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EU fördert Energiewende und will so Energiepreise dämpfen

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Die EU fördert die Energiewende in Europa. (Foto: Unsplash/KI-Montage)

Die EU fördert die Energiewende in Europa. (Foto: Unsplash/KI-Montage)

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Energie, Europa
Lesezeit:4 Minuten
28. September 2026
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Es ist gerade Herbst geworden, doch schon jetzt denken viele über die Energierechnung im Winter nach. Steigende Gaspreise, niedrige Speicherstände und höhere Stromkosten sorgen in den EU-Ländern abermals für Unsicherheit. Die EU versucht gegenzusteuern: Schnellere Genehmigungen für erneuerbare Energieprojekte sollen Europa unabhängiger von fossilen Importen machen und langfristig die Preise senken.

Der europäische Gaspreis ist auf dem höchsten Stand seit mehr als drei Jahren. Ein wesentlicher Grund sind die niedrigen Füllstände der europäischen Gasspeicher. Nach Daten von Gas Infrastructure Europe sind die Speicher derzeit nur zu rund 65 Prozent gefüllt. Damit liegt Europa unter dem Niveau des Vorjahres und auf dem niedrigsten Stand für die Jahreszeit seit 2011.

Die Ausgangssituation: Niedrige Speicher und teure Importe

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat die EU ihre Abhängigkeit von russischem Erdgas erheblich reduziert und einen schrittweisen Ausstieg aus russischen Gasimporten bis 2027 beschlossen. 2021 stammten rund 45 % des europäischen Gasverbrauchs aus Russland. Letztes Jahr waren es noch etwa 12 %. Dabei handelt es sich sowohl um Pipelinegas als auch um Flüssiggas (LNG).

Doch weniger russisches Gas bedeutet nicht automatisch weniger Abhängigkeit. Beim Flüssiggas konkurriert Europa auf dem internationalen Markt vor allem mit Abnehmern aus Asien. Steigt die Nachfrage bei begrenztem Angebot, steigen häufig auch die Gaspreise – und mit ihnen kann der Strompreis unter Druck geraten.

„Energie muss leistbar, sicher und unabhängig sein. Gerade für Menschen die bereits einen großen Teil ihres monatlichen Budgets für Miete, Heizung und Strom aufwenden müssen, gibt es kaum Spielraum, wenn die Energiekosten erneut deutlich steigen“, kritisiert der sozialdemokratische Europaabgeordneter Hannes Heide.

In Österreich sind die Stromkosten im EU-Vergleich im Vorjahr am zweitstärksten gestiegen

Eine Eurostat-Studie zeigt: Im Vorjahr sind die Stromkosten für Haushalte in 17 EU-Mitgliedstaaten gestiegen. Besonders drastisch war die Entwicklung in Rumänien mit einem Plus von 58,6 Prozent. Österreich folgte mit einem Anstieg von 34,3 Prozent auf Platz zwei, vor Irland mit 32,7 Prozent.

Warum Gas den Strompreis mit nach oben zieht

Dass ausgerechnet ein Land wie Österreich mit großer Wind- und Wasserkraftproduktion so empfindlich auf Gaspreise reagiert, liegt am Merit-Order-System des europäischen Strommarkts.

Vereinfacht gesagt bestimmt das teuerste Kraftwerk, das zur Deckung der Nachfrage noch benötigt wird, den Preis für den gesamten Markt. Häufig sind das Gaskraftwerke. Wird Gas teurer, kann deshalb auch der Großhandelspreis für Strom steigen – selbst, wenn ein großer Teil des Stroms im Land aus günstigeren erneuerbaren Quellen stammt.

eu energiepreise
Das sogenannte „Merit-Order-Prinzip“ bestimmt unseren Strompreis. (Grafik: Jakob Zerbes)

Auf EU-Ebene setzen sich die Sozialdemokrat:innen schon seit Langem für eine Reform des europäischen Strommarkts ein.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte im Frühjahr allerdings weniger eine grundlegende Reform als eine Weiterentwicklung des bestehenden Strommarktdesigns an. Die Stromerzeugungskosten, die mehr als die Hälfte des Strompreises ausmachen, sollen vor allem durch den Ausbau erneuerbarer Energien und der Stromnetze sinken.

Mehr Strom vor Ort – und weniger Warten auf Genehmigungen

Doch es gibt Baustellen bei der Strom-Infrastruktur in Europa: Bei leistungsfähigen Stromnetzen und Speicherkapazitäten gibt es Engpässe. In einigen EU-Ländern bremsen zudem langwierige Genehmigungsverfahren den Ausbau. Je nach Technologie und Mitgliedstaat kann die Genehmigung bis zu neun Jahre dauern.

Das Europäische Parlament hat im Rahmen des europäischen Netzausbaupakets für schnellere Verfahren gestimmt. Man will Genehmigungen besser koordinieren, digitalisieren und vereinfachen. Für erneuerbare Energieanlagen, Stromnetze, Speicher und Ladestationen sollen so Wartezeiten reduziert werden.

Förderungen sollen Investitionen und sozialen Ausgleich erleichtern

Wer eine Photovoltaikanlage besitzt, konnte im Sommer besonders vom selbst erzeugten Strom profitieren und für überschüssige Energie zusätzlich eine Einspeisevergütung erhalten. Doch die Investition in die Anlagen und Stromspeicher bleibt für viele Privathaushalte und Betriebe kostspielig und wird oft erst durch Förderungen wirtschaftlich attraktiv.

Mit dem „Made-in-Europe“-Bonus steht seit Juni 2025 ein Investitionszuschuss zur Verfügung. Neu hinzugekommen ist auch der Klima-Sozialfonds, der einen sozial ausgewogenen und inklusiven Übergang zur Klimaneutralität unterstützen soll.

Österreich soll zwischen 2026 und 2032 bis zu 577,8 Millionen Euro aus dem Fonds erhalten. Dazu kommen mindestens 25 % nationale Kofinanzierung. Insgesamt stehen damit rund 770,4 Mio. Euro für Maßnahmen zur Verfügung. Das Geld soll vor allem gefährdete Haushalte sowie Kleinst- und Kleinunternehmen unterstützen, die besonders unter steigenden Energie- und Transportkosten leiden.

Die Beantragung entsprechender Fördermittel soll in Österreich ab 2027 möglich sein.

Das sind die 5 größten EU-Fördertöpfe für die Energiewende

  1. Kohäsionsfonds: eines der wichtigsten Finanzierungsinstrumente der Europäischen Union, um Energiewende und Klimaschutz in wirtschaftlich schwächeren Mitgliedstaaten voranzutreiben.
  2. EU-Innovationsfonds: Fördert die Entwicklung neuer Technologien bei erneuerbaren Energien, Energiespeicherung und CO₂-Reduktion.
  3. Klima-Sozialfonds (Social Climate Fund): Finanziert seit 2026 gezielt die Umstellung auf erneuerbare Energien für gefährdete Haushalte und kleine Unternehmen.
  4. REPowerEU & Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF): Einer der größten Fördertöpfe für den schnellen Ausbau von Solar- und Windkraft sowie die Unabhängigkeit von fossilen Energien.
  5. Horizont Europe: Ein EU-Programm, das Forschung, Innovation und die technologische Weiterentwicklung im Bereich der sauberen Energien fördert.
Parlament Das Thema "Energiepreise" im Parlament

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DerNaturschützer
DerNaturschützer
11. Oktober 2026 17:03

Achsooo, hauptsächlich die Merit-Order ist bloß schuld?? Interessant, warum dann Dänemark, das Land mit dem höchsten Windenergie-Anteil Europas eine der höchsten Strompreise Europas hat. Niederösterreich hat die meisten Windkraftanlagen Österreichs, aber teureren Strom als Tirol, das keine einzige Windindustrieanlage besitzt.

Es ist so, dass ein Windkraftwerk geringere Gestehungskosten als z.B. ein Gaskraftwerk hat, ja, aber der besonders für Wind- und Solarkraft erforderliche Stromnetzausbau kostet jedoch auch sehr viel und das wird zu selten erwähnt. Dieser massive Ausbau des Stromnetzes erhöht auch die Netzkosten, die ein Teil unserer Stromrechnung sind.

Man lese den dritten Absatz in der Einleitung dieses Wikipedia-Artikels, der das bestätigt: https://de.wikipedia.org/wiki/Stromgestehungskosten

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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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Merit-Order-Modell

Auf den Strombörsen entsteht der Preis nach dem „Merit-Order-Modell“ (zu Deutsch: Reihenfolge der Vorteilhaftigkeit): Die Kraftwerke speisen den Strom der Reihe nach ins Netz ein. Am Beginn stehen Sonne-, Wasser- und Windkraftwerke mit den günstigsten Produktionskosten. Danach werden solange teurere Kraftwerke hinzugenommen, bis der aktuelle Bedarf gedeckt ist. Der Preis des zuletzt eingespeisten Kraftwerks bestimmt den Strompreis. In Österreich sind das in der Regel Gaskraftwerke. Wenn der Gaspreis steigt, steigt somit auch der Preis für Strom, der z.B. durch Wasserkraft oder Solarenergie erzeugt wird.

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EU-Kommissar

In der EU-Kommission arbeiten 26 EU-Kommissare und die EU-Kommissionspräsidentin – also pro EU-Land ein Vertreter bzw. eine Vertreterin. Für jeden Politikbereich gibt es einen EU-Kommissar oder eine Kommissarin, so etwa für die Bereiche Inneres, Sozialpolitik oder Außenpolitik, Verkehr oder Digitalisierung etc. Die Gesamtheit der Kommissare wird Kollegium genannt. Hier geht’s zum aktuellen Kollegium. EU-Kommissar aus Österreich: Derzeit Johannes Hahn (ÖVP). Seit Beginn der Periode 2019 ist er Kommissar für den Bereich Haushalt und Verwaltung. Von 2014-2019 war er bereits als Kommissar für Europäische Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen zuständig. Transparente Zusammenarbeit: Jeder Kommissar steht mit den EU-Abgeordneten aus dem EU-Parlament im jeweils dazugehörigen thematischen Ausschuss in Zusammenarbeit. Der Austausch wird in Protokollen vermerkt und ist für jeden und jede online einsehbar. Hier

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Das Europäische Parlament

Auf einen Blick Rolle: Direkt gewähltes EU-Organ mit Zuständigkeit für Gesetzgebung, Aufsicht und Haushalt Mitglieder: 705 Mitglieder des Europäischen Parlaments Präsident: David Sassoli Gegründet: 1952 als Gemeinsamen Versammlung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, 1962 als Europäisches Parlament, erste direkte Wahl 1979 Standort: Straßburg (Frankreich), Brüssel (Belgien), Luxemburg Das Europäische Parlament ist die einzige direkt von den europäischen Bürgerinnen gewählte Institution der EU. Die 705 EU-Parlamentarier, auch Mitglieder des Europäischen Parlaments (MEP) genannt, vertreten 450 Millionen Bürger aus allen 27 Mitgliedsstaaten. Sie sind in acht politische Fraktionen unterteilt. Alle zweieinhalb Jahre (also zwei Mal in jeder Legislaturperiode) wählen sie einen neuen Präsidenten bzw. eine neue Präsidentin aus ihrer Mitte. Logo des Europäischen Parlaments Das EU-Parlament ist das gesetzgebende Organ

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