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Lebensstandard gesunken, Korruption enorm: Orbán verliert die Wahl, die Kickl-FPÖ ihr Vorbild

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FPÖ empfängt Viktor Orban im Parlament, im Bild Herbert Kickl, Walter Rosenkranz, Christian Hafenecker und Harald Vilimsky (Foto: APA Picturedesk, Photonews.at)

FPÖ empfängt Viktor Orban im Parlament, im Bild Herbert Kickl, Walter Rosenkranz, Christian Hafenecker und Harald Vilimsky (Foto: APA Picturedesk, Photonews.at)

Gerald DemmelDavid Sowka Gerald DemmelundDavid Sowka
in Europa
Lesezeit:5 Minuten
13. April 2026
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Das Sozialsystem, die Schulen und das Gesundheitssystem wurden kaputt gespart. Dafür floss viel Geld in die Taschen von Orbáns Freunden und Günstlingen. Die Korruption erreichte obszöne Ausmaße. Herausforderer Péter Magyar muss jetzt die kriminellen Machenschaften aufarbeiten lassen. Die Abwahl trifft auch Parteien wie die FPÖ, die das Land jahrelang als politisches Vorbild erklärten. Bis spät am Wahlsonntag haben die FPÖ-Medien noch vom Orbán-Sieg geträumt und wollten den Sieg der Opposition mit erfundenen Geschichten über „Wahlmanipulation“ verhindern.

Inhalt
Wahlausgang: Orbán verliert haushoch und muss nach 16 Jahren als Premierminister abtreten
Gesundheitssystem kaputt, Sozialsystem kaputt
Korruption blühte ungeniert: Orbán versorgte Verwandte und Freunde mit Millionen
Neue Behörde soll staatliche Auftragsvergabe hinsichtlich Korruption prüfen
FPÖ und internationale Verbündete verlieren ihr Vorzeigemodell
FPÖ-nahes TV „Auf 1“ setzt bis zum bitteren Ende auf Orbán, redet dann von „Wahlbetrug“

Wahlausgang: Orbán verliert haushoch und muss nach 16 Jahren als Premierminister abtreten

Die ungarische Wählerschaft hat der Fidesz-Partei die Regierungsverantwortung entzogen. Péter Magyars Tisza-Partei gewann die Wahl und verfügt nun über eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Die Niederlage für Viktor Orbán fiel deutlich aus, obwohl der Amtsinhaber massiv auf staatliche Ressourcen für seinen Wahlkampf zurückgriff und die mediale Berichterstattung dominierte. Der Machtwechsel beendet nicht nur eine 16 Jahre dauernde Regierungszeit. Er nimmt den rechten Politikern von Wien bis Washington ihr wichtigstes europäisches Referenzmodell und zwingt Herbert Kickl und Donald Trump zur Neuorientierung.

Ungarn Wahlergebnis 2026 orban wahl
Ungarn Wahlergebnis 2026

Gesundheitssystem kaputt, Sozialsystem kaputt

Für viele Ungarinnen und Ungarn gaben die prekären materiellen Lebensbedingungen den Ausschlag für die Abwahl der Orbán-Partei. In den vergangenen Jahren kürzte die Regierung die Budgets für öffentliche Schulen, das staatliche Gesundheitssystem und die soziale Grundsicherung deutlich. Während Orbán Milliarden in Prestigeprojekte wie Fußballstadien und den Ausbau seines Machtapparats lenkte, verfielen staatliche Kliniken zusehends. In vielen Einrichtungen fehlte es am Nötigsten – von Seife bis zu funktionierenden medizinischen Geräten.

Pflegekräfte und Lehrerinnen verließen wegen niedriger Löhne und schlechter Arbeitsbedingungen in Scharen das Land. Die Folge: Unterrichtsausfälle an Schulen und die Schließung ganzer Krankenhausstationen. Besonders drastisch zeigt sich der soziale Kahlschlag beim Arbeitslosengeld. Nach einer Reform des Arbeitsgesetzbuchs im Jahr 2011 wurde die maximale Bezugsdauer von 270 auf 90 Tage gesenkt – das ist die kürzeste Bezugsdauer in der gesamten EU. Wer nach diesen drei Monaten keine neue Stelle findet, verliert jeden Anspruch auf Arbeitslosengeld und ist auf eine Grundsicherung angewiesen. Die liegt bei rund 22.800 Forint monatlich (umgerechnet etwa 60 Euro) liegt – ein Betrag weit unter dem Existenzminimum. Diese existenzielle Unsicherheit und der sichtbare Verfall der öffentlichen Dienste wogen für viele Wählerinnen und Wähler schwer.

Korruption blühte ungeniert: Orbán versorgte Verwandte und Freunde mit Millionen

Gleichzeitig flossen lukrative staatliche Aufträge, europäische Fördergelder und privatisierte Ländereien systematisch an ein enges Netzwerk aus Geschäftsleuten aus dem direkten Umfeld des bisherigen Regierungschefs. Viele Menschen wählten die Tisza-Partei nicht aus einer tiefen inhaltlichen Überzeugung für Magyar, sondern um die offensichtliche Korruption zu stoppen und den Abbau der öffentlichen Daseinsvorsorge zu beenden. Die neuen Mehrheitsverhältnisse ermöglichen es der zukünftigen Regierung nun, diese strukturellen Veränderungen rechtlich abzusichern, da sie die Verfassung ohne Opposition ändern kann.

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Das System Orbán basierte jahrelang auf der gezielten Umverteilung öffentlicher Mittel an den engsten Familien- und Freundeskreis. In internationalen Korruptionsrankings belegte Ungarn zuletzt den letzten Platz innerhalb der Europäischen Union. Zu den bekanntesten Beispielen zählt der Bau einer weitgehend ungenutzten Museumseisenbahn im Heimatdorf des abgewählten Premiers, die direkt mit europäischen Fördermitteln finanziert wurde.

Besonders lukrativ erwies sich das Immobiliengeschäft von Orbáns Schwiegersohn István Tiborcz. Dessen BDPST-Gruppe erhielt nicht nur systematisch staatliche Aufträge für Straßenbeleuchtungen zu überhöhten Preisen, sondern kaufte mithilfe staatlicher Subventionen auch zahlreiche Luxushotels. Der Regierungsapparat steuerte sogar internationale Gäste aktiv in diese Familienhotels. Während der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft wurden ausländische Delegationen, wie die des finnischen Premierministers, gezielt im familieneigenen Hotel Dorothea einquartiert. Weil die Auftragsvergabe strukturell auf diese Netzwerke zugeschnitten war, fror die Europäische Kommission zeitweise Milliarden Euro an Hilfsgeldern ein. Diese Summen fehlten direkt bei der Sanierung von Krankenhäusern und Schulen.

Neue Behörde soll staatliche Auftragsvergabe hinsichtlich Korruption prüfen

Magyar kündigte noch am Wahlabend an, die finanziellen Profiteure der vergangenen eineinhalb Jahrzehnte zur Verantwortung zu ziehen. Ein zentraler Punkt seines Regierungsprogramms ist die rasche Gründung einer unabhängigen Anti-Korruptionsbehörde. Die soll untersuchen, wie staatliche Gelder während der Fidesz-Regierung in private Stiftungen umgeleitet wurden und ob Wahlkampfmittel illegal aus Ministerien stammten. Bisherige Kontrollmechanismen ignorierten diese Vorgänge, da wichtige Positionen mit loyalen Beamten besetzt waren. Mit der neuen Ermittlungsbehörde zielt Magyar direkt auf das angesammelte Vermögen der Fidesz-Eliten ab. Die Ermittler sollen Verträge offenlegen, bei denen staatliches Eigentum unter dem Marktwert an Parteifreunde verkauft wurde. Die Ergebnisse könnten zu zahlreichen Anklagen führen.

FPÖ und internationale Verbündete verlieren ihr Vorzeigemodell

Die Abwahl in Budapest trifft ein weitreichendes politisches Netzwerk. Für rechte Parteien in Europa und den USA fungierte Ungarn jahrelang als greifbarer Beweis, dass eine anti-liberale Gesellschaftspolitik institutionell verankert werden kann, ohne Wahlen zu verlieren. FPÖ-Chef Herbert Kickl trat noch in der heißen Phase des Wahlkampfs bei einer Fidesz-Veranstaltung auf, um Orbán zu unterstützen, und bezeichnete die ungarische Politik stets als Vorbild für Österreich. Auch die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und der US-Vizepräsident JD Vance zählen zu jenen rechten und autoritär-konservativen Politikerinnen und Politikern, für die Orbáns Ungarn über Jahre als politischer Bezugspunkt galt. Dass die ungarische Bevölkerung diese Politik nun an der Wahlurne massiv abgestraft hat, entzieht diesen Parteien ihr liebstes Beispiel.

Un rapido ripasso dei leader mondiali che hanno sostenuto Viktor Orbán. Lo spot elettorale è di gennaio 2026. pic.twitter.com/JujtyZRGxe

— Marco Fattorini (@MarcoFattorini) April 12, 2026

Der Verlust der ungarischen Regierungszentrale zwingt das rechte Bündnis dazu, seine politische Strategie zu überdenken. Das Budapester Modell hat sich durch die drastischen Einschnitte bei der eigenen Bevölkerung als nicht dauerhaft mehrheitsfähig erwiesen. Offen ist auch, ob Magyars angekündigte Korruptionsermittler verdeckte Geldflüsse und internationale Netzwerke des Orbán-Systems sichtbar machen werden.

 

FPÖ-nahes TV „Auf 1“ setzt bis zum bitteren Ende auf Orbán, redet dann von „Wahlbetrug“

AUF1 ist formal kein FPÖ-Medium, bewegt sich politisch aber klar im freiheitlichen und äußersten rechten Umfeld: Laut Impressum steht hinter dem Sender ein eigener Verein, zentrale Figur dabei ist Stefan Magnet. Die FPÖ schaltet dort gern Inserate und Magnet arbeitete laut Ö1/ORF mit seiner Werbeagentur für die FPÖ Oberösterreich. Dazu kommt die personelle und ideologische Verbindung: Das DÖW beschreibt Magnet als ehemaligen Kader des neonazistischen „Bundes freier Jugend“, Ö1 nannte ihn einen „Rechtsaußen“ mit engen Beziehungen zur FPÖ. AUF1 ist damit nicht der offizielle Sender der FPÖ, fungiert aber seit Jahren als besonders anschlussfähige Bühne für freiheitliche Politik und deren Milieu.

Das hat sich auch beim ungarischen Wahlsonntag gezeigt. In den Screenshots lässt sich gut sehen, wie AUF1 auf ein für Orbán schlechtes Ergebnis reagiert. Zuerst wird die Wahl noch als offenes Rennen erzählt: „Wahl beendet! Jetzt beginnt der Auszählungs-Krimi“, „EIL: Erste offizielle Zahlen“ und „Hochspannung: Fidesz führt bei Listenstimmen, Tisza bei Direktmandaten“. Selbst dort, wo bereits „Tisza vorne“ steht, heißt es noch: „Aber die wichtigste Frage ist noch offen“. Die Linie ist klar: solange irgendwie noch Hoffnung besteht, wird relativiert, vertagt und auf ein mögliches Comeback Orbáns gesetzt.

Dann kippt die Erzählung. Aus dem knappen Rennen wird erst noch ein letzter Hoffnungsschimmer für Orbán gemacht: „Paukenschlag: Institut sieht knappen Fidesz-Sieg“. Kurz darauf rückt AUF1 aber bereits von der bloßen Ergebnisdeutung zur Delegitimierung über: „Jetzt wird’s schmutzig: Fälschungsvorwürfe nach Ungarn-Wahl“. Wenig später folgt schließlich die offene politische Rahmung: „Ungarn: War es eine Soros-Wahl?“ – garniert mit der Behauptung, „selbst Tisza räumt Tausende Fälschungsmeldungen ein“. Aus dem Wahlabend wird so Schritt für Schritt eine Geschichte von Verdacht, Manipulation und fremder Steuerung.

Sobald das Ergebnis endgültig politisch unerwünscht wird, tauchen bei AUF1 plötzlich Wahlfälschung, Soros und düstere Verdächtigungen als Erklärung auf.

 

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Screenshot Auf1 (Quelle: Tiktok, 13.4.2026)
Screenshot Auf1 (Quelle: Tiktok, 13.4.2026)
Screenshot Auf1 (Quelle: Tiktok, 13.4.2026)
Screenshot Auf1 (Quelle: Tiktok, 13.4.2026)
Screenshot Auf1 (Quelle: Tiktok, 13.4.2026)
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lichtenberg
lichtenberg
14. April 2026 00:08

So kann man sich verrennen : Der fulminante Wahlsieg der Opposi -tionspartei Tisza, einer Fidesz-Ab-spaltung, sie erreicht 54% und mit der rechtspopulistischen Fidesz 38% und den Rechtsradikalen 7% sitzen im neu gewählten Parlament in Ungarn nur mehr rechte und rechts-rechte Parteien. Das freut den Gruenen AvdB, die Stocker Övp
die Neosliberalen … und auch die SPÖ. Das ist, posaunen die Posaunen, ein herber Rückschlag für die Rechtsparteien in Eur opa

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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque
Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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Herbert Kickl

Herbert Kickl ist ein rechtsextremer Politiker und seit 2021 Parteichef der FPÖ. Von 2017 bis 2019 war er Innenminister unter Sebastian Kurz. Als einziger Minister der Nachkriegsgeschichte Österreichs wurde er aus seinem Amt in Folge des Ibiza-Skandals entlassen. Kickl ist wiederholt durch rassistische und antisemitische Aussagen in Kritik geraten und ist in mehrere Korruptions-Skandale verwickelt.

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EU-Ratsvorsitz

Der Vorsitz im Rat der Europäischen Union, kurz als EU-Ratspräsidentschaft oder auch Ratspräsidentschaft bezeichnet, wechselt alle 6 Monate in einer bestimmten Ordnung zwischen den EU-Ländern. Momentaner Vorsitz: Deutschland, 01. Juli – 31. Dezember 2020 Nächster Vorsitz: Portugal, 01. Januar – 30. Juni 2021 Aufgaben: Planung und Leitung der Tagungen des Rates; Vertretung des Rates gegenüber EU-Kommission und EU-Parlament; Wichtig dabei: Das Land, welches den Ratsvorsitz innehat, soll während dieser Zeit als neutraler Vermittler agieren und so helfen Kompromisse zwischen den EU-Ländern zu ermöglichen. Das Thema "EU-Ratspräsidentschaft" im Parlament

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FPÖ

Die FPÖ gibt sich gerne als „soziale Heimatpartei“. Egal ob unter Jörg Haider, Heinz-Christian Strache oder jetzt Herbert Kickl. Sie tut so, als ob sie die Partei der “kleinen Leute” wäre. Doch egal, ob in Opposition oder Regierung: Die FPÖ vertritt gemeinsam mit der ÖVP Konzerne und Österreichs Reichste. Hier der Beweis!

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