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Der Verbraucherpreisindex (VPI) erklärt: Wie die Inflation gemessen wird und warum alles teurer wird

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Warenkorb und Verpraucherpreisindex VPI, Foto: unsplash

Warenkorb und Verpraucherpreisindex VPI, Foto: unsplash

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Erklärt, Teuerung
Lesezeit:3 Minuten
27. April 2026
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Fast alles wird immer teurer. Das nennt man Inflation oder Inflationsrate.  Die Inflationsrate ist eine wichtige Größe für die Wirtschaftspolitik und hat große Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, Gehälter, Löhne und Mieten. In Österreich misst der Verbraucherpreisindex (VPI) die Inflation. Er ist ein statistischer Index, der die Preise typischer Waren und Dienstleistungen zusammenfasst und zeigt, wie sich das allgemeine Preisniveau verändert. Er zeigt die durchschnittliche Preisentwicklung – verdeckt aber, wie unterschiedlich Menschen von Teuerung betroffen sind.

Der Verbraucherpreisindex und der Warenkorb erklärt

Ganz grundsätzlich: Die Inflationsrate beschreibt immer eine Veränderung. Sie misst die Veränderung des Preisniveaus in einer Wirtschaft. In Österreich misst der Verbraucherpreisindex (VPI) die Inflation. Er ist ein statistischer Index, der die Preise typischer Waren und Dienstleistungen zusammenfasst und so zeigt, wie sich das allgemeine Preisniveau verändert. Grundlage dafür ist ein sogenannter Warenkorb, der das Konsumverhalten der Haushalte abbildet. Um zu wissen, wie Österreich einkauft, führt die Statistik Austria alle fünf Jahre eine große Umfrage durch. Daraus erstellen sie den sogenannten Warenkorb. Mit diesem Warenkorb kann man dann die Inflationsrate schätzen. Dafür schaut sich die Statistik Austria die Preisveränderungen von sehr vielen Produkten an und gewichtet diese gemäß dieses Warenkorbs.

Ein Beispiel: Wenn der Butterpreis von 1€ auf 1,10€ steigt, bedeutet das eine Verteuerung um 10 %. Wenn Butter im Warenkorb mit 5 % gewichtet ist (also der Durchschnittsösterreicher 5% seines Einkommens für Butter ausgibt), kommt eine Erhöhung der gesamten Inflationsrate um 0,5 Prozentpunkte heraus. Das heißt: allein durch die teurere Butter wäre das Preisniveau um 0,5 % gestiegen. Wenn man diese Rechnung mit allen weiteren Produkten des Warenkorbs fortsetzt, erhält man die Inflationsrate für Österreich.

Jeder Mensch ist von der Teuerung anders betroffen: Es gibt nicht „die“ Inflation

Je nachdem, wie der Warenkorb gewichtet ist, kommen unterschiedliche Inflationsraten heraus. Es gibt also nicht die eine Inflation, die für alle gilt, weil nicht jeder gleich kauft und im gleichen Maß von Preiserhöhungen betroffen ist. Berufspendler werden härter von steigenden Treibstoffpreisen getroffen als Leute im Homeoffice, genauso wie Menschen mit geringen Einkommen stärker unter teuren Lebensmitteln leiden als Wohlhabende.

Verbraucherpreisindex
Besonders Menschen mit geringem Einkommen sind oft stärker steigenden Preisen betroffen. Diese Unterschiede bildet der Verbraucherpreisindex nicht ab.

Hier muss man deshalb genau hinschauen: Wie schaut der Warenkorb aus? Deckt er sich mit der Lebensrealität der Menschen? Und damit werden auch die Lücken dieser Kennzahl klar. Menschen bestreiten ihren Alltag sehr unterschiedlich. Was sie kaufen (müssen) und wie sie ihre Ausgaben einteilen können, hängt von der jeweiligen Lebenssituation ab. Wenn man diese großen Unterschiede auf eine einzelne Zahl herunter dampft, kann man wenig über diese Vielzahl an Alltagsrealitäten aussagen. Viele Unterschiede verschwinden hinter dieser einen Zahl. Die Schätzung wird dadurch nicht falsch oder nutzlos, aber ist eben nur eingeschränkt sinnvoll.

Selbstverstärkende Inflation durch den Verbraucherpreisindex

Der Verbraucherpreisindex ist nicht nur eine Messgröße – er wirkt auch direkt auf die Preise im Alltag zurück. Viele Kosten wie Mieten, Versicherungen oder Gebühren sind an den VPI gekoppelt. Steigt die Inflation, steigen dadurch automatisch auch diese Preise.

Das kann problematisch sein: Wenn etwa Energie oder Lebensmittel teurer werden, treibt das zunächst den VPI nach oben. In der Folge werden dann auch Mieten oder Versicherungen erhöht – obwohl sich an deren eigentlichen Kosten oft wenig geändert hat. Diese zusätzlichen Preissteigerungen fließen wiederum in den VPI ein und treiben die Inflation weiter nach oben.

So entsteht ein selbstverstärkender Effekt: Ein Preisschock in einzelnen Bereichen kann sich über den VPI auf viele andere Lebensbereiche ausweiten. Das macht die Teuerung für Haushalte stärker spürbar – und kann die Inflation länger hoch halten, als es durch die ursprünglichen Ursachen allein der Fall wäre.

Inflationspolitik entscheidet, wer wie stark von Teuerung betroffen ist

Der Warenkorb ist also politisch höchst relevant. Je nachdem, wie er gewichtet ist, kommen unterschiedliche Inflationsraten heraus. Je nachdem, welche Inflationsrate errechnet wird, können andere wirtschaftspolitische Maßnahmen gerechtfertigt werden.

Der starke Preisanstieg bei Lebensmitteln betrifft besonders Menschen mit einem geringeren Einkommen, bei denen Lebensmittel einen größeren Anteil ihrer Ausgaben ausmachen. Der Verbraucherpreisindex stellt diese unterschiedliche Belastung nicht da.

Die Schnellschätzung der Statistik Austria bezieht sich eben auf den Durchschnittsösterreicher und verliert somit viele Lebensrealitäten aus dem Blick. Gleichzeitig wissen wir seit dem Ukraine-Preisschock, dass die im Alltag wahrgenommene Inflation – zum Beispiel sehr hohe Preise im Supermarkt – oft nicht mit der Statistik zusammenpasst. Gerade für Menschen, die einen großen Anteil ihres Einkommens für Lebensmittel und Wohnen ausgeben müssen. Meistens sind das Menschen mit niedrigen Einkommen, die auch unter der vom Iran-Krieg verursachten Teuerung besonders leiden.

Parlament Das Thema "Verbraucherpreisindex" im Parlament

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1 Kommentar
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Adolf Holland-Cunz
Adolf Holland-Cunz
4. Juni 2026 11:42

Das zuletzt angeführte: Die Staatendrucken zu viel Geld ist schwerwiegend und wird zu wenig erkannt. Inflation heißt Aufblähung. Was bläht am meisten auf? Das Geld!

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