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Nach Streik-Drohungen: Beachtliches Lohnplus von 7,4 Prozent für Metaller

Metaller bereiten streik vor, Lena Krainz

Lena Krainz

Jakob ZerbesLena Krainz Jakob ZerbesundLena Krainz
in Arbeit & Freizeit
Lesezeit:3 Minuten
4. November 2022
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Der Streikbeschluss war schon gefällt, dann kam es doch zu einem Abschluss: Nach 12 Stunden einigten sich Gewerkschaft und Eigentümer-Vertreter in der vierten Verhandlungsrunde auf ein Lohnplus von 7,4 Prozent. Wenige Tage zuvor brodelte die Stimmung unter 2.000 Betriebsräten in Sankt Pölten. Der Druck hat gewirkt.

Nach zwölf Stunden hat sich die Gewerkschaft mit den Eigentümern der Metallindustrie in der Nacht auf Freitag auf den Kollektivvertrag 2023 geeinigt: Die Löhne in der Metalltechnischen Industrie steigen für die 130.000 Beschäftigten durchschnittlich um 7,44 Prozent – rückwirkend ab 1. November. Die Erhöhung ergibt sich aus einem Plus von 5,4 Prozent und einer monatlichen Zahlung von 75 Euro. Für die untersten Lohn- und Gehaltsgruppe ergibt das ein Plus von 8,9 Prozent. Im Schnitt beträgt die Erhöhung 7,44 Prozent. Der neue Mindestlohn in der Metallindustrie beträgt 2.236,16 Euro brutto.

„Es ist uns gelungen, in einer außergewöhnlichen Situation einen Reallohnzuwachs zu erreichen“, erklärt der Chef der Metaller-Gewerkschaft Rainer Wimmer noch Donnerstag Nacht.

Profite für die Arbeitgeber…

Vier Verhandlungsrunden, 400 Betriebsversammlungen eine Betriebsrätekonferenz mit über 2.000 Leuten hat es gebraucht, damit dieses Angebot zustande kommt. Mehr als 2.000 Betriebsrät:innen sind noch am Mittwoch nach St. Pölten gekommen. Die Stimmung war aufgebracht. Das Angebot der Industrie wurde als Beleidigung empfunden: 4,1 Prozent boten die Firmeneigentümer, die Gewerkschaft verlangte 10,6 Prozent – Basis dafür war die Inflationsrate der letzten zwölf Monate von 6,4 Prozent.

Die Inflation läuft davon und die Branche kommt von einem Rekordjahr ins nächste, hörte man in St. Pölten. Bei dem Unternehmen Andritz zum Beispiel. Dort wurde die Dividende auf 163 Mio. Euro erhöht, die Aktionäre bekamen um 65 Prozent mehr als im Vorjahr.

Angesichts von Rekorddividenden wollen die Arbeiter:innen nicht mit einer Lohnerhöhung unter der Inflation abgespeist werden. (c) Zerbes / Kontrast

Der Umsatz der Metallindustrie ist im letzten Jahr auf über 75 Mrd. Euro gestiegen. Um 21 Prozent mehr als 2020 und und immerhin 6,5 Prozent mehr als vor der Krise 2019. Auch 2022 ging es so weiter: In den ersten 6 Monaten dieses Jahres ist die gesamte Produktion noch einmal um fast 17 Prozent gewachsen, nahezu überall herrscht Fachkräftebedarf.

Das macht sich auch bei den Renditen bemerkbar. Die voestalpine hat ihre Dividenden mehr als verdoppelt. Bei Andritz hab es ein Plus von 65 Prozent und bei Palfinger gab es eine Rekorddividende von 29 Millionen – eine Steigerung von 71 Prozent.

„Wir wollen keine Almosen, wir wollen einfach nur das, was uns zusteht!“, hört man von den Metallern im Zuge der Verhandlungen. (C) Zerbes / Kontrast

Inflation und Wachstum: Warum 10,6 % mehr Lohn gerechtfertigt sind

Für ihre Arbeit, ihren Einsatz und ihre Zurückhaltung während der Corona-Krise erwartete sich die Belegschaft von den Unternehmen hörbar Unterstützung in der Teuerungskrise. Und einen Anteil am gemeinsam erarbeiteten Profit. Der Angestellten-Betriebsrat der voestalpine in Linz, Reinhard Streinz, meinte:

„2019 war es schwierig, die Preise waren im Keller. Es gab trotzdem Gewinne – wegen dem Einsatz der Mitarbeiter. Wir haben uns auch bei den Verhandlungen zurückgehalten. Aber heuer werden wir uns mit den Forderungen nicht zurückhalten.“

Der gute Abschluss von 3,55 Prozent bei einer Inflation von 1,95 Prozent im Vorjahr wurde von der Inflation bereits im Februar geschluckt. Seit Februar „gewährt man den Arbeitgebern Kredit“, hörte man unter den Betriebsräten. Für kommenden Montag waren bereits Warnstreiks geplant, dann kam die überraschende Einigung am Donnerstag: Ein durchschnittliches Plus von 7,4 Prozent.

Die KV-Mindestlöhne und -Mindestgehälter steigen um 7 Prozent. Die Lehrlingseinkommen steigen in drei Etappen bis November 2024 auf 1.050 Euro (1. Lehrjahr), 1.270 Euro (2.), 1.625 Euro (3.) und 2.110 Euro (4. Lehrjahr). Das Plus ist bei den niedrigen und mittleren Einkommen deutlich über der für die Verhandlungen relevanten Inflationsrate von 6,3 Prozent. Die Aufwandsentschädigungen und Zulagen steigen um jeweils 7 Prozent.

„Das Gesamtpaket wurde durch die Geschlossenheit der BetriebsrätInnen und durch die Solidarität der Beschäftigten ermöglicht“, sagt Dürtscher, der an das Angebot der Arbeitgeber in Höhe von 4,1 Prozent erinnert.

Der Metaller-Abschluss im Detail
IST-Löhne und -Gehälter: + 5,4 Prozent plus Fixbetrag von 75 Euro KV-Löhne und -Gehälter: + 7 Prozent Mindestlohn/Mindestgrundgehalt neu: 2.236,16 Euro Zulagen: + 7 Prozent Aufwandsentschädigungen: + 7 Prozent Lehrlinge: Etappenerhöhung, mit November 2024 betragen die Einkommen 1.050 Euro (1. Lehrjahr), 1.270 Euro (2.), 1.625 Euro (3.) und 2.110 Euro (4. Lehrjahr).
Parlament Das Thema "Lohnrunde" im Parlament

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Markus Högg
Markus Högg
30. November 2023 20:07

Ich will keine jammern hören der nicht selbst gestreikt haben, die anderen sollen sich bei den Kollegen bedanken die lieber gearbeitet haben. Es wäre sicher mehr gegangen.

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rudolf
rudolf
6. November 2022 10:44

Wo bleibt die „Kampfmaschne“ ÖGB , der arbeiteden Menschen? Sie reden nur und gehen dann in die KNIE! Die Betriebe haben Gewinne von Mil.,siehe Medien und Mangager-Boni , für die Beschäftigten gibt es „BRÖSELN“! So schaut keine gute Vertretung des ÖGB´s; aus,oder?

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saloo
saloo
4. November 2022 19:54

Neuwahlen schon aber ohne Spö den wenn jemand Löhn Abschlüsse zulässt die fast 3 % unter der Inflation sind der hat was am hacken den Hirn möchte ich das nicht bezeichnen, bisher waren wir immer stolz über der Inflation abgeschlossen zu haben jetzt das eine schande SONDERGLEICHEN

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Martin Niemöller (1892–1984) war ein bekannter evangelischer Pfarrer in Deutschland. Anfangs unterstützte er den Aufstieg der Nationalsozialisten – wandte sich dann aber entschieden gegen ihre Einmischung in die Kirche. Er gehörte zu den Mitbegründern der Bekennenden Kirche, die sich der Kontrolle durch die Nazis widersetzte. Dafür wurde er 1937 verhaftet und verbrachte die letzten Jahre des Dritten Reichs in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau. Die Erfahrungen dieser Zeit prägten ihn tief: Niemöller setzte sich nach 1945 für das Eingeständnis der deutschen Kollektivschuld ein und trug zum Stuttgarter Schuldbekenntnis bei. Zitat: Als die Nazis die Sozialdemokraten holten habe ich geschwiegen - ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen - ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen - ich war ja kein Jude. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der für mich sprechen konnte. Martin Niemöller
Martin Niemöller (1892–1984) war ein bekannter evangelischer Pfarrer in Deutschland. Anfangs unterstützte er den Aufstieg der Nationalsozialisten – wandte sich dann aber entschieden gegen ihre Einmischung in die Kirche. Er gehörte zu den Mitbegründern der Bekennenden Kirche, die sich der Kontrolle durch die Nazis widersetzte. Dafür wurde er 1937 verhaftet und verbrachte die letzten Jahre des Dritten Reichs in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau. Die Erfahrungen dieser Zeit prägten ihn tief: Niemöller setzte sich nach 1945 für das Eingeständnis der deutschen Kollektivschuld ein und trug zum Stuttgarter Schuldbekenntnis bei. Zitat: Als die Nazis die Sozialdemokraten holten habe ich geschwiegen - ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen - ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen - ich war ja kein Jude. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der für mich sprechen konnte. Martin Niemöller

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