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Neues Medikament könnte HIV besiegen – doch Pharmakonzern verlangt 20.000 € pro Dosis

Pharmakonzern und HIV-Patientin/Neues Medikament gegen HIV ist viel zu teuer

Neues Medikament gegen HIV ist viel zu teuer//Quelle: Unsplash/ elements.envato

Victor Strauch Victor Strauch
in Gesundheit, Internationales
Lesezeit:2 Minuten
17. Dezember 2024
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Ein neues Medikament namens „Lenacapavir“ könnte ein Wendepunkt im Kampf gegen HIV sein. Zwei große Studien zeigen, dass das Medikament nahezu alle HIV-Infektionen verhindern kann und nur zweimal im Jahr verabreicht werden muss. Noch ist das Medikament Lenacapavir gegen HIV jedoch viel zu teuer: Der Pharmakonzern Gilead verlangt 20.000 Euro pro Dosis.

In der ersten Studie wurde Lenacapavir an 5.300 Frauen in Südafrika und Uganda getestet. Keine einzige Teilnehmerin hat sich danach mit HIV infiziert. Eine zweite Studie, die 3.200 Männer, Transpersonen und Nicht-binäre einbezog, bestätigte eine 96-prozentige Wirksamkeit. Wissenschaftler loben die Ergebnisse als „Game-Changer“ für die HIV-Prävention. Das Magazin „Science“ spricht sogar vom „Durchbruch des Jahres“. Denn im Gegensatz zu bereits existierenden HIV-Medikamenten muss Lenacapavir nur zweimal pro Jahr eingenommen werden.

Das Medikament wirkt, indem es ein bestimmtes Virusprotein blockiert und so verhindert, dass sich HIV im Körper vermehrt. In Afrika, wo die Krankheit besonders verbreitet ist, könnte Lenacapavir viel bewirken. Forscher betonen, dass das Medikament für alle zugänglich gemacht werden muss, auch für ärmere Länder.

Pharmakonzern verlangt 40.000 Dollar pro Jahr für das Medikament

Noch ist das Medikament gegen HIV, Lenacapavir, jedoch viel zu teuer, was vor allem für Menschen in armen Ländern ein Problem ist. Derzeit verlangt der Hersteller, der US-Pharmakonzern Gilead, 20.000 Euro pro Spritze. Da das Medikament zweimal im Jahr eingenommen werden muss, kommt man auf Kosten von 40.000 Euro im Jahr. Zum Vergleich: Andere HIV-Vorbeuge-Medikamente kosten im Schnitt 50-60 Euro im Monat, also etwa 600-700 Euro im Jahr.

Laut Experten müsste der Preis 1.000-mal niedriger sein

Der Pharmakonzern Gilead sagt, die langen Forschungen würden die hohen Kosten rechtfertigen. Fachleute widersprechen jedoch und sagen, dass das Medikament viel günstiger produziert werden kann.

Laut Berechnungen des Pharmakologen Andrew Hill dürfe der Preis selbst bei einer Gewinnmarge von 30 Prozent nur bei 40 Dollar pro Jahr liegen – Also ein Tausendstel von dem, was Gilead verlangt.

Zwar will Gilead auch günstige Versionen des Medikaments anbieten, allerdings nur in besonders armen Ländern – darunter auch einige Länder in Sub-Sahara Afrika.

Länder mit mittlerem Einkommen wie Brasilien oder Mexiko könnten aber leer ausgehen. Dort wurde Lenacapavir sogar getestet, doch die Menschen werden sich das Medikament wegen der hohen Kosten womöglich nicht leisten können. Viele Experten halten das für ungerecht. Sie fordern, dass alle Menschen das Medikament bekommen sollen, die es brauchen. Nur so kann Lenacapavir wirklich helfen, HIV weltweit zu bekämpfen.

Weniger wirksame HIV-Medikamente seit 2024 in Österreich kostenlos

Bereits am Markt erhältliche Präventivpillen gegen HIV (PrEP) müssen deutlich öfter eingenommen werden, um wirken zu können. Seit April 2024 sind sie in Österreich kostenlos erhältlich. Das haben ÖVP, SPÖ, Neos und Grüne gemeinsam beschlossen. „Wirksame HIV-Prävention darf niemals vom Geldtascherl abhängen – sexuelle Gesundheit ist immer eine soziale Frage“, sagt etwa SPÖ-Gleichbehandlungssprecher Mario Lindner.

Drogen-Entkriminalisierung in Portugal: Weniger Drogentote und HIV-Infektionen

Parlament Das Thema "HIV" im Parlament

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