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Amazon und Co. vernichten jährlich 1,4 Mio Pakete: Greenpeace fordert Verbot

Amazon und Co. vernichten jährlich 1,4 Mio Pakete: Greenpeace fordert Verbot

Kasija Milosevic Kasija Milosevic
in Politik
Lesezeit:2 Minuten
21. Dezember 2021
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Online-Händler wie Amazon verdienen nicht nur mit Lagerung und Logistik, sondern auch mit der Vernichtung von Waren. Laut Greenpeace wurden 2020 allein im Bereich Kleidung und Elektronik österreichweit 1,4 Millionen zurückgesendete Pakete von Amazon & Co. vernichtet. Umweltschutz-Organisationen fordern ein Vernichtungsverbot.

In der Adventszeit machen die Menschen vor allem eines: einkaufen. Jedes Jahr beträgt der Weihnachtsumsatz im Einkauf rund 2 Milliarden. Dieses Jahr werden aufgrund der Corona-Krise etwas weniger, nur rund 1,8 Milliarden Euro erwartet. Um es sich leichter zu machen, bestellen 80 Prozent der Österreicher:innen die Weihnachtsgeschenke online. Der einzige Nachteil beim Online-Kauf ist, dass die Produkte manchmal von der Beschreibung abweichen oder die Erwartungen der Käufer aus anderen Gründen nicht erfüllen. Zum Glück der Kunden, kann man das Paket einfach retour schicken, wenn die Ware nicht gefällt. Doch was geschieht mit den zurückgeschickten Produkten?

Laut Greenpeace wurden im vergangenen Jahr allein im Bereich Kleidung und Elektronik 1,4 Millionen retournierte Pakete österreichweit von Online-Händler vernichtet. Die Umwelt-Organisation fordert daher, dass die österreichische Bundesregierung ein Vernichtungsverbot für neuwertige Ware einführt. In einer Aussendung erklären die Umweltschützer: „Amazon und Co. überschwemmen den Markt mit Billigware und animieren zu Impulskäufen, die immer häufiger zurückgesendet werden.“

Wieso vernichten statt wiederverwerten?

Worin liegt aber der wirtschaftliche Vorteil der Vernichtung für den global agierenden Online-Riesen? In einem Interview mit Greenpeace erklärt Viola Wohlgemuth, Expertin für Konsum und Textilien: „Im derzeitigen marktwirtschaftlichen System sind die Lagerung und der Versand eines Produktes oft teurer als seine Herstellung.“ Außerdem bietet Amazon nicht nur seine eigenen Angebote an, sondern dient auch als virtueller Marktplatz, auf dem externe Händler:innen ihre Ware anbieten können. Bei Amazon macht das mittlerweile 55 Prozent des Umsatzes aus. Amazon verdient so mit Lagerung, Logistik, Transport – und gegebenenfalls auch mit der Vernichtung, so die Greenpeace-Expertin.

„Auf Anfrage von Greenpeace zu konkreten Zahlen hat Zalando nicht geantwortet. Der Versandhändler Unito beteuert, dass retournierte Ware nur ‚im Promillebereich‘ vernichtet wird. Amazon verweist auf seinen Unternehmensblog. Während die Firma dort behauptet, nur in Ausnahmefällen Waren zu vernichten, zeichnen die Recherchen von Greenpeace ein anderes Bild. Mindestens eine Lkw-Ladung nicht verkaufter Versandartikel landet allein an einem einzigen Amazon-Standort in Deutschland jede Woche im Müll“, meint Greenpeace-Expertin Lisa Panhuber.

Mehr reparieren und weniger kaufen

Greenpeace erhofft sich mit einem Vernichtungsverbot nicht nur eine Änderung im Verhalten der Online-Händler, sondern auch im Verhalten der Konsument:innen. „Das Gefühl, das sich etabliert hat, ist: Ich hab da ein Onlineregal, aus dem ich etwas herausnehmen kann, und wenn es mir nicht gefällt, stelle ich es wieder zurück“, sagt Wohlgemuth. Abseits von Verboten wünscht sich die Expertin generell ein Umdenken beim Einkaufen und ruft auch zum Reparieren. Auch so soll der jährlichen, massenhaften Vernichtung zurückgeschickter Pakete entgegengewirkt werden.

Parlament Das Thema "Amazon" im Parlament

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