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Kurzarbeit, weniger Einkommen – jetzt Teuerung: Österreichern geht es sehr schlecht

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Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Teuerung
Lesezeit:3 Minuten
5. Juli 2022
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Eine aktuelle Studie zeigt: Über zwei Millionen Menschen in Österreich waren im letzten Jahr von Einkommensverlusten betroffen. Über 800.000 Menschen hatten Schwierigkeiten, laufende Ausgaben zu decken. Jetzt kommt die Teuerung oben drauf. 3 von 10 Haushalten kommen nicht mehr über die Runden.

„So geht’s uns heute“ heißt die von Eurostat und dem Sozialministerium finanzierten Studie. Mit ihr will man aussagekräftige Informationen über die soziale Lage der Bevölkerung in Österreich gewinnen. Über 3.500 Personen im Alter zwischen 16 und 69 Jahren haben an der ersten Studien-Runde teilgenommen. Nun wurden sie erneut befragt. Die Ergebnisse des Vergleichs zeigen eine düstere finanzielle Lage für viele im Land: Mehr als ein Drittel gab an, dass sie in den letzten zwölf Monaten von Einkommensverlusten betroffen war. Hochgerechnet bedeutet das: Mehr als zwei Millionen Österreicher:innen verdienen weniger als zuvor. Im letzten Jahr zählten Kurzarbeit bzw. Lohneinbußen zu den Hauptursachen. Nun ist es die  Inflation, die dazu führt, dass Menschen weniger Geld zum Leben haben.  Aber auch Kürzungen von Sozialleistungen, Jobverlust bzw. Unternehmenspleiten, Pensionierungen und Jobwechsel werden genannt.

einkommensverlust oesterreich teuerungFast jeder 2. Arbeitslose in Österreich hat weniger als 1.000 Euro pro Monat

Insgesamt ist die finanzielle Situation vieler österreichischer Haushalte angespannt: Etwa 13% der Befragten (hochgerechnet etwa 800.000 Personen) hatten im ersten Quartal 2022 (große) Schwierigkeiten, mit ihrem Haushaltseinkommen die laufenden Ausgaben zu decken. 8% der Befragten (hochgerechnet 500.000 Personen) gaben an, im vierten Quartal 2021 mit der Zahlung von Miete, der Wohnnebenkosten, der Betriebskosten, eines Wohnkredits oder eines Konsumkredits in Verzug geraten zu sein. Für weitere 13% stellten die Wohnkosten stellten eine schwere finanzielle Belastung dar. Rund 14% der 16- bis 69-Jährigen verfügten zum Jahresbeginn 2022 über ein Haushaltseinkommen von weniger als 1.000 Euro pro Monat. Gegenüber dem Jahresende 2021 haben sich die Einkommensverhältnisse in der Gesamtbevölkerung nur geringfügig verbessert. Besonders hart getroffen ist die Gruppe der Arbeitslosen. Dort haben 40% weniger als 1.000 Euro im Monat.

Folgen von Einkommensverlust: Reserven sind aufgebraucht

Unabhängig vom laufenden Einkommen waren die finanziellen Reserven zu Jahresbeginn 2022 bei einigen Bevölkerungsgruppen erschöpft. Insgesamt gaben 27% an, sich unerwartete Ausgaben in der Höhe von 1.300 Euro nicht leisten zu können, ohne sich Geld zu leihen oder in Raten zu zahlen. Vor allem arbeitslose Personen, aber auch andere wirtschaftlich vulnerable Gruppen waren in besonderem Ausmaß betroffen.

Arbeitslose Personen und erwerbstätige Personen im Niedriglohnsegment zählten zu den am stärksten von finanziellen Schwierigkeiten betroffenen Gruppen. Darüber hinaus stellten fehlende Bildungsabschlüsse, nicht in Österreich geboren zu sein, sowie eine hohe Kinderzahl oder nur ein Elternteil im Haushalt Risikofaktoren dar.

Teuerung: 3 von 10 Haushalte können Ausgaben nicht decken

Die Ausgaben steigen, die Einnahmen bleiben aber gleich niedrig. Die Erkenntnisse der „So geht’s uns heute“-Studie decken sich mit den Ergebnissen anderer Analysen:

Das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) hat in einer Studie erhoben, dass im untersten Einkommens-Zehntel das Haushaltseinkommen die Konsum-Ausgaben nur zu 68 Prozent deckt. Das bedeutet: Die ärmsten Haushalte müssen jeden Monat auf Ersparnisse zurückgreifen – oder sich verschulden – um die ihre Ausgaben decken zu können.

Beim zweiten Einkommens-Dezil decken die Einnahmen nur 87 Prozent des Konsums, beim dritten Einkommens-Dezil nur 94 Prozent. Erst ab dem 4. Einkommens-Zehntel können die Haushalte mit ihren Einkommen ihre Ausgaben decken.

Quelle: WIFO Research Brief 10/2022, „Steigende Lebenshaltungskosten und Armut“, S. 4.

Die ganze Studie „So geht’s uns heute“ zum Nachlesen:

https://www.statistik.at/fileadmin/publications/Soziale-Krisenfolgen-BerichtW2-2022.pdf

Parlament Das Thema "Inflation" im Parlament

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2 Comments
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saloo
saloo
6. Juli 2022 21:47

Politiker nach ihren Leistungen bezahlen , und viele von ihnen müssten verhungern

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saloo
saloo
6. Juli 2022 21:45

Politiker nach ihrer Leistung entlohnen das werden wir fordern

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Dale Spender war eine australische Autorin, Wissenschaftlerin und Feministin, die sich mit der Macht von Sprache beschäftigte. Bekannt wurde sie mit ihrem Buch „Man Made Language“, in dem sie zeigte, dass Sprache nicht neutral ist, sondern gesellschaftliche Machtverhältnisse mitprägt. Sie fragte danach, wessen Stimmen gehört werden – und wessen Erfahrungen in Geschichte, Literatur und Wissenschaft fehlen. Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit bestand deshalb darin, vergessene Autorinnen und Denkerinnen wieder sichtbar zu machen. Damit hat Spender eine Debatte angestoßen, die bis heute aktuell ist: darüber, wie Sprache bestimmt, wer gesehen, erinnert und ernst genommen wird. Zitat: Der Feminismus hat keine Kriege geführt, keine Gegner getötet und keine Grausamkeiten begangen. Seine Kämpfe galten der Bildung, dem Wahlrecht, besseren Arbeitsbedingungen, sozialer Absicherung und Reformen im Recht. Wenn jemand sagt: "Oh, ich bin kein Feminist." Dann frage ich nur: Warum? Dale Spender

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Inflation

In einer Marktwirtschaft können sich die Preise von Waren und Dienstleistungen immer wieder ändern. Einige Produkte werden teurer, andere billiger. Steigen die Preise von vielen Produkten auf einmal, und damit das allgemeine Preisniveau, nennt man das Inflation. Von seinem Geld kann man sich dann weniger kaufen als vorher. Wie entsteht eine Inflation? Was ist die Inflationsrate? Was sind Deflation und Rezession?

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