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Niedrige Energiepreise, mehr Sicherheit für Frauen und klares Nein zum Krieg – So hat Regierungschef Sánchez Spanien vorangebracht

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Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez (Foto: Unsplash+)

Foto: Unsplash+/ World Economic Forum

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Arbeit & Freizeit, Dossier, Europa, Frauen & Gleichberechtigung, Gesellschaft, Internationales, Wirtschaft und Finanzen, Wohnen & Miete
Lesezeit:12 Minuten
17. März 2026
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Spanien hat europaweit eines der besten öffentlichen Gesundheitssysteme. In den vergangenen Jahren sind zudem die Stromrechnungen durch staatliche Preiseingriffe und einen Gaspreisdeckel vergleichsweise niedrig geblieben. Auch auf dem Arbeitsmarkt hat sich die Lage verbessert: Die Arbeitslosigkeit liegt so niedrig wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr. Parallel dazu gab es Entwicklungen in anderen Bereichen: Die Anzahl der Morde an Frauen ist um rund ein Drittel gesunken, die faschistische Diktatur von General Franco wird kritisch aufgearbeitet und die Klimawende hin zu umweltfreundlicher Stromversorgung funktioniert so gut wie in fast keinem anderen EU-Land. Das alles ist kein Zufall, sondern mitunter der cleveren Sozialpolitik von Ministerpräsident Pedro Sánchez zu verdanken. Zuletzt sorgte er auf der Weltpolitikbühne für Aufmerksamkeit, weil er gegenüber US-Präsident Trump eine klare Haltung zeigte: nämlich Nein zum Krieg. Ein Überblick zu seiner Person und Politik. 

Inhalt
1) Sánchez studierte Wirtschaft und ist schon lange politisch aktiv
2) Wirtschaftswachstum in Spanien über EU-Durchschnitt: Preiseingriffe, Gaspreisdeckel und Mietenbremse
3) Erhöhung der Mindestlöhne und niedrigste Arbeitslosenquote seit der Finanzkrise 2008
4) Offene Migrationspolitik zeigt positive Folgen: Anerkennung ausländischer Abschlüsse & schnelle Integrationsmaßnahmen statt Abschottung
5) Öffentliches Gesundheitssystem für alle: Spanier:innen leben europaweit mitunter am längsten
6) Spanien investiert in erneuerbare Energien, bekämpft damit den Klimawandel & hält Strompreise niedrig
7) Feministische Politik: Gleichberechtigung macht große Fortschritte & Femizide sinken um ein Drittel
8) Erinnerungskultur: Aufarbeiten der Gräuel unter dem faschistischen Franco-Regime
9) Sánchez vs. Trump: Spanien verurteilt Iran-Krieg und lässt sich von den USA nicht einschüchtern

Nach dem Ende der jahrelangen Militärdiktatur unter General Franco war Spanien von wechselnden Regierungen und Konflikten gezeichnet. Der Übergang von der Diktatur zur Demokratie passierte nicht in einem Fingerschnippen, sondern wurde schrittweise und mitunter hart erkämpft. Nicht zuletzt Pedro Sánchez, seit 2018 spanischer Ministerpräsident der sozialdemokratischen Partei PSOE, brachte Stabilität und wirtschaftlichen Aufschwung in das zuvor gebeutelte Land. Ein Überblick zu seiner Person und Politik.

Sánchez studierte Wirtschaft und ist schon lange politisch aktiv

Pedro Sánchez Pérez-Castejón wurde am 29. Februar 1972 als Sohn eines hohen Beamten und einer Anwältin geboren. Seine akademische Ausbildung begann im Jahr 1990 mit einem 5-jährigen Studium der Wirtschaftswissenschaften in Madrid. Im Jahr 1998 schloss er den Master in Politischer Ökonomie an der Freien Universität Brüssel ab und promovierte 2012 an der Universität in Madrid, wo er schließlich auch als Professor lehrte. Ab 2011 war er außerdem als Wirtschaftsberater tätig.

Pedro Sanchez (Foto: Wikimedia Commons/Arne Müseler)
Pedro Sanchez (Foto: Wikimedia Commons/Arne Müseler)

Neben seiner akademischen Laufbahn ist er seit über 20 Jahren politisch aktiv. Im Laufe seines Studiums ist er 1993 der sozialdemokratischen PSOE (Partido Socialista Obrero Espanol) beigetreten. Er wurde 2009 erstmals Mitglied des spanischen Abgeordnetenhauses. 2014 kandidierte er für das Amt des Generalsekretärs der PSOE. Nach innerparteilicher Kritik trat er 2016 zurück, wurde aber 2017 von der Parteibasis erneut gewählt. 2018 wurde er durch ein Misstrauensvotum zum Ministerpräsidenten von Spanien gewählt. Der damalige Regierungschef Mariano Rajoy wurde mehrheitlich abgewählt. Das funktionierte aber nur mit einem direkten Nachfolger – dieser war Pedro Sánchez. Die Stimme gegen den Konservativen Rajoy war also gleichzeitig eine Stimme für Sánchez.

Er regiert gemeinsam mit der Links-Partei “Movimiento Sumar” und kleinen autonomen Parteien. Im Jahr 1999 war er Stabschef des UN-Sonderbeauftragten von Bosnien im Kosovokrieg, also dessen wichtigster Berater. Außerdem ist er Vorsitzender der Sozialistischen Internationalen, einem weltweiten Zusammenschluss aller sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien und Organisationen.

Wirtschaftswachstum in Spanien über EU-Durchschnitt: Preiseingriffe, Gaspreisdeckel und Mietenbremse

Spanien gilt als eines der Länder, das am besten durch die Pandemie, Teuerung und Energiekrise gekommen ist. Mit einem wirtschaftlichen Wachstum von 3,2 % im Jahr 2024 übertraf Spanien die ohnehin optimistischen Prognosen. Damit liegt das Land europaweit im oberen Drittel. Und das, obwohl sich globale Krisen negativ auf die weltweite Wirtschaft ausgewirkt haben. Zum Vergleich: In Österreich schrumpfte das Wirtschaftswachstum um 1,2 % im Jahr 2024 und in Deutschland um 0,2 %.

Dieses Wirtschaftswachstum verdankt Spanien vor allem den Preiseingriffen der Sánchez-Regierung während der Teuerung. Ausschlaggebend waren besonders die Einführung des Gaspressdeckels und der Mietenbremse. Dadurch konnten die Preise niedrig gehalten werden. Sánchez setzte zudem die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel aus und hielt dadurch die Inflation gedämpft.

Statistik: Europäische Union: Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den Mitgliedstaaten¹ ² ³ ⁴ im Jahr 2024 (gegenüber dem Vorjahr) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Erhöhung der Mindestlöhne und niedrigste Arbeitslosenquote seit der Finanzkrise 2008

Pedro Sánchez glättete manche Fehler der konservativen Regierung vor ihm – denn diese erlaubte es spanischen Unternehmen, Kollektivverträge zu ignorieren. Bereits kurz nach seiner Angelobung erhöhte er den Mindestlohn um 22 %. Zuvor war der Mindestlohn in Spanien einer der niedrigsten in Europa und liegt jetzt im oberen Drittel.

Die Arbeitslosenquote ist in Spanien momentan außerdem so niedrig wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr. Es wurden mehr als 1,5 Millionen Arbeitsplätze geschaffen. Seit der Arbeitsmarktreform 2022 gibt es weniger befristete Arbeitsverträge. 2025 verkürzte die spanische Regierung die wöchentliche Arbeitszeit von 40 auf 37,5 Stunden bei gleichbleibendem Lohn und schützte Arbeitnehmer:innen per Gesetz vor Anrufen außerhalb ihrer Arbeitszeit. Das wirkt sich unmittelbar auf die Lebensqualität der Menschen aus: Diese haben sichere Arbeitsplätze, höhere Gehälter und mehr Freizeit. Solche Menschen sind gesünder und glücklicher; sie konsumieren und investieren mehr und kurbeln dadurch wiederum die Wirtschaft an.

 

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Offene Migrationspolitik zeigt positive Folgen: Anerkennung ausländischer Abschlüsse & schnelle Integrationsmaßnahmen statt Abschottung

Im Gegensatz zu den meisten EU-Ländern setzt Spanien auf eine offenere Migrationspolitik. Das Land ist eines der Hauptzielländer weltweit für Migration. Für Sánchez ist Einwanderung nicht nur eine Sache von Menschlichkeit, sondern auch ein Wirtschaftsmotor. Konkret möchte Spanien ausländische Abschlüsse unkomplizierter anerkennen und den bürokratischen Aufwand bei Aufenthaltsgenehmigungen verringern. So können hoch qualifizierte Menschen schneller ihrer Profession nachgehen.

„Migration war im Laufe der Geschichte eine der wichtigsten Triebkräfte für die Entwicklung von Nationen, während Hass und Fremdenfeindlichkeit die größten Zerstörer von Nationen waren und sind“, so Pedro Sánchez. „Entscheidend ist, damit gut umzugehen.“

Die Regierung investiert in Integrationsmaßnahmen und hat kürzlich ein Dekret verabschiedet, das rund 500.000 undokumentierten Migrant:innen einen legalen Aufenthaltsstatus geben soll. Die Antragsteller müssen nachweisen, dass sie nicht vorbestraft sind und sich vor dem 31. Dezember 2025 mindestens fünf Monate in Spanien aufgehalten haben.

Öffentliches Gesundheitssystem für alle: Spanier:innen leben europaweit mitunter am längsten

Spanien zählt im EU-Vergleich zu den Ländern mit der höchsten Lebenserwartung. Daten aus dem Jahr 2024 zeigen, dass Frauen durchschnittlich 86,6 Jahre alt werden und Männer 81,3 Jahre. Zum Vergleich: In Österreich werden Frauen durchschnittlich 84,5 und Männer 80 Jahre alt.

 

Altes Paar in Arévalo, Spanien (Foto: Unsplash)
Altes Paar in Arévalo, Spanien (Foto: Unsplash)

Bis 2050 soll die Lebenserwartung auf durchschnittlich 87 Jahre steigen (insgesamt). Das liegt unter anderem am spanischen öffentlichen Gesundheitssystem, das europaweit als eines der besten gilt. Das Grundprinzip lautet: öffentliche Gesundheitsversorgung für alle. 99 % der spanischen Bevölkerung sind versichert und bekommen Familienärzt:innen zugewiesen, die sie über Jahre begleiten und bei Bedarf an Fachpersonal weiterleiten. Es gibt über 13.000 mit Steuergeldern finanzierte Gesundheitszentren, die über das ganze Land verteilt sind. Aber auch der entspannte Lebensstil und die gesunde mediterrane Ernährung tragen zu der hohen Lebenserwartung bei.

Der Fokus auf die Primärversorgung, also Hausärzt:innen, hat den Vorteil, dass diese entscheiden, wer einen Facharzt benötigt. Erst dann werden die Patient:innen direkt weitergeleitet. Natürlich gibt es auch in Spanien – vor allem seit der Corona-Pandemie – Herausforderungen im Gesundheitssystem. In manchen Regionen sind das vor allem Personalmangel und lange Wartezeiten für Facharzttermine. Einige Spanier:innen schließen deshalb zusätzlich Privatversicherungen ab.

Spanien investiert in erneuerbare Energien, bekämpft damit den Klimawandel & hält Strompreise niedrig

Auch Spanien kämpft immer mehr mit den Folgen des Klimawandels. Nicht zuletzt deshalb investiert das Land seit 2019 in erneuerbare Energien und verdoppelte damit die Wind- und Solarkapazität. In einem umfassenden Plan einigte sich die spanische Regierung auf einen Übergang von fossilen Brennstoffen hin zu einer klimafreundlichen Stromproduktion. Das spüren auch die Spanier:innen. Während aufgrund des Krieges im Iran die Strompreise weltweit durch die Decke gehen, halten sich die Preise in Spanien niedrig. Der Ausbau erneuerbarer Energien hat die Abhängigkeit des Strompreises von fossilen Kraftwerken um 75 % verringert. Seit 2025 ist der Anteil von Strom aus Kohle in Spanien auf null gesunken.

Photovoltaik-Wand bei MNACTEC Terrassa (Foto: Wikipedia/Chixoy)
Photovoltaik-Wand bei MNACTEC Terrassa (Foto: Wikipedia/Chixoy)

Pedro Sánchez möchte außerdem über lokale Maßnahmen hinaus mit den Nachbarländern Frankreich und Portugal zusammenarbeiten und einen Plan mit klimaschützenden Maßnahmen erstellen. Ziel ist ein “state pact”, also ein Staatspakt, der mehrere Bereiche umfasst: Brandverhütung, eine neue Wasser-Infrastruktur zur Flutkontrolle, strengere Bau- und Landnutzungsvorschriften in gefährdeten Regionen und besseren Schutz für Arbeitskräfte bei Hitzewellen.

Feministische Politik: Gleichberechtigung macht große Fortschritte & Femizide sinken um ein Drittel

Während der Diktatur unter General Franco (1939–1975) wurde ein Frauenbild propagiert, das sich auf Gehorsam, Familie und Hausarbeit stützte. Frauen wurden in die Rolle der Mutter gezwungen und hatten weniger Rechte, benötigten oft die Zustimmung ihres Mannes oder Vaters für Arbeit, Reisen oder ein eigenes Bankkonto. Nach dem Ende der Diktatur begann mit dem Übergang zur Demokratie schrittweise ein großer Wandel. Die Verfassung von 1978 garantierte die Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Seitdem wurden viele Gesetze verabschiedet, um die Rechte von Frauen zu stärken. Heute gilt Spanien als eines der fortschrittlicheren Länder Europas, wenn es um die Gleichstellung zwischen den Geschlechtern geht.

Um präventiv gegen geschlechterspezifische Gewalt vorzugehen, wurden Themen wie Gleichberechtigung und Gewaltvermeidung im Lehrplan verankert. Das Überwachungssystem “VioGén” bündelt Informationen zu Täterprofilen. Mit der elektronischen Fußfessel kann kontrolliert werden, ob sich Täter an ihre Kontaktverbote halten. Von Gewalt betroffene Frauen haben in Spanien niederschwelligen Zugang zu finanzieller Hilfe, Notunterkünften, Arbeitsprogrammen und psychologischer Betreuung. Im Jahr 2022 wurde das Sexualstrafrecht reformiert und ein wichtiges Gesetz beschlossen: “Nur Ja heißt Ja”. Sexuelle Handlungen sind nur unter eindeutiger Zustimmung legal.

Demonstration für Gleichberechtigung und gegen Gewalt an Frauen(Foto: Express.adobe)
Demonstration für Gleichberechtigung und gegen Gewalt an Frauen (Foto: Express.adobe)

Auch für queere Menschen ist Spanien eines der sichersten Länder europaweit. Die gleichgeschlechtliche Ehe wurde schon 2005 anerkannt. Umfassende Gesetze zum Schutz gegen Diskriminierung werden von einem breiten gesellschaftlichen Konsens getragen. Spanien hat es außerdem geschafft, durch gezielte Maßnahmen Morde an Frauen um ein Drittel zu senken. Im Jahr 2004 wurde Gewalt gegen Frauen erstmals als eigener Strafbestand definiert – mit starker Bestrafung für Täter. Dem Maßnahmenpaket liegt die Anerkennung zugrunde, dass es sich bei Gewalt gegen Frauen um ein strukturelles Problem handelt.

Erinnerungskultur: Aufarbeiten der Gräuel unter dem faschistischen Franco-Regime

Spanischer Bürgerkrieg und Franco-Diktatur
Der Spanische Bürgerkrieg begann am 17. Juli 1936 mit einem Militärputsch gegen die Regierung der Zweiten Spanischen Republik. Im Krieg standen sich die nationalistischen Truppen unter der Führung von Francisco Franco und die Republikaner gegenüber, zu denen Sozialisten, Kommunisten, Anarchisten und andere demokratische Gruppen aus der ganzen Welt gehörten. Die Nationalisten wurden unter anderem von Adolf Hitler und Benito Mussolini unterstützt. Der Krieg endete 1939 mit einer halben Million Opfern und dem Sieg Francos. Er regierte durch Terror. Mindestens 120.000 Oppositionelle ließ er töten, hunderttausende Menschen flohen, Millionen wurden eingesperrt. Das Franco-Regime, auch “Franquismus” genannt, stützte sich auf die faschistische Partei, das nationalistische Militär und den Katholizismus.

Die repressive Militärdiktatur unter Franco endete nach 36 Jahren der Unterdrückung und Gewalt mit dessen Tod im Jahr 1975. Die damalige Devise für einen friedlichen Übergang in die Demokratie, die “transición”, war: Vergessen. Täter der Militärdiktatur wurden nicht verfolgt, über die Gewalt des diktatorischen Regimes auf politischer Ebene nicht viel gesprochen – nur zivilgesellschaftliche Akteur:innen bemühten sich um aktive Gedenkarbeit.

General Franco neben SS-Anführer Hinrich Himmler in Spanien (Foto: Aus dem Bundesarchiv/Wikimedia Commons/Autor unbekannt)
General Franco neben SS-Anführer Hinrich Himmler in Spanien (Foto: Aus dem Bundesarchiv/Wikimedia Commons/Autor unbekannt)

Das änderte die Regierung unter Pedro Sánchez per Gesetz: Das 2022 verabschiedete Erinnerungsgesetz “Ley de Memoria Democrática” setzt fest, dass der Staat Verantwortung für Personen übernimmt, die während des Krieges verschwunden sind und getötet wurden. In den Lehrplänen wurde ein Schulfach verankert, das über den Terror im Franco-Regime aufklärt. Eine Reform im Gesetz lässt zu, Organisationen und Gruppierungen, die Franco und seine Diktatur verherrlichen, zu verbieten.

Konservative (Partido Popular, PP) bis rechtsextreme Parteien (Vox) arbeiten in Teilen Spaniens bereits an der Aufhebung des Erinnerungsgesetzes.

Sánchez vs. Trump: Spanien verurteilt Iran-Krieg und lässt sich von den USA nicht einschüchtern

Ende Februar 2026 starteten die USA gemeinsam mit Israel einen Angriff gegen den Iran. Spanien hat den Angriff – im Gegensatz zu einigen anderen EU-Ländern – von Beginn an als völkerrechtswidrig erklärt. Obwohl Sánchez das iranische Regime verurteilt, das Menschen brutal unterdrückte, spricht er sich klar gegen die kriegerische Auseinandersetzung aus und fordert eine diplomatische, politische Lösung. Er ließ Tankflugzeuge wieder ausfliegen, die an zwei US-Stützpunkten im Süden Spaniens stationiert waren und Kampfjets über dem Golf versorgen sollten.

„Nein zum Bruch des Völkerrechts! Nein zu der Annahme, die Welt könne ihre Probleme nur durch Konflikte und Bombardierungen lösen. Nein zum Krieg!“, sagt Sánchez.

Das war nicht die erste Auseinandersetzung mit US-Präsident Trump. Als dieser allen NATO-Ländern zu niedrige Investitionen in Aufrüstung und Militär vorwarf, ließ sich Sánchez als einziger Präsident nicht einschüchtern. Auf Trumps Verlangen, 5 % der Wirtschaftsleistung in das Militär zu investieren, antwortete Sánchez mit einer klaren Abfuhr – mit der Begründung, dass er bessere Möglichkeiten wisse, um Steuergeld zu nutzen. Nicht nur hier hat Sánchez klare politische Positionen gezeigt. Bereits im Mai 2024 hat Spanien gemeinsam mit Irland und Norwegen den Staat Palästina anerkannt, um eine Zweistaatenlösung zu finden.

 

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Esmeralda Mendi
Esmeralda Mendi
30. April 2026 13:21

Die Entscheidung von Pedro Sánchez, mehr als 500’000 Migranten ohne Papiere einen legalen Status zu gewähren, ist politisch höchst riskant und gesellschaftlich kaum vermittelbar. Für Kritiker wirkt sie wie ein kalkulierter Versuch, verlorene Wählerstimmen zu kompensieren.
Besonders brisant ist der Eindruck, dass diese Menschen zunächst auf staatliche Unterstützung angewiesen sein werden, in einem Land, das selbst mit struktureller Arbeitslosigkeit kämpft. Währenddessen haben in den letzten Jahren Millionen junger Menschen Spanien verlassen, weil sie keine Perspektiven fanden.
Diese Diskrepanz, zwischen Abwanderung der eigenen Jugend und gleichzeitiger Regularisierung grosser Zahlen von Migranten, verstärkt bei vielen Bürgern das Gefühl von Ungleichheit, politischer Entfremdung und wachsender Unsicherheit im eigenen Land. Ein Selbstmord für Spanien – Qua vadis Europa??

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saloo
saloo
29. April 2026 21:51

Pedro Sánchez hat bei Energiepreisen tatsächlich entlastet, aber nicht dauerhaft „niedrig“ gehalten.
Mehr Schutz für Frauen: Reformen ja, aber teils mit umstrittenen Folgen.
„Nein zum Krieg“ ist übertrieben – Spanien unterstützt z. B. die Ukraine.
Die Aussage ist politisch gefärbt und einseitig positiv.
Fazit: Teilweise richtig, aber deutlich vereinfacht und beschönigt.

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Johannes Dietze
Johannes Dietze
9. April 2026 12:56

Frau Mendi ist zuzustimmen. Pedro Sanchez gilt inzwischen in Spanien als die Personifizierung der Korruption. Gegen seine Ehefrau ermittelt der Staatsanwalt, manche seiner Parteigenossen*innen sitzen inzwischen im Gefängnis. Das Gesundheitssystem ist so „gut“, nämlich verbürokratisiert und oft leider fachlich inkompetent, dass man zu Behandlungen besser nach Deutschland fliegt.

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Esmeralda Mendi
Esmeralda Mendi
6. April 2026 15:05

Selten habe ich eine dermassen unzutreffende und blauäugige Analyse über Pedro Sánchez gelesen. Seine Politik wirkt nicht wie verantwortungsvolle Staatsführung, sondern wie ein permanenter Überlebenskampf um die eigene Macht.
Sánchez stellt nicht Spanien ins Zentrum seines Handelns, sondern sich selbst. Prinzipien werden situativ angepasst, Allianzen opportunistisch geschmiedet, und rote Linien verlieren ihre Bedeutung, sobald sie dem Machterhalt im Weg stehen. Was gestern noch ausgeschlossen wurde, ist heute politisches Werkzeug – einzig mit dem Ziel, an der Regierung zu bleiben.
Der Eindruck drängt sich auf, dass hier nicht gestaltet, sondern taktiert wird. Nicht geführt, sondern kalkuliert. Ein Regierungsstil, der kurzfristige Mehrheiten über langfristige Stabilität stellt, untergräbt jedoch das Vertrauen in Institutionen und beschädigt die politische Kultur eines Landes nachhaltig.
Hinzu kommt ein weiterer, heikler Aspekt: Die Frage, ob politische Entscheidungen zunehmend auch davon geprägt sind, was nach dem Ende der Amtszeit drohen könnte. Wer den Eindruck erweckt, dass persönliche rechtliche Risiken ein Motiv für politisches Handeln sein könnten, beschädigt nicht nur sich selbst, sondern das Amt insgesamt.
Spanien braucht Führung, Klarheit und Verlässlichkeit. Was es derzeit erlebt, ist jedoch ein Machtmanagement, das vor allem einem dient: dem politischen Überleben von Pedro Sánchez.

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Harald Rehberger
Harald Rehberger
1. April 2026 12:16

Man verzeihe mir die Piefke-Pedanterie zu diesem sehr guten Artikel: Es ist doch sicher in D und A nicht das Wirtschaftswachstum um 1,2 bzw. 0,2 % geschrumpft, sondern die Wirtschaft.

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Skipper
Skipper
18. März 2026 00:29

Sanchez führt vor, wie es geht. Leider dringen solche Botschaften, genauso wie die Vorschläge der SPÖ nicht zur breiten Masse vor. Der Boulevard schreibt hauptsächlich für die FPÖ, weil laut Umfragen dort die meisten Wähler sind.

Rezept: Die SPÖ müsste sehr viel mehr über soziale Medien gehen. Gemeinsam mit einem gut gepolsterten Budget und professioneller Hilfe zu Grafik, Layout und Gestaltung, Beiträge so gestalten, dass sie kurz und griffig sind. Eventuell auch provokant, zum Mitdenken animieren, die Jugend ansprechen.

Das dauert natürlich Jahre, bis man die breite Masse erreicht. Doch in 3 Jahren ist die nächste NR-Wahl. Jetzt beginnen, in 2 od 3 Jahren ist es zu spät!
Basti Wasti hat gezeigt, wie Marketing geht. Er hat ohne Programm die Wahl gewonnen! Und die FPÖ ist führend in social media.

Die SPÖ braucht einen Medien-Fuzzy, der die Außenkommunikation steuert. Tägliche Presseaussendung. Wöchentliche Pressekonferenzen. Da wird nicht der Regierungssprech gepflegt, sondern da werden die Ideen der SPÖ vorgetragen.

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saloo
saloo
Reply to  Skipper
29. April 2026 21:53

die Spö hat ja eh den Bundemedien minister der kann das doch machen eine Profi wie aus dem Buch ,oder traut im die Spö das auch nicht zu

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Hedenig Anton
Hedenig Anton
17. März 2026 19:31

Danke für diesen aufschlussreichen Artikel!

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„Krieg ist kein Naturgesetz“ – Friedensforscher Wintersteiner über Aufrüstung, Ungleichheit und Optimismus

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    19% 19%
    318 Stimmen - 19% aller Stimmen
  • Die Kriegs-Politik von US-Präsident Trump 17%, 17%
    17% 17%
    287 Stimmen - 17% aller Stimmen
  • Die Handelspolitik der USA unter Trump 16%, 16%
    16% 16%
    258 Stimmen - 16% aller Stimmen
  • Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine 15%, 15%
    15% 15%
    247 Stimmen - 15% aller Stimmen
  • Die europäische Politik 8%, 8%
    8% 8%
    127 Stimmen - 8% aller Stimmen
  • Die Folgen der Corona-Krise 6%, 6%
    6% 6%
    104 Stimmen - 6% aller Stimmen
  • Europas Sanktionen gegen Russland 6%, 6%
    6% 6%
    96 Stimmen - 6% aller Stimmen
  • Die nationale Politik 5%, 5%
    5% 5%
    91 Stimme - 5% aller Stimmen
  • Die Staaten drucken zu viel Geld bzw. geben zu viel Geld aus 4%, 4%
    4% 4%
    68 Stimmen - 4% aller Stimmen
  • Zu hohe internationale Zölle 4%, 4%
    4% 4%
    65 Stimmen - 4% aller Stimmen
Stimmen insgesamt: 1661
Voters: 448
13. Mai 2026
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Miles Davis war einer der einflussreichsten Jazzmusiker des 20. Jahrhunderts. Der Trompeter prägte Stilrichtungen wie Cool Jazz, Hard Bop und Jazz Fusion. Sein Album Kind of Blue zählt zu den wichtigsten Jazzplatten überhaupt. Als schwarzer Künstler stellte er sich öffentlich gegen Rassismus und Diskriminierung. Seine Musik und sein Auftreten machten ihn zu einer prägenden Figur für künstlerische Freiheit und schwarzes kulturelles Selbstbewusstsein. Zitat: Ich hatte schon immer eine Antenne für den Rassismus. Ich spüre ihn, egal, hinter welcher Fassade er sich versteckt. Miles Davis

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    247 Stimmen - 15% aller Stimmen
  • Die europäische Politik 8%, 8%
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    127 Stimmen - 8% aller Stimmen
  • Die Folgen der Corona-Krise 6%, 6%
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