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Gemüsehauptstadt Wien: Die österreichische Metropole betreibt mehr Landwirtschaft als man denkt

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Thomas Hackl Thomas Hackl
in Good News, Landwirtschaft, Wien
Lesezeit:3 Minuten
15. April 2026
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Rund ein Drittel der Fläche Wiens wird landwirtschaftlich genutzt. Besonders Gemüseanbau und Weinbau haben eine wichtige Rolle. So produziert Wien etwa 75 Prozent der Gurken in Österreich und ist die einzige europäische Großstadt mit relevantem Weinbau. Dazu kommen gepflegte Wälder, besonders im Westen der Stadt. Die Wiener Landwirtschaft kommt jedoch unter Druck. Die Stadt wächst und die Gefahr besteht, dass Grünflächen rar werden. 

Wien zählt über zwei Millionen Einwohner:innen. Die Architektur umfasst alte Prunkbauten, Hochhäuser, historische wie auch moderne Wohngebäude. Dazwischen tummeln sich Straßenbahnen, Fahrräder, U-Bahnen, Autos und Fiaker.

Dass gleichzeitig ein großer Teil der Stadt landwirtschaftliche Fläche ist, geht in der öffentlichen Wahrnehmung oft unter. Tatsächlich zeigt ein Blick auf die Zahlen: Aktive Landwirtschaft gehört zum Charakter der Stadt.

Die Gurken-Hauptstadt Österreichs

Rund 14 Prozent des Wiener Stadtgebiets besteht aus landwirtschaftlichen Flächen. Insgesamt bewirtschaften etwa 900 Betriebe etwa 5.000 Hektar innerhalb der Stadtgrenzen – ein Wert, der für eine Millionenstadt ungewöhnlich ist.

Ein Schwerpunkt liegt im Gemüseanbau. Wien produziert jährlich rund 60.000 Tonnen Gemüse, von Tomaten über Paprika bis zu Gurken. Besonders auffällig: Die Stadt führt das Bundesländer-Ranking bei mehreren Gemüsesorten an: 75 % aller Gurken, 61 % der Melanzani, 55 % des Vogerlsalats und 30 % der Paradeiser Österreichs stammen aus der Wiener Landwirtschaft. Der Gemüseanbau ist vor allem im 11. Bezirk Simmering und im 22. Bezirk Donaustadt konzentriert.

Bio-Landwirtschaft spielt in Wien eine besondere Rolle. Rund 36 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche werden biologisch bewirtschaftet. Das ist einer der höchsten Anteile österreichweit.

Wien ist einzige Großstadt Europas mit relevantem Weinbau

Auch im Weinbau hat Wien eine besondere Stellung. Rund 637 Hektar Rebflächen liegen innerhalb der Stadtgrenzen. Damit ist Wien die einzige Großstadt Europas, die einen relevanten Weinbau hat.

Besonders bekannt ist der Wiener „Gemischte Satz“. Hierbei wachsen verschiedene Rebsorten gemeinsam in einem Weingarten, werden gleichzeitig geerntet und zusammen verarbeitet. Dadurch unterscheidet sich der Gemischten Satz von einer Cuvée, bei der die Sorten getrennt angebaut und verarbeitet und erst später gemischt werden. Typisch ist ein frischer Geschmack, weil sich die verschiedenen Trauben gegenseitig ergänzen.

Neue Form der Landwirtschaft: Urban Gardening

Neben klassischer Landwirtschaft entstehen in Wien immer mehr kleine landwirtschaftliche Projekte wie Gemeinschaftsgärten, Dachgärten oder mobile Beete. Bereits über 90 Gemeinschaftsgärten gibt es im Stadtgebiet, oft auf Flächen zwischen 50 und 4.000 Quadratmetern. Diese Projekte produzieren nicht nur frisches Obst und Gemüse, sondern haben auch eine soziale Funktion: Nachbar:innen bewirtschaften gemeinsam kleine Parzellen, tauschen Wissen aus und nutzen bisher ungenutzte Flächen.

Rund 637 Hektar Rebflächen liegen innerhalb der Stadtgrenzen. (Foto: Unsplash)

Wälder mitten in der Großstadt

Ein bedeutender Teil der Wiener Grünflächen besteht außerdem aus Wald. Insgesamt machen Wälder rund 20 % der Stadtfläche aus – das entspricht mehreren tausend Hektar innerhalb der Stadtgrenzen. Besonders prägend ist der Wienerwald im Westen der Stadt. Er ist nicht nur wichtig für die Forstwirtschaft, sondern auch als Erholungsraum. Auch Teile des Nationalparks Donau-Auen liegen im Wiener Stadtgebiet.

Insgesamt ist rund die Hälfte Wiens Grünfläche. Dazu zählen neben den genannten land- und forstwirtschaftlichen Flächen auch Parks und Gartenanlagen.

Zwischen regionaler Versorgung und Baudruck

Die verhältnismäßig starke Landwirtschaft in der Stadt kann die Wiener:innen mit regionalen Lebensmitteln auf kurzem Weg versorgen. Gleichzeitig erhöht die Wiener Landwirtschaft die Krisenresilienz der Stadt.

Die städtische Landwirtschaft steht jedoch auch unter Druck. Neben Problemen, die die gesamte Landwirtschaft betreffen – wie Klimakrise und Mangel an Arbeitskräften –, ist in Wien die Konkurrenz um Flächen viel stärker als in anderen Bundesländern. Die Stadt wächst und die wachsende Bevölkerung braucht mehr Platz für Wohnungen. Die Wiener Stadtregierung bekennt sich seit Jahren zu einer starken und nachhaltigen städtischen Landwirtschaft und dämmt die Versiegelung von landwirtschaftlichen Flächen stark ein.

Insgesamt machen Wälder rund 20 % der Stadtfläche aus. (Foto: Unsplash)
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Peter A. Krobath
Peter A. Krobath
20. April 2026 18:51

der text blendet leider die aktuellen konflikte und vergehen in diesem bereich aus. wien verspielt hier gerade recht ungeniert sein reiches erbe. dabei ist bodenverbrauch ein essentielles und kumulatives umweltproblem – heißt: ein verbauter boden ist weg und nicht wieder herstellbar – die natur braucht je nach ausgangsmaterial 100 bis 300 Jahre, um 1 cm humus zu erschaffen. österreich könnt sich bei guter planung und weniger fleischkonsum gerade noch selbst ernähren, aber nicht mehr lang: die erderhitzung bringt starke ernteverluste, und wenn wir einen umstieg auf nachwachsbare ressourcen (z. b. beim plastik) setzen wollen, bräuchten wir doppelt so viel fruchtbare böden. die wissenschaft fordert daher einen netto-null-bodenverbrauch, die architektinnen fordern: sanieren, umbauen, bauen auf bereits versiegelten flächen und überbauen von „hutschachteln“, doch wien verbaut ungeniert ackerböden der besten güteklassen (z. b. donaufeld und rothneusiedl), aus klimaschutzgründen, damit nicht im speckgürtel gebaut werde, lügt uns die stadtregierung ihr tun schön, und fördert z. b. auf der anderen seite genau das: mit dem bau der lobau-autobahn (für den übrigens auch rund 130 hektar ackerflächen verbraucht würden) – zwei empfehlungen zu diesem thema: – „rettet die böden“ von gernot stöglehner, falter verlag, und von uns der kleine film hier http://www.okto.tv/…/690a25ab5f7c4/donaufeld-bodenlos

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Valie Export war eine der radikalsten und bekanntesten österreichischen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Berühmt wurde sie durch provokante Performances, Filme und Fotografien, mit denen sie Rollenbilder, Sexualität und die Darstellung von Frauen hinterfragt hat. International bekannt wurde sie in den 1960er- und 70er-Jahren mit Aktionen wie dem „Tapp- und Tastkino“, bei dem Passant:innen ihre Hände durch einen Vorhang stecken konnten – ein direkter Angriff auf den männlichen Blick und die Objektifizierung von Frauen. Mit ihrer Kunst machte Valie Export Feminismus sichtbar, lange bevor Gleichberechtigung selbstverständlich war. Heute gilt sie als Pionierin der feministischen Medien- und Performancekunst und beeinflusst Künstler:innen bis heute. Zitat: Ich war immer der Meinung, dass Frauen genauso viel Macht haben sollten wie Männer. Nämlich Macht, Dinge zu verändern. Valie Export

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Valie Export war eine der radikalsten und bekanntesten österreichischen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Berühmt wurde sie durch provokante Performances, Filme und Fotografien, mit denen sie Rollenbilder, Sexualität und die Darstellung von Frauen hinterfragt hat. International bekannt wurde sie in den 1960er- und 70er-Jahren mit Aktionen wie dem „Tapp- und Tastkino“, bei dem Passant:innen ihre Hände durch einen Vorhang stecken konnten – ein direkter Angriff auf den männlichen Blick und die Objektifizierung von Frauen. Mit ihrer Kunst machte Valie Export Feminismus sichtbar, lange bevor Gleichberechtigung selbstverständlich war. Heute gilt sie als Pionierin der feministischen Medien- und Performancekunst und beeinflusst Künstler:innen bis heute. Zitat: Ich war immer der Meinung, dass Frauen genauso viel Macht haben sollten wie Männer. Nämlich Macht, Dinge zu verändern. Valie Export

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