Die US-Wahlen 2026 bringen Donald Trump eine schwere Niederlage. Die Demokraten gewinnen die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses und feiern historische Erfolge in republikanischen Hochburgen. In Texas gewinnen sie erstmals seit Jahrzehnten wieder die Gouverneurs- und Senatswahl. Auch in anderen Bundesstaaten schreiben die Wahlsieger Geschichte: Erstmals werden eine schwarze Frau und eine indigene Frau zu Gouverneurinnen gewählt. Für Trump wird das Regieren in den kommenden zwei Jahren deutlich schwieriger.
Bei den US-Zwischenwahlen am 3. November 2026 haben die Demokraten nicht nur die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat gewonnen. Sie konnten auch in Bundesstaaten siegen, die seit Jahrzehnten fest in republikanischer Hand waren. Besonders überraschend waren die Ergebnisse in Texas, wo gleich zwei Demokraten wichtige Wahlen gewannen.
Die Wahlen gelten als deutliche Abrechnung mit der bisherigen Politik von US-Präsident Donald Trump. Hohe Lebenshaltungskosten, der Krieg gegen den Iran und die Unzufriedenheit mit seiner Regierung haben den Republikanern geschadet.
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Texas: Demokrat James Talarico gewinnt gegen Trump-Verbündeten
In Texas ist dem Demokraten James Talarico ein historischer Erfolg gelungen. Er gewann die Wahl zum US-Senat gegen den Republikaner Ken Paxton. Damit schickt Texas erstmals seit 1988 wieder einen Demokraten in den US-Senat.
Der 37-jährige Talarico war früher Lehrer, ist gläubiger Christ und vertritt linke politische Positionen. Im Wahlkampf kritisierte er unter anderem die Politik von Donald Trump und stellte soziale Fragen in den Mittelpunkt.
Sein Gegner Ken Paxton gilt als enger Verbündeter Trumps. Auch Tech-Milliardär Elon Musk unterstützte den Republikaner mit enormen Summen. Insgesamt steckte Musk laut „Texas Tribune“ fast 190 Millionen Dollar in den Senatswahlkampf in Texas. Doch auch diese gewaltige Finanzspritze konnte Paxtons Niederlage nicht verhindern.
Talaricos Wahlsieg ist besonders bemerkenswert, weil Texas seit Jahrzehnten von den Republikanern dominiert wird. Noch bei der Präsidentschaftswahl 2024 hatte Trump den Bundesstaat deutlich gewonnen.
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Gina Hinojosa beendet jahrzehntelange republikanische Vorherrschaft in Texas
Auch bei der Gouverneurswahl in Texas gelang den Demokraten ein historischer Erfolg. Gina Hinojosa setzte sich gegen den amtierenden republikanischen Gouverneur Greg Abbott durch.
Damit gewinnt erstmals seit 1990 wieder eine Demokratin die Gouverneurswahl in Texas. Hinojosa wird außerdem die erste Gouverneurin mit lateinamerikanischen Wurzeln in der Geschichte des Bundesstaates.
Besonders bemerkenswert ist, dass sie den langjährigen Amtsinhaber Abbott besiegte, obwohl dieser achtmal mehr Geld für seinen Wahlkampf zur Verfügung hatte.
Michigan: Abdul El-Sayed wird erster muslimischer US-Senator
Auch in Michigan schreiben die Demokraten Geschichte. Abdul El-Sayed setzte sich gegen den Republikaner Mike Rogers durch und wird damit der erste muslimische Senator in der Geschichte der USA.
El-Sayed forderte im Wahlkampf eine öffentliche Krankenversicherung für alle, höhere Steuern für Milliardäre und weniger Einfluss großer Konzerne auf politische Entscheidungen.
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New Mexico: Deb Haaland wird erste indigene Gouverneurin
In New Mexico wurde die Demokratin Deb Haaland zur Gouverneurin gewählt. Sie ist damit die erste indigene Frau in der Geschichte der USA, die einen Bundesstaat regieren wird.
Haaland gehört dem indigenen Volk der Laguna Pueblo an und hat bereits mehrfach politische Geschichte geschrieben. Von 2021 bis 2025 war sie Innenministerin unter Präsident Joe Biden. Damit war sie die erste indigene Person, die ein US-Ministerium leitete.
Minnesota: Peggy Flanagan wird erste indigene Frau im US-Senat
Einen weiteren historischen Erfolg feierte Peggy Flanagan in Minnesota. Die Demokratin setzte sich gegen die Republikanerin und frühere Sportmoderatorin Michele Tafoya durch.
Flanagan wird damit die erste indigene Frau im US-Senat. Sie gehört der White Earth Nation an, einer Gemeinschaft der Ojibwe.
Georgia: Erstmals wird eine schwarze Frau zur Gouverneurin gewählt
Auch im südlichen Bundesstaat Georgia gab es einen historischen Wahlsieg. Die Demokratin Keisha Lance Bottoms wird die erste schwarze Gouverneurin in der Geschichte der Vereinigten Staaten.
Bottoms war von 2018 bis 2022 Bürgermeisterin von Atlanta, der Hauptstadt Georgias. Später arbeitete sie auch für die Regierung von Joe Biden. Mit ihrem Wahlsieg kehrt Georgia erstmals seit 1998 wieder unter demokratische Führung zurück.
Kansas: Demokraten gewinnen erstmals seit 94 Jahren einen Senatssitz
Auch in Kansas gelang den Demokraten ein außergewöhnlicher Erfolg. Der 62-jährige Pastor Adam Hamilton gewann die Wahl zum US-Senat. Damit stellt Kansas erstmals seit 94 Jahren wieder einen demokratischen US-Senator. Der Bundesstaat gilt traditionell als republikanische Hochburg.
Maine: Ehemaliger Holzfäller holt Senatssitz nach fast 30 Jahren für die Demokraten zurück
In Maine gelang dem Demokraten Troy Jackson eine Überraschung: Der ehemalige Holzfäller und Gewerkschafter besiegte die Republikanerin Susan Collins, die seit fast 30 Jahren im US-Senat saß. Jackson machte seine Herkunft aus der Arbeiterklasse zum Mittelpunkt seines Wahlkampfs und versprach eine Gesundheitsversorgung für alle, höhere Löhne und stärkere Arbeitnehmerrechte. Unterstützt wurde er vom linken Senator Bernie Sanders. Obwohl Jackson erst rund 100 Tage vor der Wahl als Kandidat einsprang, konnte er sich durchsetzen.
Demokraten stellen mindestens 27 der 50 Gouverneur:innen
Neben dem Kongress wurden in 36 der 50 US-Bundesstaaten auch die Gouverneure gewählt. Sie stehen an der Spitze der jeweiligen Bundesstaaten und haben großen Einfluss auf die Politik vor Ort.
Die Demokraten konnten mehrere bisher republikanisch regierte Bundesstaaten gewinnen. Neben Texas und Georgia wechselten auch Iowa und Ohio zu den Demokraten.
Nach den Wahlen stellen sie mindestens 27 der insgesamt 50 Gouverneur:innen. Damit haben die Demokraten erstmals seit 2010 wieder die Mehrheit der Regierungschefs der Bundesstaaten.
Mehr als 100 Frauen im US-Kongress: Auch das ist ein historischer Erfolg
Die Zwischenwahlen verändern auch die Zusammensetzung des US-Kongresses. Erstmals werden mehr als 100 demokratische Frauen im Repräsentantenhaus vertreten sein.
Das sind rund 60 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.
Auch die Wahlsiege von Deb Haaland, Peggy Flanagan und Keisha Lance Bottoms sind historische Meilensteine. Bevölkerungsgruppen, die in der US-Politik lange unterrepräsentiert waren, gewinnen damit an Sichtbarkeit und politischem Einfluss.
Was die Wahlniederlage für Donald Trump bedeutet
Für Donald Trump verändert das Wahlergebnis die politischen Machtverhältnisse grundlegend. Bisher konnten sich die Republikaner im Kongress auf eigene Mehrheiten stützen. Nun kontrollieren die Demokraten sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat.
Damit können sie Gesetzesvorhaben des Präsidenten blockieren, die Regierung stärker kontrollieren und parlamentarische Untersuchungen einleiten. Auch bei der Bestätigung wichtiger Regierungsämter und Richter hat der Senat entscheidenden Einfluss.
Trump bleibt zwar bis Jänner 2029 Präsident. Für seine verbleibenden zwei Amtsjahre ist er bei vielen politischen Vorhaben aber auf die Zusammenarbeit mit den Demokraten angewiesen.
Von Präsidentschaftswahl bis Midterms: Das Wahlsystem der USA – einfach erklärt
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