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CO₂-Rechner: Klimaanlagen sind fürs Klima weniger schlimm als wir glauben

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KI-Montage

David Sowka David Sowka
in Erklärt, Good News, Umwelt & Klima
Lesezeit:2 Minuten
21. Juli 2026
6
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An einem heißen Sommertag verursacht eine Klimaanlage rund 0,6 Kilogramm CO₂. Zum Vergleich: Wenn wir einen Tag im Winter mit einer Gasheizung heizen, verursacht das 10,9 Kilogramm. Ein Tag Heizen entspricht also so viel CO₂ wie 18 Tage Kühlen. Die Regierung will den Einbau von Klimageräten jetzt erleichtern, und damit stellt sich die Frage, wie stark Kühlen das Klima überhaupt belastet. Mit diesem Rechner können Sie herausfinden, wie Ihre Heizung oder Klimaanlage sich auf das Klima niederschlagen.

Als Grundlage des Vergleichs dienen eine Wohnung mit 70 Quadratmetern und ein Haus mit 150 Quadratmetern. Beides sind Durchschnittsgrößen in Österreich. Heizen verbraucht dabei ein Vielfaches der Energie, die Kühlen benötigt, und belastet das Klima entsprechend stärker.

Am schlechtesten schneiden Öl und Gas ab: Eine Ölheizung kommt in der Beispiel-Wohnung auf 16,3 Kilogramm CO₂ am Tag, eine Gasheizung auf 10,9 Kilogramm. Eine Klimaanlage liegt bei 0,6 Kilogramm.

Selbst ein mobiles Klimagerät mit Schlauch am Fenster, das ineffizienteste Gerät im Vergleich, kommt mit weniger Energie aus als jede Heizung. Dazu muss man den Strommix mitbedenken: Ein großer Teil des österreichischen Stroms stammt aus Wasserkraft, Wind und Sonne, was den Abstand zwischen Heizen und Kühlen noch vergrößert.

Klimaanlagen-Bilanz: 18 Tage Kühlen entspricht so viel CO₂ 1 Tag Heizen

Kühlen ist längst nicht mehr nur eine Frage des Komforts, sondern auch einer der Sicherheit und Gesundheit. Im Sommer 2025 starben in Österreich 449 Menschen an den Folgen von Hitze, im Rekordjahr davor waren es 989. Wohnminister Andreas Babler (SPÖ) kündigte im Juli 2026 an, den Einbau von Klimageräten, Rollläden und Sonnenschutz zu erleichtern.

Den größten Effekt fürs Klima hat aber nicht die Klimaanlage, sondern der Tausch der Heizung. Wer von Gas auf eine Wärmepumpe umsteigt, spart an einem einzigen Wintertag mehr CO₂, als eine Klimaanlage in zwei Wochen verursacht.

Und je mehr Strom aus Wind und Sonne kommt, desto sauberer heizt auch die Wärmepumpe. Der Nationalrat hat dafür im Juni ein Gesetz beschlossen, das den Ausbau beschleunigen soll. Mieterinnen und Mieter können den Umstieg allerdings selten selbst entscheiden, das liegt beim Eigentümer. Seit 1. Juli 2026 gilt immerhin eine neue Regel: Der Energieausweis muss nicht nur bei einer neuen Vermietung vorliegen, sondern auch bei der Verlängerung eines Mietvertrags. Und die Energieklasse von A bis G muss in jedem Inserat stehen. Wie gut oder schlecht eine Wohnung beheizt wird, lässt sich damit vor der Unterschrift erkennen.

Fossiles Heizen belastet das Klima um ein Vielfaches stärker als Kühlen

So viel Treibhausgas verursacht ein Haushalt an einem einzelnen Tag, gemessen in Kilogramm CO2-Äquivalent. Ein Wintertag ist ein durchschnittlicher Tag der Heizsaison, nicht der kälteste des Jahres: rund 3 Grad draußen, geheizt wird auf 20 Grad. Ein Hitzetag hat rund 34 Grad, gekühlt wird auf 26 Grad. Die ersten beiden Spalten zeigen eine Wohnung mit 70 und ein Haus mit 150 Quadratmetern, beide teilsaniert. Tippen Sie in der dritten Spalte auf Mein Zuhause, um Ihre eigenen Werte zu rechnen.

Mein Zuhause

Alle Werte gelten je Tag und sind Durchschnitte für das gesamte Gebäude. Die Zeile Wärmepumpe mit Flächenkühlung folgt der gewählten Solltemperatur nicht, weil eine Flächenkühlung die Raumtemperatur nur begrenzt absenken kann.

Wintertag: heizen

Durchschnittstag der Heizsaison, rund 3 °C draußen
Alle Angaben in kg CO2e je Tag

Heizsystem
70 m²
150 m²
Ölheizung 16,3kg34,8kg –kg
Gasheizung 10,9kg23,3kg –kg
FernwärmeÖsterreich-Schnitt 7,1kg15,2kg –kg
Elektroheizung 6,5kg13,9kg –kg
Luft-WärmepumpeCOP 2,5 bis 3,0 2,2–2,6kg4,6–5,6kg –kg
Sole-WärmepumpeErdwärme, COP 3,5 bis 4,5 1,4–1,9kg3,1–4,0kg –kg
HolzheizungPellets oder Scheitholz 1,3kg2,8kg –kg

Hitzetag: kühlen

Hitzetag mit rund 34 °C draußen
Alle Angaben in kg CO2e je Tag

Kühlsystem
70 m²
150 m²
Mobiles KlimagerätEER 2,5, Praxiswert oft schlechter 0,9kg1,8kg –kg
Zentrale KlimaanlageEER 3,0 0,7kg1,5kg –kg
Split-KlimaanlageEER 3,5 0,6kg1,3kg –kg
Wärmepumpe mit aktiver KühlungGebläsekonvektoren, EER 4,0 0,5kg1,1kg –kg
Wärmepumpe mit FlächenkühlungTemperierung über Boden, Wand oder Decke, höchstens rund 3 Grad Absenkung 0,2kg0,4kg –kg

Emissionsfaktoren: Alle Faktoren aus Umweltbundesamt REP-0989, Datenstand 2025, jeweils direkte und vorgelagerte Emissionen. Strom 152 g CO2e/kWh, Fernwärme Österreich-Durchschnitt 166 g, Erdgas 249 g (Heizwert), Heizöl extra leicht 342 g, Pellets 26 g, Scheitholz 25 g.

Wirkungsgrade und Leistungszahlen: Gasbrennwertkessel 98 %, Ölkessel 90 %, Holzheizung 85 %, Elektroheizung 100 %, Fernwärme 100 % am Übergabepunkt. Luft-Wärmepumpe COP 2,5 bis 3,0, Sole-Wärmepumpe COP 3,5 bis 4,5, jeweils als Spanne ausgewiesen. Kühlung mit EER 4,0 für die Wärmepumpe mit aktiver Kühlung, 3,5 für Split-, 3,0 für zentrale und 2,5 für mobile Klimageräte.

Holzheizungen: Für Pellets nennt das Umweltbundesamt 26 g CO2e/kWh, für Scheitholz 25 g. Der Unterschied ist für diese vereinfachte Darstellung vernachlässigbar, deshalb sind beide in einer Zeile mit 26 g und einem Wirkungsgrad von 85 % zusammengefasst.

Wärmepumpe mit Flächenkühlung: Fußboden-, Wand- und Deckenkühlung dient der Temperierung, nicht der Klimatisierung. Die Vorlauftemperatur muss über dem Taupunkt bleiben, sonst schlägt sich Feuchtigkeit auf den Flächen nieder. Eine Absenkung der Raumtemperatur um mehr als rund 3 Grad ist damit nicht erreichbar. Diese Zeile folgt deshalb nicht der frei gewählten Solltemperatur, sondern rechnet mit einer festen Kühllast von 0,075 Kilowattstunden Nutzkälte je Quadratmeter und Tag, was rund 3 der 8 Grad Temperaturabsenkung des Modelltags entspricht, bei EER 4,0. Nicht dargestellt ist die passive Kühlung einer Sole-Wärmepumpe, bei der die Wärme ohne oder fast ohne Verdichterbetrieb ins Erdreich abgeführt wird. Sie verbraucht deutlich weniger Strom und lässt sich nicht mit einem EER von 4,0 abbilden.

Mobile Klimageräte: Mobile Einschlauchgeräte können in der Praxis deutlich mehr Strom benötigen, als der nominelle EER vermuten lässt. Da Raumluft über den Abluftschlauch nach außen geblasen wird, strömt warme Außenluft nach. Der Tabellenwert ist deshalb eher günstig angesetzt.

Gebäudezustand: Altbau unsaniert 180 kWh Heizwärmebedarf je m² und Jahr, teilsaniert 110 kWh, Neubau 40 kWh, jeweils verteilt auf 180 Heiztage. Das ergibt 1,0000, 0,6111 und 0,2222 Kilowattstunden Nutzwärme je Quadratmeter und Heiztag. Die festen Tabellenspalten zeigen den teilsanierten Fall. Für das Kühlen sind unabhängig vom Gebäudezustand 0,20 Kilowattstunden Nutzkälte je Quadratmeter und Hitzetag angesetzt.

Temperaturen und Lage der Wohnung: Der Wert von 0,6111 Kilowattstunden je Quadratmeter entspricht rechnerisch einem Tag mit rund 3 Grad Außentemperatur bei 20 Grad Raumtemperatur. Grundlage ist die in Österreich übliche Heizgradtag-Methode mit 20 Grad Raumtemperatur und 12 Grad Heizgrenze. Das österreichweite Jahresmittel lag zuletzt zwischen rund 2.850 und 3.300 Kelvintagen, je nachdem wie kalt der Winter war. Wer wärmer oder kühler wohnt, verschiebt den Bedarf über den Unterschied zur Außentemperatur. Alle Werte sind Gebäudedurchschnitte. Eine Wohnung im Dachgeschoss oder im Erdgeschoß hat mehr Außenfläche und braucht deutlich mehr Energie, eine Wohnung im Mittelgeschoß zwischen zwei beheizten Nachbarwohnungen deutlich weniger.

Kühlbedarf: Der tatsächliche Kühlbedarf hängt neben der Außentemperatur stark von Sonneneinstrahlung, Verschattung, Fensterflächen, Luftfeuchtigkeit und Gebäudeausführung ab. Die Anpassung an die gewählte Raumtemperatur ist daher eine vereinfachte Modellrechnung.

Strommix: Die 152 g je Kilowattstunde sind ein Jahresmittel der österreichischen Stromaufbringung inklusive Importen. Im Winter liefern Wasserkraft und Photovoltaik weniger, der Mix ist dann fossiler, im Sommer sauberer. Die Winterwerte für Wärmepumpe und Elektroheizung fallen deshalb tendenziell zu günstig aus, die Sommerwerte für Klimaanlagen zu ungünstig.

Warum Holz so niedrig liegt: Nach der amtlichen Methodik wird das bei der Verbrennung freigesetzte CO2 nicht angerechnet, weil der Baum beim Wachsen dieselbe Menge aufgenommen hat. Übrig bleiben Methan, Lachgas und die Emissionen aus Ernte, Trocknung und Transport. Über die Luftqualität sagt diese Bilanz nichts aus. Holzheizungen sind eine der größten Feinstaubquellen im Hausbrand, deutlich vor Gas, Fernwärme und Wärmepumpe. Feinstaub lässt sich nicht in CO2-Äquivalent umrechnen, es ist eine eigene Schadstoffgröße mit eigener Wirkung.

Kältemittel: Kältemittelverluste bei Wärmepumpen und Klimaanlagen sind in dieser Berechnung nicht enthalten.

CO2-arme Energiequellen deckten 2025 das ganze Mehr der Stromnachfrage ab. (Quelle: Our World in Data/Kontrast.at) - Co2 klima
CO2-arme Energiequellen deckten 2025 das ganze Mehr der Stromnachfrage ab. (Quelle: Our World in Data/Kontrast.at)

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6 Comments
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ip
ip
31. Juli 2026 22:08

Hoch, hoch, hoch, lebe der Neuroliberalismus, Neurokapitalismus, der regenenerative Kapitalismus, der inklusive Kapitalismus, der spirituelle Kapitalismus, der ethische Kapitalismus im Namen der viel zitierten Freundschaft!

Nur der Kapitalismus kann diesen Planeten retten und alle Freunde des Friedens, dieser Menschheitsfamilie, dieses angeblich guten Lebens, der globalen Gerechtigkeit laufen mit!

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Andreas
Andreas
28. Juli 2026 13:03

„Woran dies nichts ändert: Klimaanlagen heizen Städte insgesamt auf. Denn sie kühlen Innenräume, indem sie die Wärme von dort nach außen leiten. Verschiedene Studien haben ergeben, dass sie damit mehrere Grad zum sogenannten „Wärmeinseleffekt“ beitragen können, wodurch die Außentemperaturen in urbanen Zentren oft um 10 bis 15 Grad Celsius (18 bis 27 Grad Fahrenheit) höher liegen als im Umland.“

https://www.dw.com/de/warum-deutschland-kaum-klimaanlagen-ac-hitzewelle-europa-k%C3%BChlung-heizung-mietwohnung-v2/a-77711924

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David Sowka
David Sowka
Reply to  Andreas
30. Juli 2026 21:07

Klimaanlagen erzeugen tatsächlich Abwärme und können Städte zusätzlich erwärmen. Die hier genannten 10 bis 15 Grad sind aber nicht der Beitrag der Klimaanlagen, sondern beziehen sich vor allem auf den gesamten Unterschied der Oberflächentemperatur zwischen versiegelten Stadtgebieten und dem Umland. Studien zur Abwärme von Klimaanlagen kommen eher auf rund 0,5 bis 2 Grad. Das Problem ist also real, aber kein Argument dafür, Menschen bei gesundheitlich gefährlicher Hitze auf wirksame Kühlung verzichten zu lassen. Notwendig sind Begrünung, Verschattung und bessere Gebäude plus effiziente Klimatisierung dort, wo sie gebraucht wird.

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ip
ip
Reply to  Andreas
31. Juli 2026 22:05

Macht doch nichts, seit dieses CO2 des Whole Systems dank der Antroposophen, Theosophen, Hermetiker und Gnostiker als Ökonomie der Liebe legitimiert ist.

Wer will denn schon gegen diese Liebe in Form von Carbon Credits gegossen sein.
https://eol.global/about-us/

Wirtschaften mit Herz ist wohl die Wiederkehr des Untergangs modernen Denkens und Neofeudalismus und Neokolonialismus in und von Europa.

Und keine*r mag es hören.

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saloo
saloo
21. Juli 2026 12:49

hahha das ist gut aber der Deckel auf Kochtopf der muss ein ihr habt ja etwas und zwar einen Dachschaden ihr seit mitschuldig wenn in allen Ländern zig Tausende Atomkraftwerke entstehen werden müssen damit reiche noch reicher werden, die erde wird durch co2 nicht kaputt aber durch Atomkraftwerke und Bomben

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David Sowka
David Sowka
Reply to  saloo
21. Juli 2026 14:58

Niemand braucht wegen Klimaanlagen Atomkraftwerke. Der zusätzliche Strombedarf fällt vor allem an heißen Sommertagen an – also genau dann, wenn Photovoltaik besonders viel Strom produziert. In Österreich haben wir zu diesen Zeiten teilweise sogar Stromüberschüsse. Und dass CO₂ die Erde nicht schädigt, widerspricht schlicht dem Stand der Wissenschaft.

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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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17. August 2026
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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque
Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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