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Israel und Westjordanland: „Die schwierigste Situation seit Beginn der Besatzung“

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Westjordanland Israel UNRWA

Die UNRWA bietet palästinensischen Flüchtlingskindern Zugang zu Bildung und Unterricht. Foto: UNRWA

Julius Schiedat Julius Schiedat
in Internationales, Interview
Lesezeit:11 Minuten
14. September 2026
2
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Im von Israel besetzten Westjordanland nimmt die Gewalt weiter zu. Nach Angaben der Vereinten Nationen haben israelische Streitkräfte und radikale Siedler seit Anfang 2025 mehr als 320 Palästinenser:innen getötet. Siedler sind israelische Zivilist:innen, die in Siedlungen im besetzten Westjordanland leben. Roland Friedrich leitet das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA im Westjordanland. Im Interview mit Kontrast spricht er über die zunehmende Gewalt und darüber, was sie für die palästinensische Bevölkerung und die Beschäftigten des UN-Hilfswerks bedeutet.

Inhalt
Israel erhöht den Druck auf UN-Organisation im Westjordanland
Siedlergewalt und Siedlungsbau: „Schwierigste Situation im Westjordanland seit Beginn der Besatzung“
„Unsere Mitarbeiter haben mittlerweile Angst, sich zu bewegen“
Humanitäre Hilfe trägt zur Stabilisierung der Region bei
UNO-Schulen: Bildung als Schutz vor Perspektivlosigkeit und Radikalisierung
Wie sich die Lage in Gaza und in dem Westjordanland verbessern kann

Das Westjordanland erlebt eine der angespanntesten Phasen der vergangenen Jahre. Für viele Palästinenser:innen ist der Alltag geprägt von Unsicherheit, eingeschränkter Bewegungsfreiheit und der Angst, dass das, was in Gaza passiert, auch auf das Westjordanland übergreifen könnte. Die Stürmung und Beschlagnahmung eines Ausbildungszentrums der Vereinten Nationen am 25. August in Ost-Jerusalem markiert dabei eine weitere Eskalationsstufe: Es handelt sich dabei um das älteste berufliche Ausbildungszentrum der UNRWA und hat seit mehr als 70 Jahren Tausenden palästinensischen Geflüchteten kostenlos eine berufliche Perspektive eröffnet.

Der Vorfall steht in einer Reihe israelischer Angriffe gegen Einrichtungen des UN-Hilfswerks: Im Jänner zerstörte die israelische Regierung die UNRWA-Zentrale in Ost-Jerusalem und sowohl im Juli als auch im August stürmten israelische Streitkräfte UNRWA-Ausbildungszentren. Gleichzeitig wird der Ausbau völkerrechtswidriger israelischer Siedlungen im Westjordanland weiter fortgesetzt und zehntausende Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben.

Die Vereinten Nationen und Völkerrecht
Die UN (Vereinten Nationen) sind eine internationale Organisation, die sich für Frieden, Sicherheit und Zusammenarbeit zwischen Staaten einsetzt. Mitglieder sind zum Beispiel Deutschland, Österreich, Frankreich, die USA, Japan und Brasilien. UN-Gebäude stehen unter besonderem völkerrechtlichem Schutz. Staatliche Behörden dürfen sie grundsätzlich nicht ohne Zustimmung der Vereinten Nationen betreten, durchsuchen oder beschlagnahmen – Israel verstößt somit nach Einschätzung der Vereinten Nationen gegen geltendes Völkerrecht.

Im Interview spricht UNRWA-Direktor Roland Friedrich über die Folgen dieser Entwicklung, die Einschränkungen ihrer humanitären Arbeit und darüber, warum Bildung aus seiner Sicht nicht nur Zukunftschancen eröffnet, sondern auch zur Stabilisierung der Region beiträgt.

Das ist die UNRWA – und hier sind sie im Einsatz
Die UNRWA ist das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge. Sie versorgt und unterstützt palästinensische Flüchtlinge unter anderem mit Schulen, medizinischer Versorgung, Sozialhilfe, Berufsausbildung und humanitärer Nothilfe. Im Westjordanland betreibt UNRWA unter anderem rund 90 Schulen für etwa 50.000 Kinder und 50 Gesundheitszentren. Das Hilfswerk arbeitet bereits seit 1950 in der Region.

 

Einsatzgebiet von UNRWA
UNRWA ist in Syrien, dem Libanon, dem Gazastreifen, im Westjordanland und in Jordanien im Einsatz.

Israel erhöht den Druck auf UN-Organisation im Westjordanland

Kontrast: Israelische Behörden haben eine Berufsschule der Vereinten Nationen gestürmt. Was ist dort passiert?

Friedrich (UNRWA): Kalandia ist eine von drei Berufsschulen, die wir im Westjordanland betreiben. Dort werden jährlich rund 340 junge männliche Flüchtlinge zwischen 15 und 19 Jahren ausgebildet – beispielsweise zu Schreinern, Elektrikern, Mechatronikern oder Grafikdesignern. Die Einrichtung besteht bereits seit den 1950er-Jahren. Sie liegt in einem Gebiet, das Israel 1980 völkerrechtswidrig annektiert hat.

Wir haben in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Einsätze israelischer Sicherheitskräfte auf diese Einrichtung erlebt. Am 25. August kam es zu einem massiven systematischen Zugriff von israelischen Polizeikräften und weiteren israelischen Behörden. Zu diesem Zeitpunkt waren rund 20 unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort. Einige wurden über mehrere Stunden festgesetzt. Mitarbeiterinnen wurden durchsucht und teilweise gezwungen, ihren Hijab abzulegen. Dann kam der israelische Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, auf das Gelände. Unser Personal wurde vor laufenden Kameras eines israelischen Fernsehsenders aggressiv befragt, beleidigt und unter Druck gesetzt.

Seitdem haben wir keinen Zugang mehr zu dem Gelände. Damit kann das neue Ausbildungsjahr dort vorerst nicht wie geplant beginnen. Für die Jugendlichen ist das psychologisch verheerend. Ein Teil von ihnen befindet sich bereits mitten in einer mehrjährigen Ausbildung, andere haben gerade erst begonnen.

Diesen jungen Menschen werden Zukunftsperspektiven geraubt, die sie dringend brauchen.

Kalandia Ausbildungszentrum Westjordanland Israel UNRWAKalandia ist eine von drei Berufsschulen, die UNRWA im Westjordanland betreibt. Die Einrichtung besteht bereits seit den 1950er-Jahren.
Westjordanland Israel UNRWAIn der Berufsschule in Kalandia werden jährlich rund 340 junge männliche Flüchtlinge zwischen 15 und 19 Jahren ausgebildet – beispielsweise zu Schreinern, Elektrikern, Mechatronikern oder Grafikdesignern.
Westjordanland Israel UNRWANeben der Berufsschule in Kalandia betreibt UNRWA auch Schulen für jüngere Kinder.

Kontrast: Ist der Vorfall in Kalandia ein Einzelfall oder Teil eines größeren Drucks auf die Arbeit der UN-Organisation?

Friedrich (UNRWA): Wir sehen generell ein Bestreben, uns aus Ost-Jerusalem herauszudrängen und unsere Einrichtungen dort zu schließen.

Jerusalem und Ost-Jerusalem – kurz erklärt

Jerusalem ist politisch und völkerrechtlich einer der umstrittensten Orte im Nahostkonflikt

Nach dem arabisch-israelischen Krieg von 1948/49, der nach der Gründung Israels und dem Angriff mehrerer arabischer Nachbarstaaten ausbrach, kontrollierte Israel den westlichen Teil Jerusalems, Jordanien den östlichen Teil. Im UN-Teilungsplan von 1947 war für Jerusalem ursprünglich jedoch ein anderer Status vorgesehen: Die Stadt sollte als „Corpus separatum“ ein separates Gebiet unter einem besonderen internationalen Regime bilden und von den Vereinten Nationen verwaltet werden. Die ganze Region sollte dann in einen unabhängigen jüdischen und einen unabhängigen arabischen Staat getrennt werden.

Im Sechstagekrieg 1967 eroberte Israel Ost-Jerusalem und besetzte zugleich das Westjordanland. Israel weitete anschließend sein Recht und seine Verwaltung auf Ost-Jerusalem aus und erklärte 1980 das „vereinigte Jerusalem“ zu seiner Hauptstadt.

International wird die israelische Besatzung Ost-Jerusalems nicht anerkannt

Der UN-Sicherheitsrat erklärte die entsprechenden israelischen Maßnahmen 1980 für völkerrechtswidrig und „null und nichtig“. Die Vereinten Nationen behandeln Ost-Jerusalem deshalb weiterhin als Teil des besetzten palästinensischen Gebiets.

Im Westjordanland beschäftigen wir rund 4.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der überwiegende Teil davon sind Palästinenserinnen und Palästinenser. Das internationale Team ist mit ungefähr 30 Personen relativ klein.

Seit Januar 2025 erhalten wir von den israelischen Behörden keine Visa mehr. Deshalb können wir als internationales Team nicht mehr einreisen und müssen Teile der Operation aus Amman, der Hauptstadt von Jordanien, steuern. Das ist nicht deshalb der Fall, weil die Sicherheitslage unsere Anwesenheit unmöglich machen würde, sondern weil unsere Einreise politisch nicht gewollt ist.

Hinzu kommen zwei israelische Gesetze: eines untersagt unsere Tätigkeit im besetzten Ost-Jerusalem, das andere verbietet israelischen staatlichen Stellen den Kontakt mit UNRWA. Das hat erhebliche praktische Folgen. Früher hatten wir beispielsweise eine sehr enge technische Koordination mit israelischen militärischen Stellen, um während militärischen Angriffen humanitären Zugang zu ermöglichen oder Evakuierungen zu organisieren. Diese direkte Kommunikation ist heute nicht mehr möglich.

Kontrast: Kann UNRWA unter diesen Bedingungen überhaupt noch weiterarbeiten?

Friedrich (UNRWA): Im übrigen Westjordanland geht unsere Arbeit weiter, allerdings unter deutlich schwierigeren Bedingungen.

Wir betreiben dort 90 Schulen für rund 50.000 Kinder und 50 Gesundheitszentren. Im vergangenen Jahr hatten wir etwa 1,1 Millionen Patiententermine. Außerdem leisten wir Sozialhilfe, humanitäre Hilfe und Nothilfe für mehr als 270.000 Menschen. Im Norden des Westjordanlands unterstützen wir 34.000 Binnenvertriebene aus drei Flüchtlingslagern.

Der humanitäre Spielraum ist in den vergangenen Jahren allerdings deutlich kleiner geworden – und das betrifft nicht nur UNRWA, sondern auch andere humanitäre Organisationen.

Siedlergewalt und Siedlungsbau: „Schwierigste Situation im Westjordanland seit Beginn der Besatzung“

Kontrast: Wie würden Sie die Situation im Westjordanland insgesamt beschreiben?

Friedrich (UNRWA): Wir sehen eine massive Verschlechterung auf praktisch allen Ebenen. Wirtschaftlich haben mehr als 160.000 Palästinenser den Zugang zum israelischen Arbeitsmarkt verloren, weil entsprechende Grenzübergänge geschlossen wurden. Gleichzeitig hat sich die Sicherheits- und Menschenrechtslage deutlich verschärft.

Wir sehen intensivere israelische Operationen, bei denen zunehmend militärische Mittel eingesetzt werden, außerdem eine massive Zunahme von Siedlergewalt.

Wer sind israelische Siedler?

Als israelische Siedler werden israelische Zivilisten bezeichnet, die in Siedlungen im von Israel besetzten Westjordanland einschließlich Ost-Jerusalem leben. Laut UN leben dort über 730.000 israelische Siedler – rund 230.000 in Ost-Jerusalem und etwa 500.000 im übrigen Westjordanland.

Die israelischen Siedlungen verstoßen nach Auffassung der Vereinten Nationen und des Internationalen Gerichtshofs gegen das Völkerrecht. Der UN-Sicherheitsrat hält fest, dass sie „keine rechtliche Gültigkeit“ besitzen. Israel weist diese rechtliche Bewertung zurück.

Was bedeutet „Siedlergewalt“?
Mit Siedlergewalt sind Angriffe israelischer Siedler auf Palästinenser:innen, deren Häuser, Land oder Eigentum gemeint. Das heißt nicht, dass alle Menschen in israelischen Siedlungen gewalttätig sind. Die dokumentierten Übergriffe reichen von körperlichen Angriffen, Schlägen, Schüssen und Steinwürfen bis zu Brandanschlägen auf Häuser, Autos und Moscheen. Hinzu kommen die Zerstörung von Olivenbäumen und Feldern, Schäden an Wasser- und Stromversorgung, Diebstahl von Vieh sowie Drohungen und Einschüchterungen.
Die Gewalt hat stark zugenommen
Nach Angaben des UN-Nothilfebüros OCHA wurden von Jahresbeginn bis Ende Juli 2026 mehr als 1.380 Vorfälle mit israelischen Siedlern dokumentiert, bei denen Menschen verletzt oder Eigentum beschädigt wurde – durchschnittlich rund 7 Vorfälle pro Tag. Seit Jahresbeginn wurden bis Ende August 23 Palästinenser:innen im Zusammenhang mit Siedlerangriffen getötet und mehr als 1.100 verletzt.

Dazu kommt ein immer schneller voranschreitender Siedlungsbau – gerade in den vergangenen zwölf Monaten hat sich diese Entwicklung noch einmal beschleunigt. Es geht dabei nicht nur um die Siedlungen selbst, sondern auch um das Straßennetz, das sie miteinander verbindet. Das alles macht die Perspektive für eine Zwei-Staaten-Lösung immer schwieriger.

Und natürlich gibt es eine große Angst davor, dass das, was wir in Gaza gesehen haben, auf das Westjordanland überschwappt. Wir sehen derzeit wahrscheinlich die schwierigste Situation im Westjordanland seit Beginn der Besatzung 1967.

Das ist seit dem 7. Oktober 2023 in Gaza passiert

Am 7. Oktober 2023 griffen die Hamas und andere bewaffnete Organisationen Israel an, töteten rund 1.200 Menschen und verschleppten mehr als 250 Menschen in den Gazastreifen. Israel begann daraufhin einen groß angelegten Militäreinsatz im Gazastreifen. Es folgten massive Luftangriffe und Bodenoffensiven. Große Teile der Bevölkerung wurden wiederholt zur Flucht aufgefordert und vertrieben. Gleichzeitig schränkte Israel die Einfuhr von Hilfsgütern und anderen lebenswichtigen Gütern stark ein.

Die Folgen für die palästinensische Zivilbevölkerung und die Infrastruktur sind enorm. Seit Oktober 2023 wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza und laut der UN mehr als 73.000 Palästinenser:innen getötet und über 170.000 verletzt. Viele weitere Menschen gelten als vermisst oder werden unter Trümmern vermutet.

Auch ein großer Teil der zivilen Infrastruktur wurde von israelischen Streitkräften zerstört oder beschädigt. Nach Angaben von UNICEF sind rund 98 Prozent der Schulgebäude in Gaza beschädigt. Das Gesundheitssystem ist weitgehend zusammengebrochen: Mehr als die Hälfte der Krankenhäuser ist nicht funktionsfähig.

Besonders betroffen sind Einrichtungen der Vereinten Nationen. UNRWA verfügte vor dem Krieg über rund 300 Einrichtungen in Gaza, darunter Schulen, Gesundheitszentren und andere Hilfseinrichtungen. Nahezu alle UNRWA-Einrichtungen sind seit Kriegsbeginn von Kampfhandlungen betroffen. Nach Angaben der UNRWA wurden seit Beginn des israelischen Angriffs 392 ihrer Mitarbeiter:innen in Gaza getötet. Mitte 2026 waren laut UNICEF fast 90 Prozent der Wasser- und Sanitärinfrastruktur beschädigt oder zerstört.

Südafrika hat Israel vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) wegen Verstößen gegen die Genozidkonvention verklagt. Ein abschließendes Urteil gibt es bislang nicht. Mehrere internationale Institutionen und Menschenrechtsorganisationen sind jedoch bereits zu dem Ergebnis gekommen, dass Israel in Gaza einen Genozid begeht. Eine unabhängige Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrats stellte im September 2025 fest, dass israelische Behörden und Streitkräfte vier der fünf in der Genozidkonvention definierten Handlungen begangen hätten und dabei mit der Absicht gehandelt hätten, die palästinensische Bevölkerung in Gaza zumindest teilweise zu zerstören.

 

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Ein Beitrag geteilt von Al Jazeera English (@aljazeeraenglish)

Kontrast: Gleichzeitig nimmt die Gewalt durch israelische Siedler zu. Wer ist dafür verantwortlich, diese Gewalt zu verhindern?

Friedrich (UNRWA): Die rechtliche Situation ist komplex, weil das Westjordanland in A-, B- und C-Gebiete aufgeteilt ist und die Palästinensische Autonomiebehörde dort jeweils unterschiedliche Kompetenzen hat. In den A-Gebieten ist sie auf dem Papier für zivile Angelegenheiten und Sicherheit zuständig, während Israel in den C-Gebieten sowohl die Sicherheits- als auch die Zivilkontrolle hat.

Entscheidender ist aus meiner Sicht aber die Frage des politischen Willens, Siedlergewalt tatsächlich zu stoppen.

In der Vergangenheit haben wir durchaus gesehen, dass israelische Sicherheitskräfte gegen gewalttätige Siedler eingeschritten sind. Das sehen wir heute immer weniger.

Israel ist als Besatzungsmacht für den Schutz der Bevölkerung in den besetzten Gebieten verantwortlich – und dazu gehört auch die palästinensische Bevölkerung. Was wir in den vergangenen Jahren außerdem beobachten, ist ein massiver Ausbau der Siedlungen und sogenannter Farmen oder Außenposten. Und es gibt systematische Gewalt durch Siedlergruppen. Wir sehen Fälle, in denen palästinensische Menschen aus ihren Häusern oder von ihrem Land verdrängt werden.

„Unsere Mitarbeiter haben mittlerweile Angst, sich zu bewegen“

Kontrast: Was bedeutet diese Entwicklung für Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort?

Friedrich (UNRWA): Unser Personal ist davon unmittelbar betroffen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sich zwischen Büros, Schulen und Gesundheitszentren bewegen. Wenn es zu Siedlerübergriffen kommt oder bestimmte Einrichtungen nicht mehr ohne Weiteres zugänglich sind, betrifft das ihre tägliche Arbeit ganz konkret.

Auch an Checkpoints beobachten wir eine Verschärfung der Situation. Checkpoints sind israelische Kontrollstellen im Westjordanland, an denen Personen und Fahrzeuge angehalten, überprüft und in ihrer Weiterfahrt eingeschränkt werden können.

Es gibt Fälle, in denen UNRWA-Personal zunehmend aggressiv behandelt wird und Privilegien und Immunitäten, die für UN-Personal gelten, nicht ausreichend respektiert werden. Es kommt auch zu unbefugtem Betreten unserer Einrichtungen durch israelische Sicherheitskräfte.

Solche Zwischenfälle gab es auch vor Januar 2025 schon. Damals hatten wir aber die Möglichkeit, diese Fälle direkt mit israelischen militärischen Stellen zu besprechen und Lösungen zu finden. Das können wir heute nicht mehr.

Unsere Mitarbeiter haben mittlerweile teilweise Angst, sich zu bewegen.

Wenn sie nicht mehr ohne Weiteres zwischen unseren Einrichtungen unterwegs sein können, schränkt das natürlich auch unsere Fähigkeit ein, den Menschen Hilfe und Dienstleistungen zukommen zu lassen.

 

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Ein Beitrag geteilt von UNRWA (@unrwa)

Humanitäre Hilfe trägt zur Stabilisierung der Region bei

Kontrast: Sie sagen, UNRWA leiste mit dieser Arbeit auch einen Beitrag zur Stabilisierung. Was meinen Sie damit?

Friedrich (UNRWA): Wir sind nach der Palästinensischen Autonomiebehörde einer der größten Dienstleister im Westjordanland. Wir sind aufgrund unseres Mandats in erster Linie für die Menschen da – aber mit dieser Arbeit tragen wir natürlich auch zur Stabilität bei.

Man sieht das sehr konkret an den 34.000 Binnenvertriebenen im Norden des Westjordanlands. Das sind Menschen, die seit langer Zeit nicht mehr in ihren eigenen Häusern leben können. Sie wohnen in gemieteten Wohnungen oder Notunterkünften, haben ihre Einkommensquellen verloren und sind traumatisiert. Sie wollen in ihre Häuser zurück, aber ein großer Teil dieser Häuser ist zerstört.

Eine solche Situation trägt langfristig in keiner Weise zur Stabilisierung oder zur Koexistenz bei. Im Gegenteil: Je verzweifelter Menschen werden und je weniger Perspektiven sie haben, desto leichter werden sie auch für radikale Kräfte empfänglich.

Deshalb geht es bei humanitärer Hilfe und unseren Dienstleistungen nicht nur darum, akute Not zu lindern. Sie leisten auch einen Beitrag dazu, die Situation zu stabilisieren. Und genau deshalb ist die derzeitige Entwicklung im Westjordanland so besorgniserregend.

UNO-Schulen: Bildung als Schutz vor Perspektivlosigkeit und Radikalisierung

Kontrast: Gerade junge Menschen sind von dieser Entwicklung betroffen. Welche Rolle können Schulen in einer solchen Situation spielen?

Friedrich (UNRWA): Schulen sind viel mehr als Orte, an denen Unterricht stattfindet. Sie bieten gerade in einem solchen Umfeld einen sicheren Raum. Kinder sind dort mit ihren Freundinnen und Freunden zusammen, die Schulen liegen gerade in den Flüchtlingslagern oft nah an ihrem Wohnort, und wir bieten auch psychologische Betreuung und Unterstützung an.

Viele dieser Kinder wachsen bereits seit Jahren unter sehr schwierigen Bedingungen auf — unter dem täglichen Leben von militärischer Besatzung. Deshalb ist Schule auch ein Ort, an dem Stabilität und Normalität entstehen können.

Wir versuchen, trotz immer knapper werdender Mittel qualitativ hochwertigen Unterricht anzubieten. Derzeit können wir für mehr als 50.000 Kinder vier Tage Unterricht pro Woche gewährleisten.

Uns ist besonders wichtig, dass Kinder aus benachteiligten Verhältnissen und vor allem junge Mädchen weiterhin Zugang zu Bildung haben.

Wie schwierig das inzwischen ist, zeigt sich beispielsweise in Jenin, einer Stadt im Norden des Westjordanlandes. Dort ist zeitweise rund die Hälfte der Schultage ausgefallen. Wir versuchen solche Ausfälle so gut es geht aufzufangen, etwa durch Nachholunterricht in den Sommerferien oder durch Fernunterricht. Aber solche Maßnahmen können regulären Schulunterricht natürlich nur begrenzt ersetzen.

Wenn Schulen schließen, gibt es für viele Kinder keine Alternative. Dann fällt dieser Ort einfach weg. Und wenn eine ganze Generation zunehmend ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft verliert, steigt auch die Gefahr, dass junge Menschen für radikale Kräfte empfänglicher werden.

Kontrast: UNRWA wurde vorgeworfen, in den Schulen problematische oder sogar radikalisierende Inhalte zu vermitteln. Was entgegnen Sie dieser Kritik?

Friedrich (UNRWA): Zunächst muss man erklären, wie unser Bildungssystem funktioniert. In allen fünf Gebieten, in denen wir tätig sind – Gaza, Westjordanland, Jordanien, Syrien und Libanon –, verwenden wir grundsätzlich die Schulbücher des jeweiligen Sitzstaates beziehungsweise der zuständigen Behörden. Das ist notwendig, damit unsere Schülerinnen und Schüler anerkannte Bildungsabschlüsse erwerben können.

Gleichzeitig werden Lehrpläne und Lehrbücher regelmäßig von unserem Bildungspersonal darauf überprüft, ob sie mit den Werten der Vereinten Nationen und den UNESCO-Standards übereinstimmen.

Bei den Schulbüchern der Palästinensischen Autonomiebehörde gibt es einen kleinen Anteil von Inhalten, die wir als kontrovers einstufen. Dabei geht es beispielsweise um geschlechtsspezifische Darstellungen, Fragen der Altersangemessenheit oder bestimmte politische Inhalte. Solche Inhalte werden bei uns nicht unterrichtet beziehungsweise entsprechend angepasst. Das betrifft zum Beispiel bestimmte Karten, historische Figuren oder Aufgabenstellungen, die wir für den Unterricht nicht geeignet halten.

Ich halte es für falsch, die Ursachen von Radikalisierung auf Schulbücher von UNRWA zu reduzieren. Was Kinder und Jugendliche prägt, ist vor allem ihre täglich gelebte Realität.

In unseren Schulen versuchen wir gerade das Gegenteil: Wir vermitteln Menschenrechte, demokratische Werte, Partizipation, Konfliktregulierung und Koexistenz.

In jeder unserer Schulen gibt es beispielsweise Schülerparlamente. Dort lernen junge Menschen von klein auf, sich zu beteiligen, Konflikte auszuhandeln und Verantwortung zu übernehmen.

Wie sich die Lage in Gaza und in dem Westjordanland verbessern kann

Kontrast: Was müsste jetzt passieren, damit sich die Lage wieder stabilisiert?

Friedrich (UNRWA): Zunächst braucht es dringend eine Befriedung der Situation. Es braucht entschiedene Maßnahmen gegen Siedlergewalt und einen Stopp des Siedlungsausbaus.

In Gaza muss der humanitäre Zugang deutlich verbessert werden – nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für Notunterkünfte, Dienstleistungen, Wiederaufbau und psychologische Unterstützung.

Im Westjordanland muss der Handlungsspielraum für humanitäre und entwicklungspolitische Organisationen wiederhergestellt werden. Dazu gehört auch, dass UNRWA sein Mandat erfüllen kann. Das hat auch der Internationale Gerichtshof im Oktober vergangenen Jahres in einem Gutachten festgestellt. Israel ist demnach verpflichtet, humanitäres Personal – auch das von UNRWA – zu schützen und die Arbeit der Organisation sowie die Umsetzung ihres Mandats zu unterstützen.

Und langfristig wird es wieder einen politischen Prozess brauchen, der sich mit den Kernfragen dieses Konflikts beschäftigt. Beide Gesellschaften sind heute enorm traumatisiert – die israelische Gesellschaft durch den 7. Oktober und die palästinensische Gesellschaft durch die massive Gewalt in Gaza und die verschärfte Situation im Westjordanland.

Roland Friedrich, Leiter von UNRWA im Westjordanland.
Parlament Das Thema "Westjordanland" im Parlament

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2 Comments
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Franthal
Franthal
16. September 2026 19:11

Die kontrasteredaktion sollte mal Richard Schuberts buch über den antisemitismus,der keiner sein will,lesen,um sich darin wieder zu erkennen.leider…
Mfg w.franthal

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lichtenberg
lichtenberg
16. September 2026 17:54

schwierige Situation im Westjordan land ? – die schwierigste seit Beginn der Besatzung [ durch Israel]. Diese widerspricht dem Völkerrecht !! seit Jahrzehnten ! Was macht die Leyen Union ? Kein Geschrei, sondern sie liefert Waffen .

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    116 Stimmen 19%
    116 Stimmen - 19% aller Stimmen
  • Ich mache mir Sorgen um Datenschutz und Überwachung. 16%, 100 Stimmen
    100 Stimmen 16%
    100 Stimmen - 16% aller Stimmen
  • Halte ich für gefährlich. 13%, 82 Stimmen
    82 Stimmen 13%
    82 Stimmen - 13% aller Stimmen
  • Ich vertraue den Ergebnissen von KI nicht. 12%, 74 Stimmen
    74 Stimmen 12%
    74 Stimmen - 12% aller Stimmen
  • Halte ich für nützlich. 10%, 61 Stimme
    61 Stimme 10%
    61 Stimme - 10% aller Stimmen
  • Nutze ich privat. 10%, 60 Stimmen
    60 Stimmen 10%
    60 Stimmen - 10% aller Stimmen
  • Ich glaube, dass KI viele Arbeitsplätze gefährdet. 8%, 51 Stimme
    51 Stimme 8%
    51 Stimme - 8% aller Stimmen
  • Nutze ich für die Arbeit. 7%, 42 Stimmen
    42 Stimmen 7%
    42 Stimmen - 7% aller Stimmen
  • Vermeide ich absolut. 4%, 24 Stimmen
    24 Stimmen 4%
    24 Stimmen - 4% aller Stimmen
Stimmen insgesamt: 610
Wähler: 177
17. August 2026
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  • Interview mit dem Betriebsrat von Ardo. (Foto: Kontrast; Logo; KI-Montage)
    "Ohne Ardo-Werk kein Tiefkühlgemüse aus Österreich" – Betriebsrat im Interview
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    Trotz Millionen-Förderung: Ardo sperrt profitables Tiefkühlgemüse-Werk in NÖ zu
  • Nobelpreis 2025 (Foto: Pixabay / Unsplash)
    Nobelpreise 2026: Alle Preisträger:innen – von der Gehirnforschung bis zum Völkerrecht
  • Foto: Getty Images/Unsplash; Michael Dziedzic/Unsplash; Zyanya Citlalli/Unsplash (Montage). Logos: Gemeinfrei/Wikimedia
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  • Lasst euch von Fake-Accounts nicht täuschen: Eine Kommentarspalte ist keine Mehrheit
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  • Beim Strom passiert die Energiewende schon: Die EU und China sind beim Erneuerbaren-Ausbau Vorreiter
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  • Wenn es ums Pensionsalter geht, schlägt Statistik den Hausverstand 

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  • FPÖ mit Motorsäge gegen Sozialstaat

Zitate

Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque
Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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Israel

Israel ist ein Staat im Nahen Osten, an der östlichen Mittelmeerküste gelegen, mit einer Fläche von etwa 22.000 Quadratkilometern. Auf dieser Fläche leben rund 9,7 Millionen Menschen. Zum Vergleich: In der Schweiz leben ebenso viele Menschen auf der doppelten Fläche. Die Mehrheit der Bevölkerung ist jüdisch (ca. 74 %), etwa 21 % sind arabische Israelis, darunter überwiegend Muslime, aber auch Christen und Drusen. Die Amtssprachen sind Hebräisch und Arabisch, wobei die Israelis im Alltag vor allem Hebräisch sprechen. Die bekanntesten Städte sind Tel Aviv und Jerusalem. Während Jerusalem sowohl von Israel als auch von den Palästinensern als Hauptstadt betrachtet wird, ist dieser Status international umstritten. Heute ist Israel ein technologisch fortschrittlicher und wirtschaftlich stabiler Staat, der sich trotz geopolitischer Spannungen

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Palästina

Palästina bzw. die palästinensischen Gebiete umfassen das Westjordanland (einschließlich Ostjerusalem) und den Gaza-Streifen. Ihre Gesamtfläche beträgt etwas mehr als 6.000 Quadratkilometer. Etwa 40 Prozent des Westjordanlands stehen unter palästinensischer zivilen Verwaltung, was der Fläche Vorarlbergs entspricht. Der restliche Teil des Gebiets ist unter israelischer Kontrolle. 2026 leben rund 5,5 Millionen Palästinenserinnen und Palästinenser in diesen Gebieten, wobei die Bevölkerungsdichte insbesondere im Gaza-Streifen sehr hoch ist. Die Mehrheit der Bevölkerung ist jung, palästinensisch-arabisch und muslimisch, wobei es auch kleinere christliche Minderheiten gibt. Die humanitäre Lage, insbesondere im Gaza-Streifen, ist nach den letzten militärischen Eskalationen mit Israel extrem angespannt. Die Frage nach einem unabhängigen palästinensischen Staat und einem dauerhaften Frieden mit Israel bleibt bis heute ungelöst.

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Immunität

Unter Immunität versteht man, dass Abgeordnete zum Nationalrat "wegen der in Ausübung ihres Berufes geschehenen Abstimmungen niemals, wegen der in diesem Beruf gemachten mündlichen oder schriftlichen Äußerungen nur vom Nationalrat verantwortlich gemacht werden" können. Das bedeutet, dass in diesen Angelegenheiten weder eine straf- noch eine zivilgerichtliche oder auch verwaltungsbehördliche Verantwortlichkeit besteht. Diese "berufliche Immunität" bezieht sich also auf das Abstimmungsverhalten, auf Reden im Plenum des Nationalrates und in Ausschüssen, auf den Inhalt von parlamentarischen Anfragen und Anträgen. Wenn ein Abgeordneter eine im Plenum gemachte Äußerung außerhalb des Nationalrates wiederholt, so stehen diese nicht mehr unter dem Schutz der sachlichen Immunität. Darüber hinaus dürfen Mitglieder des Nationalrates ohne Zustimmung des Nationalrates wegen einer strafbaren Handlung nur dann behördlich verfolgt werden, wenn

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Menschenrechte

Menschenrechte sind Rechte, die jedem Mensch zustehen – aus dem alleinigen Grund, dass er oder sie ein Mensch ist. Menschenrechte gelten für jeden Menschen (Gleichheitsaspekt) und gelten überall auf der Welt. Es dürfen keine Unterschiede nach Hautfarbe, Geschlecht, Religion, Herkunft, politischer Überzeugung oder aus anderen Gründen gemacht werden. Alle Menschen haben die gleichen Rechte – die Menschenrechte sind daher Gleichheitsrechte und erlauben keine Diskriminierung. Sie werden auch als angeboren, unverletzlich, unveräußerlich und unabhängig von der Staatsangehörigkeit bezeichnet. Der Tag der Menschenrechte wird am 10. Dezember gefeiert. Es ist der Gedenktag zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde.

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