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Schlagende Burschenschaften prägen Leobener Universität mehr als anderswo

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Burschenschaften Montanuniversität Leoben (Bildquellen: Presse-Service.net/ Netzwerk freier Foto- und Videojournalist:innen/ Aciarium/Wikipedia/CC BY-SA 4.0; Chris72/Wikipedia/gemeinfrei; KI-Montage)

Burschenschaften Montanuniversität Leoben (Bildquellen: Presse-Service.net/ Netzwerk freier Foto- und Videojournalist:innen/ Aciarium/Wikipedia/CC BY-SA 4.0; Chris72/Wikipedia/gemeinfrei; KI-Montage)

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Erklärt, Rechtsextremismus, Steiermark
Lesezeit:9 Minuten
17. August 2026
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Im steirischen Leoben gehören Bänder, Mützen und Verbindungshäuser – kurzum: Burschenschaften –  selbstverständlich zum Universitätsalltag. Warum sind Studentenverbindungen ausgerechnet hier so sichtbar? Und wie kommt es, dass Korporationen enger in die Universitätsstruktur eingebunden sind als an jeder anderen österreichischen Hochschule?

Leoben ist eine kleine Universitätsstadt mit großem Traditionsbewusstsein. Die Montanuniversität steht für exzellente Forschung, ein anspruchsvolles Studium und ein familiäres Umfeld. Doch in den vergangenen Jahren geriet sie immer wieder auch aus einem anderen Grund in die Schlagzeilen: wegen Vorfällen im Umfeld von Burschenschaften.

Im Juni 2026 haben Medien über mutmaßliche Wiederbetätigung und Gewalt gegen einen Taxifahrer rund um das Stiftungsfest der Burschenschaft Leder berichtet. Zu den Tatverdächtigen zählen führende Personen der Identitären, darunter ein ehemaliger parlamentarischer Mitarbeiter der FPÖ. Sie waren von der Burschenschaft eingeladen worden.

Wir beleuchten die Schattenseiten des Verbindungslebens in der Montanstadt.

Inhalt
An der Universität Leoben gibt es viel Bier und bunte Bänder
Schlagend, farbentragend, männlich
Was eine Burschenschaft zur Burschenschaft macht
Diskussionen über „Arierparagraph“: Zwei Leobener Burschenschaften als Mitglieder in umstrittenem Dachverband
Zwölf Verbindungen im kleinen Leoben
Eine Universität, an der man Korporationen kaum entkommt
Bergkittel, Montandirndl und große Rituale
Tradition regelt man in Leoben per Vertrag zwischen Universität und Korporationen
2026: Bruch mit der Tradition – oder nur eine Unterbrechung?

An der Universität Leoben gibt es viel Bier und bunte Bänder

Wer in Leoben studiert, lernt Burschenschaften und andere Verbindungen früh kennen. Bunte Bänder, Mützen und Verbindungshäuser gehören zur Stadt wie Kneipen und akademische Traditionsveranstaltungen. Was für Eingeweihte ein ausgeklügeltes System aus Farben, Regeln und Zugehörigkeiten ist, wirkt von außen zunächst wie eine einzige Welt.

Dabei ist nicht alles, was nach Burschenschaft aussieht, auch eine.

Studentenverbindungen, auch Korporationen genannt, sind Zusammenschlüsse von Studierenden und Absolvent:innen, die sich meist auf eine jahrzehnte-, mitunter jahrhundertealte Tradition berufen. Ein entscheidender Unterschied zu gewöhnlichen Hochschulgruppen oder Vereinen liegt darin, dass die Mitgliedschaft üblicherweise nicht mit dem Studienabschluss endet.

Es gilt das sogenannte Lebensbundprinzip: Wer aufgenommen wird, bleibt in der Regel ein Leben lang Mitglied. Die aktiven Studierenden bilden die „Aktivitas“. Nach dem Studium wechseln die Mitglieder in den „Altherrenverband“. Sie unterstützen ihre Verbindung finanziell, organisatorisch oder durch berufliche Netzwerke.

Unter dem Begriff Studentenverbindung versammeln sich allerdings sehr unterschiedliche Organisationen. Es gibt katholische Verbindungen, die sich ausdrücklich zum christlichen Glauben bekennen und keine Mensuren fechten. Daneben stehen Landsmannschaften, Corps, Sängerschaften, Turnerschaften und akademische Vereine, jede mit eigenen Ritualen, Traditionen und historischen Wurzeln. Viele von ihnen verstehen sich heute als politisch neutral oder überparteilich.

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Schlagend, farbentragend, männlich

Die Symbolsprache der Verbindungen ist eine Welt für sich. Viele Korporationen sind farbentragend. Bei offiziellen Anlässen tragen ihre Mitglieder Bänder und Mützen in den Farben ihrer Verbindung. Was nach folkloristischem Zubehör aussehen mag, ist innerhalb der Korporationswelt ein wichtiges Zeichen von Zugehörigkeit.

Dann gibt es das Wort schlagend. Es bedeutet nicht, dass die Mitglieder einer Verbindung gewalttätig auftreten, sondern dass das studentische Fechten zu ihrer Tradition gehört. Die Mensur ist ein ritualisierter Fechtkampf mit scharfen Waffen und festen Regeln. Je nach Verbindung ist sie verpflichtend oder freiwillig; besonders verbreitet ist sie bei Burschenschaften und Corps.

Für ihre Anhänger ist sie Charakterprüfung und Traditionspflege. Kritiker sehen darin ein überkommenes Ritual und den Ausdruck eines elitären Männlichkeitsbildes.

„Es ist ein unglaublich archaisches Männlichkeitsritual,  das in seinen Wurzeln zurück geht auf die Tradition der Duelle. Von der Barockzeit aufwärts, also wenn jemand in seiner Ehre verletzt war, konnte man ihn zum Duell herausfordern,  das heißt, satisfaktionsfähig sind auch nur Männer. Frauen sind nicht satisfaktionsfähig“, erklärt die Historikerin Brigitte Bailer.

Damit ist man bei einem weiteren Merkmal vieler traditioneller Korporationen: Sie sind Männerbünde. Zwar gibt es inzwischen auch Damenverbindungen und gemischte Korporationen, doch diese sind historisch deutlich jünger und verfügen meist nicht über dieselbe gesellschaftliche Vernetzung. Dass Frauen ausgeschlossen bleiben, wird häufig mit Tradition begründet.

Viele Verbindungen distanzieren sich ausdrücklich von deutschnationalen Positionen. Katholische Korporationen etwa orientieren sich am christlichen Glauben und lehnen den Nationalismus klassischer Burschenschaften ab. Politisch liegen zwischen den einzelnen Verbindungen mitunter Welten.

Was eine Burschenschaft zur Burschenschaft macht

Burschenschaften bilden innerhalb dieser Welt eine eigene Gruppe. Sie sind reine Männerbünde, schlagend und explizit politisch, in der Regel deutschnational.

Ihre Geschichte beginnt am Anfang des 19. Jahrhunderts mit der nationalen Einheitsbewegung im deutschsprachigen Raum. Ursprünglich verbanden Burschenschaften liberale und nationale Ideen. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts entwickelte sich ein großer Teil jedoch zunehmend in eine völkisch-deutschnationale Richtung.

„Was eher ungern gesagt wird, ist, dass dieser liberale Traditionsstrang gerade in Österreich sehr schnell gekappt wurde und dass die Burschenschafter schon bald nach 1848 auf einen immer fanatischer völkisch-nationalistischen und antisemitischen Kurs eingeschwenkt sind. Und die liberalen Forderungen der burschenschaftlichen Frühgeschichte immer stärker in den Hintergrund getreten sind, was ihnen dann letztlich auch den Weg in die Arme der Nationalsozialisten geebnet hat“, fasst der Historiker und Burschenschaften-Experte Bernhard Weidinger zusammen.

Während der NS-Zeit legten die Burschenschaften, wie auch viele andere waffentragende Verbindungen, feierlich ihre Farben nieder und gingen im Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund auf. Bis heute verstehen sich viele von ihnen als Bewahrer einer „deutschen Volks- und Kulturgemeinschaft“.

Diskussionen über „Arierparagraph“: Zwei Leobener Burschenschaften als Mitglieder in umstrittenem Dachverband

Besonders der Dachverband Deutsche Burschenschaft, dem auch die Leobener Burschenschaften Leder und Cruxia angehören, steht seit Jahren wegen seiner völkisch-nationalistischen und rechtsextremen Ausrichtung in der Kritik.

2010 wurde innerhalb des Verbandes etwa über einen „Arierparagraphen“ diskutiert, dem zufolge nur Menschen deutscher Abstammung Mitglieder werden könnten. Ein großer Teil der Burschenschaften verließ daraufhin den Dachverband. Zurück blieben vor allem völkisch-deutschnational orientierte Verbindungen – darunter die meisten österreichischen Burschenschaften.

Dass Debatten über Studentenverbindungen häufig an Burschenschaften entbrennen, ist deshalb kein Zufall. Immer wieder stehen sie wegen rechtsextremer Vorfälle, antisemitischer oder rassistischer Äußerungen, Gewalt oder personeller Überschneidungen mit der extremen Rechten in der Öffentlichkeit.

Hörsaalgebäude der Montanuniversitaet Leoben (Quelle: Aciarium/Wikipedia/CC BY 4.0)
In Leoben gibt es 12 Verbindungen, darunter auch deutschnationale Burschenschaften. (Im Bild das Hörsaalgebäude der Montanuniversität Leoben, Quelle: Aciarium/Wikipedia/CC BY 4.0)

Zwölf Verbindungen im kleinen Leoben

In Leoben sind derzeit zwölf Korporationen aktiv. Das klingt zunächst nach einer überschaubaren Zahl. In einer Stadt dieser Größe und in einem vergleichsweise kleinen universitären Umfeld sorgt sie jedoch für eine bemerkenswerte Präsenz.

  • Die beiden größten sind die katholischen Studentenverbindungen Ö.St.V. Glückauf-Leoben und K.Ö.St.V. Kristall. Beide gehören zum Österreichischen Cartellverband, dem ÖCV. Sie sind katholisch und farbentragend, aber nicht schlagend. Mitglieder müssen männlich und römisch-katholisch sein.
  • Daneben gibt es drei Corps, zugleich die ältesten Verbindungen der Stadt. Sie sind männlich, pflichtschlagend und verstehen sich als unpolitisch. Dennoch bestehen starke personelle Überschneidungen mit der Leobener ÖH-Fraktion Liste Leobner Studenten, kurz LLSt, die dem Ring freiheitlicher Studenten (RFS) und der FPÖ nahesteht.
  • Am meisten öffentliche Aufmerksamkeit erhielten in den vergangenen Jahren allerdings die Burschenschaften Leder und Cruxia. Beide gehören der Deutschen Burschenschaft an, sind pflichtschlagend, explizit politisch und völkisch-deutschnational. Insbesondere die Burschenschaft Leder fiel mehrfach medial und strafrechtlich auf.
  • Beim Akademischen Turnverein, dem ATV, steht nicht das Fechten, sondern gemeinsamer Sport im Mittelpunkt. Die Sporteinheiten sind verpflichtend. Nach Angaben seines Dachverbandes stünde es dem ATV frei, auch Frauen aufzunehmen. Wie weit dieser Gedanke im Alltag reicht, lässt sich zumindest an einem Detail ablesen: In der Bude der Verbindung sind die getrennten Toiletten mit „Jäger“ und „Beute“ ausgeschildert.
  • Auch der Verein deutscher Studenten zu Leoben, kurz VDSt, ist ein reiner Männerbund, allerdings nicht schlagend. Ideologisch lässt er sich als deutschnational einordnen, auch wenn nach außen betont wird, es gehe vor allem um deutsche Sprache und Kultur, nicht um Abstammung.
  • Hinzu kommt die Landsmannschaft Zornstein zu Leoben. Sie ist freischlagend und steht ebenfalls der LLSt nahe.
  • Und schließlich gibt es zwei Damenverbindungen. Sie wurden erst in den 2000er-Jahren gegründet – knapp 140 Jahre nach ihren männlichen Pendants. Heute sind in Leoben die ADV Barbara und die C.Ö.St.V. Liupina aktiv.

Eine Universität, an der man Korporationen kaum entkommt

Studentenverbindungen gibt es in fast jeder österreichischen Universitätsstadt. Darin liegt die Besonderheit Leobens nicht. Bemerkenswert ist vielmehr, wie sichtbar die Korporationen hier sind – und wie selbstverständlich sie in das offizielle Universitätsleben hineinreichen.

Jeden Mittwoch um zehn Uhr treffen sich viele Verbindungsmitglieder zur sogenannten „Portale“ vor der Universität. Korporationen betreiben kleine Studierendenwohnheime, die auch auf der Website der Universität gelistet werden. Ihre Partys finden sich im Wochenprogramm der ÖH Leoben.

Und schon in den ersten Tagen an der Universität begegnen Studierende dieser Welt: Die Montanuniversität bietet Erstsemestrigen ein umfangreiches Tutoriumsprogramm. Es geht um Campustouren, die Anmeldung zu Lehrveranstaltungen und gute Lernunterlagen – aber eben auch um das soziale Ankommen.

Das ist in Leoben besonders wichtig. Viele Studierende ziehen für ihr Studium eigens in die Stadt und kennen zunächst kaum jemanden. Das Tutoriumsprogramm wird deshalb für viele zu einer ersten sozialen Heimat. Die Neuen nennet man hier „Schwammerl“ (angelehnt an das Wahrzeichen der Stadt, dem Schwammerlturm).

Burschenschafter vor der Universität Wien (Foto: Presseservice Wien, CC BY-NC 4.0)
Auch in Wien treffen sich Burschenschafter mittwochs vor der Universität Wien, dort nennt man es „Coleurbummel“. (Foto: Presseservice Wien, CC BY-NC 4.0)

Mit Tutor:innen aus höheren Semestern ziehen die Schwammerlgruppen zum Mensafest, auf den Gösser Kirtag oder zum Innenhoffest der ÖH. Und sie besuchen die Semesterstartfeiern verschiedener Verbindungen.

Manchmal werden Erstsemestrige zu kleineren Kennenlernabenden auf die Verbindungsbuden eingeladen. Dort gibt es kostenlose Getränke, die Korporationen stellen sich vor – und werben um neue Mitglieder. Auf diese Weise begegnet man dem Verbindungswesen nicht als einer abgeschlossenen Parallelwelt, sondern als einem scheinbar selbstverständlichen Teil des Leobener Studierendenlebens. Als etwas, das „einfach dazugehört“.

Verstärkt wird dieser Eindruck dadurch, dass auch jene Personen, die das Tutoriumsprogramm organisieren und die Tutor:innen auswählen, häufig selbst Mitglied einer Verbindung sind.

Doch die Korporationen prägen nicht nur den Einstieg ins Studium. Ihren sichtbarsten Auftritt haben sie dort, wo sich Universität, Stadt und Tradition treffen.

Bergkittel, Montandirndl und große Rituale

Leoben pflegt seine montanistischen Traditionen mit Hingabe. Bergkittel und Montandirndl gehören ebenso dazu wie alte Lieder und Bräuche. Vor allem aber gibt es zwei große Veranstaltungen: den Ledersprung und den Bierauszug.

Der Ledersprung ist keine ausschließlich Leobener Universitätstradition. Er wird von Bergleuten im gesamten mitteleuropäischen Raum gefeiert und symbolisiert die Aufnahme in den Bergmannsstand.

Die ÖH Leoben beschreibt ihn auf ihrer Website so:

„Der akademische Ledersprung ist DAS couleurstudentische Ereignis des Studienjahres in Leoben. Er ist weit über Leobens Grenzen hinweg bekannt und lockt deshalb auch jedes Jahr viele Besucher in unsere schöne Montanstadt. Der Ledersprung ist der traditionsgemäße Aufnahmeritus in den Bergmannsstand bzw. in dessen „verwandte“ Berufsstände. Laut Ledersprungabkommen von 1960 ist der akademische Ledersprung eine Veranstaltung der Montanuniversität Leoben und ihrer Korporationen. Er wird von einer durch den Rektor betrauten Korporation in Form des „Ledersprungkommerses“ durchgeführt. Die Betrauung mit der Durchführung erfolgt in der Reihenfolge der Gründungsjahre der Verbindungen.“

Der Bierauszug wiederum ist eine Tradition, die es in dieser Form nur in Leoben gibt. Vor den Sommerferien ziehen Studierende von der Universität hinauf zur Massenburg, die auf einem Hügel über der Stadt liegt. Dort hören sie Ansprachen des Rektorats und des Bürgermeisters. Der Brauch stammt aus einer Zeit, in der Sommerpraktika im Bergbau erhebliche Risiken bargen. Es war keineswegs selbstverständlich, dass alle Studierenden im Herbst gesund zurückkehrten.

Organisiert wird der Bierauszug von jener Korporation, die im jeweiligen Jahr auch den Ledersprung austrägt. Während der Ansprache des Rektorats stehen Chargierte der Verbindungen repräsentativ auf der Rampe der Universität.

Beim Ledersprung kommen Studierende, Professor:innen und das Rektorat zusammen, dazu Gäste aus Politik und Wirtschaft. Doch die offizielle Beschreibung der ÖH bringt einen bemerkenswerten Doppelcharakter der Veranstaltung auf den Punkt: Der Ledersprung ist einerseits eine montanistische Tradition – und zugleich „DAS couleurstudentische Ereignis des Studienjahres“.

Jede Korporation darf laut Ledersprungvertrag eigene Ehrengäste einladen. So kommen Jahr für Jahr Vertreter*innen von Verbindungen aus ganz Österreich und Deutschland nach Leoben. Auch die Burschenschaft Olympia Wien wird beispielsweise jedes Jahr von der Burschenschaft Leder eingeladen.

Tradition, Universität und Korporationswesen lassen sich hier kaum voneinander trennen.

Auf der Massenburg in Leoben veranstaltet die Universität gemeinsam mit Korporationen den Bierauszug. (Foto: Leoben81/Wikipedia/CC BY-SA 3.0 at)
Auf der Massenburg in Leoben veranstaltet die Universität gemeinsam mit Korporationen den Bierauszug. (Foto: Leoben81/Wikipedia/CC BY-SA 3.0 at)

Tradition regelt man in Leoben per Vertrag zwischen Universität und Korporationen

Diese Nähe ist nicht nur kulturell gewachsen. Sie ist auch formal geregelt.

Ledersprung und Bierauszug werden turnusmäßig von den verschiedenen Verbindungen gemeinsam mit der ÖH Leoben und der Universität organisiert. Grundlage dafür ist der Ledersprungvertrag.

Er regelt, welche Verbindung wann an der Reihe ist, wie die Veranstaltungen ablaufen und wer welche Kosten übernimmt. Die Universität bezahlt unter anderem Saalmiete, technische Ausstattung und Transportkosten.

Trotz dieser überwiegenden Kostenübernahme tritt sie bei den Veranstaltungen selbst lediglich als Gast auf. Sollten Erlöse entstehen, gehen sie an die jeweils austragende Verbindung.

Zuletzt wurde der Vertrag 2025 neu aufgesetzt. Eine der Änderungen wirkt auf den ersten Blick wie eine kleine Formalität, erzählt aber viel über das Tempo, in dem sich Traditionen verändern: Erstmals dürfen nun auch die beiden Damenverbindungen die Veranstaltungen ausrichten.

Folgt man der festgelegten Reihenfolge, wird damit 2031 erstmals eine Frau die Organisation einer dieser Traditionsveranstaltungen übernehmen.

2026: Bruch mit der Tradition – oder nur eine Unterbrechung?

Beim Bierauszug am 24. Juni 2026 war schließlich manches anders als gewohnt.

Kurz zuvor war bekannt geworden, dass es rund um das Stiftungsfest der Burschenschaft Leder mutmaßlich zu Fällen von Gewalt und Wiederbetätigung gekommen war.

Ein Taxifahrer hatte sich zunächst geweigert, Burschenschafter zu befördern, die in seinem Taxi Nazi-Parolen skandiert haben sollen. Während er auf die Polizei wartete, wurde er verprügelt.

Tatverdächtig sind Gäste der Burschenschaft Leder, darunter Mitglieder der Identitären Bewegung und ein ehemaliger parlamentarischer Mitarbeiter der FPÖ.

Die Universität reagierte. Sie schloss die Burschenschaft Leder von allen universitären Veranstaltungen aus. Außerdem kündigte sie einen Wertekatalog an, dem künftig alle Organisationen zustimmen sollen, mit denen die Universität kooperiert.

Das klingt nach einer Zäsur.

Doch es ist nicht der erste Ausschluss der Burschenschaft Leder.

Bereits 2018 wurde die Verbindung ausgeschlossen, nachdem Mitglieder vor der Universität homophobe Flyer verteilt hatten. Darauf war das Bild einer traditionellen Familie zu sehen, gemalt von einem NS-Maler.

Von Dauer war der Ausschluss nicht. Zwei Jahre später war die Burschenschaft Leder bei universitären Veranstaltungen wieder in repräsentativen Positionen zu sehen.

Rund 100 Burschenschafter im FPÖ-Umfeld: Rechtsextreme Ideologie in höchsten Ämtern

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Musala
Musala
1. September 2026 12:19

Besser Burschenschafter als linksextremer Antiva Randalierer

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Die Country- und Pop-Ikone Dolly Parton ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Neben ihrer Karriere als Sängerin ist sie auch für ihr soziales Engagement bekannt: Mit der Imagination Library hat sie ein weltweites Leseprojekt gegründet, das Kindern kostenlos Bücher zur Verfügung stellt. Außerdem unterstützte sie Bildungs- und Hilfsprojekte über die Dollywood Foundation und spendete Millionenbeträge in die medizinische Forschung. Ihrem 1980 verfassten Song „9 to 5“ – einem sozialkritischen Kommentar auf Arbeitswelt und Ungleichheit - entstammt dieses Zitat: “It’s a rich man’s game no matter what they call it, and you spend your life putting money in his wallet.” Zitat: Es ist ein Spiel der Reichen und egal wie sie es nennen, du verbringst dein Leben damit, Geld in ihre Taschen zu stecken. Dolly Parton
Die Country- und Pop-Ikone Dolly Parton ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Neben ihrer Karriere als Sängerin ist sie auch für ihr soziales Engagement bekannt: Mit der Imagination Library hat sie ein weltweites Leseprojekt gegründet, das Kindern kostenlos Bücher zur Verfügung stellt. Außerdem unterstützte sie Bildungs- und Hilfsprojekte über die Dollywood Foundation und spendete Millionenbeträge in die medizinische Forschung. Ihrem 1980 verfassten Song „9 to 5“ – einem sozialkritischen Kommentar auf Arbeitswelt und Ungleichheit - entstammt dieses Zitat: “It’s a rich man’s game no matter what they call it, and you spend your life putting money in his wallet.” Zitat: Es ist ein Spiel der Reichen und egal wie sie es nennen, du verbringst dein Leben damit, Geld in ihre Taschen zu stecken. Dolly Parton

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  • KI sollte stärker gesetzlich reguliert werden. 16%, 36 Stimmen
    36 Stimmen 16%
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  • Ich mache mir Sorgen um Datenschutz und Überwachung. 16%, 35 Stimmen
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  • Halte ich für gefährlich. 14%, 30 Stimmen
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    30 Stimmen - 14% aller Stimmen
  • Halte ich für nützlich. 12%, 27 Stimmen
    27 Stimmen 12%
    27 Stimmen - 12% aller Stimmen
  • Nutze ich privat. 11%, 24 Stimmen
    24 Stimmen 11%
    24 Stimmen - 11% aller Stimmen
  • Ich glaube, dass KI viele Arbeitsplätze gefährdet. 10%, 22 Stimmen
    22 Stimmen 10%
    22 Stimmen - 10% aller Stimmen
  • Ich vertraue den Ergebnissen von KI nicht. 9%, 20 Stimmen
    20 Stimmen 9%
    20 Stimmen - 9% aller Stimmen
  • Nutze ich für die Arbeit. 8%, 18 Stimmen
    18 Stimmen 8%
    18 Stimmen - 8% aller Stimmen
  • Vermeide ich absolut. 3%, 7 Stimmen
    7 Stimmen 3%
    7 Stimmen - 3% aller Stimmen
Stimmen insgesamt: 219
Wähler: 61
17. August 2026
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