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Saubere Luft, mehr Parks, weniger Tote: Paris zeigt, was die Verkehrswende bringt

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Blick über eine grüne Pariser Allee mit dem Eiffelturm im Hintergrund – Symbol für die Verkehrswende in der französischen Hauptstadt.

Alesia Kazantceva für Unsplash+

Sophie Wenkel Sophie Wenkel
in Good News, Internationales, Umwelt & Klima
Lesezeit:4 Minuten
12. Mai 2025
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Noch vor wenigen Jahren war Paris berüchtigt für seine dicke Smogschicht. Feinstaub und Dieselabgase verpesteten die Luft so stark, dass die Stadt zu den schmutzigsten Metropolen Europas zählte. Doch die Verkehrswende hat in Paris viel verändert: Tempolimits, Diesel-Verbote und weniger Parkplätze in der Innenstadt sowie mehr Grün und mehr Platz für Fahrräder haben die Luft deutlich verbessert. Damit verhinderte Paris Tausende Todesfälle.

Seit ihrer Wahl 2014 verfolgt Bürgermeisterin Anne Hidalgo ein klares Ziel: Paris soll wieder den Menschen gehören – nicht den Autos. Dafür wandelt die Stadt Parkplätze in Grünflächen um, entsiegelt betonierte Plätze und verwandelt Fahrbahnen in verkehrsberuhigte Begegnungszonen. Auch das Radwegenetz wird konsequent ausgebaut. Ein Symbol für diesen Wandel: 2016 wurde das rechte Seine-Ufer für Autos gesperrt – die neu geschaffene Fußgängerpromenade gilt heute als Meilenstein der Stadtentwicklung.

Nur noch 5 % der Wege mit Auto zurückgelegt: Paris wird zur Fahrradstadt

Der Ausbau der Radinfrastruktur zählt zu den sichtbarsten Veränderungen im Pariser Stadtbild: Immer mehr Fahrspuren hat man für den Autoverkehr gesperrt und zu Radwegen umgewandelt – heute umfasst das Netz über 1.000 Kilometer. Ein Zuwachs von rund 40 % seit 2015. Zwischen 2015 und 2026 investiert die Stadt mehr als 400 Millionen Euro in neue Radverbindungen. 

Die Auswirkungen sind deutlich: In vielen Vierteln sind inzwischen mehr Fahrräder als Autos unterwegs. Weniger als fünf Prozent der Wege in Paris werden noch mit dem Auto zurückgelegt. “Wer hätte vor zehn Jahren vorhersagen können, dass das Fahrrad das Auto überholen würde. Doch es ist passiert”, so der stellvertretende Bürgermeister und Verkehrsstadtrat David Belliard auf X.

Paris has cut toxic air pollution by up to 40% by reducing car traffic

Just like London’s ULEZ, it’s proof that smart, bold policies deliver cleaner air and better health.

Now it’s time for more cities to step up and put health first. Learn morehttps://t.co/cXF7iobvoS

— Possible (@_wearepossible) May 6, 2025

Pariser:innen stimmen für mehr autofreie Straßen

Im März 2025 hat die Bevölkerung von Paris diesen Kurs bekräftigt: In einem Referendum stimmten die Bewohner:innen dafür, weitere 500 Straßen für den Autoverkehr zu sperren und in grüne, fußgängerfreundliche Zonen umzuwandeln. Etwa 10.000 Parkplätze sollen dadurch entfallen. Obwohl die Wahlbeteiligung gering war, gilt die Abstimmung als weiterer Meilenstein der Verkehrswende in Paris.

Tempo 30 und Dieselverbot für mehr saubere Luft

Seit 2021 gilt in fast ganz Paris Tempo 30, nur wenige Hauptstraßen sind ausgenommen. Gleichzeitig schreitet das Dieselverbot voran: 2017 hat man besonders schadstoffintensive Fahrzeuge verbannt. Bis 2030 sollen private Autos weitgehend aus dem Stadtzentrum verschwinden. „Die Luftverschmutzung bleibt ein sehr wichtiges Thema“, erklärt Hidalgo. „Wir werden mehr Platz für Fußgänger:innen, Fahrräder und die Natur schaffen.“

Alles Wichtige in 15 Minuten erreichen

Doch Paris geht noch einen Schritt weiter: Mit dem Ziel einer ‚15-Minuten-Stadt‘ will Hidalgo den Alltag der Pariser:innen vereinfachen: Arzt, Schule, Supermarkt oder Kultur sollen bequem zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar sein. Dieses Konzept, bekannt als „Ville du Quart d’Heure“, soll das Stadtleben noch lebenswerter machen: weniger Autoverkehr, mehr lokale Geschäfte, lebendige Nachbarschaften. 

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Halb so viele Emissionen, ein Drittel weniger Todesfälle 

Die Maßnahmen der Verkehrswende zeigen Wirkung: Seit 2014 ist die Luftqualität in Paris deutlich besser geworden. Laut der Umweltbehörde Airparif ist die Feinstaubbelastung um rund 40 Prozent gesunken, die Konzentration von Stickstoffdioxid sogar um 50 Prozent. Besonders eindrucksvoll: Zwischen 2010 und 2019 ist die Zahl der Todesfälle durch Luftverschmutzung um ein Drittel zurückgegangen.

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3 Comments
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Benno
Benno
22. Mai 2025 07:53

Was noch viel interessanter ist, im Großraum Paris wird gerade eine Seilbahn als öffentliches Verkehrsmittel gebaut. Mit dem selben Ticket wie für Metro & Bus kann die Seilbahn genutzt werden.

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Alf
Alf
13. Mai 2025 07:41

In Deutschland undenkbar. Hier gibt es nur eine Frage: „Wie bekommen wir auch noch den letzten Baum aus der Stadt, damit es den Bürgern so richtig dreckig geht?“

Nur das interessiert die rechtsextremistische deutsche Elite.

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Antworten
Micha
Micha
Reply to  Alf
5. Januar 2026 20:59

„damit es den Bürgern so richtig dreckig geht“?

Die Bürger sind es doch selbst, die in großen Teilen AfD wählen, die Partei, die den menschengemachten Klimawandelt leugnet. Und Konservative wie CDU und CSU, die bei der EU erfolgreich den Ausstieg vom Verbrenner (Neuzulassungen!) prokrastinieren.

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