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Der Verhaltensforscher Gregor Fauma über Kurz‘ Rhetorik

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
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28. August 2017
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„Bei jemandem der den Kanzleranspruch stellt, wirkt das ganze meines Erachtens noch zu unreif.“

Der Verhaltensforscher Gregor Fauma analysiert die Rhetorik und Körpersprache von Sebastian Kurz. Welche Tricks setzt er ein? Und was verrät seine Stimme?

Der Tonfall

Fauma: “Sein Tonfall: Meines Erachtens nach ist er in einem ständigen Jammern und Beklagen drin und er kommt von diesem Jammern und Beklagen aus meiner Sicht überhaupt nicht weg.”

Fauma: “Er verstellt sich da nicht, er versucht nicht künstlich tiefer zu sprechen, er versucht nicht künstlich lauter zu sprechen, sondern das ist Sebastian Kurz.”

Die Haltung

Fauma: “Er hat einen Arm so aufgestützt, das hab ich eigentlich noch nie so bei einem anderen Politiker gesehen, dass er sich eigentlich so hinlehnt, aber damit so mächtig und groß wirkt.”

Fauma: “Er ist ja prinzipiell sehr groß und das bringt er auch zur Geltung. Und auch sukzessive, mit der Zeit, wenn er das Gespräch ein bisschen heisser wird, enger für ihn dann verliert er die Haltung und dann verliert er auch ein bisschen die Kontrolle über seine Körpersprache und sinkt so ein bisschen ein. Er lässt dann beide Arme zwischen den Beinen runterhängen, sitzt gebückt da. Und man merkt, dass er in den Momenten die Kontrolle verliert. Das klingt dann, kombiniert mit den roten Wangen, die er bei manchen Themen aufsetzt, die Stimme bricht, macht ihn das Ganze noch einmal um ein paar Jahre jünger, wo man sich denkt, wo er in Wien begonnen hat, man sagt, okay, grad einmal zwanzig, da kann man immer noch ein bisschen Stimmbruch haben, aber bei jemandem der den Kanzleranspruch stellt, wirkt das ganze meines Erachtens noch zu unreif.”

Der Umgang mit der Moderation

Fauma: “Dass er just in dem Moment die Moderatorin unterbricht, wo sie eigentlich ihre Frage formulieren wird. Das heißt journalistische Schule: Ich baue als Fragestellerin zuerst eine Geschichte auf, meine Sicht der Realität, erklär das, um aus dem heraus eine Frage zu formulieren und genau aus dem Brückenmoment heraus unterbricht Sebastian Kurz. Das heisst er lässt eigentlich die Frage gar nicht zu. Letztendlich arbeitet er sehr geschickt damit, bei dem Thema zu bleiben, bei dem er seine Stärke vermutet, das ist halt momentan die Mittelmeerroute, und unterbindet durch ständiges Unterbrechen eigentlich die Fragestellerin, in diesem Fall Corinna Milborn, aber er macht das auch bei anderen, dass er immer dort einhakt, bevor eigentlich die Frage noch formuliert werden kann. Kommt zurück und sagt „Bitte, und das möchte ich schon.“, und „Das ist ein Gebot der Höflichkeit.“ und „Lassen sie mich den einen Satz noch sagen.“ Um da an seinem Thema drauf zu bleiben und nicht geführt zu werden.”

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Lippl Reinhard
Lippl Reinhard
29. Mai 2021 05:58

Kurz ist der peinlichste und unehrlichste Politdarsteller aller Zeiten!

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