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Die Tricks der Zucker-Industrie. Warum du weit mehr Zucker isst, als du glaubst

Die Tricks der Zucker-Industrie. Warum du weit mehr Zucker isst, als du glaubst

Fabian Steinschaden Fabian Steinschaden
in Gesundheit, Reality Check
Lesezeit:4 Minuten
15. Februar 2017
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Zucker ist eines der ungesündesten Lebensmittel. Und er ist überall, auch wo man ihn nicht vermutet: in Tiefkühlpizzen, Brotaufstrichen, Essiggurken und sogar in grünen Smoothies. Doch kaum jemand weiß, wie schlecht Zucker wirklich ist – denn Zuckerherstellern ist es jahrzehntelang gelungen, die Öffentlichkeit systematisch zu täuschen.

1. Wie die Zucker-Lobby manipuliert

Mit geschickter PR und raffiniertem Lobbying ist es der Lebensmittelindustrie gelungen, die gesundheitsschädlichen Wirkungen von Zucker über Jahrzehnte zu verschleiern. Denn es gibt erdrückende Beweise, dass Zucker schädliche Wirkungen auf unsere Gesundheit hat. Doch der Trick der Zucker-Industrie besteht in einer Strategie der Verwirrung: Auf jede seriöse Studie mit eindeutigen Ergebnissen, wie schädlich der Süßstoff ist, folgt eine eigenfinanzierte Studie mit anderen Ergebnissen. Diese sind bei genauer Prüfung nicht haltbar. Sie säen aber Zweifel und sorgen dafür, dass man ernährungswissenschaftlichen Studien grundsätzlich nicht mehr traut.

Eine gemeinsame Studie der Universität Navarra in Spanien und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung analysierte Studien zum Verhältnis von Gesundheit und zuckerhaltigen Getränken. Dabei stellten die ForscherInnen fest: Von der Lebensmittelindustrie geförderte und finanzierte Studien „kommen fünfmal häufiger zu dem Ergebnis, dass kein Zusammenhang zwischen dem Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke und einer Gewichtszunahme besteht“ als unabhängige Studien.

Eine überwältigende Mehrheit unabhängiger Studien konnte einen Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und Zuckerkonsum nachweisen. Von der Lebensmittelindustrie finanzierte Studien wiesen hingegen zu 80% nach, dass es diesen Zusammenhang nicht gibt.

2. Wir essen viel mehr Zucker als wir glauben

In den letzten 50 Jahren hat sich der Zuckerkonsum in der westlichen Welt verdreifacht. So isst ein durchschnittlicher Österreicher ca. 35 Kilo Zucker pro Jahr – das meiste davon unbemerkt.

Denn Zucker steckt nicht nur in Süßigkeiten, sondern wird nahezu allen industriell hergestellten Lebensmitteln hinzugefügt: Tiefkühlpizzen, Brotaufstrichen oder Essiggurken enthalten alle Zucker. Bei den Getränken sind es nicht nur die Limonaden, sondern gerade auch die als gesund beworbenen Fruchtsäfte, Diät- und Vitamingetränke oder grüne Smoothies.

Dabei setzt die Lebensmittelindustrie verschiedene Methoden ein, um dies zu verdecken. Gesüßte Produkte werden als gesund vermarktet, der Zuckergehalt verschleiert:

Oftmals hilft es auch nicht, die Lebensmittel-Kennzeichnung zu lesen. Denn Hersteller verwenden gerne verschiedene Zuckersorten oder geben dem Zucker ausgefallene Namen. So entsteht der Eindruck, dass deutlich weniger Zucker in den Lebensmitteln ist.

https://www.youtube.com/watch?v=cK5q49BrxXE

3. Zucker ist ungesund – nicht nur schlecht für die Zähne

Bisher galt vor allem: Zucker ist schlecht für die Zähne. Doch Karies ist nur eine von vielen Folgen, und nicht einmal die schlimmste. So verursacht Zucker Typ-2 Diabetes, führt zu erhöhtem Schlaganfall-, Krebs- und Herzinfarktrisiko und schädigt Leber, Nieren und Darm. Unzählige (Zivilisations-)Krankheiten stehen mit Zucker in Verbindung.

Das Problem von Zucker sind die „leeren Kalorien“. Er enthält kaum wichtige Nährstoffe, die der Körper benötigt, dafür aber viele Kalorien. Zuckerhaltige Nahrungsmittel sättigen daher nur kurzfristig. Das ist auch der Unterschied zu Fett, das zwar kalorienreich ist, aber auch wichtige Nährstoffe enthält und länger satt macht. Butter ist in jedem Fall gesünder als ein fettarmes Fruchtjoghurt, das viel Zucker enthält.

Das Gesundheitsrisiko von zugesetztem Zucker kann kaum unterschätzt werden:

Die amerikanische Gesellschaft für Herzmedizin schätzt etwa, dass jährlich 180.000 Menschen an den Folgen übermäßigen Zuckerkonsums sterben.

Es entstehen hohe Kosten für das Gesundheitssystem, die sich durch weniger Zucker im Essen vermeiden ließen.

4. Zucker ist schlecht für’s Gehirn

Zucker hilft sich zu konzentrieren – darum packen Eltern ihren Kindern am Tag der Schularbeit gerne Traubenzucker ein. Nach wie vor erklärt die Lebensmittel-Industrie, dass Zucker ein schneller und guter Energielieferant ist. Doch das Gegenteil ist der Fall. Zucker ist ein sehr schlechter Energieträger. Die Konzentration steigt kurz an, sinkt dann aber umso stärker ab.

Mehrere Studien zeigen, dass Zucker im Blut das Gedächtnis langfristig negativ beeinflusst und zu schlechteren Leistungen führt. Im Zuckerüberfluss ermüden die Gehirnzellen schnell. Langfristig kann bei übermäßigem Zuckerkonsum sogar das Lernzentrum im Gehirn schrumpfen. Außerdem besteht der Verdacht, dass Demenz eng mit übermäßigem Zuckerkonsum zusammenhängt.

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Michael Niavarani ist ein österreichischer Kabarettist, Schauspieler und Autor. Er ist bekannt für seine humorvollen Bühnenprogramme, Theaterstücke und Fernsehauftritte. Außerdem gründete er das Globe Wien, ein eigenes Theater, und prägt damit die heimische Kulturszene. Er gehört zu den lauten Stimmen aus der Kultur, wenn es darum geht, soziale Missstände zu kritisieren. Zitat: Die wichtigste Botschaft aus der Krise ist, dass der Markt nichts regelt. Also der würde das schon regeln, aber mit sehr vielen Toten. Der Markt ist nicht für die Menschen da. Er ist eigentlich für nix. Außer für große Investoren und Konzerne. Michael Niavarani
Michael Niavarani ist ein österreichischer Kabarettist, Schauspieler und Autor. Er ist bekannt für seine humorvollen Bühnenprogramme, Theaterstücke und Fernsehauftritte. Außerdem gründete er das Globe Wien, ein eigenes Theater, und prägt damit die heimische Kulturszene. Er gehört zu den lauten Stimmen aus der Kultur, wenn es darum geht, soziale Missstände zu kritisieren. Zitat: Die wichtigste Botschaft aus der Krise ist, dass der Markt nichts regelt. Also der würde das schon regeln, aber mit sehr vielen Toten. Der Markt ist nicht für die Menschen da. Er ist eigentlich für nix. Außer für große Investoren und Konzerne. Michael Niavarani

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