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Portugal: Klarer Sieg für Sozialisten bei Lokalwahlen

Portugal: Klarer Sieg für Sozialisten bei Lokalwahlen

Gerhard Marchl Gerhard Marchl
in Europa, Gastbeiträge, Internationales
Lesezeit:2 Minuten
5. Oktober 2017
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Bei den portugiesischen Lokalwahlen am 1. Oktober hat die Sozialistische Partei (Partido Socialista, PS) von Premierminister António Costa ihr historisch bestes Ergebnis erreicht. Der Wahlausgang bestätigt die Politik von Regierungschef Costas: Portugal hat den Sparkurs beendet – die Wirtschaft wächst, die Löhne steigen und Schulden werden zurückgezahlt.

10 BürgermeisterInnen hat die Sozialistische Partei Portugals bei den Wahlen der 308 Gemeindeverbände (Municípios) und 3091 Gemeinden (Freguesias) dazu gewonnen. Sie werden künftig in 161 Municípios den/die BürgermeisterIn stellen. Landesweit erzielte die PS 37,8 % (+ 1,6 %), bei Einbeziehung der von ihr angeführten Wahlallianzen über 39 %.

Konservative verlieren

Zweitstärkste Kraft wurde die oppositionelle PSD (Partido Social Democrata), die entgegen ihrem Namen dem konservativen Lager zuzurechnen ist. Sie und ihre Verbündeten kamen auf etwa 31 % der Stimmen und stellen künftig nur mehr 98 BürgermeisterInnen. Angesichts dieser Niederlage kündigte der ehemalige Premierminister Pedro Passos Coelho an, sich 2018 nicht mehr um das Amt des Parteichefs zu bewerben.

An dritter Stelle (mit knapp unter 10 %) landete die Demokratische Einheitskoalition (Coligação Democrática Unitária, CDU), ein Bündnis im Wesentlichen aus KommunistInnen und Grünen, das die sozialistische Minderheitsregierung unterstützt. Sie verlor 10 von bisher 34 BürgermeisterInnen, und zwar vor allem an die SozialistInnen. Der Linksblock (Bloco de Esquerda), also die zweite Partei, auf die sich die Regierung Costa stützt, blieb auf lokaler Ebene mit 3 % schwach.

Starke Zugewinne im Süden des Landes

Betrachtet man die politische Landkarte Portugals, ergibt sich ein durchaus buntes Bild: Die Sozialistische Partei schnitt besonders im Süden des Landes (Distrikte Beja und Faro) sowie in wirtschaftlich benachteiligten Distrikten an der Grenze zu Spanien stark ab. In der Hauptstadt Lissabon verloren die Sozialisten mehrere Prozentpunkte, blieben aber mit über 42 % klar stärkste Kraft und werden mit Fernando Medina weiterhin den Bürgermeister stellen.

Das Ergebnis der Lokalwahlen wird als klare Bestätigung für den Kurs der sozialistischen Regierung gewertet. Im November 2015 bildete António Costa dank der Unterstützung der beiden anderen linken Parteien eine Minderheitsregierung. Schritt für Schritt hat er eine umsichtige Abkehr vom strikten Sparkurs der konservativen Vorgängerregierung eingeleitet.

Abkehr vom Spardiktat: Wirtschaft wächst, Arbeitslosigkeit sinkt

Costas Regierung hat den Mindestlohn erhöht, Gehaltskürzungen im öffentlichen Dienst zurückgenommen und auch gewisse Steuererhöhungen rückgängig gemacht. Jetzt wächst die Wirtschaft in Portugal wieder kräftig und die Arbeitslosigkeit geht zurück.

Im August 2017 lag die Arbeitslosenrate bei 8,9 %, am Höhepunkt der Wirtschaftskrise 2013 waren es noch über 16 % gewesen.

Zugleich konnte das Staatsdefizit 2016 auf 2,2 % des BIP gesenkt werden – das Brüsseler Verfahren wegen übermäßigen Defizits gegen Portugal wurde daher eingestellt.

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Heringlehner Herbert
Heringlehner Herbert
6. Oktober 2017 11:45

Es gibt doch noch Politiker die von Wirtschaft was verstehen die das Land nicht wie Deutschland kaputt sparen und die Löhne nur noch aus Minilöhnen wie in Deutschland bestehen.
Und darum ist Dr.Sebastian Kurz der richtige Mann für Österreich neue Köpfe brauchen die Länder. Die Alten Seilschaften die andere als Populisten beschimpfen sind Populisten und gehören weg.

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Gerhard Marchl
Gerhard Marchl
Reply to  Heringlehner Herbert
6. Oktober 2017 12:36

Der Unterschied zwischen der jetzigen Regierung in Portugal und Sebastian Kurz könnte wohl nicht größer sein.
Ich befürchte, dass Kurz für die, die wenig verdienen, nichts tun würde, sondern vor allem jene noch mehr profitieren würden, denen es eh schon sehr gut geht.

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Frauen werden für bewiesene Leistung befördert, Männer für das, von dem wir glauben, dass sie es vielleicht einmal leisten werden. In ihrem neuen Buch Funkenschwestern beschreibt Barbara Blaha, warum Männer im Gegensatz zu Frauen von Geburt an unter einem „Kompetenzverdacht“ stehen – und welche Folgen das in Schule, Beruf und Gesellschaft hat. Im Podcast-Interview mit Kontrast spricht Blaha über die vielen „Lücken“, die das Leben von Frauen mühsamer machen: Die Einkommenslücke, die ungleiche Verteilung von Hausarbeit und Freizeit, schlechter wirkende Medikamente und die Gewalt, die wir als Gesellschaft schlicht in Kauf nehmen, solange sie „nur“ gegen Frauen gerichtet ist. Gleichzeitig richtet Blaha den Blick nach vorne. Feminismus, sagt sie, kann nicht heißen, Männer auszuschließen. Wir müssen sie zu Verbündeten machen. Denn nur so machen wir unsere Gesellschaft gerechter und für alle besser. Zitat: Wir müssen in der Erziehung von Buben darauf achten, dass sie ihre Herzenswärme und den Zugang zu ihren Gefühlen behalten. Buben sollen nicht ihre Empathie verdrängen, weil die angeblich "unmännlich" ist. Barbara Blaha

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