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Selbstverwaltung statt Großgrundbesitz: schottische Gemeinde als Modell für solidarisches Zusammenleben und Klimaschutz

Schottland, Landschaft, Menschen, Hund, Kuh

Quelle: Unsplash (Foto: Piotr Musiol; Kirsten Frank; Montage)

Sarah Hammerschmid Sarah Hammerschmid
in Europa, Gesellschaft, Good News, Internationales, Umwelt & Klima, Verteilungsgerechtigkeit
Lesezeit:4 Minuten
5. Februar 2026
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Die Gemeinde Knoydart in den schottischen Highlands lebt nach alten Clan-Strukturen. Dort arbeiten die Bewohner:innen solidarisch zusammen, erzielte Gewinne gehen zurück an die Gemeinde und kommen so allen zugute. Strom wird unabhängig über ein kleines Wasserkraftwerk produziert, Wälder werden aufgeforstet und heimische Tierarten werden geschützt. Das macht Knoydart nicht nur zu einem Vorbild für solidarisches Zusammenleben, sondern auch für Klimaschutz. 

Erbe der Clan-Strukturen: 130 Menschen leben in einer solidarischen Gemeinschaft zusammen

Knoydart ist eine abgelegene Halbinsel in den schottischen Highlands. Sie ist nicht ans Straßennetz angebunden und nur per Boot oder langer Wanderung erreichbar. Rund 130 Menschen leben hier in einer Gemeinschaft zusammen, die auf traditionelle Clan-Strukturen zurückgeht. Die Region ist von einer langen Geschichte von Besitzwechseln und Vertreibung geprägt. Im 19. Jahrhundert wurden hunderte Bewohner:innen Knoydarts im Zuge der „Highland Clearances“ unter Zwang nach Kanada umgesiedelt. In ganz Schottland wurden Menschen aus den Highlands teils gewaltvoll vertrieben, um flächendeckende Schafzucht zu ermöglichen, von der sich die Großgrundbesitzer hohe Profite erhofften.

Für viele Regionen bedeutete das ein Ende der gemeinschaftlichen Lebensweise im Clan. Doch in Knoydart ließen sich einige wenige Familien nicht vertreiben. 1948 versuchten zudem sieben Männer, selbst Land in Besitz zu nehmen, um kleine Höfe zu gründen. Auch wenn sie rechtlich scheiterten, wurden sie zum Symbol des Widerstands und legten den Grundstein für spätere Bemühungen zur Selbstverwaltung. Mutige lokale Widerstände gegen diese Umsiedelungen prägen die Gemeinde bis heute.

Hauptstadt Inverie in Knoydart (Foto: Wikimedia Commons)
Hauptstadt Inverie in Knoydart (Foto: Wikimedia Commons)

Knoydart-Stiftung seit 1997: Selbstverwaltung & günstiger Wohnraum

In den 1990er-Jahren kam es zu einem entscheidenden Wandel. Die Knoydart Stiftung wurde 1997 gegründet, um im Interesse der Bewohner:innen Land zu kaufen und gemeinsam zu verwalten. Zwei Jahre später konnte das Land schließlich erworben werden. Seit 1999 gehört die Halbinsel den Menschen, die dort leben.

Unter der Stiftung organisieren die Menschen heute vieles gemeinschaftlich. Angefangen beim lokalen Pub über den Dorfladen und die Unterkünfte, bis hin zu touristischen und landwirtschaftlichen Projekten. Diese genossenschaftliche Struktur sorgt dafür, dass Gewinne wieder in die Region fließen und den Menschen zugutekommen, die dort leben. Dank günstiger Wohnräume und Förderungen für Baugründe zieht es vor allem junge Menschen in die abgelegene Region in den Highlands.

 

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Knoydart produziert Strom selbst und setzt auf modernen Umweltschutz

Knoydart ist nicht ans nationale Stromnetz angeschlossen, sondern erzeugt seinen eigenen Strom über ein kleines Wasserkraftwerk – damit ist die Gemeinde energetisch unabhängig. Auch das respektvolle Zusammenleben mit der Natur ist der Gemeinde wichtig: Nadelholz-Monokulturen werden von Laubwäldern ersetzt und seltene heimische Arten gefördert. Initiativen zur Landschaftspflege gleichen ökologische Schäden aus früheren Jahrhunderten aus. Gleichzeitig nutzen die Knoydarter:innen in der Landwirtschaft und im Handel lokale Produkte – etwa durch Gemüseanbau und gemeinschaftlich betriebene Geschäfte und Lokale. Viele Einwohner:innen übernehmen mehrere Aufgaben, um den Betrieb und so die Gemeinde am Laufen zu halten.

Dieser Artikel ist auch in englischer Sprache auf thebetter.news verfügbar und kann frei vervielfältigt werden.
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Berta Cáceres war eine honduranische Umweltaktivistin und Vertreterin der indigenen Lenca. Sie kämpfte für den Schutz der Umwelt und die Rechte der indigenen Bevölkerung, besonders gegen große Infrastrukturprojekte wie den Agua Zarca Staudamm, der die Lebensgrundlage ihrer Gemeinschaft bedrohte. Cáceres wurde 2015 mit dem Goldman Environmental Prize ausgezeichnet – ein Zeichen für ihr großes Engagement. Sie wurde am Morgen des 3. März 2016 in ihrem Haus von mehreren Bewaffneten ermordet. Zitat: Wir haben keinen Ersatzplaneten. Wir haben nur diesen und wir müssen jetzt handeln. Berta Cáceres

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