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Kürzer arbeiten: 38 Unternehmen in den USA testen jetzt die 4-Tage-Woche

Kürzer arbeiten: 38 Unternehmen in den USA testen jetzt die 4-Tage-Woche

Brooklyn Bridge Park, USA, Park Sommer Sonne (Foto: Unsplash/Ben Duchac)

Foto: Unsplash/Ben Duchac

Kathrin Glösel Kathrin Glösel
in 4-Tage-Woche, Good News
Lesezeit:4 Minuten
20. Mai 2022
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Nach Erfolgsmeldungen aus Island und Nachrichten über den groß angelegten Feldversuch in Großbritannien startet nun auch in den USA ein Pilotprojekt zur 4-Tage-Woche. 38 Unternehmen testen die 4-Tage-Woche während die Ergebnisse parallel wissenschaftlich analysiert werden. Schon letztes Jahr testeten Betriebe vereinzelt, wie sich kürzere Arbeitszeiten auswirken – und sind schon dauerhaft auf eine 4-Tage-Woche umgestiegen.

In vielen Ländern der Welt sind sie auf dem Vormarsch: die 4-Tage- und die 32-Stunden-Woche. Einzelne Unternehmen testen kürzere Arbeitszeiten, um sich als Arbeitgeber attraktiver zu machen, andere führen sie gleich gänzlich ein. In Ländern wie Island oder Großbritannien gab und gibt es groß angelegte Feldversuche mit Tausenden Beteiligten. Das Ziel: Zu untersuchen, wie sich Arbeitszeitverkürzung umsetzen lässt und welche Folgen das für Beschäftigte, das Betriebsklima und die Produktivität hat.

Der Feldversuch in Island, der 2015 startete, war so erfolgreich, dass dort mittlerweile 86 Prozent der isländischen Beschäftigen eine Arbeitszeitverkürzung oder die Möglichkeit dazu bekommen haben. Großbritannien zieht nun nach und kopiert den Island-Versuch ab Juni 2022 in größerem Ausmaß. In Belgien wiederum hat die Regierung die Möglichkeit für eine 4-Tage-Woche beschlossen – wenn auch auf Basis von Arbeitszeit-Verdichtung. Hier setzt man also nur auf Flexibilität statt echter Arbeitszeitverkürzung.

Auch in den USA testen Unternehmen die 4-Tage-Woche

Große Unternehmen haben vereinzelt schon im Vorjahr mit den Arbeitszeiten experimentiert, darunter Kickstarter, Bolt (ein Zahlungsdienstleister), Unilever und andere. Laut CNBC testen nun 38 Unternehmen in den Vereinigten Staaten und Kanada ihr eigenes Pilotprogramm zur 4-Tage-Woche.

usa 4 tage woche
Kürzer arbeiten, mehr Zeit für Familie, Freunde und Erholung. Studien zur 4-Tage-Woche zeigen die Vorteile. (Foto: Unsplash/Caroline Hernandez)

Die Non-Profit-Organisation „4 Day Week Global“ startete im April 2022 ein sechsmonatiges Pilotprogramm für die 4-Tage-Woche in den USA, an dem sich nun mehrere Unternehmen beteiligen. Das Pilotprogramm wird im September enden und dann evaluiert.

So läuft das Pilotprogramm zur 4-Tage-Woche in den USA & Kanada

Die Unternehmen, die an den Versuchen in den USA und Kanada teilnehmen, werden mit einem Paten-Unternehmen zusammengebracht, das bereits erfolgreich auf die 4-Tage-Woche umgestellt hat. Das soll die betriebsinterne Umorganisation erleichtern. WissenschaftlerInnen des Boston College analysieren parallel, wie sich die Arbeitszeitverkürzung auswirkt.

Das Pilotprogramm soll zeigen, dass Menschen in 80 Prozent der jetzt regulären Wochenarbeitszeit arbeiten und dennoch ihre Arbeitsziele erreichen können. Und deshalb auch 100 Prozent ihres Gehalts verdienen sollen.

Das Magazin Newsweek hat eine Liste der Unternehmen veröffentlicht, die die 4-Tage-Woche umsetzen.

Studien aus mehreren Ländern: 4-Tage-Woche steigert Gesundheit, Wohlbefinden und Produktivität

Juliet Schor, Ökonomin und Soziologin am Boston College, führt seit Jahren Studien zur 4-Tage-Woche durch. Sie sagt:

„Was wir bei jedem einzelnen Unternehmen festgestellt haben, ist, dass eine Vier-Tage-Woche den Stresspegel und das Burnout dramatisch reduziert und die Work-Life-Balance verbessert. Es verbessert ihre allgemeine Gesundheit und ihr Wohlbefinden. Es werden weniger Krankheitstage gebraucht und es gibt weniger Fehlzeiten.“

Unternehmen: 9 von 10 Beschäftigten zufriedener

Daten zur 4-Tage-Woche sind bisher vielversprechend. Buffer, ein Social-Media-Unternehmen im Silicon Valley, hat die 4-Tage-Woche während der Corona-Pandemie ausprobiert und festgestellt, dass 91 % der Mitarbeiter:innen zufriedener waren. 84 % gaben an, dass sie die Arbeit, die sie zu erledigen hatten, in 32 Stunden schafften. Sie gaben auch an, weniger gestresst und glücklicher zu sein, und hatten das Gefühl, ihr Leben unabhängiger gestalten zu können.

Das Finanzdienstleistungs-Unternehmen Bolt hat im Herbst 2021 auf eigene Faust einen Versuch gestartet. Gründer Ryan Breslow sagte dazu:

„Ich glaube, dass es bei der 4-Tage-Woche für die meisten Unternehmen nicht um ein ‚ob‘ geht, sondern um ein ‚wann‘.“

Nach dreimonatiger Testphase hat Bolt die Arbeitszeitverkürzung dauerhaft eingeführt. Laut Unternehmensführung sprechen die Ergebnisse für sich:

  • 86% der Beschäftigten gaben an, während der Arbeit effizienter zu sein.
  • 84% sagten, dass sich ihre Work-Life-Balance verbessert hat.
  • 84% gaben an, dass sie produktiver als zuvor sind.
  • 80% sagten, dass sie unnötige Arbeitsschritte und Termine gestrichen haben – und sich so der ganze Arbeitsprozess verbessert hat.

It’s official:

Bolt is now the first tech unicorn to permanently switch to a 4 day work week 🚀⚡️🔥

Our 3 month experiment proved every core thesis:

Heightened
1/ Productivity
2/ Engagement
3/ Wellness

We’re never going back and here’s why 👇

— Ryan Breslow (@theryanking) January 5, 2022

Demokrat brachte Gesetzes-Entwurf für 32-Stunden-Woche ein

Weil diese und andere Versuche so erfolgreich waren, hat der demokratische Abgeordnete Mark Takano aus Kalifornien im Juli 2021 den Thirty-Two-Hour Workweek Act in den Kongress eingebracht.

Über den Gesetzentwurf, der die staatlich anerkannte Wochenarbeitszeit von 40 auf 32 Stunden pro Woche senken würde, wurde noch nicht abgestimmt. Aber der Entwurf zeigt, dass sowohl Politiker:innen als auch Unternehmer:innen die Arbeitswelt in den Vereinigten Staaten neu gestalten wollen.

Parlament Das Thema "Arbeitszeitverkürzung" im Parlament

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Wolfgang Pucher war ein österreichischer Ordenspriester und Gründer der VinziWerke in Graz. Er setzte sich besonders für obdachlose und armutsbetroffene Menschen ein und schuf zahlreiche Einrichtungen, die ihnen Unterkunft, Essen und Unterstützung bieten. Mit großem persönlichem Einsatz machte er auf soziale Ungleichheit aufmerksam und forderte mehr Solidarität mit den Schwächsten. Seine Arbeit war geprägt von direkter Hilfe ohne große Bürokratie. Pucher wurde für sein Engagement vielfach ausgezeichnet und blieb bis zu seinem Tod eine wichtige Stimme für soziale Gerechtigkeit. Zitat: Als gut situierter Bürger hat man kein Recht, an der Not anderer vorüberzugehen. Wolfgang Pucher

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