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Gaspreise in Österreich 3-mal stärker gestiegen als im EU-Schnitt

Gaspreise

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Ghassan Seif-Wiesner Ghassan Seif-Wiesner
in Energie
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18. April 2024
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In keinem EU-Land sind die Gaspreise so stark angestiegen wie in Österreich. Das zeigt eine Auswertung des Momentum-Instituts. Demnach sind die Gaspreise in Österreich dreimal stärker gestiegen als im EU-Durchschnitt. Denn im Gegensatz zu anderen Ländern hat die österreichische Regierung nichts getan, um die Preise zu senken. Gaskonzerne haben davon profitiert – sie haben Milliarden-Gewinne gemacht.

Hurra, Österreich hat es an die Spitze der Europäischen Union geschafft. Doch bei diesem Thema gibt es leider keinen Grund zur Freude. Denn die Rede ist hier von den explodierenden Gaspreisen. Während der Anstieg der Gaspreise im Zeitraum von Jänner 2021 bis Februar 2024 im EU-Durchschnitt bei 65 % lag, erreichte Österreich erschreckende 201 %. Sie sind also um das Dreifache gestiegen.

Diese alarmierenden Zahlen verdeutlichen die enormen Herausforderungen, denen österreichische Haushalte gegenüberstehen. Der massive Preisanstieg trifft insbesondere Mieterinnen und Mieter hart. Denn über die Hälfte aller Gasheizungen in Österreich sind in Mietwohnungen installiert. Ohne Mitspracherecht über die Heizungsart sind sie den steigenden Gaspreisen und den zusätzlichen Mieterhöhungen ausgeliefert.

Gaspreise in Österreich dreimal stärker gestiegen als im EU-Schnitt

Ausgehend von Eurostat-Daten hat das Momentum Institut den enormen Preisanstieg in einer Grafik festgehalten. Dabei wird deutlich, dass Österreich auch Lettland und Litauen, die auf dem 2. und 3. Platz liegen, um Längen schlägt. Allein der Abstand zu Lettland, das mit einem Anstieg von 136 % ebenfalls vorn mitspielt, beträgt 65 %, was dem gesamten Durchschnitt im EU-Raum entspricht.

Die Grafik bildet den Anstieg der Gaspreise im europäischen Raum zwischen Jänner 2021 und Februar 2024.Quelle: Momentum Institut

Und obwohl man die extreme Preiserhöhung über die vergangenen Monate beobachten konnte, hat die Regierung nicht gegengesteuert. Mögliche Maßnahmen gäbe es genug und die Kosten dafür wären auch überschaubar. Ein Gaspreisdeckel kam nicht. Die Regierung hat stattdessen eine umstrittene Strompreisbremse umgesetzt, die nicht die Krisengewinner, sondern die Bürger:innen sich selbst zahlen. Den 201-prozentigen Anstieg des Gaspreises hingegen berücksichtigte die Regierung gar nicht. In einem Standard-Interview aus dem Jahr 2022 sagte Finanzminister Magnus Brunner:

„Jeder braucht Strom, aber nicht jeder braucht Gas.“

Profitiert haben davon die Energiekonzerne. Sie haben in den letzten Jahren Milliarden Gewinne gemacht. Die Regierung beschloss zwar eine „Übergewinn-Steuer“, doch das änderte nichts daran, dass diese enormen Extraprofite in den Taschen der Aktionäre landete.

Gegen steigende Gaspreise braucht es politische Maßnahmen

Die aktuellen Entwicklungen zeigen deutlich: Es braucht politische Maßnahmen, um die Menschen in Österreich vor steigenden Gaspreisen zu schützen – zum Beispiel eine Gaspreisbremse. Mit einer solchen haben einige EU-Länder die Preise für Gas und die Inflation insgesamt erfolgreich gesenkt. Bei einer Gaspreisbremse würde der Grundbedarf an Gas zu vergünstigten Vorjahrespreisen angeboten werden, während übermäßiger Verbrauch zu höheren Preisen führt. Darüber hinaus ist ein rascher Ausstieg aus fossilen Heizformen dringend erforderlich, um langfristig die Abhängigkeit von teuren und umweltschädlichen Energiequellen zu verringern.

Parlament Das Thema "Gaspreise" im Parlament

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Bertolt Brecht war einer der einflussreichsten Dramatiker des 20. Jahrhunderts. Mit Stücken wie „Mutter Courage“ oder „Der gute Mensch von Sezuan“ erfand er das Theater neu – politisch, unbequem, klug. Statt Illusion setzte er auf Verfremdung, damit das Publikum nicht mitfühlt, sondern mitdenkt. Brecht wollte nicht unterhalten, sondern verändern – und machte das Theater zur Bühne für Gesellschaftskritik. Zitat: Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher! Bertolt Brecht

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