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Finnland lässt in Firmen Gehälter offenlegen, um „Gender Pay Gap“ zu schließen

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Finnlands Premier Sanna Marin will Gender Pay Gap bekämpfen. Foto: Sanna Marin

Finnlands Premier Sanna Marin will Gender Pay Gap bekämpfen. Foto: Sanna Marin

Fabian Zickler Fabian Zickler
in Frauen & Gleichberechtigung, Good News
Lesezeit:2 Minuten
18. November 2021
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In Finnland verdient eine Frau im Durchschnitt 83 Cent für jeden Euro, den ein Mann bezahlt bekommt. Das ist weniger als die 86 Cent, die eine Frau in Österreich erhält. Gegen diesen „Gender Pay Gap“ möchte die regierende Mitte-Links-Koalition jetzt vorgehen: Unternehmen müssen in Zukunft die Gehälter ihrer Beschäftigten offen legen.

Weltweit verdienen Frauen in ihren Jobs weniger als Männer. Das hat unterschiedliche Gründe: Sie arbeiten öfter in Teilzeit, gehen häufiger als ihre Partner für ihre Kinder in Karenz und arbeiten in Branchen, die kategorisch schlechter entlohnt werden. Doch selbst wenn Frauen dieselbe Arbeit verrichten wie Männer – in gleichem Umfang – verdienen sie meist weniger. Die finnische Regierung hat jetzt einen Vorschlag vorgebracht, wie man dagegen vorgehen könnte: Unternehmen sollen die Gehälter ihrer Angestellten veröffentlichen.

Der Gleichstellungsminister Thomas Blomqvist meint dazu zu Reuters, dass „die Eliminierung ungerechtfertigter Gehaltsunterschiede zentral für das Regierungsprogramm“ ist. Die Regierung der sozialdemokratischen Premierministerin Sanna Marin möchte deshalb noch vor den nächsten Wahlen im Jahr 2023 ein Gesetz verabschieden, um den „Gender Pay Gap“ zu schließen. Es soll Arbeitnehmer:innen das Recht zusprechen, bei Verdacht auf ungerechte Bezahlung zu überprüfen, wie viel die Kolleginnen verdienen.

Arbeitgeber wollen keine Verpflichtung für Firmen

Der Vorstoß der Regierung ist schon jetzt von mehreren Seiten unter Kritik geraten. Katja Leppanen, eine Vertreterin des größten finnischen Arbeitgeberverbandes, fürchtet, dass die Maßnahme nur die „allgemeine Neugier“ am Arbeitsplatz anstiftet. Sie fordert, dass stattdessen weiterhin auf freiwilliger Basis Daten zu dieser Frage erhoben werden.

Für Katarina Murto, eine hochrangige Gewerkschaftsfunktionärin, ist dieses Thema schon ausreichend erforscht. Es brauche nun endlich Änderungen im Gesetz, um Änderungen in der Unternehmenskultur herbeizuführen.

In Finnland sollen Firmen künftig die Gehälter ihrer Angestellten transparent machen – damit sich der Gender Pay Gap schließt. (Foto: Unsplash/Jaakko Kemppainen)

Island verbietet seit 2018 Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen

Island ist seit 10 Jahren Spitzenreiter bei der Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen. Nirgendwo ist die der Lohnunterschied bei gleicher Arbeit so gering wie dort. Von klein aus lernt man schon in der Schule, was Gleichberechtigung bedeutet, und 97 Prozent der Männer nehmen Elternzeit.

Seit Jänner 2018  gilt in Island ein Gesetz, dass es Unternehmen verbietet, Frauen und Männer mit vergleichbaren Jobs ungleich zu bezahlen. Weltweit das erste dieser Art. Unternehmen mit mehr als 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern müssen aktiv nachweisen, dass Frauen und Männer gleich viel für die gleiche Arbeit bekommen. Und das Gesetz zeigt Wirkung: Der Gender Pay Gap, also der Unterschied im Gehalt bei vergleichbaren Jobs, macht in Island gerade mal 5 Prozent aus.

Österreich hinkt in Sachen Lohngleichheit noch immer hinterher

Während die finnische Politik wirklich Lohnungleichheit bekämpfen möchte, hat die österreichische Regierung bisher kaum Vorschläge gebracht, um für gerechte Löhne einzutreten. Dabei schneidet Österreich mit 86 Cent pro Euro beim „Gender Pay Gap“ nicht viel besser ab als Finnland. Es wäre also auch hierzulande angesagt, sich von Vorschlägen, wie denen aus Finnland, eine Scheibe abzuschneiden. Gemeinsam mit Maßnahmen wie einer öffentlichen Kinderbetreuung ist nämlich auch Lohntransparenz ein wesentliches Mittel, um endlich gerechte Löhne zu erkämpfen.

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