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Dänemark: Zugewinne für Sozialdemokraten, Abfuhr für Rechtspolitik

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Dänemark: Zugewinne für Sozialdemokraten, Abfuhr für Rechtspolitik

Foto: Unsplash/Chris Lawton

Gerhard Marchl Gerhard Marchl
in Europa, Gastbeiträge
Lesezeit:2 Minuten
1. Dezember 2017
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Bei den dänischen Gemeinderats- und Regionalratswahlen am 21. November 2017 gingen die Socialdemokraterne als stärkste Kraft hervor. Für die Mitte-Rechts-Regierung unter Lars Løkke Rasmussen ist das eine klare Abfuhr.

Starkes Signal für den Wohlfahrtsstaat

Die konservative Regierung in Dänemark wollte die Steuersätze für TopverdienerInnen senken, musste das Vorhaben aber abblasen: Zu groß war die Kritik der Socialdemokraterne und der Bevölkerung. Doch auch danach ist die Steuerfrage das beherrschende Thema der dänischen Politik geblieben.

Die Regierung unter Rasmussen stellte Steuersenkungen und Steuererleichterungen bei Autokäufen und Anreize für die private Pensionsvorsorge in Aussicht – ähnlich wie ÖVP und FPÖ in Österreich. Dass dabei Staatseinnahmen verloren gehen, die dann für das Schulsystem, die Kinderbetreuung, die Gesundheitseinrichtungen und die Betreuung älterer Menschen fehlt, kritisieren die Socialdemokraterne scharf und beharren auf der Notwendigkeit eines sicheren Wohlfahrtsstaates.

Die Ergebnisse im Überblick

Bei den Regionalwahlen im November hat die liberale Parti Venstre, die auch den Ministerpräsidenten Lars Løkke Rasmussen stellt, jetzt über 3,5% verloren und ist auf etwa 23 % der Stimmen gekommen. Die Sozialdemokraten konnten im Vergleich zu den Lokalwahlen 2013 um knapp 3 % zulegen und erreichte 32,45 %. Künftig werden 47 von insgesamt 98 Gemeinden von sozialdemokratischen BürgermeisterInnen regiert.

Die beiden anderen Regierungsparteien, die Konservative Volkspartei (Det Konservative Folkeparti) und die Liberale Allianz (Liberal Alliance) blieben mit 8,8 % bzw. 2,6 % in etwa gleich.

Eine Überraschung war das relativ schwache Abschneiden der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei (Dansk Folkeparti), die auf nationaler Ebene die Minderheitsregierung von Rasmussen unterstützt. Satt der erwarteten Zugewinne büßte sie knapp 1,4 % ein und kam landesweit nur auf 8,75 %. Bei den Parlamentswahlen 2015 war die Dänische Volkspartei mit 21,1 % noch zweitstärkste Kraft geworden.

Linke Mehrheit bei Parlamentswahlen wieder möglich

Einen Achtungserfolg erzielte eine neue linke Protestpartei namens Alternative (Alternativet) mit 3 % Stimmenanteil. In Kopenhagen kam sie auf Anhieb auf beachtliche 10 %. Die anderen linken Kleinparteien, also die Sozialistische Volkspartei (Socialistisk Folkeparti), die Einheitsliste – Die Rot-Grünen (Enhedslisten – De Rød-Grønne) sowie die Radikale Venstre, blieben einigermaßen konstant bei jeweils etwa 5 %. Insgesamt konnten die Mitte-links-Parteien bei diesen Wahlen einen Stimmenanteil von etwa 52 % für sich verbuchen. Bei den Parlamentswahlen, die spätestens im Frühjahr 2019 stattfinden werden, besteht daher die Chance auf einen Machtwechsel.

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Helmut Schramke
Helmut Schramke
16. Dezember 2017 10:39

Wieder ein ausgezeichneter Artikel!
Ja, eine „sozialdemokratische Sicht der Fakten“ ist erkennbar, aber es sind klare „Fakten“ und keine „fakies“ wie aus der Regenbogen- und Regierungsbildungs- presse.
Alle bisherigen Aussendungen von KONTRAST sind Balsam für einen, während des Krieges geborenen Österreichers, der seine Schulzeit unter Lehrern und Eltern, die aus dem Aufbau des 1000 jährigen Reiches und dem Weltkrieg mit wenig Hoffnung und verlorenen, inzwischen verbotenen, Träumen übrig geblieben sind; sein langes Studium weitestgehend durch eigene Arbeit (nicht nur wegen der damals auch vorhandenen Studiengebühren) erfolgreich abgeschlossen hat und keinen Grund zum Jammern gesehen hat, oder sieht.

Ein Teil meiner Familie lebt in Dänemark und wie immer im Leben sieht es auch in Dänemark von innen ganz anders aus, als das in den diversen Klischees parteipopulistisch erzählt wird. Dänemark hat bei der letzten Wahl das Fiasko erlebt, das uns jetzt noch bevorsteht. Es ging den Menschen zu gut und die Rechts-Populisten haben ihren Sieg zum Teil der „Wohlstandsfaulheit“ zu verdanken. Jetzt haben sie dazugelernt und reagiert. Wir hatten in Österreich schon 2000 ein vergleichbares Erlebnis. Wir (Österreicher und Österreicherinnen) hatten mit der Wahl des Bundespräsidenten- und der Wien-Wahl gezeigt, dass wir noch wach sind und in beiden Fällen eine klare Absage an rechtspopulistische und rassistische Tendenzen geschickt.

Bei der Nationalratswahl kamen noch mörderisch-selbstzerstörerische ausgesprochen „depperte Fehler“ bei Grün und Rot dazu, und die „Populismus-Falle“ hat zugeschnappt. Beim Blick auf die Geschichte des Brexit kommen mir ganz ähnliche Gedanken.

Es gibt wohl keine Wahl mehr für Österreich, wir müssen da jetzt durch und sollten mit einer ganz klaren, konsequenten Oppositionspartei und einer aufwachenden Zivilgesellschaft diese entstehende Regierung so bald wie möglich mit einem positven, besseren Programm ablösen. Dazu muss auch auf all die „Wahnsinnigen Ideen“ (Rauchen, Studiengebühren, Armensteuer, Reichenbonus, Fremdenhass, Religionismus aller Art) hingewiesen werden. Aber klar oberhalb der Gürtellinie.
Ich freue mich auf diese Arbeit .

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Ingeborg Bachmann (1926–1973) war eine österreichische Schriftstellerin, die der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur eine neue, scharfe Sprache gab. In ihrem Gedichtband „Die gestundete Zeit“ schrieb sie über Krieg, Schuld und das fragile Weiterleben nach 1945. Ihr Roman „Malina“ erzählt von Identität, Macht und den inneren Brüchen einer Frau. Bachmanns Werk wirkt bis heute, weil es persönliche Erfahrung und gesellschaftliche Gewalt eng miteinander verbindet. Zitat: Hätten wir das Wort, hätten wir die Sprache, wir bräuchten die Waffen nicht. Ingeborg Bachmann

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