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Stephen Hawkings große Sorge: Ungleichheit

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Stephen Hawkings große Sorge: Ungleichheit

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Internationales, Reichtum & Macht
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9. Dezember 2016
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Stephen Hawking, Physiker und Astrophysiker, gilt nicht zu Unrecht als einer der klügsten Köpfe des 20. und 21. Jahrhunderts.  In jüngerer Zeit meldet sich Hawking auch vermehrt politisch zu Wort. Dabei spricht er vor allem über soziale Ungleichheit und die technologischen Umwälzungen in der Arbeitswelt.

Die digitale Revolution

Hawking ist besorgt, weil die die jüngsten technologischen Veränderungen (Automatisierung, Roboter, …)  die wirtschaftliche Ungleichheit explodieren lassen könnten. So hat etwa die Automatisierung in der Industrie bereits  unzählige Jobs verschwinden lassen – und die Entwicklung intelligenter und selbstlernender Computersysteme wird diesen Prozess noch steigern. Zwar entstehen auch neue Jobs – aber nicht so schnell, wie alte verloren gehen. Einer Studie der Oxford-Professoren Carl Frey und Michael Osborne zufolge sind in den nächsten Jahrzehntenknapp 50% aller Arbeitsplätze in der westlichen Welt  von dieser Entwicklung betroffen und könnten verschwinden.

Hawking weist darauf hin, dass die neuen Technologien es kleinen Gruppen von Menschen ermöglichen enorme Profite einzufahren. Dafür brauchen sie aber deutlich weniger Angestellte und noch weniger Arbeiter als früher. Dass sich die Technik durch ständige Innovation weiterentwickelt und die Arbeitswelt verändert, ist an sich nichts Neues.  Das Problem besteht heute darin, dass alte Berufe zwar verschwinden, aber vielleicht nicht durch neue Arbeitsplätze ersetzt werden.

Die kommende Ungleichheit

Hawking warnt: Von den Früchten der Automatisierung und Digitalisierung könnten wir alle profitieren: etwa durch verkürzte Arbeitszeiten bei steigendem Wohlstand. Aber es könnte auch eine Welt entstehen, in der einige Wenige gigantischen Reichtum anhäufen – während sich der Großteil der Menschen um wenige Arbeitsplätze streitet oder gar im Elend lebt.

Diese Entwicklung, so Hawking, ist zwar auch eine Folge der technologischen Entwicklung. Jedoch sollte man sich davor hüten, den technologischen Fortschritt zu stoppen. Denn dieser sei nicht selbst für die sozialen Folgen verantwortlich. Alles hänge nämlich davon ab, wie die hergestellten Güter verteilt werden:

„Wenn Maschinen alles, was wir brauchen, produzieren, dann wird es entscheidend sein, wie alle diese Dinge verteilt werden. Jeder kann sein Leben in luxuriöser Freizeit genießen, wenn der von den Maschinen produzierte Wohlstand geteilt wird. Oder die meisten Menschen enden in verarmten Verhältnissen, wenn es den Maschinenbesitzern gelingt, sich erfolgreich gegen eine faire Verteilung des Wohlstandes zu wehren. Soweit ich sehe, geht der Trend in die zweite Richtung. Die Technologie vergrößert zurzeit die Ungleichheit.“

Warum wir mehr kooperieren müssen

Hawking argumentiert, dass wir dieser Entwicklung nur etwas entgegensetzen können, wenn wir auf Kooperation und nicht auf Konkurrenz setzen. Der neu geschaffene Wohlstand muss fair verteilt werden. Innerhalb der Länder des Westens, aber auch global:

„Wir müssen unsere Definition von Wohlstand erweitern und auch Wissen, natürliche Ressourcen und menschliche Kompetenzen hinzufügen. Und wir müssen gleichzeitig lernen, dies alles fairer zu teilen. Wenn wir das machen, dann gibt es nichts, was die Menschheit nicht gemeinsam erreichen kann.“

Weiterlesen: Stephen Hawking in derFreitag 

 

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