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Masern zurück in Österreich: Wie FPÖ-nahe Medien die Krankheit verharmlosen und Impfskepsis befeuern

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Masern, Impfung, FPÖ (Foto: AI-Montage & Screenshots Direkt, Auf1, Report24 & YouTube)

Foto: AI-Montage & Screenshots Direkt, Auf1, Report24 & YouTube

Lena Krainz Lena Krainz
in Gesundheit
Lesezeit:4 Minuten
28. Januar 2026
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Österreich hatte Masern bereits besiegt – dank der Impfung. Doch nur wenige Jahre nach dem offiziellen WHO-Status „eliminiert“ ist die hochansteckende Krankheit zurück. Denn immer weniger Menschen lassen sich impfen. Zuspruch erhalten sie von rechten bis rechtsextremen Medien, die seit Jahren Zweifel, Desinformation und Verharmlosungen rund um Masern und ihre Impfung verbreiten – mitfinanziert durch Inserate der FPÖ.

Inhalt
Masern: hochansteckend, aber vermeidbar
Nicht mehr „masernfrei“: WHO sieht Österreich 2026 als Infektionsland
Auf1, RTV, Report24 & Co.: FPÖ-nahe Medien machen Stimmung gegen Masernimpfung
FPÖ-Parlamentsklub füttert diese Medien großzügig mit Steuergeld

Masern: hochansteckend, aber vermeidbar

Masern zählen zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten weltweit. Wer nicht immun ist und Kontakt mit dem Virus hat, steckt sich mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 98 Prozent an. Die Erkrankung ist alles andere als harmlos: Rund ein Drittel der Infizierten entwickelt Komplikationen – darunter Hirnhautentzündungen, Lungenentzündungen oder ein dauerhaft geschwächtes Immunsystem. Auch in Ländern mit gut ausgebautem Gesundheitssystem verlaufen Masern nicht immer glimpflich. Von 1.000 Erkrankten sterben ein bis drei Menschen an den Folgen der Infektion.

Bevor 1963 ein wirksamer Masern-Impfstoff eingeführt wurde, kam es weltweit alle zwei bis drei Jahre zu großen Masern-Epidemien. Schätzungen zufolge starben damals jährlich zwei bis drei Millionen Menschen an der Krankheit. Seit der breiten Einführung der Masernimpfung hat sich die Lage drastisch verbessert. Allein seit dem Jahr 2000 konnten weltweit rund 60 Millionen Todesfälle verhindert werden. Die Wirksamkeit und Sicherheit der Masernimpfung sind durch zahlreiche wissenschaftliche Studien eindeutig belegt. Mehr zur Impfung gibt es hier.

Nicht mehr „masernfrei“: WHO sieht Österreich 2026 als Infektionsland

2018 galt Österreich laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „masernfrei“. Konkret erhielt das Land den Status „Masern eliminiert“, weil es seit drei Jahren keine dauerhafte, heimische Weiterverbreitung der Masern gegeben hat. Heute ist die Krankheit zurück, Masernfälle häufen sich wieder. So gab es 2024 einen großen Masernausbruch, bei dem sich 542 Menschen ansteckten. Laut Gesundheitsagentur AGES musste ein Fünftel (120 Personen) im Spital behandelt werden, davon vier Personen auf der Intensivstation.

Die WHO hat deshalb Österreich im Vorjahr auf den Status „wieder etabliert“ zurückgestuft. Weil sich immer weniger Menschen impfen lassen, ist die Immunität der Bevölkerung inzwischen zu gering, um die Zirkulation von Masern dauerhaft verhindern zu können.

Das ist insbesondere eine Gefahr für jene Menschen, die sich nicht impfen lassen können: etwa Säuglinge, Menschen mit Immunschwäche oder Personen, die man aus medizinischen Gründen nicht impfen darf. Das betrifft beispielsweise Kinder, die eine Krebstherapie erhalten oder Personen nach einer Organtransplantation. Ungeimpfte Personen sind nur dann auch vor der Erkrankung geschützt, wenn sich alle anderen impfen lassen. Bei einer Durchimpfungsrate von über 95 % kann die sogenannte „Herdenimmunität“ die gesamte Bevölkerung schützen.

Auf1, RTV, Report24 & Co.: FPÖ-nahe Medien machen Stimmung gegen Masernimpfung

Aber warum lassen sich immer weniger Menschen impfen? Ein wichtiger Grund ist, dass einige reichweitenstarke Medien seit Jahren Falschinformationen zu dem Thema verbreiten, Angst vor der Impfung schüren und die Gefahren der Krankheit verharmlosen. Insbesondere im rechtsextremen, rechten und FPÖ-nahen Bereich lassen sich solche Beiträge finden.

Alleine auf dem als rechtsextrem eingestuften Sender Auf1 finden sich unzählige Artikel mit Titeln wie „Dr. Kory: Masern sind im Grunde nur ein Ausschlag“, „Hohes Risiko von Nebenwirkungen: Masern-Impfpflicht sofort stoppen!“, „Ärzte einig: Maser-Toter starb nicht an den Masern“, „Medizinrechtlerin Bahner: Masernpropaganda macht mich sprachlos“, „Impftyrannei! So sollen alle Kinder zur Masern-Spritze gezwungen werden“. Diese Beiträge erschienen alle 2025.

masern-oesterreich-impfung-fake-news, Gegen Masern Österreich Impfung gibt es Fake News auf Auf1, Screenshot, 29.1.26
Der als rechtsextrem eingestufte Sender Auf1 verbreitet in Österreich verharmlosende Fake News über Masern und deren Impfung. (Screenshot, 29.1.26)

Auch der Regionalsender RTV bewirbt in einem Video fragwürdige Studien zu einem höheren Autismus-Risiko bei Impfungen und veröffentlichte eine 45-minütige Diskussionssendung zur Masern-Impfung. In der Beschreibung steht: „Gerade jetzt, in einer Zeit, in der man bereits Schwangere und Kinder mit allem durchimpft, was Gott verboten und die Wissenschaft nicht ausreichend getestet hat – Impfschäden inklusive, ist Aufklärung nötiger denn je.“ Darunter tummeln sich hunderte Kommentare, die vor einer Impfung warnen. Knapp 50.000 Menschen haben insgesamt diese beiden Videos gesehen.

FPÖ-Parlamentsklub füttert diese Medien großzügig mit Steuergeld

Auf dem FPÖ-nahen Online-Blatt Report24 ist zu lesen: „Wirksamkeit zweifelhaft: Wie effektiv sind Masern-Impfungen tatsächlich?“ oder „Masern-Hysterie entlarvt: Diese Grafiken widerlegen die Panikmache“. In die gleiche Kerbe schlägt „Unser Mitteleuropa“ mit Titeln wie „Steigende Todeszahlen geimpfter Kinder“ oder „‘Kassenschlager‘ Masernimpfung“. Auch Info-Direkt mobilisiert gegen die Impfung.

Brisant: Alle genannten Online-Medien erhielten vom FPÖ-Parlamentsklub finanzielle Unterstützung in Form von Inseraten. Eine einzige Kampagne brachte ihnen innerhalb von zwei Monaten 42.000 Euro ein.

FPÖ-Klub füttert rechte Medien mit über 60.000 Euro Steuergeld über Inserate gegen NGOs

 

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Immunität

Unter Immunität versteht man, dass Abgeordnete zum Nationalrat "wegen der in Ausübung ihres Berufes geschehenen Abstimmungen niemals, wegen der in diesem Beruf gemachten mündlichen oder schriftlichen Äußerungen nur vom Nationalrat verantwortlich gemacht werden" können. Das bedeutet, dass in diesen Angelegenheiten weder eine straf- noch eine zivilgerichtliche oder auch verwaltungsbehördliche Verantwortlichkeit besteht. Diese "berufliche Immunität" bezieht sich also auf das Abstimmungsverhalten, auf Reden im Plenum des Nationalrates und in Ausschüssen, auf den Inhalt von parlamentarischen Anfragen und Anträgen. Wenn ein Abgeordneter eine im Plenum gemachte Äußerung außerhalb des Nationalrates wiederholt, so stehen diese nicht mehr unter dem Schutz der sachlichen Immunität. Darüber hinaus dürfen Mitglieder des Nationalrates ohne Zustimmung des Nationalrates wegen einer strafbaren Handlung nur dann behördlich verfolgt werden, wenn

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Die FPÖ gibt sich gerne als „soziale Heimatpartei“. Egal ob unter Jörg Haider, Heinz-Christian Strache oder jetzt Herbert Kickl. Sie tut so, als ob sie die Partei der “kleinen Leute” wäre. Doch egal, ob in Opposition oder Regierung: Die FPÖ vertritt gemeinsam mit der ÖVP Konzerne und Österreichs Reichste. Hier der Beweis!

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