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In Großbritannien führen 100 Unternehmen die 4-Tage-Woche ein – bei vollem Lohn

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In Großbritannien führen 100 Unternehmen die 4-Tage-Woche ein – bei vollem Lohn

Großbritannien London (Foto: Johan Mouchet/Unsplash)

Foto: Johan Mouchet/Unsplash

Kathrin Glösel Kathrin Glösel
in 4-Tage-Woche
Lesezeit:2 Minuten
2. Dezember 2022
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100 Unternehmen haben sich der Forderung der Kampagenen-Gruppe „4 Day Week“ angeschlossen und sich verpflichtet, Arbeitszeiten zu kürzen. Tausende Beschäftigte werden nun dauerhaft nur noch vier Tage pro Woche arbeiten. All das bei vollem Gehalt. Es soll eine Wende in der britischen Arbeitswelt einleiten, berichtet die britische Zeitung „The Guardian“. Das Ziel der Kampagne: Bis 2030 soll die 4-Tage-Woche die Arbeitsrealität für alle sein.

In den 100 beteiligten Unternehmen arbeiten 2.600 Beschäftigte. Angesichts der gesamten Erwerbsbevölkerung – 32 Millionen Menschen – ist das nur ein kleiner Teil. Jedoch: Diese Umstellung ist auch ein Signal an alle Arbeitgeber:innen im Land: Arbeitszeitverkürzung funktioniert und ist in vielen Branchen umsetzbar. Die Kampagnen-Gruppe „4 day week“ hofft, dass dieser Meilenstein eine Wende am britischen Arbeitsmarkt einleitet.

Arbeiten von Montag bis Freitag: ein Relikt aus dem vorigen Jahrhundert

Die 5-Tage-Woche ist für sie ein Relikt aus dem vorigen Jahrhundert. Sie argumentieren, dass eine 4-Tage-Woche die Unternehmen dazu veranlasst, Arbeitsprozesse zu verbessern und die Produktivität zu steigern. So könnte in kürzerer Zeit der selbe Output entstehen. Obendrein sind kürzere Arbeitszeiten attraktiv und spielen auch eine Rolle, wenn es darum geht, gute und motivierte Mitarbeiter:innen zu finden – und zu halten.

Die beiden größten Unternehmen, die sich der Kampagne angeschlossen haben, sind die Atom Bank und das globale Marketingunternehmen Awin, die jeweils rund 450 Mitarbeiter:innen im Land beschäftigen.

Adam Ross, Geschäftsführer von Awin, sagte, die Einführung der 4-Tage-Woche sei „eine der fortschrittlichsten Initiativen, die wir in der Geschichte des Unternehmens erlebt haben.“ Denn:

„In den letzten eineinhalb Jahren haben wir nicht nur einen enormen Anstieg des Wohlbefindens und der Gesundheit unserer Mitarbeiter:innen festgestellt. Auch unser Kundenservice und unsere Kundenbeziehungen haben davon profitiert.“

Bis zum Ende des Jahrzehnts soll jeder und jede in Großbritannien nur noch 4 Tage pro Woche arbeiten müssen. Das ist das Ziel der Kampagnengruppe „4 Day Week“. (Foto: Mike Stezycki/Unsplash)

Das größte Pilotprojekt feiert schon jetzt Erfolge: 86 Prozent aller Unternehmen sind zufrieden

Die britische Kampagne „4 day week“ koordiniert auch das weltweit größte Pilotprojekt zur 4-Tage-Woche. An diesem nehmen rund 70 Unternehmen mit etwa 3.300 Beschäftigten in Zusammenarbeit mit Wissenschaftler:innen der Universitäten Cambridge und Oxford, dem Boston College und dem Thinktank Autonomy teil.

Im September 2022 gaben 86% dieser Unternehmen in einer Umfrage an, dass der Versuch, die 4-Tage-Woche einzuführen, „gut“ für ihr Unternehmen funktioniere. Etwa 95 % der befragten Unternehmen gaben an, dass die Produktivität seit der Einführung entweder gleich geblieben oder sogar gestiegen ist.

Joe Ryle, der Direktor der Kampagne, ist überzeugt, dass die Einführung der 4-Tage-Woche an Dynamik gewinnt. Sein Ziel:

„Wir wollen, dass die 4-Tage-Woche bei vollem Lohn bis zum Ende des Jahrzehnts zur Arbeitsnorm in diesem Land wird. Deshalb wollen wir in den nächsten Jahren viele weitere Unternehmen dafür gewinnen“, sagte Ryle.

Die meisten Unternehmen, die sich offiziell für die 4-Tage-Woche entschieden haben, gehören zum Dienstleistungssektor, z. B. Technologie-, Veranstaltungs- oder Marketingunternehmen. Der Kampagne zufolge haben sich jedoch auch einige Arbeitgeber:innen aus dem verarbeitenden Gewerbe und dem Baugewerbe angeschlossen.

Parlament Das Thema "4-Tage-Woche" im Parlament

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Dale Spender war eine australische Autorin, Wissenschaftlerin und Feministin, die sich mit der Macht von Sprache beschäftigte. Bekannt wurde sie mit ihrem Buch „Man Made Language“, in dem sie zeigte, dass Sprache nicht neutral ist, sondern gesellschaftliche Machtverhältnisse mitprägt. Sie fragte danach, wessen Stimmen gehört werden – und wessen Erfahrungen in Geschichte, Literatur und Wissenschaft fehlen. Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit bestand deshalb darin, vergessene Autorinnen und Denkerinnen wieder sichtbar zu machen. Damit hat Spender eine Debatte angestoßen, die bis heute aktuell ist: darüber, wie Sprache bestimmt, wer gesehen, erinnert und ernst genommen wird. Zitat: Der Feminismus hat keine Kriege geführt, keine Gegner getötet und keine Grausamkeiten begangen. Seine Kämpfe galten der Bildung, dem Wahlrecht, besseren Arbeitsbedingungen, sozialer Absicherung und Reformen im Recht. Wenn jemand sagt: "Oh, ich bin kein Feminist." Dann frage ich nur: Warum? Dale Spender

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