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Worum es beim Frauenvolksbegehren geht (Video)

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Schifteh Hashemi Schifteh Hashemi
in Frauen & Gleichberechtigung, Gastbeiträge, Politik, Video
Lesezeit:2 Minuten
8. Februar 2018
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Warum braucht es das Frauenvolksbegehren? Was sind eure wichtigsten Forderungen? Warum sollen auch Männer das Volksbegehren unterstützen? Ab Montag, dem 12. Februar 2018, werden Unterstützungserklärungen für das zweite Frauenvolksbegehren gesammelt. Wir haben uns mit den Organisatorinnen getroffen und die wichtigsten Fragen im Video-Interview mit der Sprecherin Schifteh Haschemi geklärt.

Die wichtigsten Forderungen auf einen Blick zusammengefasst

Gefordert werden unter anderem die Gleichwertigkeit von Mann und Frau, Armutsbekämpfung und Gewaltschutz. Den gesamten Forderungskatalog findest du auf der offiziellen Website des Frauenvolksbegehrens.

Gerechte Arbeitswelt

Obwohl Frauen die Bevölkerungsmehrheit in Österreich stellen, sind sie an entscheidenden Positionen in der Wirtschaft und Politik unterrepräsentiert. Das Frauenvolksbegehren will eine Geschlechterquote von 50 Prozent. Auch die Einkommensschere muss geschlossen werden – dafür braucht es mehr Gehaltstransparenz um die Gehälter vergleichbar zu machen. Auch unbezahlte Arbeit wird thematisiert, denn die leisten Frauen zu zwei Dritteln. Eine 30-Stunden-Woche soll die faire Aufteilung bezahlter und unbezahlter Arbeit vorantreiben.

Teilhabe, Respekt und Wertschätzung

300.000 Alleinerziehende gibt es – 90% davon sind Frauen.  Diese Frauen und Kinder sind häufig armutsgefährdet, oft weil der andere Elternteil den Kindesunterhalt nicht regelmäßig überweist – ein staatlicher Unterhaltsvorschuss soll AlleinerzieherInnen entlasten. Es braucht kostenlose Kinderbetreuung, damit junge Eltern – vor allem Frauen – nach der Geburt wieder Vollzeit arbeiten können. Auch sexistische Werbung soll verboten werden– und achtungsvolle, klischeefreie Medieninhalte dafür gefördert.

Familie, Gesundheit und mehr Sicherheit

Selbstbestimmung ist eines der wichtigsten Anliegen des Frauenvolksbegehrens. Mädchen und Frauen sollen aufgeklärt und unabhängig über ihre Sexualität bestimmen. Ihr Recht, frei über ihren Körper entscheiden zu können, muss geschützt und nachhaltig garantiert werden. Das bedeutet auch mehr Gewaltprävention bzw. Gewaltschutz, denn jede fünfte Frau in Österreich von körperlicher Gewalt betroffen ist. Besonderen Schutz brauchen jene Mädchen, Frauen und LGBTIQ-Personen, die sich auf der Flucht befinden, da sie besonders leicht zum Opfer sexueller Gewalt und Menschenhandel werden. Das Asylrecht soll in diesem Bereich zu sensibilisiert werden.

Wieviele UnterzeichnerInnen braucht es?

Erste Hürde – Das Einleitungsverfahren:

Im ersten Schritt  braucht es für ein erfolgreiches Volksbegehren 8.401 Unterstützungserklärungen. Damit ist das sogenannte „Einleitungsverfahren“ geschafft. Unterstützungswillige müssen bei den Nationalratswahlen wahlberechtigt sein, das bedeutet:

  • österreichische Staatsbürgerschaft
  • Vollendung des 16. Lebensjahres am Tag der Unterstützung
  • kein Ausschluss vom Wahlrecht

Werden die notwendigen Unterstützungserklärungen erreicht, kommt es zum Eintragungsverfahren.

Eintragungsverfahren:

Sobald die notwendigen Unterstützungserklärungen  erreicht wurden, gibt das Innenministerium einen Termin für das eigentliche Volksbegehren bekannt. Dann haben die BürgerInnen an acht aufeinanderfolgenden Tagen Zeit, ihre Unterstützung zu erklären.

Damit ein Volksbegehren erfolgreich ist und dem Nationalrat zur Behandlung weitergeleitet werden kann, sind 100.000 Unterschriften (inklusive allfälliger Unterstützungserklärungen) erforderlich.

Wie kann ich meine „Unterstützung erklären“

Du hast zwei Möglichkeiten, deine Unterstützungerklärung abzugeben. Entweder auf der Gemeinde (bzw. Magistratischen Bezirksamt in Wien) oder erstmal auch online. Dafür brauchst du allerdings eine Bürgerkarte oder der „Handy-Signatur“

  1. Der klassische Weg:
    Einfach in eine beliebige Gemeinde bzw. Magistrastische Bezirksamt mit einem amtlichen Ausweis gehen. Formular muss nicht mehr mitgebracht werden.
  2. Der Online Weg:
    Auf die Website des Innenministeriums gehen, dich anmelden (sofern du eine Bürgerkarte hast) und der Maske folgen.

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3 Comments
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Mag.art. Walter Stach
Mag.art. Walter Stach
9. Februar 2018 20:58

Bevor ich das Volksbegehren allenfalls unterstütze, hätte ich doch gerne den Text des Begehrens gelesen – wo finde ich diesen?

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Antworten
Hannes Schneller
Hannes Schneller
9. Februar 2018 12:52

Seit Faymann & Co ab dem 5.9.2015 hunderttausende junge muslimische Männer nach Österreich geholt haben, ist ein Frauenvolksbegehren wichtiger denn je!

0
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Antworten
Carlos Anglberger
Carlos Anglberger
Reply to  Hannes Schneller
15. Februar 2018 10:50

Dass sexuelle Belästigung, Missbrauch und Vergewaltigung seit jeher größtenteils im engsten Bereich (Familie, Arbeitsplatz etc.) vorkommen, und zwar auch schon lang vor 2015, ist Ihnen offenbar nicht bekannt. Aber natürlich, seriöse Informationen sammeln ist hat sehr viel anstrengender als die bequeme dumpfe und unreflektierte Ausländerhetze.

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-1
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Dale Spender war eine australische Autorin, Wissenschaftlerin und Feministin, die sich mit der Macht von Sprache beschäftigte. Bekannt wurde sie mit ihrem Buch „Man Made Language“, in dem sie zeigte, dass Sprache nicht neutral ist, sondern gesellschaftliche Machtverhältnisse mitprägt. Sie fragte danach, wessen Stimmen gehört werden – und wessen Erfahrungen in Geschichte, Literatur und Wissenschaft fehlen. Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit bestand deshalb darin, vergessene Autorinnen und Denkerinnen wieder sichtbar zu machen. Damit hat Spender eine Debatte angestoßen, die bis heute aktuell ist: darüber, wie Sprache bestimmt, wer gesehen, erinnert und ernst genommen wird. Zitat: Der Feminismus hat keine Kriege geführt, keine Gegner getötet und keine Grausamkeiten begangen. Seine Kämpfe galten der Bildung, dem Wahlrecht, besseren Arbeitsbedingungen, sozialer Absicherung und Reformen im Recht. Wenn jemand sagt: "Oh, ich bin kein Feminist." Dann frage ich nur: Warum? Dale Spender

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Staatsbürgerschaft

Wer keine österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, darf nicht wählen gehen. Das betrifft fast ein Fünftel der Menschen, die in Österreich seit Jahren leben, arbeiten und Steuern zahlen und verzerrt die demokratische Repräsentation. Wer Staatsbürger:in werden möchte, muss nicht nur rechtliche Hürden überwinden, sondern auch relativ hohe finanzielle Anforderungen erfüllen. Diese sind für Berufsgruppen wie Reinigungskräfte oder Kassierende kaum zu erreichen. Auch Menschen, die in Österreich geboren sind, erhalten nicht automatisch die österreichische Staatsbürgerschaft. Wenn beide Eltern keine österreichischen Staatsbürger sind, hat das Kind keinen Anspruch darauf. Erst wenn mindestens ein Elternteil die österreichische Staatsbürgerschaft vorweisen kann, überträgt sich diese automatisch auf das Kind.

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