4-Tage-Woche

Nach Rekorddividenden und Vorstandsplus: „4 Tage Woche wird’s nicht spielen“

Stefan Pierer ist nun Chef der oberösterreichischen Industriellen Vereinigung. In seinem Antrittsinterview in der Kronen Zeitung lässt er die Angestellten wissen, was er von Arbeitszeitverkürzung hält: „Vier Tage arbeiten und für fünf verdienen, das wird’s nicht spielen.“ Nach dem er für seine Firma KTM 11 Mio. Euro Corona-Hilfen kassiert hat und sich und seinen Aktionären die Rekorddividende von 11 Mio. Euro ausgezahlt hat.

Die 4-Tage-Woche wird beliebter, mittlerweile will die Mehrheit der Vollzeitbeschäftigten in Österreich kürzer arbeiten. Weltweit wird die 32-Stunden-Woche in etlichen Pilotprojekten schrittweise eingeführt. In Österreich meldet sich jetzt KTM-Chef Stefan Pierer zu Wort und weist die Beschäftigen mit ihren Wünschen in die Schranken:

„Vier Tage arbeiten und für fünf verdienen, das wird’s nicht spielen“, erklärte der Motorradhersteller und Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich im Krone-Interview.

11 Mio. Dividende trotz Corona Hilfen

Die Bescheidenheit, die Pierer einfordert, legt der Milliardär bei sich selbst naturgemäß nicht an den Tag. Letztes Jahr schüttete die Pierer Mobility Group 11,25 Millionen Euro Dividende aus. Der größte Teil davon – nämlich über 7 Millionen – wandert in die Taschen von Pierer. Den ÖVP-Großspender Pierer scheint es dabei wenig zu stören, dass die Gesamtdividende mit 11,25 Millionen Euro in etwa so hoch ist wie die Corona-Hilfen, die das Pierer Mobility Tochterunternehmen KTM AG in Mattighofen erhalten hat.

Schließlich wurden in diesem Subunternehmen auch die Vorstandsbezüge –  auch für Pierer – um 30 Prozent erhöht. Im Krisenjahr 2020 zahlte KTM 6 Millionen Euro an variablen und fixen Gehältern an seine Manager, 2019 waren es noch 4,6 Millionen. Rund 11 Millionen bekam das Unternehmen an Kurzarbeitsgeldern, 15 weitere Steuer-Millionen sind in Form anderer staatlicher Förderungen an den Konzern gezahlt worden.

Die KTM AG schrieb 130 Millionen Gewinn – 20 Prozent des Gewinns stammen also aus Steuergeld.

Diese 26 Millionen öffentliche Förderungen sind nur ein Teil der gesamten Fördermenge, der KTM-Mutterkonzern Pierer Mobility Group (über Umwege zu 62 Prozent im Besitz von Stefan Pierer) verbucht in seiner Bilanz noch 14,25 Millionen an „Fördergeldern und sonstigen betrieblichen Erträgen“. Außerdem nahm das Unternehmen einen COVID-Sonder-Kreditrahmen der Österreichischen Kontrollbank in Höhe von 60 Millionen Euro in Anspruch.

Dass es all das „spielt“ scheint für Pierer selbstverständlich. Die Coronahilfen trotz Rekordgewinnen zurückzuzuhalen, daran denkt er nicht. Vermögenssteuern will er keine zahlen: „Vermögen, das in Familienunternehmen gebunden ist, zu besteuern, zerstört unweigerlich Arbeitsplätze“, meint er. Pierer nimmt lieber Steuergeld, um sein Vermögen zu steigern.

Im Urlaub soll man völlig abschalten - die Arbeit hat Pause. Aber ist das so? Was davon trifft auf dich zu?
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