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Prügelattacke auf Taxifahrer und vor Parlament: FPÖ verteidigte Anstellung von rechtsextremen Identitären

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Identitäre auf einer Demonstration in Wien. Ihre Anhänger sind auch Mitarbeiter im FPÖ-Parlamentsklub. (Foto: Helmut Fohringer/APA/Picturedesk; Ivan Radic/flickr/ CC BY 2.0; Parlamentsdirektion/Thomas Jantzen - Montage)

Identitäre auf einer Demonstration in Wien. Ihre Anhänger sind auch Mitarbeiter im FPÖ-Parlamentsklub. (Foto: Helmut Fohringer/APA/Picturedesk; Ivan Radic/flickr/ CC BY 2.0; Parlamentsdirektion/Thomas Jantzen - Montage)

Michael Thaler Michael Thaler
in Rechtsextremismus
Lesezeit:6 Minuten
9. Juli 2026
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Drei Prügelattacken, dreimal stehen Personen aus dem Umfeld der „Identitären“ im Zentrum: Nach Angriffen vor dem Parlament, einer Attacke vor einem Wiener Identitären-Kampfsportkeller und Prügel auf einen Taxifahrer in Leoben gerieten mehrere FPÖ-Mitarbeiter unter Druck. Die „Identitären“ sind seit Jahren eng mit der FPÖ verflochten, einige arbeiten oder arbeiteten im Parlament. Die FPÖ trennte sich nach einzelnen Mitarbeitern. Walter Rosenkranz, FPÖ-Nationalratspräsident, verteidigte davor die Anstellung von Mitgliedern der Identitäten in seinem Klub. 

Vom 19. auf den 20. Juni kam es nach dem Stiftungsfest einer Burschenschaft in Leoben zu einer Prügelattacke auf einen Taxifahrer. Ein Besucher des “Festes” begann – so der Vorwurf – in einem Taxi  ‚Sieg Heil!‘  zu rufen. Der Taxilenker wollte ihn deshalb nicht mitnehmen. Nachdem der Fahrer die Polizei gerufen hatte und den Fahrgast stellen wollte, haben ihn drei Personen zusammengeschlagen.

„Dann haben sie mir noch in den Oberkörper und in den Kopf getreten, auch in meinem Kehlkopf. Ich habe keine Luft mehr bekommen und habe ihnen das auch gesagt. Sie beschimpften mich, als ich am Boden gelegen bin, als Ausländerschwein und Hurensohn,“ erzählte der Taxifahrer gegenüber dem Standard. 

Unter den Tatverdächtigen befinden sich mit laut Berichten des „Standard“ Gernot S. und Yannick W., zwei zentrale Figuren der Identitären. Es gilt die Unschuldsvermutung. 

 

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Gernot S. war – das geht aus Parlamentsdokumenten hervor – noch Mitte Juni als parlamentarischer Mitarbeiter eines FPÖ-Abgeordneten tätig. Mittlerweile ist er laut FPÖ gekündigt. 

Yannick W. gilt als neues Gesicht der Wiener Identitären: Nach der Nationalratswahl 2024 postete er ein Foto von sich neben FPÖ-Parteichef Herbert Kickl auf der Wahlparty. Dabei macht er mit der rechten Hand eine “White Power”-Geste (Anmk.: Rassistische Geste der weißen Überlegenheitsbewegung). Das Foto war auf seinem X.com-Profil zu sehen. Seit dem Vorfall in Leoben im Juni 2026 ist es nicht mehr auffindbar, es kursieren nur Screenshots davon.

Yannick Wagemann posierte neben FPÖ-Parteichef Herbert Kickl auf der Party nach der Nationalratswahl 2024. Wagemann zu sehen mit einer "White Power"-Geste. Das Foto postete Wagemann auf seinem Profil auf X.com, das mittlerweile gelöscht, aber vom Account "IB Doku" archiviert und hochgeladen wurde. (Screenshot von X.com/IBDoku, 30.9.2024)
Yannick W. posierte neben FPÖ-Parteichef Herbert Kickl auf der Party nach der Nationalratswahl 2024. W. zu sehen mit einer „White Power“-Geste. Das Foto postete W. auf seinem Profil auf X.com, das mittlerweile gelöscht, aber vom Account „IB Doku“ archiviert und hochgeladen wurde. (Screenshot von X.com/IBDoku, 30.9.2024)

Nach Angriff: Polizei findet bei „Razzia“ nur mehr leeren Identitären-Kampfsportkeller vor

Obwohl FPÖ und Identitäre jede Verantwortung von sich weisen und die Verdächtigen als ehemalige Angestellte bzw. Mitglieder darstellen, waren beide bis zuletzt bei den Identitären aktiv: Yannick W. und Gernot S. nahmen laut Bericht des „Standard“ etwa an Kampfsportveranstaltungen der Identitären in einem Wiener Keller teil. Dort kam es Anfang Juni 2026 bereits schon einmal zu einer Gewaltattacke. Anfang Juli klopfte dort auch die Polizei an die Tür, aber fand nur mehr einen leeren Keller vor. 

Angriff vor Parlament: Identitäre und parlamentarische Mitarbeiter der FPÖ beteiligt

Die FPÖ hat sich jetzt auch von einem weiteren parlamentarischen Mitarbeiter mit Verbindungen zur Identitären Bewegung getrennt. Aus dem September 2025 ist ein Video aufgetaucht, in dem Yannick W. (Tatverdächtiger der Prügelattacke in Leoben) zu sehen ist, wie er einen Passanten vor dem Parlament attackiert. Im Video zu sehen ist auch Andreas H., mittlerweile Ex-Mitarbeiter eines FPÖ-Abgeordneten. 

Andreas H. ist zwar nicht direkt an der Attacke beteiligt, steht aber mit dem Auf1-Mitarbeiter Philipp H. daneben und beobachtet den Angriff. Ein Polizist ist erst zu sehen, als der Angriff bereits vorbei ist. 

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Philipp H. war einst Leiter der Identitäten-Landesgruppe Wien. Weil er auf Auf1 vor allem Verschwörungstheorien verbreitet, wurde ihm laut „Standard“ im Jänner 2026 der Presseausweis entzogen. Auch Andreas H. gehört der Identitären Bewegung an. 

Wie sehen die „lupenreinen Demokraten” im FPÖ-Klub aus?

Nach der Trennung von Andreas H. – dem derzeit strafrechtlich nichts vorgeworfen wird – verbleiben nur noch zwei (Ex-)Führungskader der Identitären als Mitarbeiter im Parlament: 

Einer davon ist Fabian R., beschäftigt bei einem FPÖ-Abgeordneten aus Salzburg. Der Zweite ist Gerwin K., Mitarbeiter eines Vorarlberger Nationalratsabgeordneten. 

Die FPÖ und Walter Rosenkranz verteidigten die Anstellung von Mitgliedern der Identitären im Parlament oder bei FPÖ-Abgeordneten trotzdem immer wieder. Im freiheitlichen Parlamentsklub finde man nur „lupenreine Demokraten“, erklärte auch der stellvertretende FPÖ-Klubobmann Norbert Nemeth (selbst Mitglied einer Burschenschaft) noch vor zwei Monaten im ORF-„Report“. 

Rosenkranz tat Warnungen des Verfassungsschutzes mit den Worten ab: „Risiko gibt es überall.“ 

FPÖ-Chef Kickl hat die Identitären sogar als unterstützenswertes Projekt und “NGO von Rechts” bezeichnet. Die Nähe der Identitäten zu Rosenkranz ist kein Zufall, schließlich gibt es zwischen den schlagenden Bürgerschaften (einer solchen gehört auch Rosenkranz an) und den Identitären große personelle Überschneidungen. 

Alles, was du über die Identitäre Bewegung wissen solltest

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4 Comments
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Axel Magnus
Axel Magnus
10. Juli 2026 06:35

Am 25.7.26. wollen diese Gewalttäter wieder einmal mit einer „Demo“ durch Wien marodieren. Setzen wir ein Zeichen, dass sie auf unseren Straßen nichts verloren haben und sorgen für einen möglichst großen Protest dagegen: 14:30 – voraussichtlich Heldenplatz. Details unter https://ogr.or.at/aktionen/keinen-fussbreit-den-faschistinnen/

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adabei
adabei
9. Juli 2026 20:04

anscheiend trennen die die Blau-Braunen nur noch die Namen

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saloo
saloo
9. Juli 2026 19:46

um nix besser als die antifa

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Ludwig
Ludwig
Reply to  saloo
10. Juli 2026 07:16

Du bist also gegen Antifaschismus?

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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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Burschenschaften

Was machen Burschenschaften in Österreich eigentlich? Was bedeutet es, als österreichischer Burschenschafter deutschnational zu sein? Warum berufen sich die Verbindungen auf das Revolutionsjahr 1848 – und was verschweigen sie? Zwei Rechtsextremismus-Expert:innen, Brigitte Bailer und Bernhard Weidinger, sprechen über Burschenschaften und ihre politische Wirkmacht. Denn vor allem für die FPÖ bilden sie eine Personalreserve. 

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Herbert Kickl

Herbert Kickl ist ein rechtsextremer Politiker und seit 2021 Parteichef der FPÖ. Von 2017 bis 2019 war er Innenminister unter Sebastian Kurz. Als einziger Minister der Nachkriegsgeschichte Österreichs wurde er aus seinem Amt in Folge des Ibiza-Skandals entlassen. Kickl ist wiederholt durch rassistische und antisemitische Aussagen in Kritik geraten und ist in mehrere Korruptions-Skandale verwickelt.

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FPÖ

Die FPÖ gibt sich gerne als „soziale Heimatpartei“. Egal ob unter Jörg Haider, Heinz-Christian Strache oder jetzt Herbert Kickl. Sie tut so, als ob sie die Partei der “kleinen Leute” wäre. Doch egal, ob in Opposition oder Regierung: Die FPÖ vertritt gemeinsam mit der ÖVP Konzerne und Österreichs Reichste. Hier der Beweis!

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