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Fördern und Fordern: Was Österreichs Lehrlingspolitik jetzt braucht

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Jugendarbeitslosigkeit explodiert – SPÖ fordert Lehrlingspaket wie in Wien und Kärnten

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1. Dezember 2020
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Über 100.000 Menschen absolvieren in Österreich eine Lehre: im September haben über 8% weniger junge Menschen eine betriebliche Ausbildung begonnen. Die Regierung erklärt dies zu einem politischen Erfolg, denn nach Schätzungen von ExpertInnen hätten es auch 30% sein können.

Lehrlingsbonus und die Pläne der Regierung die Lehre betreffend

Bereits ab April hat die Gewerkschaft vor fehlenden Lehrstellen und dem möglichen Kollaps der Lehrausbildung in Österreich gewarnt. Die Regierung blieb bis Juni untätig und verkündete dann den Lehrlingsbonus. Betriebe die bis 31.10 neue Lehrlinge aufnehmen, erhalten bis zu 3500 Euro an Förderungen, wenn diese Lehrverhältnisse bis zum Ende der 3-monatigen Probezeit aufrecht bleiben. Kritik der Gewerkschaft war die undifferenzierte Ausschüttung an alle Unternehmen (auch an jene die so oder so Lehrlinge aufgenommen hätten)
Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit wurde in Österreich einer Task Force aus BeamtInnen aus Sozial, Wirtschaft und Bildungsministerium übertragen. Sozialpartner wie die Gewerkschaft, Arbeiterkammer oder Wirtschaftskammer wurden nicht direkt in die Erarbeitung der Konzepte involviert. Besonders auffällig, da die Regierung in vielen Pressekonferenzen das „Team Österreich“ und den Wert der Sozialpartnerschaft heraufbeschworen hatten.

Die Ergebnisse: die Regierung will in die Qualifizierung junger Menschen investieren (Stichwort Arbeitsstiftung) und die regionale Mobilität fördern. Junge Menschen die eine Lehrstelle in einem anderen Bundesland antreten möchten, sollen zum Beispiel bei den Wohnkosten unterstützt werden. Besonders von ÖVP Seite wird dabei immer betont, dass im Bereich Lehrlinge Wien das Problem sein: circa 4000 Lehrstellensuchenden stehen 400 offene Lehrstellen gegenüber. Doch dies ist nur die halbe Wahrheit: denn die Jugendarbeitslosigkeit in den westlichen Bundesländern liegt deutlich über den Wiener Zahlen und viele freie Lehrstellen besonders im Tourismus sind angesichts der schlechten Rahmenbedingungen nicht besonders interessant

Rot-Pinke Lehrlingspolitik als Vorbild für ganz Österreich?

Die neue Landesregierung aus SPÖ und Neos hat sich ambitioniertes Ziel gesetzt, bis 2025 sollen in Wien 20% neue betriebliche Lehrstellen entstehen. Damit setzt sich die neue Stadtregierung im Bereich Lehrlinge ein klares Ziel, an diesem wird man Erfolg und Misserfolg ablesen können. Besonders Zukunftsbranchen wie die IT, welche über permanenten Fachkräftemangel klagen aber nicht bereit sind in die Ausbildung junger Menschen einzusteigen, sind gefordert dies zu ändern. Die Fortschrittskoalition hat sich auf die Etablierung und Förderungen von Ausbildungsverbünden geeinigt, ein System in dem sich mehrere Betriebe Lehrlinge „teilen“, um die Ausbildung aller Aspekte des Berufsbilds zu ermöglichen. Außerdem will die Stadtregierung die finanzielle Förderung von Lehrbetrieben übernehmen, wo der Bund dies unterlässt.

Fördern und Fordern: Österreichs Lehrlingspolitik ins 21. Jahrhundert bringen

Die österreichische Wirtschaft basiert auf gut ausgebildeten Fachkräften, hier spielt die Lehre eine wichtige Rolle. Doch Wirtschaft bedeutet auch, dass sich die Anforderungen an Arbeitskräfte permanent ändern. Diese geänderten Anforderungen stellen eine Herausforderung auch für die Lehrausbildung dar, die Politik wäre gut beraten das System der Lehrstellenförderung nach dem Prinzip „Fördern und Fordern“ aufzustellen. Was ist damit gemeint? Lehrstellen sind ein wichtiges Gut das es auch verdient haben mit öffentlichen Geldern gefördert zu werden, doch die Förderungspolitik muss intelligenter gestaltet werden.

Betriebe in Zukunftsbranchen (z.b. IT, Green Technologies),Betriebe die Frauen den Zugang zu „Männerberufen“ ermöglichen oder Jugendlichen mit Bildungsdefiziten eine Chance geben, sollten stärker in den Fokus genommen werden. Doch wo gefördert wird, muss auch gefordert werden: es ist zum Beispiel nicht zu akzeptieren, dass die Arbeitsbedingungen im Tourismus so schlecht sind. Bereits 2 Jahre nach Lehrende haben 48% der AbsolventInnen bereits wieder die Branche verlassen. Es ist auch nicht zu akzeptieren, dass Zukunftsbranchen wie die IT sich über den Fachkräftemangel beklagen, aber keine Lehrlinge ausbilden. Auf Ebene der Bundesländer sollten sich die Landesregierungen gemeinsam mit den lokalen Sozialpartnern überlegen: wie stellen wir ausreichend Lehrstellen sicher, was muss passieren damit unbesetzte Lehrstellen besetzen können und welche Lehrberufe sind im Kontext der lokalen wirtschaftlichen Entwicklung besonders wichtig und entsprechende Maßnahmen entwickeln und bestehende weiterentwickeln. Kurzum Fördern und Fordern

Christian Hofmann,MA
Gewerkschaft GPA Bundesjugendsekretär

 

 

 

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Ingeborg Bachmann (1926–1973) war eine österreichische Schriftstellerin, die der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur eine neue, scharfe Sprache gab. In ihrem Gedichtband „Die gestundete Zeit“ schrieb sie über Krieg, Schuld und das fragile Weiterleben nach 1945. Ihr Roman „Malina“ erzählt von Identität, Macht und den inneren Brüchen einer Frau. Bachmanns Werk wirkt bis heute, weil es persönliche Erfahrung und gesellschaftliche Gewalt eng miteinander verbindet. Zitat: Hätten wir das Wort, hätten wir die Sprache, wir bräuchten die Waffen nicht. Ingeborg Bachmann

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Ingeborg Bachmann (1926–1973) war eine österreichische Schriftstellerin, die der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur eine neue, scharfe Sprache gab. In ihrem Gedichtband „Die gestundete Zeit“ schrieb sie über Krieg, Schuld und das fragile Weiterleben nach 1945. Ihr Roman „Malina“ erzählt von Identität, Macht und den inneren Brüchen einer Frau. Bachmanns Werk wirkt bis heute, weil es persönliche Erfahrung und gesellschaftliche Gewalt eng miteinander verbindet. Zitat: Hätten wir das Wort, hätten wir die Sprache, wir bräuchten die Waffen nicht. Ingeborg Bachmann

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