, das den Kompetenzbereich des britischen Völkerrechtsmandats überschritt und ohne Zustimmung der lokalen Bevölkerung erfolgte, legte den Grundstein für den andauernden Konflikt.

Der Beginn einer konfliktreichen Geschichte

Zwischen 1920 und 1947 stand Palästina unter britischem Mandat. In dieser Zeit wuchs sowohl die jüdische als auch die arabisch-palästinensische politische Mobilisierung. Vor allem jüdische Institutionen bildeten zunehmend staatliche Strukturen aus, während die palästinensische Nationalbewegung organisatorisch zersplittert blieb.
1947 beschlossen die Vereinten Nationen, das Gebiet in einen jüdischen und einen arabischen Staat zu teilen. Jerusalem sollte international verwaltet werden. Die arabisch-palästinensische Führung lehnte den Plan als ungerecht ab, da er trotz arabischer Bevölkerungsmehrheit den größeren Teil des Landes dem jüdischen Staat zusprach.
Am 14. Mai 1948 wurde der Staat Israel gegründet. Bereits am nächsten Tag begann ein Krieg zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten – von Palästinenserinnen und Palästinensern als Nakba („Katastrophe“) bezeichnen. Über 700.000 von ihnen wurden vertrieben oder flohen. Die palästinensische Gesellschaft zerfiel; ihre politische Führung verlor Einfluss und Handlungsfähigkeit.

Die Nakba wirkt bis heute nach. Israel verweigerte den Geflüchteten die Rückkehr. Viele palästinensische Orte wurden zerstört oder neu besiedelt. Die Vereinten Nationen forderten bereits 1948 entweder das Rückkehrrecht oder Entschädigung.
Für die palästinensische Nationalbewegung wurde das Flüchtlingsschicksal zum zentralen identitätsstiftenden Element.
Die meisten arabischen Nachbarstaaten integrierten die Geflüchteten nicht dauerhaft. In Lagern im Libanon, in Jordanien, Syrien und Gaza entwickelte sich die Nationalbewegung weiter – nun überwiegend im Exil. 1964 wurde die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) gegründet, die erstmals den Anspruch erhob, das palästinensische Volk eigenständig politisch zu vertreten.

Vom zivilen Widerstand gegen die Besatzung zur gewaltbereiten Hamas

1967, als Folge des Sechstagekriegs, besetzte Israel das Westjordanland, Ostjerusalem und den Gazastreifen. Diese Besatzung veränderte die palästinensische Nationalbewegung grundlegend: Der Fokus verlagerte sich von regionalen Kriegen hin zum Widerstand gegen Besatzung. Der Bau Israelischer Siedlungen, insbesondere im Westjordanland, verstärken den Konflikt weiter.

In den 1980er-Jahren gewann die Bewegung durch die Erste Intifada neue Dynamik. Ziviler Widerstand, Streiks und Proteste machten Palästinenser international sichtbarer. Daraus entstand Anfang der 1990er-Jahre ein politischer Kurswechsel: Die palästinensische Führung unter Jassir Arafat erkannte Israel an und setzte auf Verhandlungen.
1993 unterzeichneten Israel und die PLO die Oslo-Friedensabkommen. In ihrem Rahmen entstand die Palästinensische Autonomiebehörde. Die palästinensische Nationalbewegung wandelte sich damit von einer Befreiungsbewegung zu einer begrenzt handlungsfähigen Verwaltungsstruktur – ohne eigene Souveränität, ohne Kontrolle über Grenzen, Sicherheit oder Ressourcen.

Im Gazastreifen übernahm 2007 die islamistische Hamas die Macht. Sie organisiert Verwaltung, Bildung und Gesundheitssystem, wobei Verwaltungsstrukturen mit politischer Kontrolle und paramilitärischer Macht eingehen. Das war entscheidend für den weiteren Verlauf der Geschichte von Palästina.

Wiederkehrende Zyklen der Gewalt

Gleichzeitig ist die palästinensische Nationalbewegung politisch gespalten. Eine Spaltung, die ihre internationale Durchsetzungskraft bis heute erheblich schwächt.
Es folgten Jahre zyklischer Gewalt: Raketenangriffe und Anschläge der Hamas, israelische Militäroperationen sowie fortgesetzte Besatzung, Blockade und Siedlungsausbau.
Heute ist das Westjordanland in Zonen aufgeteilt, große Teile stehen unter israelischer Kontrolle. Die palästinensische Bevölkerung leidet unter Bewegungsbeschränkungen, Landenteignung und diskriminierenden Gesetzen.
Der Gazastreifen wurde nach den Angriffen vom 7. Oktober 2023 und den folgenden israelischen Militäroperationen weitgehend zerstört. Zahlreiche Menschenrechtsorganisationen bezeichnen das Vorgehen Israels als genozidal.

Humanitäre Lage: katastrophal

Die palästinensische Bevölkerung ist jung, politisch jedoch weitgehend machtlos. Wirtschaftliche Entwicklung wird durch Besatzung, Blockade und fehlende staatliche Strukturen verhindert. Viele Menschen sind auf internationale Hilfe angewiesen.
Inzwischen erkennen die meisten Staaten weltweit Palästina als Staat an. Trotz internationaler Anerkennung bleibt die realpolitische Situation von Besatzung, Blockade und Abhängigkeit geprägt, was die Perspektive auf eine eigenständige Staatlichkeit weiter einschränkt.
Die grundlegende Frage ist, wie unter den aktuellen Bedingungen überhaupt ein lebensfähiger palästinensischer Staat entstehen kann. So viel zur Geschichte von Palästina.

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Frauen werden für bewiesene Leistung befördert, Männer für das, von dem wir glauben, dass sie es vielleicht einmal leisten werden. In ihrem neuen Buch Funkenschwestern beschreibt Barbara Blaha, warum Männer im Gegensatz zu Frauen von Geburt an unter einem „Kompetenzverdacht“ stehen – und welche Folgen das in Schule, Beruf und Gesellschaft hat. Im Podcast-Interview mit Kontrast spricht Blaha über die vielen „Lücken“, die das Leben von Frauen mühsamer machen: Die Einkommenslücke, die ungleiche Verteilung von Hausarbeit und Freizeit, schlechter wirkende Medikamente und die Gewalt, die wir als Gesellschaft schlicht in Kauf nehmen, solange sie „nur“ gegen Frauen gerichtet ist. Gleichzeitig richtet Blaha den Blick nach vorne. Feminismus, sagt sie, kann nicht heißen, Männer auszuschließen. Wir müssen sie zu Verbündeten machen. Denn nur so machen wir unsere Gesellschaft gerechter und für alle besser. Zitat: Wir müssen in der Erziehung von Buben darauf achten, dass sie ihre Herzenswärme und den Zugang zu ihren Gefühlen behalten. Buben sollen nicht ihre Empathie verdrängen, weil die angeblich "unmännlich" ist. Barbara Blaha

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Frauen werden für bewiesene Leistung befördert, Männer für das, von dem wir glauben, dass sie es vielleicht einmal leisten werden. In ihrem neuen Buch Funkenschwestern beschreibt Barbara Blaha, warum Männer im Gegensatz zu Frauen von Geburt an unter einem „Kompetenzverdacht“ stehen – und welche Folgen das in Schule, Beruf und Gesellschaft hat. Im Podcast-Interview mit Kontrast spricht Blaha über die vielen „Lücken“, die das Leben von Frauen mühsamer machen: Die Einkommenslücke, die ungleiche Verteilung von Hausarbeit und Freizeit, schlechter wirkende Medikamente und die Gewalt, die wir als Gesellschaft schlicht in Kauf nehmen, solange sie „nur“ gegen Frauen gerichtet ist. Gleichzeitig richtet Blaha den Blick nach vorne. Feminismus, sagt sie, kann nicht heißen, Männer auszuschließen. Wir müssen sie zu Verbündeten machen. Denn nur so machen wir unsere Gesellschaft gerechter und für alle besser. Zitat: Wir müssen in der Erziehung von Buben darauf achten, dass sie ihre Herzenswärme und den Zugang zu ihren Gefühlen behalten. Buben sollen nicht ihre Empathie verdrängen, weil die angeblich "unmännlich" ist. Barbara Blaha
Frauen werden für bewiesene Leistung befördert, Männer für das, von dem wir glauben, dass sie es vielleicht einmal leisten werden. In ihrem neuen Buch Funkenschwestern beschreibt Barbara Blaha, warum Männer im Gegensatz zu Frauen von Geburt an unter einem „Kompetenzverdacht“ stehen – und welche Folgen das in Schule, Beruf und Gesellschaft hat. Im Podcast-Interview mit Kontrast spricht Blaha über die vielen „Lücken“, die das Leben von Frauen mühsamer machen: Die Einkommenslücke, die ungleiche Verteilung von Hausarbeit und Freizeit, schlechter wirkende Medikamente und die Gewalt, die wir als Gesellschaft schlicht in Kauf nehmen, solange sie „nur“ gegen Frauen gerichtet ist. Gleichzeitig richtet Blaha den Blick nach vorne. Feminismus, sagt sie, kann nicht heißen, Männer auszuschließen. Wir müssen sie zu Verbündeten machen. Denn nur so machen wir unsere Gesellschaft gerechter und für alle besser. Zitat: Wir müssen in der Erziehung von Buben darauf achten, dass sie ihre Herzenswärme und den Zugang zu ihren Gefühlen behalten. Buben sollen nicht ihre Empathie verdrängen, weil die angeblich "unmännlich" ist. Barbara Blaha

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