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Die Märchen der Astrologie: Warum dein Horoskop lügt

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Astrologie, Sternzeichen, Horoskop, Foto: Astro Woche Cover & AI; Unsplash, eigene Montage

Astro Woche Cover & AI; Unsplash, eigene Montage

Elka Xharo Elka Xharo
in Erklärt, Geschichte
Lesezeit:5 Minuten
17. Juli 2026
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Astrologie liegt im Trend. Während traditionelle Religionen in vielen westlichen Gesellschaften an Bedeutung verlieren, wenden sich immer mehr Menschen esoterischen Lehren zu. Besonders die Astrologie hat längst ihren Weg in die Popkultur gefunden: Auf TikTok und Instagram werden Sternzeichen analysiert, Memes über den rückläufigen Merkur millionenfach geteilt und Dating-Profile astrologisch bewertet. Doch wie viel Realität steckt hinter Horoskopen und Mondmythen? Zeit für einen wissenschaftlichen Faktencheck.

Vor circa 3000 Jahren, in der Hochkultur Babyloniens, waren Astronomie und Astrologie noch eng miteinander verbunden. Beide beschäftigten sich mit der Beobachtung des Himmels und der Berechnung von Planetenbewegungen. Doch ihre Wege trennten sich grundlegend. Während sich die Astronomie zu einer empirischen Naturwissenschaft entwickelte, reihte sich die Astrologie in die Welt der Esoterik und pseudowissenschaftlichen Mythen ein.

Was ist Esoterik?
Der Begriff „Esoterik“ leitet sich vom griechischen esoterikos („innerlich, für Eingeweihte bestimmt“) ab und meint ursprünglich Wissen, das nur einem kleinen Kreis zugänglich war. Lehren und Praktiken, die sich nicht auf wissenschaftliche Belege stützen, sondern auf „Geheimwissen“ und Intuition

Wie wenig die Astrologie mittlerweile mit der Astronomie und unserem realen Sternenhimmel zu tun hat, zeigt ein genauerer Blick auf die „Sternzeichen“.

„Zwillinge“ sind eigentlich „Stiere“ – Die Sternzeichen haben sich inzwischen verschoben

Was wäre, wenn ich dir sage, dass du ein völlig anderes Sternzeichen hast? Mein offizielles Sternzeichen ist zum Beispiel „Zwilling“ und gilt in der astrologischen Popkultur als das schlimmste aller Sternzeichen („two-faced gemini“, also zweigesichtig, unaufrichtig, falsch). Das Sternzeichen bezeichnet jenes Sternbild, vor dem die Sonne zum Zeitpunkt der Geburt stand. Wäre ich im Juni vor rund 3.000 Jahren geboren worden, würde es auch stimmen. Doch der Sternenhimmel ist nicht so unveränderlich, wie die Astrologie behauptet. Unsere Erde macht während ihrer Rotation eine kleine Taumelbewegung, ähnlich wie ein Kreisel, wodurch sich die Sternbilder am Himmel im Laufe der Zeit langsam verschieben. Deshalb stehen die meisten Menschen heute gar nicht mehr in dem Sternzeichen, das ihr Horoskop angibt. Die meisten „Zwillinge“ wären nach der tatsächlichen Position der Sonne vielmehr „Stier“.

 

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Ein Beitrag geteilt von Elka | The Sciency Feminist (@thesciencyfeminist)

Das 13. Sternzeichen wurde einfach weggelassen

Für die Menschen, die Ende November oder Anfang Dezember geboren sind, wird es noch kurioser: Hinter der Sonne befindet sich zu dieser Zeit das Sternbild „Schlangenträger“ (Ophiuchus). Es ist das dreizehnte Sternbild des Tierkreises, aber taucht in der Astrologie schlicht nicht auf. Zwölf Sternzeichen passten besser zum Kalender und zur Vorstellung einer harmonischen Ordnung. Also ließ man den Schlangenträger einfach weg. Dass die Sternbilder außerdem unterschiedlich groß sind und die Sonne deshalb unterschiedlich lange vor ihnen steht, war eine weitere Tatsache, die man unter den Teppich kehrte. So ist etwa der Löwe eigentlich 37 Tage lang (10. August bis 16. September), das Skorpion nur sechs Tage lang (23. bis 29. November).

Astronomisch korrekte Sternzeichen*
  • Steinbock (Capricornus): 20. Jänner – 16. Februar
  • Wassermann (Aquarius): 16. Februar – 12. März
  • Fische (Pisces): 12. März – 18. April
  • Widder (Aries): 18. April – 13. Mai
  • Stier (Taurus): 13. Mai – 21. Juni
  • Zwillinge (Gemini): 21. Juni – 20. Juli
  • Krebs (Cancer): 20. Juli – 9. August
  • Löwe (Leo): 10. August – 16. September
  • Jungfrau (Virgo): 16. September – 30. Oktober
  • Waage (Libra): 31. Oktober – 22. November
  • Skorpion (Scorpius): 23. November – 29. November
  • Schlangenträger (Ophiuchus): 29. November – 18. Dezember
  • Schütze (Sagittarius): 18. Dezember – 20. Jänner
    * die Intervalle können von Jahr zu Jahr etwas variieren

Studien zeigen: Auch der Mond beeinflusst unser Verhalten nicht

Unser stiller Begleiter, der Mond, war schon immer Hauptprotagonist vieler Mythen und Märchen. Und auch heute halten sich selbst bei sonst kritischen Menschen manche Geschichten hartnäckig. Vollmond soll den Schlaf verschlechtern, Menschen aggressiver machen, mehr Babys zur Welt bringen, Menstruationszyklen beeinflussen oder sogar darüber entscheiden, wann man sich am besten operieren lässt oder den Garten umgräbt. Tatsächlich gibt es wissenschaftliche Studien über diese Mythen und alle seriösen Untersuchungen kommen zum selben Ergebnis: Es gibt keinerlei Hinweise, dass der Mond einen Einfluss auf unser Verhalten, unsere Menstruation oder die Landwirtschaft hat. Zwar verursacht die Gravitationskraft des Mondes Ebbe und Flut, doch das liegt daran, dass Ozeane und Meere unvorstellbare große Massen enthalten. Nach dem Gravitationsgesetz ist die Anziehungskraft umso stärker, je größer die beiden sich anziehenden Massen sind. Da unser Körper im Vergleich dazu winzig ist, ist auch die Gravitationskraft, die der Mond auf uns ausübt, verschwindend gering.

Sie ist sogar so klein, dass eine Mücke auf deinem Arm eine stärkere Anziehungskraft auf dich ausübt als der Mond.

Psychologische Effekte führen dazu, dass wir trotzdem daran glauben

Dass sich Vollmondnächte trotzdem oft besonders eindrücklich anfühlen, liegt vor allem an psychologischen Effekten. Dazu zählt u.a. der Confirmation Bias (Bestätigungsfehler): Wir erinnern uns vor allem an die Nächte, die unsere Erwartungen bestätigen und nicht an jene, die es nicht tun. Ein weiteres Beispiel ist die Selffulfilling Prophecy (Selbsterfüllende Prophezeiung): Weil wir an Vorhersagen glauben, verhalten wir uns unbewusst so, dass sie sich erfüllen. Dieselben Mechanismen tragen auch dazu bei, dass Horoskope oft erstaunlich zutreffend wirken. Hinzu kommt der sogenannte Barnum-Effekt: Menschen erkennen sich in vagen und allgemein formulierten Aussagen wieder, obwohl diese auf nahezu jede Person zutreffen. Wie eindrucksvoll dieser Effekt ist, zeigte eine französische Studie des Psychologen Michel Gauquelin. Er gab 150 Personen angeblich individuell erstellte Horoskope. Rund 90 Prozent hielten die Beschreibung für erstaunlich treffend. Was sie jedoch nicht wussten: Alle hatten denselben Text erhalten, nämlich das Geburtshoroskop eines bekannten französischen Serienmörders.

Wenn du also das nächste Mal einem Horoskop oder Mondkalender begegnest, denk daran: Der Blick in den Himmel ist faszinierend. Doch wer verstehen möchte, wie das Universum funktioniert, sollte lieber zur Astronomie greifen als zur astrologischen Märchen.

Über Elka Xharo

Elka Xharo studierte Medizinische Informatik und Biomedical Engineering an der TU Wien. Sie ließ sich zur Medizinphysikerin ausbilden und ist seit mehreren Jahren als Lehrende an der FH Wien der WKW tätig. Auf Instagram macht sie über ihren Account The sciency feminist Wissenschaftsvermittlung und Frauen in der Wissenschaft sichtbar.

2026 brachte sie mit Eva Freistetter und Jana Steuer außerdem ihr neues Buch „Auf einen Kaffee im All. Sternenwissen zum Mitnehmen“ heraus. Dort findet ihr mehr zum Thema Mythen und Astronomie.

Frauen in der Raumfahrt: Von Schminksets und fehlenden Raumanzügen zu historischen Erfolgen

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1 Kommentar
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Mike
Mike
6. August 2026 23:00

Das ist eine Falschbehauptung ausgehend von Astronomen. Die Astrologie benötigt kein 13. Sternzeichen.

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Die Country- und Pop-Ikone Dolly Parton ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Neben ihrer Karriere als Sängerin ist sie auch für ihr soziales Engagement bekannt: Mit der Imagination Library hat sie ein weltweites Leseprojekt gegründet, das Kindern kostenlos Bücher zur Verfügung stellt. Außerdem unterstützte sie Bildungs- und Hilfsprojekte über die Dollywood Foundation und spendete Millionenbeträge in die medizinische Forschung. Ihrem 1980 verfassten Song „9 to 5“ – einem sozialkritischen Kommentar auf Arbeitswelt und Ungleichheit - entstammt dieses Zitat: “It’s a rich man’s game no matter what they call it, and you spend your life putting money in his wallet.” Zitat: Es ist ein Spiel der Reichen und egal wie sie es nennen, du verbringst dein Leben damit, Geld in ihre Taschen zu stecken. Dolly Parton
Die Country- und Pop-Ikone Dolly Parton ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Neben ihrer Karriere als Sängerin ist sie auch für ihr soziales Engagement bekannt: Mit der Imagination Library hat sie ein weltweites Leseprojekt gegründet, das Kindern kostenlos Bücher zur Verfügung stellt. Außerdem unterstützte sie Bildungs- und Hilfsprojekte über die Dollywood Foundation und spendete Millionenbeträge in die medizinische Forschung. Ihrem 1980 verfassten Song „9 to 5“ – einem sozialkritischen Kommentar auf Arbeitswelt und Ungleichheit - entstammt dieses Zitat: “It’s a rich man’s game no matter what they call it, and you spend your life putting money in his wallet.” Zitat: Es ist ein Spiel der Reichen und egal wie sie es nennen, du verbringst dein Leben damit, Geld in ihre Taschen zu stecken. Dolly Parton

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Die Country- und Pop-Ikone Dolly Parton ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Neben ihrer Karriere als Sängerin ist sie auch für ihr soziales Engagement bekannt: Mit der Imagination Library hat sie ein weltweites Leseprojekt gegründet, das Kindern kostenlos Bücher zur Verfügung stellt. Außerdem unterstützte sie Bildungs- und Hilfsprojekte über die Dollywood Foundation und spendete Millionenbeträge in die medizinische Forschung. Ihrem 1980 verfassten Song „9 to 5“ – einem sozialkritischen Kommentar auf Arbeitswelt und Ungleichheit - entstammt dieses Zitat: “It’s a rich man’s game no matter what they call it, and you spend your life putting money in his wallet.” Zitat: Es ist ein Spiel der Reichen und egal wie sie es nennen, du verbringst dein Leben damit, Geld in ihre Taschen zu stecken. Dolly Parton

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