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South Park schickt Trump in die Hölle: Kultserie als politische Waffe

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South Park Folge zeigt Donald Trump in intimer Beziehung mit Satan. (Bild: Screenshot/South Park/Youtube)

South Park Folge zeigt Donald Trump in intimer Beziehung mit Satan. (Bild: Screenshot/South Park/Youtube)

David Sowka David Sowka
in Digitales Leben, Medien
Lesezeit:5 Minuten
15. September 2025
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Die US-Zeichentrickserie South Park stellt in ihrer aktuellen Staffel Donald Trump in den Mittelpunkt. Mit Schock-Bildern und aggressiver Satire entlarvt die Serie die Schwächen des Präsidenten wie es selbst Late-Night-Shows oft nicht wagen. Zu sehen sind etwa Deepfakes, die Trumps Körper verzerren – und eine absurde Liebesbeziehung mit dem Teufel. Das alles ist bemerkenswert, weil South Park lange Zeit konservativ ausgerichtet war und gerade bei Republikanern beliebt war.

Seit Ende der 1990er-Jahre gilt South Park als Tabubrecher-Serie. Die Macher Trey Parker und Matt Stone verspotteten politische Korrektheit, Hollywood-Liberale und Gewerkschaften. Es hat sich sogar der Begriff „South Park Republican“ etabliert, um die Haltung der Serie und ihrer Macher einzuordnen.

Ein Beispiel für den frühen Spott ist die Figur „ManBearPig“ (dt.: Schweine-Bär-Mann), mit der die Serie die Warnungen des früheren demokratischen US-Vizepräsidenten Al Gore vor dem Klimawandel ins Lächerliche gezogen hat. Jahre später korrigierten sich die Autoren und räumten ein, dass sie die Bedrohung unterschätzt hatten. In einer späteren Episode baten die Figuren Gore um Hilfe und stellten klar, dass sie falsch lagen. Das belegt, dass die Serie bereit ist, eigene Fehler einzugestehen..

Deepfakes und Liebelei mit Satan: Trump im Mittelpunkt von South Park

Die aktuelle 27. Staffel geht deutlich über klassische Karikaturen hinaus. Donald Trump porträtiert South Park nicht nur als autoritären Präsidenten, der gegen freie Medien vorgeht, religiöse Regeln in Schulen einführt und Kritiker verfolgt. In der Serie setzt er das Militär gegen die eigene Bevölkerung ein und nutzt die Einwanderungsbehörde ICE, um Migranten ohne Verfahren aus den USA zu deportieren.

Die Serienmacher Parker und Stone gehen aber über politische Kritik hinaus. Die Serie zeigt Trump sogar in einer intimen Beziehung mit Satan höchstpersönlich und macht sich offen über den Körper des Präsidenten lustig. In einem fiktiven Werbespot erscheint ein Deepfake Video, das Trump nackt zeigt. Der eingesprochene „Werbetext“ dazu: „Trump. His penis is teeny tiny, but his love for us is large.“ („Sein Penis ist winzig klein, aber seine Liebe zu uns ist groß“).

So überzogen diese Darstellung auch wirkt, sie knüpft an eine reale politische Episode an: Bereits bei den Vorwahlen 2016 hatte Marco Rubio, heute Außenminister unter der aktuellen Administration, in einer Rede Trumps „kleine Hände“ erwähnt und spielte dabei deutlich auf die Größe seines Penis an.

Die Episode erinnert dabei an frühere Szenen mit Saddam Hussein und dem Teufel. Nun erhält Trump denselben Animationsstil: ein Foto-Konterfei mit unpassender, überzeichneter Stimme. Die Parallele ist unübersehbar und stellt ihn in die Tradition jener Figuren, die in South Park als Inbegriff des Bösen dargestellt werden.

Trey Parker und Matt Stone, die Macher von South Park, hier auf der San Diego Comic-Con International in Californien im Jahr 2016. (Foto: Wikipedia/ Gage Skidmore/ CC BY-SA 3.0)
Trey Parker und Matt Stone, die Macher von South Park, hier auf der San Diego Comic-Con International in Californien im Jahr 2016. (Foto: Wikipedia/ Gage Skidmore/ CC BY-SA 3.0)

Auch frühere Figuren wie Jesus kehren neben Satan zurück, die lange keine größere Rolle mehr gespielt haben. Damit greifen die Autoren bewusst auf ihre eigene Serienmythologie zurück – und sprechen zugleich eine ganze Generation von früheren Zuschauern an, die mit South Park aufgewachsen ist.

Einige Vertreter der Trump-Bewegung gelten als South Park Fans. So hat zum Beispiel Donald Trump Jr. die Serie positiv erwähnt. Für diese Zuschauer:innen dürfte die neue Staffel wenig Anlass zur Freude bieten.

Auch J.D. Vance wird zur recycleten Serienfigur

J.D. Vance wird in der Serie dargestellt wie Kevin Mephesto. Der ist eine Nebenfigur aus den frühen Staffeln, die in der Serie als stets loyaler „Sohn“ des Genforschers Dr. Mephesto auftrat. Kevin war kein leiblicher Sohn, sondern das Ergebnis eines misslungenen Genexperiments und diente Mephesto als treuer Assistenz. Die Figur von Vance greift diese Vorlage auf und kombiniert sie mit Memes, die ihn im Netz karikieren. Auf diese Weise verbinden Parker und Stone ihre eigene Seriengeschichte mit popkulturellen Referenzen, die auch in der jüngeren MAGA-Szene weit verbreitet sind.

Vance reagierte bislang gelassen. Auf X postete er einen Screenshot aus der Episode mit dem Kommentar: „Well, I’ve finally made it“ („Nun, ich habe es endlich geschafft“)

South Park: Härter gegen Trump als jede Late Night Show

Die Schärfe der Darstellungen ist ungewöhnlich. Während Late-Night-Shows oder Saturday Night Live Trump oft in übertriebene Sketche verpackten, gelingt es South Park, ihn mit einer Mischung aus Tabubruch, Seriengeschichte und popkulturellen Codes so darzustellen, dass es seine Anhänger persönlich trifft.

Das Weiße Haus reagierte sogar offiziell und erklärte, die Serie sei seit „über 20 Jahren irrelevant“. Tatsächlich hat die aktuelle South Park Staffel die höchsten Einschaltquoten seit Jahren.

Milliarden-Deal für South Park – aber Absetzung der Show von Trump-Kritiker Stephen Colbert

Der Erfolg von South Park hat einen bemerkenswerten Nebenaspekt. Erst kurz vor dem Start der aktuellen Staffel schlossen Trey Parker und Matt Stone einen Fünf-Jahres-Vertrag im Wert von über einer Milliarde Dollar mit Paramount ab. Zuvor war es zu Verzögerungen gekommen, weshalb der Staffelstart verschoben werden musste

Hintergrund könnte auch die Übernahme von Paramount durch Skydance sein. Während Paramount mit Sendern wie CBS als liberal galt, pflegt Skydance Verbindungen zu Trump. Erst nachdem Paramount angekündigt hatte, die Trump-kritische Late-Night-Show von Stephen Colbert abzusetzen, gab die Aufsichtsbehörde, die von einer republikanischen Mehrheit geführt wird, grünes Licht für den Zusammenschluss. Ob das Ende der Sendung tatsächlich der Grund für das Durchwinken der Fusion ist, ist offiziell nicht bestätigt.

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Trotz dieser politischen Hintergründe erhielten Parker und Stone am Ende den Vertrag mit weitreichender künstlerischer Freiheit. In den neuen Folgen greifen sie den umstrittenen Zusammenschluss von Skydance und Paramount sogar direkt auf und verweisen auf die Absetzung von Colbert, die in den USA für erhebliche Diskussionen gesorgt hat.

Charlie Kirk vor längerer Zeit parodiert – Folge wurde aus Progamm genommen

Auch der kürzlich ermordete rechte Aktivist Charlie Kirk wurde in der aktuellen Staffel parodiert. Kirk selbst reagierte gelassen und nahm seine Darstellung mit Humor. Teile der MAGA-Bewegung machten die Episode jedoch für die Tat mitverantwortlich. Comedy Central nahm die Folge daraufhin aus dem Programm.

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