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Hilfsbereiter als gedacht: 69 Prozent verzichten zum Wohl ihrer Mitmenschen auf eigenen Vorteil

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Zwei Drittel der Menschen verzichten für Gemeinwohl auf eigene Vorteile

Menschen arbeiten gemeinsam in einem Garten. Foto: Getty Images/ unsplash

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Bildung & Wissenschaft, Gesellschaft, Good News, Internationales, Nachrichten
Lesezeit:4 Minuten
17. Juni 2026
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Viele Personen halten ihre Mitmenschen für egoistisch. Eine neue internationale Studie zeichnet jedoch ein anderes Bild: Weltweit sind 69 Prozent bereit, persönliche Vorteile zugunsten des Gemeinwohls aufzugeben.

Wärst du bereit, auf einen eigenen Geldbetrag zu verzichten, um den Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen? Viele Menschen glauben, dass die meisten diese Frage mit einem Nein beantworten würden und liegen damit falsch. Denn insgesamt zeigt sich ein weltweites Muster: Menschen unterschätzen deutlich, wie kooperativ ihre Mitmenschen tatsächlich sind. Im Durchschnitt gehen die Befragten einer neuen Studie davon aus, dass nur 47 Prozent der Menschen kooperationsbereit sind. Diese pessimistische Fehlwahrnehmung ist universell und findet sich in 124 von 125 der befragten Länder. 

 

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Zwei Drittel der Menschen verzichten für Gemeinwohl auf eigene Vorteile

Die Studie, die im Wissenschaftsjournal Science erschienen ist, zeigt nämlich auch: Menschen sind kooperativer, als wir alle glauben.

Weltweit sind 69 Prozent der Menschen bereit, für das Gemeinwohl auf eigene Vorteile zu verzichten.

Für die Untersuchung wurden mehr als 100.000 Menschen in 125 Ländern befragt. Es ist die erste global repräsentative Studie zur menschlichen Kooperation. 

So lief das Experiment ab: 100 Dollar bei Nicht-Kooperation, 70 Dollar bei Kooperation

Grundlage der Untersuchung war ein weltweit einheitlich durchgeführtes Entscheidungsexperiment. Dabei wurde jede teilnehmende Person einem unbekannten Gegenüber aus dem eigenen Land zugeordnet. Die Teilnehmenden mussten sich im nächsten Schritt zwischen zwei Optionen entscheiden: Wählten sie die Option „nicht kooperieren“, erhielten sie 100 US-Dollar. Entscheiden sie sich jedoch für „kooperieren“, bekamen sie nur 70 US-Dollar. Wählen jedoch beide Personen unabhängig voneinander und ohne Absprache die Option „Kooperation“, wurden zusätzlich 400 US-Dollar zur Bekämpfung der Erderwärmung gespendet. 

Die pessimistische Fehlwahrnehmung war besonders in Deutschland stark ausgeprägt. Die Deutschen gehen davon aus, dass nur 47,6 Prozent ihrer Mitbürger:innen kooperieren würden. Damit unterschätzen die Studienteilnehmer:innen ihre Mitbürger:innen um fast 40 Prozent. Denn die Kooperationsrate liegt bei 86 Prozent. Viele verzichten demnach für das Gemeinwohl auf eigene Vorteile.

Zwei Drittel der Menschen verzichten für Gemeinwohl auf eigene Vorteile
Die Bereitschaft zur Kooperation unterscheidet sich zwischen Ländern teils deutlich und ist eng mit kulturellen und historischen Erfahrungen verbunden. Foto: Unsplash

Kulturelle Unterschiede, Bildung, Bereitschaft Anderer: Diese Faktoren beeinflussen das Verhalten

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Kooperation weltweit verbreitet ist. Zudem fanden die Autoren heraus, dass die Bereitschaft zur Zusammenarbeit vor allem davon abhängt, wie kooperativ Menschen ihre Mitmenschen einschätzen. Wer also glaubt, dass andere ebenfalls kooperieren, ist selbst eher bereit, einen Beitrag fürs Gemeinwohl zu leisten und auf eigene Vorteile zu verzichten. Aber auch persönliche Eigenschaften spielen eine Rolle: So kooperieren Menschen, die geduldiger und risikofreudiger sind, häufiger als andere. 

Unterschiede im Hinblick auf das Geschlecht oder das Alter fanden die Forscher:innen nicht. Allerdings zeigen Menschen mit höherer Bildung eine größere Bereitschaft zur Kooperation. Da die Studie in 125 Ländern durchgeführt wurde, zeigen sich auch kulturelle Unterschiede.

Die Bereitschaft zur Kooperation unterscheidet sich zwischen Ländern teils deutlich und ist eng mit kulturellen und historischen Erfahrungen verbunden. So beeinflusst beispielsweise die Erwartung, dass andere kooperieren, die eigene Kooperation der finnischen Teilnehmer:innen viel stärker als die der Ägypter:innen. Untersuchungen zeigen, dass diese Unterschiede vor allem mit der Geschichte und Kultur eines Landes zusammenhängen. Konkret bedeutet das: Der Kooperationswille einer Person steht nicht nur in Verbindung mit persönlichen Eigenschaften, sondern wird auch von kulturellen Einflüssen geprägt. 

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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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