Brasilien hat einen neuen Präsidenten

Brasilien: Der rechtsextreme Neoliberale Bolsonaro ist neuer Präsident – und für Folter, Gewalt gegen Homosexuelle und politische „Säuberungen“

Agência Brasil Fotografias/Flickr: CC BY 2.0

Jair Bolsonaro ist am 28. Oktober 2018 zum brasilianischen Präsidenten gewählt worden. Bolsonaro befürwortet die Militärdiktatur und Folter, Gewalt gegen Homosexuelle, will das Land von Kritikern „säubern“ und verharmlost sexuelle Gewalt gegen Frauen. Er gilt als „Wunschkandidat der Märkte“ und wird von Europas rechten Parteien unterstützt.

Mit 55 Prozent der Stimmen hat Jair Bolsonaro die brasilianische Präsidentschafts-Stichwahl gewonnen. Seinen Wahlkampf führte Bolsonaro mit Fake-News und manipulierten Massenmedien. Unterstützt wird der rechtsextreme Kandidat in Brasilien von der mächtigen Agrarlobby und den Investoren.

Auch in Europa hat Bolsonaro trotz offener Homosexuellen-Feindlichkeit, Gewaltfantasien und Frauenverachtung Unterstützer. Zuspruch bekommt er etwa aus Deutschland – beispielsweise von Petr Bystron, Abgeordneter der AfD im Bundestag, oder auch von Christian Blex, Landessprechers der AfD Nordrhein-Westfalen. In Österreich freut sich das FPÖ-nahe „unzensuriert“ über den Sieg von Bolsonaro und seinem Programm für „Sicherheit, Familie und Marktwirtschaft“ – wie der Blog schreibt.

Die Deutschen Bank bezeichnet den Ex-Militär mit Gewalt-Phantasien auf Twitter als „neoliberal“ und „Wunschkandidaten der Märkte“:

Der Ex-Militär wird als rechtsextrem eingestuft und könnte Brasilien in einen autoritären Staat umbauen, in dem er seine Ziele mit Gewalt durchsetzt. Gefährlich wird das für Kritiker, Homosexuelle, Afro-Brasilianer und auch Frauen. Was dem größten Land Südamerikas Land blüht, zeigen von Bolsonaro. Hier einige Beispiele.

Bolsonaro über Linke

„Es wird eine in Brasilien niemals gesehene Säuberung geben.“ (Im Oktober 2018 in einer Ansprache vor Anhängern)

„Wenn diese Leute hier bleiben wollen, müssen sie sich unserem Recht unterwerfen. Oder sie verlassen das Land oder gehen ins Gefängnis. Diese roten Typen werden aus unserem Vaterland verbannt.“ (Im Oktober 2018 über Anhänger der politischen Linken)

Bolsonaro über Homosexuelle

„Ich könnte einen homosexuellen Sohn nicht lieben. Ich werde da nicht scheinheilig sein. Ich würde es vorziehen, dass mein Sohn bei einem Unfall ums Leben kommt, als dass er hier mit einem Typen mit Schnurrbart auftaucht.“ (2011 im Interview mit dem Playboy)

„Wenn ein schwules Paar in meinem Gebäude wohnen würde, würde mein Eigentum an Wert verlieren. Wenn sie herumlaufen und sich küssen, verliert es an Wert!“ (2011 im selben Interview)

„Wenn ich sehe, wie sich zwei Männer auf der Straße küssen, werde ich sie schlagen.“ (2002 in einem Interview)

Bolsonaro über Folter und Bürgerkrieg

„Ich bin für Folter. Und das Volk ist auch dafür.“ (Bolsonaro 1999 in einem Fernseh-Interview)

„Wahlen werden in diesem Land nichts ändern. Es wird sich erst an dem Tag etwas ändern, an dem ein Bürgerkrieg ausbricht und wir die Arbeit machen, die das Militärregime nicht getan hat: 30.000 Menschen töten. Wenn ein paar unschuldige Menschen sterben, ist das in Ordnung. In jedem Krieg sterben unschuldige Menschen.“ (Bolsonaro 1999 in einem Fernseh-Interview)

Bolsonaro über Afro-Brasilianer

„Sie tun nichts. Ich glaube, sie taugen noch nicht einmal zur Fortpflanzung.“ (Bolsonaro  2017 nach dem Besuch in einem Quilombo – einer Siedlung mit afrobrasilianischer Bevölkerung)

„Da besteht kein Risiko, denn meine Söhne wurden gut erzogen.“ (Bolsonaro 2011 auf die Frage, wie er reagieren würde, wenn sich einer seiner Söhne in eine afrobrasilianische Frau verlieben würde)

Bolsonaro über sein Frauenbild

„Ein Moment der Schwäche.“ (So kommentierte Bolsonaro in einer Rede 2018, dass er – nach vier Söhnen – Vater einer Tochter wurde)

Bolsonaro über Gewalt gegen Frauen

Ich würde dich nie vergewaltigen, weil du es nicht wert bist.“ (Video – Bolsonaro als Abgeordneter 2003 im Parlament zur Abgeordneten Maria do Rosário. Für diese Aussage musste er eine Geldstrafe bezahlen)

Er wird von Rechten bejubelt – und verharmlos

So unterstützte etwa das Wallstreet Journal die Kandidatur des Rechtsextremen. Das Magazin huldigte ihn als den Mann, dem man zutrauen könne, den Koruptionssumpf in Brasilien trockenzulegen.
Zum Weiterlesen:
Le Monde diplomatique Über die brasilianische Elite und wie Bolsonaro an die Macht gekommen ist: Brasilien, der große Verrat
Brasilien: Der rechtsextreme Neoliberale Bolsonaro ist neuer Präsident – und für Folter, Gewalt gegen Homosexuelle und politische „Säuberungen“
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