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Alles, was du über die Identitäre Bewegung wissen solltest

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Demonstration der Identitären in Wien. (Foto: Ivan Radic/flickr/ CC BY 2.0)

Demonstration der Identitären in Wien. (Foto: Ivan Radic/flickr/ CC BY 2.0)

Kathrin Glösel Kathrin Glösel
in Dossier, Rechtsextremismus
Lesezeit:21 Minuten
23. Juni 2026
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Die sogenannte „Identitäre Bewegung“ gelang immer wieder in die Schlagzeilen: Mit engen Verbindungen zur FPÖ, mit einer Spende des rechtsextremen Neuseeland-Attentäters an einen ihrer führenden Vertreter oder immer wieder mit gewalttätigen Übergriffen. Wer sind die „Identitären“, wie viele gibt es von ihnen, was macht sie gefährlich? Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen zu der rechtsextremen Gruppierung.

Inhalt
Woher kommt die „Identitäre Bewegung“?
Experten und Expertinnen sagen, „Identitäre“ sind rechtsextrem. Warum?
Sind die „Identitären“ verboten?
Wer oder was ist die „Neue Rechte“?
Was hat es mit dem Logo der „Identitären“ auf sich?
In welchen Ländern ist die „Identitäre Bewegung“ aktiv und wie vernetzen sie sich?
Verfügen „Identitäre“ über Infrastruktur? Und wenn ja, wo?
Hausprojekte in Deutschland
Wie viele „Identitäre“ gibt es?
Wie finanziert sich die „Identitäre Bewegung“?
Was steckt hinter dem Begriff „Ethnopluralismus“?
Was bedeutet „Remigration“?
Wird die „Identitäre Bewegung“ vom Verfassungsschutz beobachtet?
Wie sind die Verstrickungen zwischen „Identitären“ und der FPÖ?
Sind „Identitäre“ gewalttätig?
Haben „Identitäre“ Waffen?
Was hat der mutmaßliche Christchurch-Attentäter mit „Identitären“ zu tun?
Wo finde ich weiterführende Informationen?

Woher kommt die „Identitäre Bewegung“?

Ihren Ursprung hat die „Identitäre Bewegung“ in Frankreich, wo sich 2012 die sogenannte „Génération Identitaire“ als Jugendorganisation der Wahlpartei Bloc Identitaire gegründet hat. In Österreich gibt es seit 2013 einen Ableger, in Deutschland seit 2014.

Die Identitären sind Teil einer jungen Generation innerhalb des Spektrums der sogenannten „Neuen Rechten“. Ihre Anhänger grenzen sich zwar vom Nationalsozialismus ab, vertreten aber dennoch eine rechtsextreme Ideologie. Darüber hinaus wurden auch Personen, die eine Vergangenheit in der Neonazi-Szene in Deutschland und Österreich haben, bei den „Identitären“ aktiv. So war Martin Sellner, langjähriger Sprecher der „Identitären“ in Österreich, bis 2011 in der Neonazi-Szene und im Umfeld des verurteilten Holocaust-Leugners Gottfried Küssel aktiv. Im April 2019 wurde zudem bekannt, dass Seller in seiner Jugend Hakenkreuze an eine Synagoge geklebt hat.

Experten und Expertinnen sagen, „Identitäre“ sind rechtsextrem. Warum?

Die „Identitäre Bewegung“ ist rechtsextrem, weil sie ein völkisches Weltbild vertritt. Sie stellen das „Volk“ als „organische Gemeinschaft“ über die Rechte des einzelnen Menschen. Universale Rechte und die Gleichheit aller Menschen haben in dieser Vorstellung keinen Platz. Darüber hinaus sind für „Identitäre“ – wie auch für andere Rechtsextreme – Abstammungsfragen relevant, wenn es darum geht, wer zum „eigenen Volk“ gehört und wer nicht. Völker – und Kulturen – sollen in diesem Weltbild möglichst getrennt voneinander leben und sich nicht „vermischen“.

„Identitäre“ behaupten, die „ethno-kulturelle Identität“ ihres Volkes verteidigen zu wollen – wie die genau aussieht, sagen sie jedoch selbst nicht. Migranten und Migrantinnen sowie Musliminnen und Muslime gehören in diesem Weltbild nicht zum Volk. „Identitäre“ wollen etwas, das man als „identitäre Demokratie“ bezeichnet: Das Volk soll homogen sein und nur jene sollen am politischen Prozess teilhaben können, die als zum Volk gehörig gelten.

Die „Identitäre Bewegung“ distanziert sich zwar vom Nationalsozialismus, doch sie bezieht sich positiv auf rechtsextreme Publizisten der Weimarer Republik („Konservative Revolution“), darunter auch Vordenker des Nationalsozialismus, wie das DÖW erklärt.

Zudem werden die „Identitären“ dem Spektrum der „Neuen Rechten“ im Speziellen zugeordnet. Auch Splittergruppen wie „Die Österreicher“ oder „Aktion 451“ werden explizit als rechtsextrem und Nachfolger der „Identitären“ im Bericht des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstands geführt.

Sind die „Identitären“ verboten?

Nein. Die „Identitären“ sind nicht verboten. Allerdings ist in Österreich das Tragen, Zur-Schau-Stellen und Verbreiten von Symbolen der Identitären Bewegung seit 2021 durch das Symbole-Gesetz verboten. Dazu zählen auch die Symbole der rechtsextremen Gruppierung „Die Österreicher“ (DO5), einer Tarnorganisation der Identitären Bewegung.

Wer oder was ist die „Neue Rechte“?

Die „Neue Rechte“ ist ein Spektrum der extremen Rechten, das seine Wurzeln im Frankreich der späten 1960er Jahre hat. Obwohl erste Akteure schon früher aktiv waren, verstand und versteht sich die „Neue Rechte“ als Gegenbewegung zur 68er-Bewegung. Aushängeschilder dieser „Neuen Rechten“ in Frankreich sind Alain de Benoist und Guillaume Faye.

Ihr Ziel: rechtsextreme Ideologie wieder salonfähig machen – allerdings ohne sich auf den Nationalsozialismus zu beziehen. Und ohne sich auf Wahlkämpfe und Wahlerfolge rechtsextremer Parteien zu konzentrieren. Die „Neuen Rechten“ wollen vielmehr im vorpolitischen Raum agieren. Sie gründeten Thinktanks, publizierten in Zeitschriften, schrieben Bücher und wettern darin gegen Emanzipation, Gleichstellung und Liberalismus. Die „Neue Rechte“ verstand und versteht sich als rechtsextreme Avantgarde gegen einen – liberalen – Mainstream, den sie kippen will. Das Ziel: den Kampf um die Köpfe gewinnen, nicht den Kampf um Sitze im Parlament.

Anders als die „Alte Rechte“ bezieht sich die Neue Rechte nicht auf nationalsozialistische Akteure, sondern findet ihre Vorbilder bei der „Konservativen Revolution“, einem Netzwerk von rechtsextremen Publizisten. Diese schrieben schon in der Weimarer Republik (1918–1933) gegen Demokratie, Parteien und Liberalismus an, forderten einen autoritären Staat und deuteten den Begriff „Sozialismus“ völkisch-nationalistisch um.

Moderne rechte Vereinigungen sind heute sehr gut vernetzt und haben das Ziel, weit in gemäßigte bürgerliche Räume vorzudringen. Dafür geben sie sich gemäßigter und laden vermeintlich harmlose Begriffe wie „Ethnopluralismus“ oder „Remigration“ mit ihrer rassistischen Weltvorstellung auf.

Demonstrierende der rechtsextremen "Identitären" marschieren in Berlin
Aufmarsch der Identitären Bewegung Juni 2017 in Berlin (Foto: Kontrast.at/Glösel)

Was hat es mit dem Logo der „Identitären“ auf sich?

Das Logo der „Identitären“ ist das Lambda, meist in Gelb auf schwarzem Hintergrund in einem Kreis. Beim Lambda (λ) handelt es sich um den elften Buchstaben des griechischen Alphabets, also das ›L‹. Das hat aber nichts damit zu tun, dass sich „Identitäre“ für griechische Mythologie begeistern, sondern hängt mit einem Film aus dem Jahr 2007 zusammen: Die Verfilmung des Graphic Novels „300“ ist damals in die Kinos gekommen und hat „Identitäre“ dazu verleitet, sich ein paar Jahre später mit dem Symbol der Spartaner in diesem Film zu schmücken. In „300“ kämpfen 300 Spartaner als Minderheit gegen das persische Imperium. Auf den Schildern der Spartaner: das Lambda, das die Soldaten als Spartaner, als Lakedaimonier, kennzeichnete.

2021 wurde das Logo verboten und darf nicht mehr getragen oder verbreitet werden.

In welchen Ländern ist die „Identitäre Bewegung“ aktiv und wie vernetzen sie sich?

Die aktivsten Ableger sind jene in Frankreich, Deutschland und Österreich. Darüber hinaus gibt es Gruppierungen in Tschechien, Italien, Großbritannien, der Schweiz und Slowenien, die sich alle als „identitär“ bezeichnen. In Italien gibt es etwa Casa Pound, eine neofaschistische Organisation, die seit 2003 aktiv ist und laut DÖW zu der „Neuen Rechten“ Kontakte hat. In der Schweiz gibt es Kontakte zur Organisation „Junge Tat“, die sich selbst als Teil der Identitären darstellt und seit 2020 existiert. Mit einer Rune der Nazis im Logo rekrutierten sie während der Coronakrise gezielt junge Menschen für ihre Sache.

Die Zusammenarbeit lässt sich an mehreren Faktoren festmachen:

  • Kampagnen: Materialien wurden in mehrere Sprachen übersetzt und in verschiedenen Ländern verteilt. Beispielsweise die Kampagne, die die Verschwörungstheorie vom „großen Austausch“ verbreitete.
  • Aufmärsche: Zu den „Identitären“-Demonstrationen in Wien und Berlin wurde auch aus Frankreich, Italien und Tschechien mobilisiert.
  • Aktionen: Unter dem Titel „Defend Europe“ hat die „Identitäre Bewegung“ im Sommer 2017 ein Schiff gechartert, mit dem Ziel, NGOs einzuschüchtern und Flüchtlinge daran zu hindern, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Daran waren vor allem deutsche und österreichische „Identitäre“ beteiligt.
  • Ideologische Schulungen: Auf sogenannten „Sommeruniversitäten“ in Frankreich, aber auch bei „Akademien“ im Anwesen von Götz Kubitschek kamen und kommen „Identitäre“ aus verschiedenen Ländern zusammen, machen Kampfsport und vernetzen sich.
  • Vernetzungstreffen: Bei Veranstaltungen wie dem Wiener Akademikerball treffen immer wieder Vertreter der europäischen rechtsextremen und rechten Szene aufeinander, feiern gemeinsam und tauschen sich aus. So waren 2026 neben hochrangigen FPÖ-Politikern auch Martin Sellner als Leitfigur der Identitären sowie der rechtsextreme Mitgründer der „Jungen Tat“, Manuel Corchia, anwesend. Ein weiteres Beispiel: ein „Remigrationsgipfel“ in Portugal im Mai 2026, bei dem sich in der internationale extreme Rechte traf.

Verfügen „Identitäre“ über Infrastruktur? Und wenn ja, wo?

In Österreich nutzte die „Identitäre Bewegung“ das „Hackher-Zentrum“ in Graz und das „Khevenhüller-Zentrum“ in Linz. Gegenwärtig sind als Zentren die „Rautenklause“ in Wien und das „Castell Aurora“ in Steyregg sowie ein Vereinshaus im oststeirischen Eichkögl bekannt (Stand 2024).

Das „Hackher-Zentrum“ ist eine Wohnung von Heinrich Sickl. Er war Grazer FPÖ-Gemeinderat und ist heute Chefredakteur der als rechtsextrem eingestuften Zeitschrift „info-direkt“. Laut eigenen Angaben gab dieses Zentrum „jungen Patrioten Freiraum, in dem sie ihre kulturellen, sozialen und politischen Projekte unterstützt verwirklichen können“, wie die Wiener Zeitung zusammenfasst. Nicht verwunderlich also, dass ein Verein der „Identitären“ dort gemeldet war. Das Mietverhältnis für das Hackher-Zentrum endete im Juni 2019. Danach eröffneten die Aktivisten das „Hackhher Zentrum Neu“ im oststeirischen Eichkögl.

Im oberösterreichischen Steyregg ist 2021 das neue Identitären-Zentrum „Castell Aurora / Festung Morgenröte“ entstanden. Finanziert wurde es mit Unterstützung eines ehemaligen CDU-Politikers. Über das „Finanzdienstleistungsservice Schanze 1“, das für den Kauf von Immobilien für rechtsextreme Umtriebe von norddeutschen Kadern der Identitären gegründet wurde, konnten Spender anonym in die Immobilie investieren. Das Haus ist zu einem Vernetzungsort der deutschsprachigen „Neuen Rechten“ geworden, in welchem sich Akteure der „Identitären“ aus Österreich und Deutschland begegnen.
Im „Castell Aurora“ wird aber nicht nur völkische Kultur zum Besten gegeben, es ist auch Sitz des Büros von Kvltgames. Der Spieleentwickler zeichnet sich verantwortlich für das in Deutschland indizierte Spiel „Heimat Defender“, das Corona-Spiel „The Last Unvaccinated“, „Serene Estates – The Last Guy“ und „Dverghold“.

In Wien dient laut Datum-Recherchen die sog. „Rautenklause“ als Organisations- und Vernetzungszentrum der Bewegung. Ein die „Identitären“ unterstützender Immobilienunternehmer verkaufte das Objekt 2017 dem Verein. Dort kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Antifaschist:innen und Rechtsextremen.

Hausprojekte in Deutschland

In Deutschland verfügten „Identitäre“ in Halle (Sachsen-Anhalt) ab dem Frühjahr 2017 über ein Hausprojekt. Im selben Haus hatte auch ein AfD-Politiker sein Büro gemeldet. Viele in Halle fühlten sich in ihrer Lebensqualität eingeschränkt und haben unter anderem eine Bürgerinitiative gegen das Wohnhaus der Rechtsextremen gegründet. Nach der Räumung der Büros 2019 verkaufte der Eigentümer das Haus an eine Immobilienverwaltung.

Das bedeutete allerdings nicht das Ende identitärer Immobilienprojekte in der Region. 2024 wurde bekannt, dass sich in Schkopau nahe Halle eine weitere Immobilie im Umfeld der Identitären befindet. In der Villa sollen sich seit 2020 zentrale Kader der Szene eingerichtet haben. Genannt werden unter anderem der damalige Chef der IB-Deutschland, Philip Thaler, sowie die Firma „Schanze Eins“, die als Finanzdienstleister der Identitären beschrieben wird. Auch die „Grauzone Medien GmbH“, ein Medienunternehmen aus dem identitären Umfeld, ist an der Adresse registriert. Die Identitären selbst bestreiten, dass es sich um ein offizielles IB-Objekt handelt.

Ein weiterer zentraler Ort der Neuen Rechten ist Schnellroda in Sachsen-Anhalt. Es gehört der Familie von Götz Kubitschek, der eine zentrale Figur der „Neuen Rechten“ in Deutschland ist. Bei ihm am Rittergut hat u. a. Martin Sellner gearbeitet. Von dort aus betreibt Kubitschek den Verlag Antaios, und dort erschien lange die Zeitschrift „Sezession“. Auch das „Institut für Staatspolitik“ hatte in Schnellroda seinen Sitz und organisierte dort über Jahre sogenannte Akademien, an denen auch Akteure aus dem Umfeld der Identitären teilnahmen. Das Institut wurde 2024 offiziell aufgelöst, die Strukturen wurden jedoch nicht aufgegeben: Die „Sezession“ läuft über den „Metapolitik“-Verlag weiter und mit „Menschenpark“ gibt es auch eine neue Veranstaltungsfirma. Schnellroda bleibt damit ein wichtiger Vernetzungsort zwischen Neuer Rechter, AfD-nahen Akteuren und Identitären.

Zusätzlich gibt es seit 2024 das Zentrum Chemnitz. Ein größeres Hausprojekt in gleichnamiger Stadt, deren Vorsitzender, Vincenzo Richter, mittlerweile Bundesvorsitzender der Identitären Bewegung Deutschland ist.

Seit November 2023 nutzen die Identitären zudem das „Zentrum Chemnitz“. Der sächsische Verfassungsschutz führt das Objekt als genutzte Immobilie der Identitären Bewegung Deutschland beziehungsweise ihrer Regionalstruktur „Sachsengarde“. Das Zentrum dient der Szene als Veranstaltungsort, Treffpunkt und Anlaufstelle für identitären Aktivismus.

Identitären-Aufmarsch Berlin 2017 (Foto: Kontrast.at/Glösel)
Identitären-Aufmarsch Berlin 2017 (Foto: Kontrast.at/Glösel)

Wie viele „Identitäre“ gibt es?

Die „Identitären“ sind keine „Massenorganisation“, im Gegenteil. Es ist eine elitäre Gruppierung, die sehr hierarchisch aufgebaut ist. Mitgliederzahlen kommen in Deutschland auf 450 Mitglieder (Stand 2024). 2016 wusste man von 400 in Deutschland, 2018 von 600. In Österreich ging der Verfassungsschutz 2019 von 364 „Aktivisten“ aus – wobei hier unklar ist, ob alle davon auch Mitglieder in einem Verein der „Identitären“ sind.

Wie finanziert sich die „Identitäre Bewegung“?

Videos produzieren, Aufmärsche bewerben, ein Schiff chartern, um NGOs bei Rettungsarbeiten zu behindern – für all das braucht die „Identitäre Bewegung“ Geld. Dabei bedienen sie sich mehrerer Finanzierungsquellen:

  • Mitgliedsbeiträge: Sowohl in Deutschland als auch in Österreich sind „Identitäre“ als Vereine registriert. Mitglieder zahlen Beiträge.
  • Spenden: „Identitäre“ haben mehrere Spendenkonten eingerichtet, damit Sympathisanten Geld bereitstellen. Auch Politiker:innen oder Parteien aus dem deutschsprachigen Raum finanzierten die Bewegung mit.
  • Crowdfunding: Sowohl für das Entwickeln eigener Smartphone-Apps als auch für Kampagnen haben „Identitäre“ eigene Crowdfunding-Plattformen genutzt, um – quasi zweckgewidmet – Geld zu sammeln.
  • Unterstützung von „Einprozent.de“: Das in Deutschland ansässige Netzwerk organisiert gewissermaßen Öffentlichkeitsarbeit und zählt zum Spektrum der sogenannten „Neuen Rechten“. Wer gegen eine Flüchtlingsunterkunft in seiner Stadt agitieren will, kann sich an „Einprozent“ wenden – diese kommen mit Video-Team vorbei und konstruieren daraus einen harmlosen Bürgerprotest in Bild und Ton. „Einprozent“ sammelt selbst Spenden und gibt davon auch „Identitären“ etwas ab.
  • Verkauf von Merchandise: In Österreich, Deutschland und Frankreich haben „Identitäre“ einen Online-Versandhandel mit Shirts, Polohemden, Büchern und anderem Merchandise aufgebaut. Wer schon einmal Fotos von Aufmärschen gesehen hat, findet darauf Anhänger der „Identitären“, die sich mit Kleidung aus diesen Online-Shops ausgestattet haben.
  • Bitcoin & Krypto: Aufgrund verschiedener Fälle von Kontoentzügen versucht die Bewegung neue – anonymere – Finanzierungswege zu erschließen. Martin Sellner erklärte im März 2024 mit seinem „Krypto-Masterplan“, dass künftig mindestens ein Drittel bis die Hälfte der aktuellen Transaktionen über Bitcoin durchgeführt werden sollen. Damit versuchen sie, konventionelle Banken zu umgehen und Strafverfolgung zu erschweren.

Über wie viel Geld die Ableger der „Identitären“ in den einzelnen Ländern verfügen, ist nicht bekannt.

Was steckt hinter dem Begriff „Ethnopluralismus“?

„Ethnopluralismus“ ist ein Begriff, den die „Identitäre Bewegung“ und Anhänger der „Neuen Rechten“ allgemein verwenden und mit dem sie den Rassismus-Vorwurf umgehen wollen. Es handelt sich um keinen wissenschaftlichen Begriff – auch wenn er so klingt –, sondern um eine Wortschöpfung, die aus „Ethnie“ und „Pluralismus“ besteht und zunächst positiv klingt. Dem Begriff liegt die Vorstellung zugrunde, dass Völker unveränderliche kulturelle Identitäten besitzen. Im Kern geht es darum, dass Menschen „aufgrund kultureller Zugehörigkeiten klassifiziert und bewertet“ werden. Vertreter behaupten von sich, für die Vielfalt der Völker einzutreten. Das bedeutet für sie allerdings, dass sich diese „Völker“ nicht vermischen dürfen, sondern strikt voneinander getrennt existieren müssen. „Ethnopluralismus“ hat also wenig mit klassischem Pluralismus zu tun, sondern ist ausgrenzend. „Jeder an seinem Platz – für immer“, ist die Devise. De facto handelt es sich um weltweite Apartheid.

Den Begriff hat im deutschsprachigen Raum Henning Eichberg geprägt, ein prominenter Vertreter der „Neuen Rechten“. In Frankreich zählt Alain de Benoist zu den Vertretern, die ganze Bücher mit ihren Vorstellungen dazu publizieren – und die dann von „Identitären“ und anderen dafür bewundert werden.

Was bedeutet „Remigration“?

Der Begriff „Remigration“ war lange in der Wissenschaft geläufig und beschrieb die freiwillige Rückkehr von migrierten Menschen in ihre Heimat. Die „Neue Rechte“, allen voran Martin Sellner, deuteten diesen Begriff um und benutzen ihn, um die Deportation von Migrant:innen und Menschen mit Migrationshintergrund zu fordern. Martin Sellner machte den Begriff mit seinem Buch und durch seine Bewegung im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt. 2025 bezeichnete das deutsche Bundesverwaltungsgericht in einem Urteil Sellners Pläne zu „Remigration“ als „menschenwürdewidrig“.

Laut Rechtsextremismusbericht dient der Begriff inzwischen „der extremen Rechten als
Schlachtruf für ihr zentrales politisches Projekt: Die massenhafte Abschiebung und Vertreibung von Personen, die als dem nationalen Kollektiv nicht zugehörig definiert werden.“

Eine Correctiv-Recherche von 2024 legte offen, dass damit auch bereits eingebürgerte Menschen mit österreichischer beziehungsweise deutscher Staatsbürgerschaft gemeint sind. Auch AfD-Politiker:innen sprechen seitdem aus, dass sie damit die millionenfache Ausweisung von Personen mit Migrationshintergrund meinen. Sowohl die AfD als auch die FPÖ übernahmen 2024 den neu geprägten Begriff und deren Forderungen auf breiter Basis in ihre Kommunikation.

 

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Wird die „Identitäre Bewegung“ vom Verfassungsschutz beobachtet?

In Deutschland hat der bundesweite Verfassungsschutz 2016 angekündigt, die „Identitären“ zu beobachten. Davor haben schon einzelne Landesämter in den Bundesländern die jeweiligen Gruppen beobachtet (in Niedersachsen z. B. seit 2014). „Wir sehen bei der ‚Identitären Bewegung‘ Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung“, erklärte Hans-Georg Maaßen, damals Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Im Verfassungsschutzbericht 2017 nennt das Amt die „islamfeindliche Haltung“ und die „rechtsextremistischen Bestrebungen“ als Grund, die Gruppierung zu beobachten.

In Österreich hat der Verfassungsschutz die „Identitären“ schon seit 2012 am Schirm und hat erste Aktionen – wie das Agitieren gegen Flüchtlinge in der Wiener Votivkirche im Februar 2013 – beobachtet. Im Bericht 2013 werden die „Identitären“ noch nicht wörtlich erwähnt, doch der Verfassungsschutz schreibt von einer „Bewegung“, die für eine „Erhaltung der eigenen Identität“ wirbt.

Diese Bewegung ist „eine Art Sammelbecken für Aktivistinnen und Aktivisten aus unterschiedlichen Bereichen, die Affinitäten zum Rechtsextremismus aufweisen. Es sind unter den Mitgliedern und Sympathisanten u. a. Personen aus dem studentisch-burschenschaftlichen Bereich wie auch amtsbekannte Neonazis zu finden. Die Sicherheitsbehörden werden diese Bewegung weiterhin im Fokus behalten.“ (Österreichischer Verfassungsschutzbericht 2013, S. 19)

Erstmals wörtlich erwähnt werden „Identitäre“ in Österreich im Bericht aus 2016. Beschrieben werden ihre „rechtsextremen Einstellungsmuster“, Codes und Strategien. Das Fazit des Verfassungsschutzes: Die „Identitären“ „gefährden das friedliche Zusammenleben liberaler Demokratien“. Seit 2024 sieht der österreichische Verfassungsschutz „Remigration“ als das zentrale Ziel der „Identitären“. In Deutschland werden Identitäre seit 2019 vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch geführt.

Wie sind die Verstrickungen zwischen „Identitären“ und der FPÖ?

Seit Jahren gibt es unzählige Verbindungen zwischen den „Identitären“ und der FPÖ: Freiheitliche Politiker werben für ihre Kampagnen, treten auf ihren Veranstaltungen auf, beschäftigen Personen aus ihrem Umfeld, schalten Inserate in rechten Medien, die den „Identitären“ eine Plattform gibt und übernehmen zentrale Begriffe. Unter FPÖ-Chef Herbert Kickl sind die Verbindungen besonders ausgeprägt. Für ihn sind sie lediglich eine „NGO von rechts“ und ein „unterstützenswertes Projekt“. Vor allem die freiheitliche Jugend hat mittlerweile große Schnittflächen mit der Identitären Bewegung. Medien beschreiben sie „de facto als von Identitären gesteuert.“

Hier gibt es alle Überschneidungen zwischen der FPÖ und den „Identitären“ zum Nachlesen.

Sind „Identitäre“ gewalttätig?

Das kann nicht pauschal beantwortet werden. Allerdings gab es schon öfter Berichte über gewalttätige Übergriffe. Vom Gewaltpotenzial der Gruppe ist etwa in Staatsschutzberichten 2018 die Rede: Im Umkreis der Bewegung gibt es Personen, die u.a. wegen schwerer Körperverletzung, Vergewaltigung, Erpressung, Raub und Wiederbetätigung verurteilt worden sind.

2016 sollen beispielsweise laut einem „Standard“-Bericht in Graz Studierende von Männern angegriffen worden sein, die dem Umkreis der „Identitären“ zugerechnet wurden. Zu einem Prozess ist es nicht gekommen.

Im November 2019 wurde bekannt, dass drei Männer aus dem Umfeld der „Identitären“ an einem Brandanschlag auf ein Asylheim in Himberg (NÖ) beteiligt gewesen waren. Sie warfen am 27. November 2016 Molotowcocktails gegen die Mauer eines Asylheimes, in dem rund 100 Asylsuchende wohnten. Hierfür wurden sie 2020 teils bedingt und teils unbedingt verurteilt.

Auch die Nähe zum neuseeländischen Christchurch-Attentäter, der 2019 etwa 50 Muslim:innen aus rassistischen Gründen ermordet hat, stand massiv in der Kritik. Dieser hatte dem damaligen „Identitären“-Chef Martin Sellner 1.500 Euro überwiesen und sich in Mails als dessen Fan bekannt. Sie sollen sich mehrmals geschrieben und sich wechselseitig eingeladen haben.

2023 wurde Benjamin H., der Betreiber der Hetzseite „Judas Watch“, zu vier Jahren Haft verurteilt – unter anderem wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung. Laut „Stoppt die Rechten“ tauchte er auf einer von den Identitären erstellten internen Liste aus dem Jahr 2017 auf.

Bei einer Protestaktion in Wien, bei der auch Identitäre anwesend waren, warf der Sohn des deutschen Rechtsextremisten Götz Kubitschek, Wieland Kubitschek, irrtümlicherweise eine Flasche auf einen Gleichgesinnten und wurde dafür in Deutschland zu 8 Monaten bedingter Haft verurteilt.

Im Juli 2025 folgte auf einen Aufmarsch der „Identitären“ in Wien ein weiterer rechter Gewaltakt: In der U1 attackierte eine Gruppe Rechtsextremer zwei unbeteiligte Musiker. Zwei der Angreifer wurden im März 2026 wegen schwerer Körperverletzung in verabredeter Verbindung zu bedingten Haftstrafen verurteilt.

 

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Haben „Identitäre“ Waffen?

Das kann nicht pauschal beantwortet werden. Martin Sellner, der langjährige Sprecher der „Identitären“ in Österreich, scheint Waffen besessen zu haben. Auf Twitter postete Sellner 2016:

„Gottseidank hab ich schon ne Waffe gekauft, bevor der Asylwahn begonnen hat.“ (Martin Sellner, Twitter)

2017 wurde über ihn ein Waffenverbot verhängt, nachdem er am Abend des „Akademikerballs“ in Wien in einer U-Bahnstation Schüsse aus einer Pfefferspray-Pistole abgegeben hat. Laut Medienberichten wurde in einem Bericht des Verfassungsschutzes festgehalten, dass jeder 5. „Identitäre“ im Besitz von Waffen ist. 2023 verzeichnete der Österreichische Verfassungsschutz 120 Waffen im Besitz identitärer Aktivisten.

Was hat der mutmaßliche Christchurch-Attentäter mit „Identitären“ zu tun?

Bei einem rechtsextremen Attentat in Christchurch, Neuseeland, wurden am 15. März 2019 etwa 50 Musliminnen und Muslime ermordet. Der Attentäter hatte zuvor ein „Manifest“ verfasst. Darin werden seine rassistischen Motive deutlich.

Knapp zwei Wochen nach dem Attentat wurde bekannt, dass der mutmaßliche Täter einer Führungsfigur der „Identitären“ in Österreich, Martin Sellner, 1.500 Euro gespendet haben soll. Deshalb folgte bei Sellner auch eine Hausdurchsuchung. Es laufen nun Ermittlungen wegen Verdachts der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung, wie der „Standard“ berichtet. In Mails hat sich der Attentäter als Sellners Fan bekannt. Im Mai 2019 wurde öffentlich, dass Sellner und der Attentäter einander mehrmals geschrieben und sich wechselseitig nach Wien bzw. Australien eingeladen haben.

Außerdem hat sich der Attentäter 2018 auch in Österreich aufgehalten, wie Facebook-Fotos belegen. Eine Analyse des „Manifests“ durch das DÖW zeigt, wie stark die ideologischen und begrifflichen Überschneidungen mit den „Identitären“ sind.

„Dass er (der Attentäter, Anm.) die Identitären für eine Spende ausgesucht haben soll, ist keineswegs überraschend. Das, was der Attentäter in seinem Manifest darlegt, überschneidet sich großflächig mit der Weltsicht der Identitären.“ (Bernhard Weidinger, DÖW)

Das Verfahren wurde 2021 auf Beschwerde Sellners beim Landesgericht Graz ohne Urteil eingestellt.

Wo finde ich weiterführende Informationen?

Bücher

Bruns, Julian; Glösel, Kathrin; Strobl Natascha (2014): Die Identitären: Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa. Unrast Verlag (3. Auflage 2017)

Weiss, Volker (2017): Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes. Klett Verlag.

Götz, Judith; Sedlacek, Joseph Maria; Winkler, Alexander (2018): Untergangster des Abendlandes. Substanz Verlag.

Online-Texte

Bruns, Julian; Glösel, Kathrin; Strobl Natascha: Popularisierter Rechtsextremismus: Die Identitären in Deutschland, Vielfalt Mediathek

Expertisen

Einschätzung der „Identitären“ durch das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands.

Rechtsextremismusbericht des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands.

Die blaue Personalreserve: So nah stehen FPÖ und Kickl den rechtsextremen Identitären

Dieser Artikel wurde am 29. März 2019 veröffentlicht und am 23. Juni 2026 aktualisiert

Parlament Das Thema "Rechtsextremismus" im Parlament

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17 Comments
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Detlef Denker
Detlef Denker
3. März 2020 10:36

Zudem musste die Grazer Staatsanwaltschaft 2018 wie auch 2019 mehrmals sämtliche Vorwürfe und Anklagen gegen Mitglieder der Identitären fallen lassen, die unabhängige Justiz stellte in neun Entscheidungen fest, dass «die harten und unverhältnismässigen Repressionen gegen die IB allesamt illegal und nicht nachvollziehbar waren (Wortlaut)». Sämtliche Anschuldigungen gegen Vertreter der IB mussten zurück gezogen werden. Ausserdem waren beim im Bericht genannten Brandanschlag auf ein Asylheim in Himberg keine offiziellen Mitglieder der IB mit dabei, es wurden lediglich «IB Pickerl» im Haus der Täter gefunden (neben Alkohol und Drogen). IB Material kann sich jedermann auf der IB Seite bestellen oder runterladen. Die Identitären sprechen sich konsequent gegen Gewalt und Hetze aus und setzen auf Verfassungstreue.

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Anton Poigner
Anton Poigner
24. April 2019 13:19

Jemandem der fremd ist nicht die Volkszugehörigkeit zuzuerkennen, ist weder moralisch verwerflich noch rassistisch. Der Rassismus beginnt erst dort wo die eigene Rasse als überwertig angesehen wird, und sie sich für berechtigt hält andere zu diskrimieren, wie das die israelische Regierung sehr umfrangreich tut. Der Artikel ist eine einzige Polemik und Verdrehung althergebrachter Werte und Wertevorstellungen.

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Mona
Mona
Reply to  Anton Poigner
29. Mai 2019 00:06

Jemand der hier lebt, sollte auch dazugehören können. Wenn jemand aufgrund seine Abstammung nicht dazu gehören darf, dann ist es Rassismus. Alles weitere- wie wollen wir zusammen leben, welchen Stellenwert hat Religion, welches Verhalten ist erwünscht, wie wollen wir unsere Gesellschaft gestalten, usw- muss in einem demokratischen Prozess geklärt werden.

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Lichtenberg
Lichtenberg
Reply to  Mona
23. Juni 2026 17:04

blau äugig

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Lichtenberg
Lichtenberg
Reply to  Anton Poigner
23. Juni 2026 17:03

1) Die „Angst vor Fremdem, bzw. vor Fremden“ ist im Menschen tief verankert .

2) Rassismus diskriminiert Fremde aufgrund ihrer Herkunft.

3) Jeder, der Fremde, Fremdes ab –
lehnt ist ein Rassist ? Das ist natür-lich Quatsch .

4) Freie Bahn für Eskimos all over the world !

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franz
franz
21. April 2019 11:16

ich habe heute mit 2 Herrn von den Identitären gesprochen nette Leute , frei von Gewalt tolle Ansichten warum werden sie von den Demokratischen so schlecht gemacht ,ich habe mit Rot und Schwarz schlechte Erfahrungen gemacht,
Überprüfe bevor du was glaubst

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Fritz
Fritz
18. April 2019 18:08

Weiß nicht was die getan haben sollen oder nicht. Warum man jetzt damit rauskommt scheint angesichts der EU Wahlen klar. Die „Zusammenstellung“ hat nicht einen wirklichen klaren Anhaltspunkt. Ich kenne niemanden von denen aber Leute die mit Transparenten auf die Strasse gehen wo oben steht Asylanten rein FPÖler raus die sind das Letzte. Übrigens haben die noch nie Ballbesucher bedroht. Weil sonst würde man früher schon etwas von ihnen gehört haben. Nicht jetzt genau passend.

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Simisan
Simisan
12. April 2019 09:20

Vielleicht könnte der Beitrag um die neuesten Informationen erweitert werden.

https://orf.at/stories/3118507/

Zu finden ist das in einem „Anlassbericht“ des BVT aus dem Jahr 2018 an die Staatsanwaltschaft Graz. Darin heißt es einleitend, dass man von rund 550 Mitgliedern ausgehe. „Davon konnten im Zuge der bisherigen Auswertung 364 Personen eindeutig identifiziert werden“, zitierte die Zeitung aus dem Dokument. Laut ZIB2 wurden 528 Mitgliedsnummern ermittelt. Die Einnahmen der Identitären über drei Vereine machten seit 2012 mehr als 700.000 Euro aus.

Ein weiterer Bericht, der nach dem Freispruch der Identitären in Graz im Vorjahr erstellt wurde, befasst sich mit deren Bewaffnung. Rund jedes Fünfte der 364 Mitglieder, insgesamt 75, besitzt demnach eine Schusswaffe. Gegen zehn bestand zu dem Zeitpunkt ein aufrechtes Waffenverbot, 68 hatten kriminalpolizeiliche Vormerkungen wegen Verdachts einer gerichtlich strafbaren Handlung. 32 waren rechtskräftig verurteilt, 16 wegen Gewaltdelikten, sechs nach dem Verbotsgesetz.

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franz
franz
Reply to  Simisan
21. April 2019 11:20

bei den anderen Parteien sind auch Leute die Waffen haben und die verurteilt wurden, was soll diese Hetzerei

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Paul
Paul
4. April 2019 10:17

Eine Demokratie kann auch mit solchen Gruppen umgehen . Die Gesinnung der Identitären zeigt sich ja klar , in dem bekannte Politiker , zb Strache , Verbindungen zu den Identitären leugnen . Aber sich öffentlich mit deren repräsentanten zeigen .
Ist so etwas noch ernst zu nehmen ?

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Häschen
Häschen
3. April 2019 10:49

Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden. Auch die Rosa Luxemburg ging mit der Zeit. watch?v=ZPlVbLpuEhI

Dann sollen sich mal jene die eine Reichensteuer verlangen an die eigene Nase fassen. Der fruchtbare Boden auf dem solche Ideen sich zusehends verbreiten ist ein sozialistisch geprägtes Umfeld.

In Anlehnung an Bruno Kreisky, ‚Die Höhe des Finanzvermögens ist egal, viel wichtiger gilt es die Frage zu beantworten wie es dazu kam‘, resp. der Weg auf dem es gebildet wurde.

Wir reden nicht von Umverteilung im Sinne des reinen Sozialismus in dem über die Höhe der Einkommen wurde versucht kriminelle Handlungen praktisch auszuschließen. Allein ist Umfeld in dem im Haushalt zwei Einkommen welche einst eine Spareinlage im Haushaltseinkommen vor der Job Creation die Höhe ein bestimmender Faktor – spätestens bei der Bildung.

Menschen in Europa sind überbezahlt. Jetzt werden einige sagen, ‚Davon merke ich aber nichts‘. Die klassische Umverteilung ist schon nicht so einfach und die neo-klassische und neo-liberale passiert gut zum österreichischen Labyrinth.

In der klassischen Umverteilung war die Position des Verbrauchs klar festgelegt (Haushalt) und jene der Maschine (Betriebsgelände). Und wenn die zu verteilenden Mengen nicht mehr gesteigert werden konnten wurde (siehe verfallene Gebäude in den U.S. nahe Skid Row oder im Rust Belt) einfach von den frei werdenden einstigen Mitarbeiter während die alte Linie Mengen zurückfuhr auf höherem technologischem Niveau auf der Grünen Wiese reproduziert.

Die klassische Umverteilung leidet an einem massiven Nachteil. Niedrige Einkommen können bspw. ein Holzbretterl in Empfang nehmen und bekommen kein Werkzeug um es für die Deckung der eigenen Bedarfe anzupassen. Die steuert zu wenig Werkzeug in einen Haushalt und in Reinform in immer verbrauchter Gestalt (Bohrmaschine die nach dem 100ten Bohren eingeht usw…) noch viel Schlimmer ergeht es den Verbrauchsgüteren.

Hinein mischt sich noch die Rangordungung der Güter und die Hierarchie der Preisindikatoren. Je teurer desto eher Werkzeug oder Maschine und wenn Werkzeuge und Maschine dann im konservativen oder sozialistischen Modell immer am Betriebgsgelände im Rahmen eines Unternehmens versperrt. Die traditionell Linken sagen, ‚Mehr verbrauch, mehr Maschine und weniger dafür bessere Werkzeug am Betriebsgelände. In gleichem Atemzug treiben sie aber die Mengen. Das geht nicht ewig gut. Klimaerwärmung. Das war noch zu Zeiten der Bedarfsdeckung).

Ein liberales Modell (auch neo-liberal) kennt die Unterscheidung Werkzeug oder Verbrauch nicht sondern bezieht sich auf eine Gut und stellt damit zu tun frei (Ort und Art). Es wird nur festgelegt dass die schwächste Form des Gebrauchs (aus der klassischen resp. marxistischen Denke) der Verbrauch ist.

Die Schule ist/war eine klassische Linie welche das Gut Wissen verbreitet. Fester Lehrplan, jedes Jahr dasselbe Buch und der Lehrer hat jede Stunde im Jahr und im Folgejahr dasselbe erzählt. Bildung ist die neoklassische Variante (nachfrageorientierter). Die Nachhilfe ist der Handwerker und der Kurs im Wifi mutet zumindest an als käme er aus einer nachfrageorientierten Linie. Es wird zumindest auf Rückfragen Einzelner eingegangen und nicht nur wiederholt wenn die Mehrheit den Stoff nicht hat verstanden und dies kundtut.

Wer vom Tausch ausgeschlossen ist, kann keinen Gewinn aus selbigem lukrieren. Nachfrageorientierte Industrielinien (passgeneuer(er) Bedarf) beheben das Problem. Das Geld läuft im Hintergrund und wird bereits im Rahmen der vollen Lohnhöhe zugesteuert und wieder weggesteuert.

Die Weitsicht des Plan-A von Kern hat kaum einer verstanden.

Die Leute fordern ja nicht, ‚Automatisiert die Jobs unter denen die Menschen leiden, gebt ihnen Freiraum und lasst ihnen Bildung zukommen‘. Es geht darum Ausbeutung zu unterbinden mit dem Ziel die Qualität des Weges auf dem Güter bereitgestellt werden attraktiver zu gestalten.

Die Umverteilung dient allein der Reproduktion von güterbereitstellenden Linien.

Platt formuliert. Wo heute Zuwanderer sollen sich den Rücken krumm schuften gehört die Linie vollautomatisiert terminiert. Ausbeutung heißt, die bereitgestellte Gütermenge wird erhöht und die Werkzeuge bleiben die gleichen. Damit muss der Mensch (Maschine ist im Servicesektor bspw. keine da) entweder schneller, intensiver oder länger arbeiten.

Fachkräftemangel? Der Nachteil des Errichtens von ‚Dark Facotories‘ im Serivesektor ist, dass die Vollautomatisierung sich vom Rohstoff in Richtung Konsumenten ähnlich einem Zunami ausbreitet. watch?v=xjatJ36cJvM

Arbeit konnte bisher nur im Rahmen der Mitarbeit durch isolation von Arbeit von der Mitarbeit (im Rahmen ‚des Büros‘) über Technologien erreicht werden. Umerziehung hat bisher nie gefruchtet. Nicht von der Mitarbeit hin zur Arbeit (Gulags und andere Arbeitslager) oder beim Shiften von Menschen raus aus der Produktion rein ins Büro wo sie sich am PC abarbeitenden (stärkste Werkzeug welches nicht der produzierenden Maschine gleich …).

Aus der Perspektive ist die IB konsequent und hat mit Sozialismus nichts am Hut.

Aus einer globalen Sicht muss man Bedarfe decken und nicht Bedürfnisse befriedigen. Der Bedarf ist die optimal bestimmte Gütermenge welche in der nächsten Periode bereitgestellt wird egal wer diesen im Empfang nimmt und Bedürfnisse treiben die ewige Mengenmaximierung und damit verbunden die ewige Gewinnmaximierung bei sinkendem Gewinn pro Mengeneinheit.

‚Wir sind der Staat‘ sagt nicht anderes als ‚Wir sind das Staatsvolk‘ und die Mehrheit schaft an aka. Demokratie in Reinform. Österreich, Frankreich und Deutschland sind tief geprägt von dem Versuch Ideen welche im Umfeld der Französischen Revolution promotet wurden umsetzten. Ich denke nicht dass die Identitären den Einzeln im Sinne des Rechts wollen schwächer stellen …

Das Schüren von Ressentiments wirkt im Wirtschaftsraum im Sinne der Ausbeutung welche den Bewirtschaftungsprozessen alles andere als zuträglich ist (gegen die können Unternehmer resp. Wirtschaftstreibende etwas tun)

Ausschwitz ‚Arbeit macht frei‘ hat die Aspekte vereint. Einerseits war es Arbeitslager im Niedriglohnservicesektor für IG Farben und anderseits passierte die Vorselektion von jenen die im Sinne eines Potentials in eine Maschine transformiert zu werden. Die Arbeitswelt von heute im Umfeld eines als Industriebtriebs betrachteten

Die IB formuliert in dem Sinne nur, bitte bringt’s keine Leute in Wirtschaftsräume in denen diese Zusammenhänge nicht klar sind. Die Wahrscheinlichkeit verraten und verkauft zu werden ist gar nicht allzu gering. Ich habe nicht umsonst zwei Petitionen gezeichnet

a) gegen den globalen Migrationspakt mit dem Hinweis eine Massenmigration zu unterbinden (Verdreifachung des Zulaufs usw…)
b) jene für die Lehre

Eines ist schon klar. Die europ. und kanadische Industrie haben diese nicht mehr entwicklungsfähigen Werkzeuge, Maschinen und Aktivitäten einfach ins niedrigere Preisniveau verlagert. Die U.S. haben eher eine Umwegproduktion organisiert und Preisniveaus im eigenen Wirtschaftsraum aufgrund der Position des höchsten sehr flexibel gehalten. Die Jungs und Girls sind mal nicht unbedingt überbezahlt.

Wobei der Koch im Rahmen des Sterbens der Wirte die Lehre in die Ausbeutung bedeutet. Die FPÖ lädt zur Steigerung der Menge ein anstatt Rosini zu engagieren.

Die logische Konsequenz für den Tourismus in Österreich auf Dauer ist, dass man sich sein Essen aus dem Automaten zieht oder es werden immer mehr Einkommensanteile für passgenauen Verbrauch umverteilt. Man hackelt sich ‚deppert‘ und ‚frisst‘ sich passgenau deppert. Doppelt hält besser. Aber jene die geringe Löhne haben trifft nur ersteres, deswegen muss man sie ‚deppert‘ halten damit im Schnitt wieder alle gleich sind. Das ist die Wirtschaftspolitik am eurp. Kontinent seit ca. 50 Jahren.

Warum fällt das nicht so auf. In der IT im Rahmen der Softwareentwicklung werden permanent leistungsfähigere Technologien angewandt, die Begleitprozesse vollautomatisiert und der Programmierende hat eine Umgebung die es erlaubt Abläufe im Computer zu automatisieren. Technologie (the Sprit) färbt deswegen auf uns nicht schnell ab.

Der Anwender wird durch die Verwendung einer nicht passgenauen Anwendung automatisiert. Das wahrgenommene Informationsdefizit setzt sich in seinem Hirn ab.

Ich wäre vorsichtig damit die bisher gelaufene Entwicklung weiterzutreiben und ideologisch getriebene Diskussion vorantreiben. Richtig ist, dass sozialistisches oder auch konservatives Gedankengut jeder Form (nicht Umfeld WK) schnell ins Arbeitslager führt.

Österreich hat sich aus dem Post-Kommunismus in einen Sozialismus liberalisiert und die Freiheit der Andersdenken besteht noch immer, wie einst der Falke krächzte, darin nach Amerika zu ziehen.

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Lichtenberg
Lichtenberg
Reply to  Häschen
23. Juni 2026 17:09

Sie glauben im Ernst, dass Ihren Be-
sinnungsaufsatz jemand liest ?

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Christian
Christian
2. April 2019 21:42

Dass man es zulässt, dass sie sich „Bewegung“ nennen, kränkt mich als demokratischer Sozialist.

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franz
franz
Reply to  Christian
21. April 2019 11:23

ich habe sehr schlechte Erfahrungen mit den Sozialisten gemacht

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Josef A. Haslinger
Josef A. Haslinger
Reply to  franz
31. Dezember 2020 10:39

die schlechte Erfahrung mit den Sozialisten kann ich bestätigen. Nach 37 Jahren selbständiger Handwerker, habe ich gelitten unter Arbeiterkammer und Gewerkschaft.

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Lichtenberg
Lichtenberg
Reply to  Josef A. Haslinger
23. Juni 2026 17:10

Sie wurden ans Kreuz geschlagen ? Sie Armer !

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Lichtenberg
Lichtenberg
Reply to  franz
23. Juni 2026 17:09

Woooo ?

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Hannes Wader zählt zu den prägenden Liedermachern im deutschsprachigen Raum. Bekannt wurde er mit Liedern wie „Heute hier, morgen dort“ und dem Antikriegslied „Es ist an der Zeit“. Seine Texte greifen gesellschaftliche und politische Themen auf und stehen in der Tradition des politischen Chansons. Daneben machte er Volks- und Arbeiterlieder einem breiten Publikum zugänglich. Zitat: Will nur mal fragen, sagt, warum schlagen so viele Leute gestern wie heute den eignen Interessen voll ins Gesicht - und merken es nicht? Hannes Wader
Hannes Wader zählt zu den prägenden Liedermachern im deutschsprachigen Raum. Bekannt wurde er mit Liedern wie „Heute hier, morgen dort“ und dem Antikriegslied „Es ist an der Zeit“. Seine Texte greifen gesellschaftliche und politische Themen auf und stehen in der Tradition des politischen Chansons. Daneben machte er Volks- und Arbeiterlieder einem breiten Publikum zugänglich. Zitat: Will nur mal fragen, sagt, warum schlagen so viele Leute gestern wie heute den eignen Interessen voll ins Gesicht - und merken es nicht? Hannes Wader

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