An einem heißen Sommertag verursacht eine Klimaanlage rund 0,6 Kilogramm CO₂. Zum Vergleich: Wenn wir einen Tag im Winter mit einer Gasheizung heizen, verursacht das 10,9 Kilogramm. Ein Tag Heizen entspricht also so viel CO₂ wie 18 Tage Kühlen. Die Regierung will den Einbau von Klimageräten jetzt erleichtern, und damit stellt sich die Frage, wie stark Kühlen das Klima überhaupt belastet. Mit diesem Rechner können Sie herausfinden, wie Ihre Heizung oder Klimaanlage sich auf das Klima niederschlagen.
Als Grundlage des Vergleichs dienen eine Wohnung mit 70 Quadratmetern und ein Haus mit 150 Quadratmetern. Beides sind Durchschnittsgrößen in Österreich. Heizen verbraucht dabei ein Vielfaches der Energie, die Kühlen benötigt, und belastet das Klima entsprechend stärker.
Am schlechtesten schneiden Öl und Gas ab: Eine Ölheizung kommt in der Beispiel-Wohnung auf 16,3 Kilogramm CO₂ am Tag, eine Gasheizung auf 10,9 Kilogramm. Eine Klimaanlage liegt bei 0,6 Kilogramm.
Selbst ein mobiles Klimagerät mit Schlauch am Fenster, das ineffizienteste Gerät im Vergleich, kommt mit weniger Energie aus als jede Heizung. Dazu muss man den Strommix mitbedenken: Ein großer Teil des österreichischen Stroms stammt aus Wasserkraft, Wind und Sonne, was den Abstand zwischen Heizen und Kühlen noch vergrößert.
Klimaanlagen-Bilanz: 18 Tage Kühlen entspricht so viel CO₂ 1 Tag Heizen
Kühlen ist längst nicht mehr nur eine Frage des Komforts, sondern auch einer der Sicherheit und Gesundheit. Im Sommer 2025 starben in Österreich 449 Menschen an den Folgen von Hitze, im Rekordjahr davor waren es 989. Wohnminister Andreas Babler (SPÖ) kündigte im Juli 2026 an, den Einbau von Klimageräten, Rollläden und Sonnenschutz zu erleichtern.
Den größten Effekt fürs Klima hat aber nicht die Klimaanlage, sondern der Tausch der Heizung. Wer von Gas auf eine Wärmepumpe umsteigt, spart an einem einzigen Wintertag mehr CO₂, als eine Klimaanlage in zwei Wochen verursacht.
Und je mehr Strom aus Wind und Sonne kommt, desto sauberer heizt auch die Wärmepumpe. Der Nationalrat hat dafür im Juni ein Gesetz beschlossen, das den Ausbau beschleunigen soll. Mieterinnen und Mieter können den Umstieg allerdings selten selbst entscheiden, das liegt beim Eigentümer. Seit 1. Juli 2026 gilt immerhin eine neue Regel: Der Energieausweis muss nicht nur bei einer neuen Vermietung vorliegen, sondern auch bei der Verlängerung eines Mietvertrags. Und die Energieklasse von A bis G muss in jedem Inserat stehen. Wie gut oder schlecht eine Wohnung beheizt wird, lässt sich damit vor der Unterschrift erkennen.
Fossiles Heizen belastet das Klima um ein Vielfaches stärker als Kühlen
So viel Treibhausgas verursacht ein Haushalt an einem einzelnen Tag, gemessen in Kilogramm CO2-Äquivalent. Ein Wintertag ist ein durchschnittlicher Tag der Heizsaison, nicht der kälteste des Jahres: rund 3 Grad draußen, geheizt wird auf 20 Grad. Ein Hitzetag hat rund 34 Grad, gekühlt wird auf 26 Grad. Die ersten beiden Spalten zeigen eine Wohnung mit 70 und ein Haus mit 150 Quadratmetern, beide teilsaniert. Tippen Sie in der dritten Spalte auf Mein Zuhause, um Ihre eigenen Werte zu rechnen.
Mein Zuhause
Alle Werte gelten je Tag und sind Durchschnitte für das gesamte Gebäude. Die Zeile Wärmepumpe mit Flächenkühlung folgt der gewählten Solltemperatur nicht, weil eine Flächenkühlung die Raumtemperatur nur begrenzt absenken kann.
Wintertag: heizen
Durchschnittstag der Heizsaison, rund 3 °C draußen
Alle Angaben in kg CO2e je Tag
| Heizsystem |
70 m²
|
150 m²
|
||
|---|---|---|---|---|
| Ölheizung | 16,3kg | 34,8kg | –kg | |
| Gasheizung | 10,9kg | 23,3kg | –kg | |
| FernwärmeÖsterreich-Schnitt | 7,1kg | 15,2kg | –kg | |
| Elektroheizung | 6,5kg | 13,9kg | –kg | |
| Luft-WärmepumpeCOP 2,5 bis 3,0 | 2,2–2,6kg | 4,6–5,6kg | –kg | |
| Sole-WärmepumpeErdwärme, COP 3,5 bis 4,5 | 1,4–1,9kg | 3,1–4,0kg | –kg | |
| HolzheizungPellets oder Scheitholz | 1,3kg | 2,8kg | –kg |
Hitzetag: kühlen
Hitzetag mit rund 34 °C draußen
Alle Angaben in kg CO2e je Tag
| Kühlsystem |
70 m²
|
150 m²
|
||
|---|---|---|---|---|
| Mobiles KlimagerätEER 2,5, Praxiswert oft schlechter | 0,9kg | 1,8kg | –kg | |
| Zentrale KlimaanlageEER 3,0 | 0,7kg | 1,5kg | –kg | |
| Split-KlimaanlageEER 3,5 | 0,6kg | 1,3kg | –kg | |
| Wärmepumpe mit aktiver KühlungGebläsekonvektoren, EER 4,0 | 0,5kg | 1,1kg | –kg | |
| Wärmepumpe mit FlächenkühlungTemperierung über Boden, Wand oder Decke, höchstens rund 3 Grad Absenkung | 0,2kg | 0,4kg | –kg |
Emissionsfaktoren: Alle Faktoren aus Umweltbundesamt REP-0989, Datenstand 2025, jeweils direkte und vorgelagerte Emissionen. Strom 152 g CO2e/kWh, Fernwärme Österreich-Durchschnitt 166 g, Erdgas 249 g (Heizwert), Heizöl extra leicht 342 g, Pellets 26 g, Scheitholz 25 g.
Wirkungsgrade und Leistungszahlen: Gasbrennwertkessel 98 %, Ölkessel 90 %, Holzheizung 85 %, Elektroheizung 100 %, Fernwärme 100 % am Übergabepunkt. Luft-Wärmepumpe COP 2,5 bis 3,0, Sole-Wärmepumpe COP 3,5 bis 4,5, jeweils als Spanne ausgewiesen. Kühlung mit EER 4,0 für die Wärmepumpe mit aktiver Kühlung, 3,5 für Split-, 3,0 für zentrale und 2,5 für mobile Klimageräte.
Holzheizungen: Für Pellets nennt das Umweltbundesamt 26 g CO2e/kWh, für Scheitholz 25 g. Der Unterschied ist für diese vereinfachte Darstellung vernachlässigbar, deshalb sind beide in einer Zeile mit 26 g und einem Wirkungsgrad von 85 % zusammengefasst.
Wärmepumpe mit Flächenkühlung: Fußboden-, Wand- und Deckenkühlung dient der Temperierung, nicht der Klimatisierung. Die Vorlauftemperatur muss über dem Taupunkt bleiben, sonst schlägt sich Feuchtigkeit auf den Flächen nieder. Eine Absenkung der Raumtemperatur um mehr als rund 3 Grad ist damit nicht erreichbar. Diese Zeile folgt deshalb nicht der frei gewählten Solltemperatur, sondern rechnet mit einer festen Kühllast von 0,075 Kilowattstunden Nutzkälte je Quadratmeter und Tag, was rund 3 der 8 Grad Temperaturabsenkung des Modelltags entspricht, bei EER 4,0. Nicht dargestellt ist die passive Kühlung einer Sole-Wärmepumpe, bei der die Wärme ohne oder fast ohne Verdichterbetrieb ins Erdreich abgeführt wird. Sie verbraucht deutlich weniger Strom und lässt sich nicht mit einem EER von 4,0 abbilden.
Mobile Klimageräte: Mobile Einschlauchgeräte können in der Praxis deutlich mehr Strom benötigen, als der nominelle EER vermuten lässt. Da Raumluft über den Abluftschlauch nach außen geblasen wird, strömt warme Außenluft nach. Der Tabellenwert ist deshalb eher günstig angesetzt.
Gebäudezustand: Altbau unsaniert 180 kWh Heizwärmebedarf je m² und Jahr, teilsaniert 110 kWh, Neubau 40 kWh, jeweils verteilt auf 180 Heiztage. Das ergibt 1,0000, 0,6111 und 0,2222 Kilowattstunden Nutzwärme je Quadratmeter und Heiztag. Die festen Tabellenspalten zeigen den teilsanierten Fall. Für das Kühlen sind unabhängig vom Gebäudezustand 0,20 Kilowattstunden Nutzkälte je Quadratmeter und Hitzetag angesetzt.
Temperaturen und Lage der Wohnung: Der Wert von 0,6111 Kilowattstunden je Quadratmeter entspricht rechnerisch einem Tag mit rund 3 Grad Außentemperatur bei 20 Grad Raumtemperatur. Grundlage ist die in Österreich übliche Heizgradtag-Methode mit 20 Grad Raumtemperatur und 12 Grad Heizgrenze. Das österreichweite Jahresmittel lag zuletzt zwischen rund 2.850 und 3.300 Kelvintagen, je nachdem wie kalt der Winter war. Wer wärmer oder kühler wohnt, verschiebt den Bedarf über den Unterschied zur Außentemperatur. Alle Werte sind Gebäudedurchschnitte. Eine Wohnung im Dachgeschoss oder im Erdgeschoß hat mehr Außenfläche und braucht deutlich mehr Energie, eine Wohnung im Mittelgeschoß zwischen zwei beheizten Nachbarwohnungen deutlich weniger.
Kühlbedarf: Der tatsächliche Kühlbedarf hängt neben der Außentemperatur stark von Sonneneinstrahlung, Verschattung, Fensterflächen, Luftfeuchtigkeit und Gebäudeausführung ab. Die Anpassung an die gewählte Raumtemperatur ist daher eine vereinfachte Modellrechnung.
Strommix: Die 152 g je Kilowattstunde sind ein Jahresmittel der österreichischen Stromaufbringung inklusive Importen. Im Winter liefern Wasserkraft und Photovoltaik weniger, der Mix ist dann fossiler, im Sommer sauberer. Die Winterwerte für Wärmepumpe und Elektroheizung fallen deshalb tendenziell zu günstig aus, die Sommerwerte für Klimaanlagen zu ungünstig.
Warum Holz so niedrig liegt: Nach der amtlichen Methodik wird das bei der Verbrennung freigesetzte CO2 nicht angerechnet, weil der Baum beim Wachsen dieselbe Menge aufgenommen hat. Übrig bleiben Methan, Lachgas und die Emissionen aus Ernte, Trocknung und Transport. Über die Luftqualität sagt diese Bilanz nichts aus. Holzheizungen sind eine der größten Feinstaubquellen im Hausbrand, deutlich vor Gas, Fernwärme und Wärmepumpe. Feinstaub lässt sich nicht in CO2-Äquivalent umrechnen, es ist eine eigene Schadstoffgröße mit eigener Wirkung.
Kältemittel: Kältemittelverluste bei Wärmepumpen und Klimaanlagen sind in dieser Berechnung nicht enthalten.

(maximal 5 Antwortmöglichkeiten)




































hahha das ist gut aber der Deckel auf Kochtopf der muss ein ihr habt ja etwas und zwar einen Dachschaden ihr seit mitschuldig wenn in allen Ländern zig Tausende Atomkraftwerke entstehen werden müssen damit reiche noch reicher werden, die erde wird durch co2 nicht kaputt aber durch Atomkraftwerke und Bomben
Niemand braucht wegen Klimaanlagen Atomkraftwerke. Der zusätzliche Strombedarf fällt vor allem an heißen Sommertagen an – also genau dann, wenn Photovoltaik besonders viel Strom produziert. In Österreich haben wir zu diesen Zeiten teilweise sogar Stromüberschüsse. Und dass CO₂ die Erde nicht schädigt, widerspricht schlicht dem Stand der Wissenschaft.