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Österreichs Trump-Versteher: Sebastian Kurz und die FPÖ wetteifern um die Gunst aus Washington

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Sebastian Kurz und die FPÖ wetteifern um die Gunst aus Washington. Foto: Alex Halada/APA Picturedesk; Parlamentsdirektion/Bubu Dujmic (Montage)

Sebastian Kurz und die FPÖ wetteifern um die Gunst aus Washington. Foto: Alex Halada/APA Picturedesk; Parlamentsdirektion/Bubu Dujmic (Montage)

David Sowka David Sowka
in Internationales, News, Politik
Lesezeit:6 Minuten
27. März 2026
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Sebastian Kurz ist seit 2024 wieder Stammgast in österreichischen und deutschen Talkshows. Dort kommentiert der Ex-ÖVP-Bundeskanzler internationale Krisen, will Konflikte einordnen und versucht sich an politischen und wirtschaftlichen Prognosen. Auffällig ist, wie oft seine Positionen deckungsgleich mit jenen von Donald Trump und der US-Regierung sind.

Ehemalige Regierungspolitiker:innen, die Staatschefs anderer Länder plötzlich nach dem Mund reden? Das kennt man in Österreich auch von Karin Kneissl. Als FPÖ-Außenministerin war sie Teil der Regierung Kurz. Nach ihrer Amtszeit verteidigte sie immer wieder die russische Sicht auf internationale Konflikte. Heute lebt sie in St. Petersburg, leitet einen vom russischen Staat finanzierten Thinktank und tritt im russischen Staatsfernsehen auf. 

Sebastian Kurz hat eine vergleichbare Rolle eingenommen, allerdings für Washington, nicht für Moskau.

Kurz zur Ukraine: Trump beschert der Welt ganz bestimmt einen Waffenstillstand

Sebastian Kurz trat nach der US-Wahl im November 2024 in der ORF-Sendung „Im Zentrum“ auf. Er verwies auf seine Verbindungen in Trumps Umfeld und sagte für den Krieg Russlands gegen die Ukraine einen Waffenstillstand im folgenden Jahr voraus. Die „Friedenssehnsucht“ ist riesig, meinte Kurz. Trump würde den Frieden möglich machen.

Passiert ist hingegen nichts. Wiederholte Verhandlungen scheiterten. Die USA haben ihre Unterstützung für die Ukraine zurückgefahren. Donald Trump attackierte vielmehr den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei gemeinsamen Presseterminen. 

Auch 2026 gibt es noch keinen Waffenstillstand, ein Ende des Kriegs ist nicht absehbar.

Kurz-Prognose zu Venezuela: Der Ölpreis wird unter 50 Dollar fallen

Anfang Jänner 2026 haben US-Spezialkräfte Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro festgenommen und ihn in die USA gebracht. Zahlreiche Völkerrechtler stuften die Operation als völkerrechtswidrig ein. Kurz begrüßte die Aktion auf “X” und übernahm weitgehend die Lesart der US-Regierung.

Kurz schrieb: Maduro ist weg, Trumps Außenpolitik verfolgt eine klare Strategie und ist „ziemlich erfolgreich“. Dazu gesellte sich eine konkrete Prognose: Der Zugriff auf Venezuelas Ölreserven würde den Ölpreis auf unter 50 US-Dollar pro Barrel drücken. Damit übernahm Kurz auch die Trump-Erzählung, dass eine harte Außenpolitik rasch wirtschaftliche Vorteile nach sich zieht.

Maduro is gone and with it an illegitimate and brutal dictator. This is not only great news for the people of Venezuela but for the whole free world.

And while many will debate the individual actions and the spectacles around it, the bigger picture of Trump‘s foreign policy…

— Sebastian Kurz (@sebastiankurz) January 3, 2026

Energieanalysten haben hingegen darauf hingewiesen, dass sich Venezuelas Ölförderung ohne milliardenschwere Investitionen nicht nennenswert steigern lassen und der Effekt auf den Weltmarktpreis gering sein wird. Der Ölpreis sank nicht.

Spätestens seit dem US-Angriff auf den Iran stieg er auf über 100 Dollar.

Kurz über den Iran: Nicht in der Lage „einen ernsthaften Schaden anzurichten“

Am 28. Februar 2026 attackierten die USA und Israel den Iran. Der Konflikt eskalierte in mehreren Wellen. Der Iran schoss Raketen und Drohnen auf Israel, auf US-Ziele und Staaten in der Golfregion. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist massiv beeinträchtigt. Das hat schwere Folgen für Energiepreise und die Weltwirtschaft.

Kurz verteidigte den Angriff in mehreren Medienauftritten. Gegenüber “oe24” bezeichnete er ihn als notwendig und positiv. Bei “Servus TV” erklärte er, der Iran sei militärisch nicht in der Lage, ernsthaften Schaden anzurichten.

Die reale Entwicklung widerlegt diese Einschätzung deutlich. Iranische Raketen haben teils auch die israelische Luftabwehr durchdrungen. Zudem hat der Iran Energieanlagen in der Golfregion und US-Einrichtungen in der Region getroffen. Der Verkehr durch die Straße von Hormus, eine wichtige Lieferroute, ist massiv gestört. Wie schwer die Folgen für die Weltwirtschaft am Ende ausfallen, ist derzeit noch offen.

Konkurrenz bei Trump-Anbiederung: Auch Kickl und die FPÖ gehören zum Trump-Fanclub

Auch die FPÖ bemüht sich seit Jahren um enge Kontakte zum republikanischen Lager in den USA. Diese reichen von Parteitreffen über Konferenzen bis zu Spendengalas und persönlichen Netzwerken.

 

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So war der Delegationsleiter der FPÖ im EU-Parlament, Harald Vilimsky, schon 2016 auf Donald Trumps Wahlparty, besucht regelmäßig die ultrarechte Conservative Political Action Conference und pflegt enge Kontakte zum New York Young Republican Club. Gemeinsam mit der Salzburger FPÖ-Chefin Marlene Svazek besuchte er 2023 zudem eine Spendengala der Republikaner für Trump.

Auch in sozialen Medien und Aussendungen stellen sich FPÖ-Politiker:innen immer wieder demonstrativ hinter Trump und dessen Politik.

Von Peter Thiel bis Sebastian Kurz: Das Polit-Netzwerk aus Tech, Geld und Überwachungsstaat

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1 Kommentar
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redniwo gmail
redniwo gmail
1. April 2026 18:06

Kurz sollte anstelle kickl die fpö übernehmen, d a s wäre eine erfolgsgeschichte

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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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