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Nach dem Hitzesommer: Mieter sollen Klimaanlagen und Außenjalousien leichter einbauen dürfen

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Klimaanlage (Foto: Unsplash / KI-optimiert)

Foto: Unsplash / KI-optimiert

Lena Krainz Lena Krainz
in Good News, Wohnen & Miete
Lesezeit:3 Minuten
2. Oktober 2026
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Wochenlang Hitze, kaum Abkühlung in der Nacht: Der Sommer 2026 war der heißeste in Österreichs Messgeschichte. Wer seine Wohnung mit einer Klimaanlage oder Außenjalousien gegen die Hitze schützen will, kann bisher aber am Nein des Vermieters scheitern. Genau diese Hürde will die Bundesregierung nun abbauen.

Der Sommer 2026 war der heißeste seit Beginn der österreichischen Messgeschichte. Die durchschnittliche Temperatur lag um 2,6 Grad über dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Anfang August wurden in Österreich erstmals mehr als 41 Grad gemessen.

Hitze in der eigenen Wohnung kann krank machen

Dauerhafte Hitze kann die Gesundheit belasten. Das österreichische Gesundheitsportal warnt unter anderem vor Kreislaufproblemen, Erschöpfung und Konzentrationsstörungen bis hin zum lebensgefährlichen Hitzschlag. Besonders problematisch sind Nächte, in denen der Körper nicht ausreichend abkühlen kann.

Bereits im Sommer 2024 berichteten sechs von zehn Menschen laut einer Erhebung der Gesundheit Österreich von Schlafproblemen durch Hitze. Mehr als die Hälfte fühlte sich dadurch weniger leistungsfähig.
Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder, chronisch Kranke Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Doch selbst wer auf eigene Kosten etwas gegen eine überhitzte Wohnung unternehmen will, stößt bei fest eingebauten Klimageräten schnell an rechtliche Hürden.

Die Regierung will den Einbau von Klimaanlagen in Wohnungen erleichtern.
Die Regierung will den Einbau von Klimaanlagen in Wohnungen erleichtern.

Häufig verhindert der Vermieter eine Klimaanlage

Während mobile Klimageräte keine Genehmigung benötigen (Achtung bei Gasthermen!), ist der Einbau einer fix montierten Split-Klimaanlage mit Außengerät besonders kompliziert. Denn Mieter:innen müssen wesentliche Veränderungen der Wohnung ihrem Vermieter bekannt geben. Dieser kann derzeit widersprechen, wenn diese zwei Voraussetzungen nicht erfüllt sind:

  • Verkehrsüblichkeit: Die Maßnahme entspricht der Ausstattung, die in vergleichbaren Gebäuden allgemein üblich ist.
  • Wichtiges Interesse: Die Änderung muss für den Mieter/die Mieterin von erheblicher Bedeutung sein.

Beides ist schwer zu beweisen. Auch vor Gericht blitzten Mieter:innen in der Vergangenheit mit ihrem Anliegen ab. Der Oberste Gerichtshof hat wiederholt entschieden, dass allgemeine Hinweise auf zunehmende Sommerhitze oder den Klimawandel allein nicht ausreichen, um den Einbau einer Außenklimaanlage als verkehrsüblich einzustufen.

Nina Schönwiese von der Mietervereinigung Wien beschreibt das daraus entstehende Problem so:

„Wenn es keine Klimaanlagen in der Umgebung gibt, ist die Ortsüblichkeit nicht gegeben, und somit kommen wir aus diesem Teufelskreis nicht raus.“

Auch aus der Beratungspraxis berichtet die Mietervereinigung, dass der Nachweis schwierig ist. „Selbst wenn das wichtige Interesse nachgewiesen werden könnte, bleibt die Verkehrsüblichkeit als noch höhere Hürde“, sagt Mietrechtsexpertin Nina Ladinigg.

Diese Situation kann auch für Wohnungseigentümer:innen zum Problem werden, die eine Klimaanlage einbauen lassen wollen. Denn andere Bewohner:innen im Haus, die eine Eigentumswohnung besitzen, können mit den gleichen Gründen den Einbau verhindern.

Dass das nicht nur Einzelfälle betrifft, zeigt eine Umfrage von ImmoScout24. Rund ein Viertel der Befragten nannte bürokratische Hürden als Hindernis für eine Klimaanlage in der Wohnung – etwa weil Vermieter oder Eigentümergemeinschaften ihre Zustimmung nicht erteilen.

Regierung will genau diese Hürde beseitigen

Nach dem Rekordsommer 2026 will die Bundesregierung die Regeln nun ändern. Beide Hürden – Verkehrsüblichkeit und wichtiges Interesse – sollen demnach für den Einbau von Hitzeschutzmaßnahmen fallen.

Dabei geht es nicht nur Klimaanlagen, sondern auch um Außenjalousien, Rollläden, Sonnenschutzbeschichtungen und andere Maßnahmen zur Beschattung und Kühlung. Die Gesetzesänderung soll rechtzeitig vor dem nächsten Sommer in Kraft treten.

„Wir räumen die Steine weg, die Mieter:innen beim Einbau einer Klimaanlage oft im Weg stehen. Gleichzeitig ist für uns klar: Klimaanlagen und Jalousien ersetzen nicht die Notwendigkeit, Wohngebäude in Österreich thermisch zu sanieren. Wohnungen in Österreich sollen im Sommer möglichst kühl, im Winter möglichst warm sein“, sagt SPÖ-Wohnbausprecher Paul Stich.

Im Wiener Gemeindebau sind Klimaanlagen bereits leichter möglich
Bis Mai 2026 waren Klimaanlagen bei Wiener Wohnen nur in besonderen Ausnahmefällen erlaubt. Voraussetzung war beispielsweise Pflegestufe 6. Seit dem 20. Mai 2026 ist diese Beschränkung gefallen. Medizinische oder andere besondere Gründe müssen nicht mehr nachgewiesen werden. Die Mietervereinigung spricht von einem „Paradigmenwechsel“.

Technische und baurechtliche Anforderungen bleiben bestehen

Die Änderung bedeutet allerdings nicht, dass künftig jede Klimaanlage überall ohne Genehmigung montiert werden darf. Eine Klimaanlage muss technisch ordentlich geplant und fachgerecht montiert werden. Bei Wiener Wohnen sind etwa Planung und Montage durch konzessionierte Unternehmen vorgeschrieben.

Zusätzlich muss man Vorgaben zu Lärmschutz, Brandschutz, Energieeffizienz und Anbringung erfüllen.
Auch die Gebäudesubstanz darf man durch den Einbau nicht beschädigen. Eine weitere Hürde betrifft das Stadtbild. Die baurechtlichen Vorgaben unterscheiden sich je nach Bundesland. In Wien dürfen beispielsweise Split-Klimageräte nur so angebracht werden, dass sie vom öffentlichen Raum nicht sichtbar sind.

Das macht die Regierung beim Klimaschutz – alle Maßnahmen im Überblick

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lichtenberg
lichtenberg
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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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Mietervereinigung

Die Mietervereinigung Österreichs ist ein gemeinnütziger Verein – also nicht gewinnorientiert und die größte und stärkste Mieterschutzorganisation des Landes. Er wurde bereits 1911 mit dem Ziel gegründet, politischen Druck auszuüben und die Wohnsituation der Menschen zu verbessern. Schritt für Schritt haben sich die Leistungsangebote erweitert. Mit einem jährlichen Mitgliedsbeitrag von maximal 118 Euro erhält man kostenlose Rechtshilfe in allen Wohnfragen. 95 % aller Fälle, die die MVÖ vor die Schlichtungsstelle oder das Gericht bringt, gewinnen sie für ihre Mitglieder. Jährlich können sie mehr als 3 Millionen Euro zurückfordern und an ihre Mitglieder überweisen.

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