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Rutger Bregman konfrontiert Milliardär im TV: Reiche sollen mit Vermögen die Welt besser machen

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Rutger Bregman (Foto: Steve Jurvetson, Wikipedia, CC BY 2.0)

Rutger Bregman (Foto: Steve Jurvetson, Wikipedia, CC BY 2.0)

Kathrin Glösel Kathrin Glösel
in Reichtum & Macht
Lesezeit:3 Minuten
26. Januar 2026
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Der niederländische Historiker Rutger Bregman wurde 2019 einem neuen Publikum bekannt, als er beim Wirtschaftsgipfel in Davos kritisiert hat, dass man dort nicht genug über Steuern und Gerechtigkeit spricht. Der Auftritt wurde zu seinem Markenzeichen. Nun hat er in einer Talkshow den norwegischen Milliardär zur Rede gestellt, warum der sein Vermögen nicht besser für die Gemeinschaft nutzt. Bregman findet: Wer enormen Reichtum hat, soll diesen auch nutzen, um die Welt besser zu machen. Er fordert mehr moralische Ambition. 

„Milliardäre wie Petter Stordalen sagen gern, sie würden die Welt zu einem besseren Ort machen. Aber hier ist der Punkt: Sie könnten es tatsächlich tun. Die meisten tun es nur … nicht“, schreibt der niederländische Historiker und Autor Rutger Bregman im Jänner 2026 auf Facebook und verlinkt ein Video. Zu sehen ist, wie er in einer Talkshow unter anderem den norwegischen Hotelmagnaten Petter Stordalen – höflich – konfrontiert.

„Ich fordere nicht, dass wohlhabende Menschen ihre Strandhäuser, Luxusautos oder Rolex-Uhren aufgeben. Ich fordere sie auf, zukünftige Historiker stolz zu machen. Die Geschichte erinnert sich nicht an Anlageportfolios. Sie erinnert sich an jene, die alles auf eine Karte gesetzt haben – die ihre Ressourcen, ihre Karrieren und ihren Ruf genutzt haben, um für etwas zu kämpfen, das größer ist als sie selbst“, schreibt Bregman.

Video: Rutger Bregman konfrontiert Milliardär Petter Stordalen

Wir stehen vor diesen riesigen Problemen, diesen auch massiv vernachlässigten Problemen, und mächtige Männer wie Sie könnten einen enormen Unterschied machen. Aber ehrlich gesagt tun Sie nicht so viel… Sie können Ihren schönen Lebensstil ja trotzdem behalten. Sie können Ihre schönen Brillen weiterhin tragen. Sie können das alles haben!

Zum Beispiel: Wenn Sie morgen aufwachen würden und die Hälfte Ihres Vermögens verloren hätten – es würde in Ihrem Leben keinen Unterschied machen. Sie würden immer noch im selben Haus leben. Also: Warum tun so viele reiche Menschen zu wenig?

Meiner Ansicht nach gilt: Wenn Ihnen viel gegeben wurde, dann sollten Sie versuchen, viel mehr zu tun. Das Ziel sollte sein, künftige Historiker:innen stolz zu machen. Ich habe den Kampf gegen die Sklaverei erwähnt – den Abolitionismus. Die abolitionistische Bewegung wurde von 12 Personen gegründet. 10 von 12 dieser Geldgeber waren Unternehmer. Leute, wie einige von Ihnen hier, die wirklich reich waren, die wirklich erfolgreich waren. Wir erinnern uns heute nicht an sie, weil sie ein paar Hotels besessen haben. Der Grund, warum wir uns heute an sie erinnern, ist: Sie sind „all in“ gegangen, sie haben alles gegeben, was sie hatten – nicht wahr? Sie haben im Grunde ihre ganze Karriere damit verbracht, gegen dieses furchtbare Verbrechen zu kämpfen. Das ist, was moralische Ambition ist.

Bregman hat Sachbücher wie „Utopien für Realisten“ und „Im Grunde gut“ veröffentlicht. Ihn treibt der Glaube an Fortschritt und Hoffnung an. Vor allem ist er überzeugt, dass der Mensch im Kern ein mitfühlendes und solidarisches Wesen ist.

Mit „Moralische Ambition“ legt er ein Buch vor, das Inspiration und Anleitung zugleich sein will. Es richtet sich an Menschen, die mehr wollen, als nur an sich selbst zu denken. Bregman fordert dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und die Welt aktiv mitzugestalten.

Petter Stordalen ist ein norwegischer Unternehmer und Milliardär. Sein Vermögen wird 2025 auf rund 1,6 Milliarden US-Dollar geschätzt. Er ist Eigentümer der Strawberry Group, zu der unter anderem die Hotelkette Strawberry mit über 230 Hotels und rund 17.000 Beschäftigten gehört.

Gemeinsam mit seiner Frau Gunhild Stordalen engagiert er sich philanthropisch. Über die Stordalen Foundation unterstützt das Paar wissenschaftliche Projekte und Initiativen zum Kampf gegen den Klimawandel.

Rutger Bregman Milliardär TV Zitat

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1 Kommentar
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Gerhard Kofler
Gerhard Kofler
31. Januar 2026 06:59

Bregmans Bücher machen Mut, geben Hoffnung, das ist super. Moralische Appelle sind wichtig – im deutschen Grundgesetz wird an die Verantwortung der Unternehmer:innen appeliert – doch Appelle brauchen politisches Handeln, letztlich Gesetze, die den Rahmen für eine gerechte solidarische Gesellschaft schaffen. Und die Politik muss von einer starken Zivilgesellschaft gefordert und kontrolliert werden. Beispiele in http://www.friedensatlas.at

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