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Debatte um Universitätsbudget: Nominell hohes Budget bleibt 2027/28 stabil

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Lesesaal der Bibliothek der Universität Wien. (Foto: Hubertl/Wikipedia/ CC BY-SA 4.0)

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Kathrin Glösel Kathrin Glösel
in Bildung & Wissenschaft
Lesezeit:3 Minuten
12. Juni 2026
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Studierende und Lehrende haben auf Wiens Straßen demonstriert, die Rektorin der Kunstuni Linz warnte davor, dass jede fünfte Uniangestellte entlassen werden müsste. Es geht um das Budget für Wissenschaft und Forschung in den nächsten Jahren. Der Vorwurf der Universitäten: Ihnen würde eine Milliarde Euro gekürzt. Wie sehen die Zahlen wirklich aus? Hier ein Überblick mit Einordnung.

Die öffentlichen Universitäten verhandeln immer für drei Jahre am Stück Budgets mit dem zuständigen Ministerium – dem Wissenschaftsministerium. Für die Jahre 2025-2027 benötigen die Universitäten laut eigenen Angaben 16,5 Milliarden Euro. Ausverhandelt waren 16,2 Milliarden. Nun steht fest: Bis inklusive 2027 erhalten sie jetzt 15,5 Milliarden.

Die Universitätskonferenz (Uniko) spricht von einer Kürzung, die Studienangebot und Forschung gefährdet. Für die Periode 2028-2030 fordern sie sogar 18 Milliarden Euro.

Es lohnt sich, angesichts dieser Vorwürfe auch frühere Budgets anzusehen – um die aktuellen Summen zu vergleichen.

Seit 2018 ist das Unibudget nominell um 64 Prozent gestiegen

Im debattierten Dreijahresbudget findet sich auch das Budget für 2026. Es beträgt – für Universitäten, Fachhochschulen und Grundlagenforschung – 6,76 Milliarden Euro. Allein die Universitäten bekommen davon 5,32 Milliarden Euro. Laut Finanzminister Markus Marterbauer ein Rekordhoch.

Ein Blick noch weiter zurück zeigt, dass die Universitäten im Laufe der letzten Jahre tatsächlich immer mehr Budget bekommen haben – auch in Zeiten der Krise.

Das Dreijahresbudget 2025-2027 war um 3,9 Mrd. Euro oder 31,7 % mehr als die 12,3 Mrd. Euro als im vorangegangenen Dreijahresbudget 2022-2024. Marterbauer rechnete in seiner Budgetrede am 10. Juni 2026 noch weiter zurück:

Seit 2018 ist das Universitätsbudget nominell um 64% angehoben worden, während das BIP nur um 34% gestiegen ist. Inflationsbereinigt betrug der Zuwachs 25%. In der Grundlagenforschung betrug dieser Zuwachs im selben Zeitraum sogar fast 40%. Bei den Fachhochschulen ist das nominell um 62 %, real um 23 % gestiegen, weil dort die Zahl der Studierenden so stark gewachsen ist.

Insgesamt ist der Anteil der öffentlichen Mitteln für den Hochschulbereich in Österreich mit 1,6 % des BIP hoch und liegt über dem OECD-Schnitt von 1,0 % oder auch dem EU-Schnitt von 0,9%. des BIP.

Mehr Geld führte nicht überall zu besseren Ergebnissen

Das Gute: Dieses Mehr an Mitteln hat auch neue Spitzenleistungen in einzelnen Forschungsfeldern ermöglicht.

Die Kehrseite: In manch anderen Forschungsbereichen haben sich Ineffizienzen eingeschlichen. Man bildet mitunter viele internationale Studierende aus, die aber dann nicht in Österreich arbeiten. Gleichzeitig ist die Zahl der österreichischen Studierenden im Land rückläufig.

Wissenschaftler:innen sind oft unsicher angestellt, wissenschaftliche Leistungen schlagen sich nicht in mehr Sicherheiten für die Forschenden nieder.

Auf der anderen Seite stehen wiederum Spitzengehälter bei Rektorinnen und Rektoren. So verdient der Rektor der Wirtschaftsuniversität Wien brutto über 396.000 Euro jährlich. Der Rektor der Veterinärmedizin Wien über 360.000 Euro. Die Rektorin der Kunstuni Linz über 311.000 Euro jährlich.

Forschungsrat fordert Reformen statt Budgeterhöhungen

Das ist aber nicht die Kritik der Regierung, sondern mitunter des Forschungsrats (FORWIT). Es ist eine unabhängige Einrichtung, die die Regierung bei ihren Entscheidungen rund um Forschung, Wissenschaft und Innovation berät. Dieser Forschungsrat, konkret sein Vorsitzender Thomas Henzinger, sagt über die Lage der Hochschulen:

„Es kommt auch darauf an, wie treffsicher die öffentlichen Mittel eingesetzt werden. Wie wir in unserer Analyse zuletzt festgestellt haben, ist das österreichische Hochschulsystem nicht so leistungsfähig wie in vergleichbaren Ländern. Eine bloße Fortschreibung aller Budgets würde daran wenig ändern.“

Aber was heißt das jetzt für das Budget, die konkreten Summen und die Zukunft der Universitäten?

Was für die Universitäten ab 2027 geplant ist

Für das Jahr 2027 beträgt das Unibudget 5,19 Milliarden Euro. Für 2028 beträgt es 5,16 Milliarden Euro. Zusätzlich gibt es noch 150 Millionen pro Jahr (also 300 Millionen für diese beiden Jahre), die der Wissenschaftsfonds FWF für Grundlagenforschung vergibt.

Das heißt, so rechnet es der Finanzminister vor: Nominell bleibt Budget der Universitäten gegenüber dem Rekordniveau von 2026 stabil.

Das soll sicherstellen, dass ausreichend Mittel vorhanden sind, um keine Studiengänge zu schließen und Universtitätspersonal entsprechend zu behalten. Der Forschungsrat kommt jedenfalls zum Schluss:

„Ein Weiter wie bisher, wie es sich viele wünschen, wird den enormen demografischen, technologischen und geopolitischen Herausforderungen nicht gerecht werden. (…) Die Bundesregierung hat sich ein vernünftiges Ziel gesetzt, nämlich das gesamte österreichische Hochschulsystem in Hinblick auf derzeitige und zukünftige Herausforderungen fit zu machen.“ (FORWIT in einer Stellungnahme zur Diskussion rund um das Universitätsbudget)

Parlament Das Thema "Universitätsbudget" im Parlament

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