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Nutzen heimische Supermärkte fehlende Konkurrenz, um die Preise zu erhöhen?

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Lebensmittelpreise, einkaufen, Inflation, Supermarkt

Quelle: Pexels

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Wirtschaft und Finanzen
Lesezeit:3 Minuten
28. April 2023
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Eine aktuelle Studie zeigt, dass Supermarktpreise in Österreich um 13 Prozent höher sind als in Deutschland. Und zwar direkt an der deutsch-österreichischen Grenze, wo es eigentlich kaum Grund dazu gäbe. Denn Handelsbarrieren gibt es keine, der Faktor Entfernung sollte keinen Einfluss haben und auch das Konsumverhalten ist vergleichbar. Vielmehr könnte die Marktmacht heimischer Supermarktketten dabei eine Rolle spielen.

@kontrast.at Ich weiß nicht, was ihr alle habt?! #teuerung #inflation #satire #umfrage #fyp ♬ Originalton – Kontrast

Eigentlich sollten sich innerhalb der EU und dem freien Markt die Preise identer Produkte angleichen – so die Theorie von freiem Wettbewerb. Doch das scheint nicht zu passieren, wie eine neue Studie nahelegt. Drei Ökonom:innen der Österreichischen und der Europäischen Zentralbank haben sich die Supermarktpreise an der österreichisch-deutschen Grenze angeschaut. Und zwar anhand acht Einzelhandelskonzerne, wovon sechs in beiden Ländern tätig sind. Eigentlich sollten die Preise für idente Lebensmittel und Körperpflegeartikel in der Grenzregion, die 60 Kilometer landeinwärts auf beiden Seiten der Grenze umfasst, ähnlich sein:

„Innerhalb dieser Region sollten klassische Handelsbarrieren, Wechselkurse und Entfernungen die Preisentscheidungen der Einzelhändler nicht beeinflussen“, schreiben die Autor:innen. Auch das Verhalten der Konsument:innen sei vergleichbar, womit eine weitere Erklärung für Preisunterschiede wegfällt.

Doch die Preise auf der österreichischen Seite sind im Durchschnitt um etwa 13 Prozent höher, so die überraschenden Ergebnisse der Studie.

„Ein Vergleich der Preise identischer Produkte, die auf beiden Seiten der Grenze verkauft werden, zeigt beträchtliche Preisunterschiede in beide Richtungen, die erheblich größer sind als die innerhalb der einzelnen Länder beobachteten“, so das Resümee.

Auch für WIFO-Chef Gabriel Felbermayr handelt es sich bei der Studie um „sehr überzeugende Evidenz für Supermarktpreise identischer Güter in Österreich vs. Deutschland.“

Sehr überzeugende Evidenz für Supermarktpreise identischer Güter in Österreich vs. Deutschland. "prices are about 13% higher on the Austrian side of the border".https://t.co/O0xfzZrygI@MagratheanTimes @WIFOat @IHS_Vienna https://t.co/zCnBgRmcdI

— Gabriel Felbermayr (@GFelbermayr) April 24, 2023

Nutzen österreichische Konzerne ihre Marktmacht aus?

Die Entscheidung der Unternehmen für unterschiedliche Preise kann auf bestehende Logistiknetze der Einzelhändler zurückgeführt werden. Denn diese seien zum Teil historisch gewachsen, ist in der Studie zu lesen. Für die Studienautor:innen steht allerdings auch fest, dass Einzelhändler stets ihre Preise variieren –innerhalb eines Landes, aber besonders über Landesgrenzen hinweg.

„Ihre Marktmacht erlaubt es ihnen, die Preise zwischen den Ländern zu differenzieren und die Gewinne auf jeder Seite separat zu maximieren“, so die Ökonom:innen.

Auch Ökonom Oliver Picek stellt angesichts der Studienergebnisse die Frage, ob ein Oligopol im österreichischen Lebensmittelhandel die Preise hochhält.

Hält ein Oligopol im österreichischen Lebensmittelhandel die Preise hoch? Die Supermarktpreise sind 13% höher in Österreich als in Deutschland. Und zwar direkt auf der österreichischen Seite der deutsch-österreichischen Grenze. https://t.co/vsBa2JkWdh
via @AReinstaller

— Oliver Picek (@OliverPicek) April 24, 2023

Den Einfluss großer Supermarktketten in Österreich kann man auch an deren Werbebudget sehen. Immerhin zählen Spar, Rewe (Billa, Billa Plus, Penny, etc.), Lidl und Hofer zu den Top 10 jener Unternehmen, die am meisten Geld für Werbung ausgeben. Alleine diese vier Konzerne gaben im letzten Jahr 265,6 Millionen Euro dafür aus – deutlich mehr als noch in den Jahren zuvor.

 

Bundeswettbewerbsbehörde prüft den Fall

Die Bundeswettbewerbsbehörde untersucht bereits die Preisgestaltung in der Lebensmittelbranche. Ein Bericht soll im Laufe des Jahres vorliegen. „In den letzten Jahren hat es hier viele Kartellverfahren, aber auch Fusionen gegeben. 2022 fand auch eine Hausdurchsuchung im Getränkebereich statt – da geht es um möglichem Marktmachtmissbrauch“, sagte BWB-Chefin Natalie Harsdorf-Borsch gegenüber Kontrast.
Die Behörde prüft dabei etwa, welche Player es gibt, welches Macht-Verhältnis zwischen Produzenten und Handel besteht und ob es Unterschiede bei den Produktgruppen gibt. Aber auch welche Rolle Eigenmarken, verschiedene Plattformen und die Digitalisierung spielt und spielen wird, soll in dem Bericht vorkommen. Harsdorf-Borsch rechnet mit einem „sehr, sehr interessanten Bericht.“

Vor 16 Jahren fand die letzte Branchenuntersuchung in diesem Bereich statt. Auch damals zeigt sich bereits ein verbesserungswürdiges Bild, was den freien Wettbewerb betrifft.

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Dale Spender war eine australische Autorin, Wissenschaftlerin und Feministin, die sich mit der Macht von Sprache beschäftigte. Bekannt wurde sie mit ihrem Buch „Man Made Language“, in dem sie zeigte, dass Sprache nicht neutral ist, sondern gesellschaftliche Machtverhältnisse mitprägt. Sie fragte danach, wessen Stimmen gehört werden – und wessen Erfahrungen in Geschichte, Literatur und Wissenschaft fehlen. Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit bestand deshalb darin, vergessene Autorinnen und Denkerinnen wieder sichtbar zu machen. Damit hat Spender eine Debatte angestoßen, die bis heute aktuell ist: darüber, wie Sprache bestimmt, wer gesehen, erinnert und ernst genommen wird. Zitat: Der Feminismus hat keine Kriege geführt, keine Gegner getötet und keine Grausamkeiten begangen. Seine Kämpfe galten der Bildung, dem Wahlrecht, besseren Arbeitsbedingungen, sozialer Absicherung und Reformen im Recht. Wenn jemand sagt: "Oh, ich bin kein Feminist." Dann frage ich nur: Warum? Dale Spender

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