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USA vs. EU: In Europa lebt man länger, sicherer und hat mehr Urlaub

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USA, Europa (Foto: Unsplash)

Foto: Unsplash

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Arbeit & Freizeit, Europa, Internationales, Sicherheit & Justiz
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19. März 2026
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In den 27 EU-Staaten leben rund 450 Millionen Menschen – deutlich mehr als in den USA mit etwa 348 Millionen. Bei zentralen sozialen Kennzahlen unterscheiden sich die Lebensbedingungen jedoch teils erheblich. In der EU ist die Lebenserwartung höher, die Säuglingssterblichkeit niedriger, ebenso wie die Mordrate und Zahl der Drogentoten. Umgekehrt sind die Rechte der Arbeitnehmer:innen in der EU weit stärker geschützt, was etwa den Anspruch auf bezahlten Urlaub betrifft. Auch das Bahnnetz und die erneuerbare Stromversorgung ist stärker ausgebaut.

Inhalt
In der EU leben die Menschen um drei Jahre länger
Gesundheitskosten: In den USA für 24 % der Bevölkerung unleistbar
Insulin in den USA 10-mal teurer als in der EU
USA vs. Europa: Höhere Mordrate in den USA
Mehr Drogentote, mehr Inhaftierte und die Todesstrafe
Dichteres Bahnnetz und mehr erneuerbare Energie in der EU
Mehr Urlaub und mehr Mutterschutz in der EU

In der EU leben die Menschen um drei Jahre länger

Die Lebenserwartung liegt in der EU bei 81,5 Jahren (Eurostat, 2023). Zwar gibt es zwischen den Mitgliedsstaaten deutliche Unterschiede – etwa werden die Menschen in Spanien rund 84 Jahre alt, während in Rumänin der Schnitt bei 76 Jahren liegt, trotzdem leben die Menschen in Europa klar länger als in den USA. Dort liegt die Lebenserwartung bei 78,4 Jahren (CDC, 2023).

Auch bei der Säuglingssterblichkeit schneiden die Vereinigten Staaten schlechter ab. 2023 starben in der EU 12.280 Kinder vor ihrem ersten Lebensjahr, was 3,3 von 1.000 Geburten entspricht. In den USA kamen 2023 auf 1.000 Geburten hingegen 5,6 Todesfälle. Die Müttersterblichkeit liegt in den USA mit 17 Todesfällen pro 100.000 mehr als doppelt so hoch wie in der EU mit 7,5.

USA vs. Europa: Lebenserwartung und Säuglingssterblichkeit 2013-2023

Gesundheitskosten: In den USA für 24 % der Bevölkerung unleistbar

Große Unterschiede gibt es auch im Gesundheitssystem. Während in vielen EU-Staaten die öffentliche Versorgung sehr gut ausgebaut ist, fallen in den USA häufig hohe Summen für medizinisch notwendige Leistungen an. Ein Forschungsteam der Kaiser Family Foundation (KFF) schätzte auf Basis einer Umfrage von 2022, dass 41 Prozent der erwachsenen US-Amerikaner:innen (ca. 107 Millionen Menschen) Schulden aufgenommen haben, um medizinische Leistungen bezahlen zu können. 24 Prozent können sie nicht einmal mehr bezahlen oder sind in Verzug.

Zum Vergleich: Laut dem WHO-Bericht „Können sich die Menschen die Gesundheitsversorgung leisten“ (2023) betreffen „katastrophale Gesundheitsausgaben“ nur 4 Prozent der Haushalte in der EU. Bei ihnen übersteigen die Ausgaben ihre finanziellen Möglichkeiten. Das kann bedeuten, dass sie sich andere Grundbedürfnisse wie etwa Essen oder Wohnen nicht mehr leisten können.

Insulin in den USA 10-mal teurer als in der EU

Wie teuer die medizinische Versorgung in den USA ist, zeigt sich beispielsweise am Insulinpreis. Dieser ist etwa zehnmal so hoch wie in der EU. Laut einer Studie der „RAND Corporation“ mit Daten aus 2022 lag der Preis pro Einheit bei 86 Euro (99 Dollar), während er in EU-Staaten zwischen ca. 12 Euro (etwa in Bulgarien) und 4,40 Euro lag (Polen). Der Durchschnitt lässt sich auf etwa 8 Euro schätzen. Das hat dramatische Folgen: 14 Prozent jener Menschen, die Insulin brauchen, geben in den Vereinigten Staaten fast die Hälfte ihres Einkommens dafür aus.
Diese Preisunterschiede kommen zustande, da in vielen europäischen Ländern Insulinpreise stärker durch Staaten und Krankenkassen reguliert oder verhandelt werden – deshalb ist Insulin in der EU günstiger. In den USA treiben hohe Ausgangspreise sowie ein kompliziertes Netz aus Zwischenhändlern und Privatversicherungen die Kosten nach oben.

USA vs. Europa: Höhere Mordrate in den USA

Auch bei Gewaltverbrechen sind die Unterschiede deutlich. 2023 wurden in der EU 3.930 vorsätzliche Tötungsdelikte registriert – ein Rückgang um 15,2 Prozent im Vergleich zu 2013. In den USA waren es im selben Jahr laut Justizministerium 19.800 Morde. Umgerechnet auf 100.000 Einwohner entspricht das einer Rate von rund 0,9 in der EU und 5,9 in den USA. Die Mordrate ist damit in den Vereinigten Staaten mehr als sechsmal so hoch.

Massenschießereien gab es in den USA im vergangenen Jahr laut Medienberichten 425. Bei jedem Vorfall sind mindestens vier Personen verletzt oder getötet worden. In der EU gab es im selben Zeitraum 22. [1] Besonders dramatisch war die Schießerei im schwedischen Örebro, bei der der Angreifer 10 Menschen auf einem Campus tötete. Auch der Amoklauf an einer Grazer Schule war mit elf Toten einer der tödlichsten Angriffe Europas in diesem Jahr.

Die hohe Anzahl an Amokläufen und Todesfällen durch Schusswaffen hängt auch mit den liberalen Waffengesetzen in den USA zusammen. Laut der Small Arms Survey von 2018 kommen auf 100 US-Bürger 120,5 Schusswaffen. In den EU-Staaten liegt dieser Wert nur bei 15,7.

Mehr Drogentote, mehr Inhaftierte und die Todesstrafe

Auch an Drogen sterben in den Vereinigten Staaten weit mehr Menschen als in Europa. 2023 starben in den USA 105.007 an einer Überdosis, was einem Anteil von etwa 31 Personen pro 100.000 Einwohner:innen entspricht. In der EU wird die Zahl der Drogentoten für 2023 auf 7.400 Menschen geschätzt. Bezogen auf 100.000 Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren entspricht das zwei bis drei Todesfällen (EUDA, European Union Drugs Agency). Selbst am oberen Rand der Schätzungen (rund 30 Prozent höher) liegt die EU-Rate mit etwa 4 Todesfällen deutlich unter dem US-Wert.

Auch bei den Inhaftierungen (inkl. Untersuchungshaft) zeigt sich eine große Differenz. In der EU verbüßen etwa eine halbe Million Menschen eine Haftstrafe (2023). Das entspricht 111 Gefangenen auf 100.000 Einwohner. In den USA waren zur selben Zeit mehr als dreimal so viele Menschen inhaftiert (etwa 1,8 Millionen) – bei gleichzeitig geringerer Bevölkerung. Pro 100.000 Einwohner befinden sich laut World Prison Brief demnach 542 Menschen im Gefängnis.

Hinzu kommt die Todesstrafe: 2024 wurden in den USA laut Amnesty International 25 Menschen hingerichtet, die zweithöchste Zahl seit 2015. Nur sechs Länder weltweit vollstreckten mehr Hinrichtungen – in der EU ist die Todesstrafe verboten.

Auch der Straßenverkehr ist in den Vereinigten Staaten weit gefährlicher als in der EU. Während in der EU pro 100.000 Einwohner 4,6 Menschen bei Verkehrsunfällen tödlich verunglücken, liegt die Zahl in den USA mit 12,2 mehr als doppelt so hoch.

USA vs. EU, Vergleich bei Gesundheit, Sicherheit, Lebensqualität

Dichteres Bahnnetz und mehr erneuerbare Energie in der EU

In der EU hat man normalerweise mehr Möglichkeiten, mit dem Zug, statt mit dem Auto zu fahren. Denn das Bahnnetz ist weit mehr ausgebaut. Pro Quadratkilometer gibt es 49 Meter Schiene, während es in den USA nur 16 sind. Auch im Umweltschutz ist die EU weiter. 47,6 % des Stroms kommt inzwischen aus erneuerbarer Energie. Das umfasst vor allem Sonnenenergie, Wind- und Wasserkraft sowie Biomasse. In den USA liegt dieser Wert nur bei 24,1 %.

Das Ergebnis zeigt sich unter anderem an den CO₂-Emissionen pro Kopf: in der EU sind es 5,5 Tonnen, in den USA mit 13,6 Tonnen mehr als doppelt so viel.

 

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Mehr Urlaub und mehr Mutterschutz in der EU

Geht es um die Rechte von Arbeitnehmer:innen, sind diese in Europa weit stärker geschützt. Die EU schreibt vor, dass alle Beschäftigten Anspruch auf mindestens vier Wochen bezahlten Urlaub pro Jahr haben. Einige Mitgliedsstaaten gehen noch darüber hinaus. So haben die Menschen beispielsweise in Österreich, Frankreich, Schweden und Finnland mindestens fünf Wochen pro Jahr frei und erhalten weiterhin ihren vollen Lohn.

Bekommt eine Mitarbeiterin ein Kind, hat sie Anspruch auf mindestens 14 Wochen Mutterschaftsurlaub und darf in dieser Zeit nicht gekündigt werden. Auch hier haben manche Länder noch großzügigere Regelungen. Wie hoch die Bezahlung in dieser Zeit ist, unterscheidet sich von Staat zu Staat. In 13 Ländern – darunter Österreich – bekommen Mütter den vollen Lohn weiterbezahlt, in anderen Ländern erhalten sie einen Fixbetrag oder 70 bis 90 Prozent des vorherigen Lohns.
In den USA hingegen gibt es keinen bundesgesetzlichen Anspruch auf bezahlten Urlaub oder Mutterschutz. Das US-Arbeitsministerium schreibt dazu auf seiner Website:

„Während viele Arbeitnehmer Anspruch auf unbezahlten Urlaub nach dem Family and Medical Leave Act (FMLA) haben, gibt es derzeit kein Bundesgesetz, das den Zugang zu bezahltem Familien- und Krankheitsurlaub für Arbeitnehmer im privaten Sektor vorsieht oder garantiert. Einige Bundesstaaten haben jedoch eigene Programme und Bestimmungen für bezahlten Urlaub.“

Ähnliches gilt auch für bezahlten Krankenstand: „Derzeit gibt es kein Bundesgesetz, das den Anspruch auf bezahlten Krankheitsurlaub garantiert, obwohl viele Bundesstaaten und Kommunen entsprechende Gesetze erlassen haben.“


[1] Massenschießereien in der EU 2025 (mindestens vier Verletzte oder Getötete) laut Medienberichten: Örebro, Schweden (4.2.), Bielefeld, Deutschland (26.2.), Saint-Esprit, Martinique, französische EU-Außenregion (9.1.), Puente Genil, Spanien (1.1.), Madrid, Spanien (24.1.), Fontaine, Frankreich (1.5.), Málaga, Spanien (2.4.), Graz, Österreich (10.6.), Loon-Plage, Frankreich (14.6.), Goult, Frankreich (22.6.), Monreale, Italien (26./27.4.), Nimes, Frankreich (27.6.), Taranto, Italien (16.7.), Sint-Niklaas, Belgien (18.7.), Le Vauclin, Martinique, französische EU-Außenregion (9.9.), Châlons-en-Champagne, Frankreich (20.9.), Nice, Frankreich (3.10.), Brüssel, Belgien (8.10.), Gävle, Schweden (4.10.), Loon-Plage, Frankreich (4.11.), Udine, Italien (11.11.), El Casar de Escalona (9.11.)

Dieser Artikel wurde am 19. Februar 2026 veröffentlicht und am 19. März 2026 mit weiteren Vergleichszahlen ergänzt.

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6 Comments
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Rudolf KREINZ
Rudolf KREINZ
25. Februar 2026 08:20

Wir leben hier in Europa mit Privilegien, die weltweit einzigartig sind. Und trotzdem greift die Unzufriedenheit durch gezielte Propaganda um sich! Umso mehr wäre wichtig, diese Zahlen den so Verführten immer wieder vor Augen zu führen.
PS: Die EU täte gut daran, sich von den Verhinderern wie Ungarn, Slowakei und eventuell Polen zu trennen. Was hilft uns die EU, wenn sie handlungsunfähig ist?

5
-1
Antworten
Anna
Anna
24. Februar 2026 16:50

Der Artikel ist sehr informativ. Er zeigt, dass die USA viel von der EU lernen kann, um den Menschen ein besseres und glücklicheres Leben zu bieten. Vielen Dank an das Kontrast-Team! 🙂

7
0
Antworten
Moradi
Moradi
24. Februar 2026 15:33

Mit der Immigration der Kulturfremden hat sich dieser Vorteil eh bald erledigt, siehe UK.

0
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Antworten
Rudolf KREINZ
Rudolf KREINZ
Reply to  Moradi
25. Februar 2026 08:21

Moradi klingt ja auch eher fremd!

5
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Antworten
Moradi
Moradi
Reply to  Rudolf KREINZ
27. Februar 2026 12:00

„Moradi“ steht für MoralDillos. So fremd ist das leider nicht, wenn ich mich so umsehe.

Die gute Nachricht ist: Die Welt wird wieder konservativer, insbesondere Männer verstehen langsam wieder, was einen echten Mann ausmacht.

0
-4
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Klaus
Klaus
Reply to  Moradi
27. Februar 2026 12:42

Auweh, das klingt nicht gut.

Muss ich als echter Mann auf den Block West zur Rapid, 15 Bier saufen und nachher in der Horde brüllen und zuhause Frau und Kinder schlagen?
Doch noch zum Bundesheer, um dort das Saufen zu lernen?
Hätte ich mehr Mitschüler dissen und quälen müssen?
Soll ich nicht zum Arzt gehen, wenn was zwickt?
Muss ich um ein paar Jahre früher sterben, weil ich als harter Hund ungesund leben soll?
Soll ich mich bewaffnen?
Bei Anti-Impf-Demos mitgehen?
Der FPÖ beitreten?

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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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Zitate

Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque
Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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