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Der Samariterbund Wien baut am Rosenhügel Obst und Gemüse für mehr als 25.000 Menschen an, für die frische Lebensmittel im Supermarkt oft zu teuer sind. Die Ernte wird über Sozialmärkte sowie Einrichtungen der Wohnungslosen- und Flüchtlingshilfe verteilt. Gleichzeitig ist der Rosenhügel ein Lernort, an dem Kinder und Jugendliche erfahren, wie Lebensmittel wachsen.
Am Rosenhügel in Wien baut der Samariterbund Obst und Gemüse für Menschen an, die sich frische Lebensmittel im Alltag schwer leisten können. Das Projekt „Soziale Landwirtschaft“ soll helfen, Menschen mit wenig Geld besser mit regionalen und gesunden Lebensmitteln zu versorgen. Im Februar 2025 starteten erste Anbauversuche. Seit der offiziellen Zusage der Stadt Wien ist das Projekt wissenschaftlich begleitet und der Samariterbund pflanzt immer mehr Obst und Gemüse.
Im Mittelpunkt stehen eine Marktgärtnerei mit Gemüseflächen und eine wiederbelebte Streuobstwiese. Eine Streuobstwiese ist eine Wiese, auf der verschiedene Obstbäume wachsen. Sie liefert nicht nur Lebensmittel, sondern ist auch wichtig für Insekten, Pflanzen und die Artenvielfalt. Freiwillige Mithelfer:innen spielen bei dem Projekt eine wichtige Rolle. Etwa 100 Ehrenamtliche helfen beim Pflanzen, Pflegen, Ernten und beim Aufbau der Infrastruktur. Vor Ort begleiten Fachleute für Obstbau und Gemüsebau die Arbeit.

Samariterbund Wien baut mehrere Tonnen Gemüse und Obst an – und entlastet damit Sozialmärkte
Am Rosenhügel werden in den kommenden Jahren mehrere Tonnen Obst und Gemüse geerntet. Die Ernte geht nicht in den normalen Handel, sondern direkt an Menschen, die Unterstützung brauchen. Die Lebensmittel werden über die Sozialmärkte des Samariterbundes Wien sowie über Einrichtungen der Wohnungslosen- und Flüchtlingshilfe verteilt. Sozialmärkte sind Geschäfte, in denen Menschen mit kleinen Einkommen ihre Lebensmittel günstiger bekommen.
Eine Preisanalyse der Arbeiterkammer zeigt, dass Lebensmittel in Supermärkten deutlich teurer geworden sind – dadurch wird auch frisches Obst und Gemüse für Menschen mit wenig Geld schwerer leistbar und mehr Menschen sind auf günstige Lebensmittel angewiesen:
Laut ORF ist die Zahl der Einkaufsberechtigten für die Sozialmärkte des Samariterbundes zwischen 2022 und 2025 um rund 30 Prozent gestiegen.
Der Samariterbund betreibt in Wien fünf Sozialmärkte. Rund 25.000 Menschen sind dort als Kundinnen und Kunden registriert. Für sie sind günstige Lebensmittel eine wichtige Entlastung im Alltag. Besonders frisches Obst und Gemüse sind aber nicht immer ausreichend verfügbar. Genau hier setzt das neue Landwirtschaftsprojekt an. Angebaut wird eine breite Auswahl an frischen Lebensmitteln: Salat, Radieschen, Spinat, Knoblauch, Tomaten und Paprika. Bereits im ersten Jahr ernteten die Mithelfer:innen rund eine Tonne Lebensmittel.
Neben dem Obst- und Gemüseanbau gibt es auf dem Gelände 40 Schafe, die den Rasen „mähen“ und gleichzeitig den Boden düngen und zur Artenvielfalt beitragen, da sie nicht die ganze Wiese gleichmäßig kahl fressen.

Kinder und Jugendliche lernen am Rosenhügel, wie nachhaltige Ernährung funktioniert
Der Rosenhügel liegt im Südwesten von Wien an der Schnittstelle zwischen Hietzing, Meidling und Liesing. Dort wurde Anfang des 20 Jahrhunderts eine Nervenklinik errichtet. Verwaltet wird das Gelände heute vom kommunalen Wiener Gesundheitsverbund und ist Teil der Klinik Hietzing. Die einstige Nervenklinik beruhte auf der „Nathaniel Freiherr von Rothschild’schen Stiftung für Nervenkranke“. Dahinter stand die Idee, dass Spitäler einen Teil ihrer Lebensmittel selbst produzieren.
Diese Idee greift das neue Projekt wieder auf: Die Fläche soll zeigen, wie Ernährung, Umwelt und soziale Verantwortung zusammenhängen. Deshalb wird das Projekt auch als Lern- und Begegnungsort aufgebaut.
In Kooperation mit dem Wiener Gesundheitsverbund bindet man Kinder und Jugendliche aktiv ein. Dazu gehören auch junge Menschen aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sie können dort erleben, wie Lebensmittel wachsen, wie viel Arbeit in einer Ernte steckt und warum der sorgsame Umgang mit Ressourcen wichtig ist. Auch Schulklassen, Jugendgruppen, Ehrenamtliche und interessierte Wiener:innen sind eingeladen, am Rosenhügel mitzuhelfen.
„Gerade für Kinder und Jugendliche in der Stadt ist es etwas Besonderes, direkt zu erleben, wie Lebensmittel entstehen und was aus der eigenen Arbeit wächst. Der Kontakt zur Natur und zur Umwelt ist extrem wichtig – und wir merken an den vielen Anfragen von Schulklassen, wie gut dieses Angebot ankommt.“, Pascal Raffler, Projektleiter der „Sozialen Landwirtschaft am Rosenhügel“

Die Kinder und Jugendlichen lernen neben dem Umweltaspekt, warum Ernährung auch eine Einkommensfrage ist. Laut der Weltgesundheitsorganisation sind Obst und Gemüse wichtig für eine ausgewogene Ernährung. Vitamine, Ballaststoffe und frische Zutaten reduzieren das Auftreten von Herzkrankheiten und einigen Krebsarten. Studien zeigen, dass sich besonders armutsgefährdete Menschen eine gesunde Lebensweise selten leisten können. In Österreich haben rund 12 Prozent der Menschen keinen dauerhaft verlässlichen Zugang zu gesunden Lebensmitteln.


































