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Nach Preisexplosion bei Pellets: Razzien wegen Verdacht auf Preisabsprachen

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Nach Preisexplosion bei Pellets: Razzien wegen Verdacht auf Preisabsprachen

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Energie, Teuerung
Lesezeit:2 Minuten
20. Oktober 2022
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Die Preise für Pellets sind in den letzten Monaten nahezu explodiert. Und das, obwohl sie nicht direkt vom Ukraine-Krieg sowie dem Gaspreis abhängig sind und die Produktion in Österreich höher als die Nachfrage ist. Deshalb vermutet die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB), dass Pellet-Hersteller und -Händler die Preise abgesprochen haben. Seit Dienstag finden aus diesem Grund Hausdurchsuchungen statt. Von den laufenden Ermittlungen sind eine Reihe von Unternehmen und ein Verband in Wien, Kärnten und Tirol betroffen.

Im September meldeten die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Tirol ihren Verdacht. Die Pelletpreise sind im Monatsvergleich zum Vorjahr besonders stark angestiegen. Im August hat sich der Preis im Vergleich zum Vorjahr von rund 22 auf 56 Cent pro Kilogramm mehr als verdoppelt. Doch da ermittelte die Bundeswettbewerbsbehörde bereits – die Ermittlungen gipfelten in Razzien bei Unternehmen in Kärnten, Tirol und Wien, so wie beim Verband Propellets. Bei Propellets gibt man sich betont entspannt. Der Geschäftsführer Christian Rakos sagte zu den OÖ-Nachrichten, dass man sich nichts vorzuwerfen habe: „Wir kooperieren vollumfänglich mit den Behörden.“

Die Preise für Pellets stiegen innerhalb eines Jahres um mehr als das Zweieinhalbfache. Quelle: Propellets.

160.000 Haushalte in Österreich betroffen

Im Jahr 2021 wurden 1,6 Millionen Tonnen Pellets in Österreich produziert. Davon wurden 1,2 Millionen Tonnen in Österreich verbraucht. 4 % – oder etwa 160.000 Haushalte – heizen in Österreich mit Pellets. Laut Statistik Austria ist im Jahr 2002 im Vergleich zu 2021 sogar ein leichter Rückgang von Pellet-Exporten zu beobachten. Nur 1 % der Pellet-Importe kamen aus Russland oder der Ukraine. Es werden in Österreich somit deutlich mehr Pellets produziert als verbraucht. Eine gestiegene Nachfrage bei geringer Produktion kann demnach kein Argument für den explodierenden Preisanstieg sein. Und auch der massiv steigende Gaspreis – der den Strompreis in die Höhe treibt – ist nicht an den Pellet-Preis gekoppelt. Wie kommt es angesichts der Zahlen dann zu einer Pellet-Knappheit, fragte sich die Behörde wohl.

„Heizen ist ein Grundbedürfnis. Die gegenwärtige Krisensituation darf nicht durch Absprachen weiter verzerrt werden. Wir gehen allen Hinweisen mit höchster Priorität nach“, so die interimistische Generaldirektorin Natalie Harsdorf-Borsch der BWB.

Für Pellets muss man seit kurzem fast so viel zahlen wie für Gas. Quelle: Propellets.

Bis zu 90 Millionen Euro Strafe möglich

Kartelle stehen in Österreich unter hohen Strafen. Es sind alle Vereinbarungen verboten, die den Wettbewerb verhindern oder beschränken. Insbesondere sind Absprachen über Preise, Einschränkungen der Kontrolle oder der Erzeugung des Absatzes und die Aufteilung von Märkten verboten. Bei Verstößen gegen das Kartellgesetz kann eine Geldbuße bis zu 10 % des Umsatzes verhängt werden. Bei Preisen von 56 Cent pro Kilo und 1,6 Millionen Tonnen entspricht das 90 Millionen Euro.

Parlament Das Thema "Heizkosten" im Parlament

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3 Comments
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holzer heini
holzer heini
24. Januar 2026 09:42

Von der Energieberatung wurde mir gesagt das der Pellets Verbrauch ca. das doppelte von Öl
beträgt. Mein Verbrauch: Vorher Öl 1600l mit Pellets über 5000t können anscheinend nicht mehr rechnen (oder sind es doch die erhöhten Steuereinnahmen die sie unbedingt benötigen?) Somit ist das Heizen mit Pellets um einiges teurer als uns die Linken Politiker eingeredet haben. Wir werden von diesen Politikern nur mehr belogen! Warum lassen wir uns das gefallen, das ist Betrug am eigenen Volk! 

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Antworten
Thomas Locher
Thomas Locher
Reply to  holzer heini
7. Mai 2026 10:48

Interessant… Bei unserem 3 – Parteien – Wohnhaus passt die oben genannte Näherungsformel recht genau. DIe Kosten waren die letzten Jahre niedriger, weil wir für die Menge Pellets im Vergleich zum Öl weniger bezahlt haben.

Und aktuell brauchen wir gar nicht reden – wir wissen ja, wo der Ölpreis gerade ist.
Gleichzeitig finanziere ich über die Pellets keine Regime, die islamistiche Organisation im Nahen Osten fördern.

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Christian Hörmann
Christian Hörmann
21. Oktober 2022 11:09

Viel Besser wäre es, die Unternehmen zu verpflichten den Differenzbetrag der überhöhten Preise an die Kunden zurückzuzahlen!
Warum soll der Staat Strafen kassieren, wenn die Kunden geschädigt wurden?

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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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